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Der Wahrheitsanspruch bei Egon Erwin Kisch

Title: Der Wahrheitsanspruch bei Egon Erwin Kisch

Term Paper , 2001 , 10 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sarah Trede (Author)

Rhetoric / Elocution / Oratory
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„Nichts ist verblüffender als die einfache Wahrheit, nichts ist exotischer als unsere Umwelt, nichts ist phantasievoller als die Sachlichkeit. Und nichts sensationelleres gibt es in der Welt als die Zeit, in der man lebt!“ Dieser oft zitierte Satz von Egon E. Kisch fasst seine Theorie zum Wesen der Reportage gut zusammen. Für Kisch ist das genaue Abbilden der Wirklichkeit die oberste Priorität eines Reporters. Dieser soll sich genau an die Fakten und die von ihm vorgefundenen Tatsachen halten, er darf nichts dazuerfinden oder Informationen vorenthalten. Wer solche hohen Ansprüche an seine Kollegen stellt, muss ihnen natürlich auch selbst gerecht werden. Ob Kisch dies immer gelungen ist, soll im folgenden untersucht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographie – Egon Erwin Kisch

3. Die Bedeutung der Realität für Egon E. Kisch

3.1 Die Wahrheit als Dogma für den Reporter

3.2 Die Änderung der Theorien aufgrund politischer Wandlung

4. Die Reportagen „Bei den Heizern“ und „Bei den Heizern des Riesendampfers“ – Rhetorische Textanalyse

4.1 Textanalyse: „Bei den Heizern“

4.2 Textanalyse: „Bei den Heizern des Riesendampfers“

4.3 Gemeinsamkeiten und wesentliche Unterschiede der beiden Reportagen

5. Der Wahrheitsanspruch in bezug auf die beiden Reportagen

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wahrheitsanspruch des Reporters Egon Erwin Kisch vor dem Hintergrund seiner theoretischen Postulate und deren praktischer Umsetzung. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit Kischs Anspruch auf eine objektive und akribische Abbildung der Wirklichkeit mit den inhaltlichen Veränderungen in seinen Reportagen vereinbar ist, insbesondere wenn politische Überzeugungen in die Textgestaltung einfließen.

  • Theoretische Grundlagen der Reportage nach Egon E. Kisch
  • Biografische Einflüsse auf Kischs journalistische Arbeit
  • Rhetorische Analyse der Reportagen „Bei den Heizern“ und „Bei den Heizern des Riesendampfers“
  • Konflikt zwischen politischem Engagement und dem Anspruch auf objektive Faktentreue
  • Kritische Bewertung der journalistischen Glaubwürdigkeit

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung der Realität für Egon E. Kisch

Wie eingangs schon gesagt betont Kisch immer wieder, die oberste Pflicht eines Reporters sei es, die Wirklichkeit in seinen Reportagen genau abzubilden. Warum Tatsachentreue für ihn persönlich eine so hohe Stellung erhielt, erklärt er durch einen Vorfall während seiner Zeit bei der Prager Zeitung: Kisch war beauftragt über den Brand in einer Mühle zu berichten, dort angekommen, fiel ihm jedoch nichts spannendes ein, was er darüber hätte schreiben können.

Deshalb erfand er, unter redaktionellem Druck stehend, eine aufregende Szenerie, für die er von der Redaktion (in seinen eigenen Augen unverdient) gelobt wurde. Nach diesem Erlebnis stand für Kisch fest, dass von nun an die Wahrheit im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen würde.

„Er sagt später darüber: ‚Gerade weil