Gliederung
1. Einleitung. 4
2. Grundlegende Eigenschaften handelbarer
Umweltzertifikate. 5
2.1. Definition, Funktionsweise und Einordnung. 5
2.2. Alternative Ausgestaltungsmöglichkeiten. 7
2.2.1. Erstvergabeverfahren. 7
2.2.2. Räumliche Differenzierung. 9
2.2.3. Laufzeiten. 9
2.2.4. Emissionskontrolle und Sanktionen. 9
2.3. Eigenschaften des Zertifikatmarktes. 10
3. Vergleich mit ordnungsrechtlichen Politikansätzen. 13
3.1. Ökologische Zielgenauigkeit. 13
3.2. Ökonomische Effizienz. 14
3.3. Umwelttechnologischer Fortschritt. 15
3.4. Zusammenfassung weiterer Argumente. 15
4. Vergleich mit marktwirtschaftlichen Politikansätzen. 15
4.1. Ökologische Zielgenauigkeit. 15
4.2. Ökonomische Effizienz. 16
4.3. Umwelttechnologischer Fortschritt. 16
4.4. Zusammenfassung weiterer Argumente. 18
5. Erfahrungen aus Umsetzungsversuchen. 18
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5.1. Überblick. 18
5.2. Emissionshandelssysteme in den USA. 19
5.2.1. US Lead Phasedown Tradable Permit Market. 19
5.2.2. Das Acid-Rain-Programm. 19
5.2.3. Das RECLAI-MProgramm. 20
5.3. Das Emissionshandelssystem in Dänemark. 21
5.4. Das Emissionshandelssystem in Großbritannien. 21
6. Ausblick. 22
Literaturverzeichnis. 23
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1. Einleitung
Seit mittlerweile mehr als 30 Jahren erfreuen sich handelbare Umweltzertifikate in der wissenschaftlichen Diskussion um adäquate umweltpolitische Instrumente einer ausgiebigen Behandlung und einer nach wie vor großer Beliebtheit. Die modelltheoretische Forschung verspricht für diesen marktwirtschaftlicher Politikansatz in ihrer Mehrheit nicht weniger als ein zielgenaues Erreichen umweltpolitischer Ziele bei gleichzeitiger Minimierung der dafür aufzubringenden gesellschaftlichen Kosten. Ein weiterer Schritt in Richtung Ausgleich zwischen ökonomischer und ökologischer Effizienz, zwischen wirtschafts- und umweltpolitischen Interessen scheint durch die Stärkung ökonomischer Anreize für die Reduktion von Emissionen und den Schutz der Umwelt möglich zu sein. Trotz nachdrücklicher wissenschaftlicher Empfehlungen und praxisnaher Modellspezifikationen lassen sich weltweit allerdings nur sehr wenige Beispiele für Umsetzungsversuche finden, bis heute wird das umweltpolitische Geschehen von Abgaben- und Auflagenpolitik dominiert. Die positiven Erfahrungen einiger Projekte in den Vereinigten Staaten scheinen jedoch das Interesse vieler Entscheidungsträger wieder geweckt zu haben. Meine Arbeit soll die Funktionsweise sowie die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen einer Einführung handelbarer
Emissionszertifikate beleuchten, mit anderen umweltpolitischen Instrumenten vergleichen und einen empirischen Überblick über Erfahrungen aus bisherigen Implementierungsversuchen anstellen.
Kapitel 2 leistet zunächst eine Einführung in die grundlegenden Eigenschaften handelbarer Umweltzertifikate. Im Anschluss an einen Überblick über deren Funktionsweise und eine Einordnung in den Rahmen umweltpolitischer Instrumente werden kurz die wesentlichen Argumente verschiedener Ausgestaltungsmöglichkeiten einer praktischen Implementierung dargestellt. Hierbei spielen vor allem verschiedene Erstvergabeverfahren, regionale Differenzierungen und Laufzeiten eine Rolle. Im dritten Teil des Kapitels wird schließlich ausführlicher auf die modelltheoretischen Eigenschaften des Zertifikatmarktes sowie auf die ökologischen und ökonomischen
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Auswirkungen des Marktgleichgewichts eingegangen. Kapitel 3 befasst sich im Anschluss daran mit einem kurzen Vergleich zwischen Zertifikatslösungen und ordnungsrechtlichen Politikansätzen. Hierbei werden deren Eigenschaften und die im zweiten Kapitel über Emissionsrechte gewonnenen Erkenntnisse gegenübergestellt. Es wird sich zeigen, dass ordnungsrechtliche Instrumente besonders in Hinblick auf ihre ökonomische Effizienz Nachteile aufweisen.
Im vierten Kapitel kommt es zu einem Vergleich verschiedener marktbasierter Instrumente untereinander. Neben Verschmutzungszertifikaten sind dies vor allem Umweltsteuern, auf die sich die Analyse an dieser Stelle begrenzen soll. Es wird unter anderem auf ökologische Zielgenauigkeit, auf ökonomische Effizienz und auf dynamische Anreizwirkungen für umwelttechnologischen Fortschritt eingegangen.
Kapitel 5 setzt sich mit den Erfahrungen aus ausgewählten praktischen Implementierungsversuchen auseinander und setzt diese in Beziehung zu den gewonnen theoretischen Erkenntnissen. Im Ausblick werden abschließend Vermutungen bezüglich möglicher zukünftiger Entwicklungen angestellt.
2. Grundlegende Eigenschaften handelbarer Umweltzertifikate
2.1. Definition, Funktionsweise und Einordnung
Die meisten umweltpolitischen Instrumente lassen sich entweder den ordnungsrechtlichen oder den pretialen bzw. marktbasierten Instrumenten zurechnen.
Erstere umfassen vor allem die auf Festlegung, Überwachung und Sanktionierung von Auflagen basierte direkte staatliche Einflussnahme auf die Produktion, beispielsweise durch im Produktionsprozess anzuwendende oder zu unterlassende Verfahren, durch Vorschriften hinsichtlich der Beschaffenheit von Produktionsfaktoren oder durch einzuhaltende Emissionshöchstgrenzen 1 .
1 In dieser Arbeit wird von einzelnen Unternehmen oder Betrieben als emittierenden Subjekten und dem Staat als regulierende Autorität ausgegangen, alle Überlegungen lassen sich problemlos auf emittierende Staaten bei Regulierung durch übergeordnete
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Im Gegensatz dazu basieren marktwirtschaftliche Instrumente statt auf der Festlegung von Ge- und Verboten, technischen Standards und Grenzwerten auf der Schaffung ökonomischer Anreize für umweltfreundliches Verhalten. Negative externe Effekte durch Schadstoffemission sollen demnach so weit wie möglich internalisiert werden, die durch Produktion und Verbrauch entstehenden Umweltschäden sollen zu ihren gesellschaftlichen Kosten in das Optimierungskalkül der handelnden Subjekte integriert werden. Dies kann nur ermöglicht werden, indem Umweltverbrauch von verschmutzenden Unternehmen als Kostenfaktor wahrgenommen wird, also durch die Zahlung eines Preises 2 „erworben“ werden muss. In der Regel bestehen hierbei für einzelne Unternehmen keine mengenmäßigen Restriktionen, es darf also so viel verschmutzt werden wie bezahlt wird.
Marktbasierte umweltpolitische Instrumente lassen sich durch die Art des Zustandekommens eines solchen Preises unterscheiden. Im Rahmen der preisbasierten Variante wird er durch Besteuerung direkt staatlich festgesetzt, beispielsweise durch Öko-Steuern und sonstige mit dem Umfang von Umweltverbrauch oder Emissionen in Zusammenhang stehenden Abgaben. Die Zertifikatslösung als mengenbasierte Variante beinhaltet hingegen keine direkte Festlegung des Preises durch die regulierende Autorität, sondern eine Festlegung auf eine maximale Verbrauchsmenge einer knappen Ressource oder eine maximale Emissionsmenge eines bestimmten Schadstoffs 3 innerhalb eines regionalen Bereichs oder einer Branche. Dies kann nach Maßgabe klar definierter ökologischer Ziele und idealerweise durch Abwägung zwischen gesellschaftlichem Nutzen der Schadstoff- bzw. Verbrauchsreduktion und den dafür letztendlich aufzubringenden ökonomischen Kosten geschehen 4 . Die festgelegte Emissionshöchstmenge kann nun in hinreichend kleine Teilmengen aufgeteilt werden, welche als Teil-Verschmutzungsrechte in Form von verbrieften Emissionszertifikaten an Unternehmen ausgegeben werden können 5 . Der Ausstoß eines Schadstoffs oder die Nutzung eines Umweltguts
Organisationen oder internationale Abkommen übertragen.
2 bzw. eines Aufpreises auf Inputfaktoren.
3 Aus sprachlichen Gründen wird im weiteren Verlauf i.d.R. nur noch von Schadstoffemissionen die Rede sein.
4 Wie später gezeigt wird fallen diese Kosten im Rahmen der Zertifikatslösung sehr viel niedriger aus als bei der Wahl ordnungspolitischer Instrumente.
5 Siehe hierzu die verschiedenen Möglichkeiten der Erstvergaben in Abschnitt 2.2.1.
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Arbeit zitieren:
Jan Kluck, 2003, Sind handelbare Umweltzertifikate ein adäquates umweltpolitisches Instrument?, München, GRIN Verlag GmbH
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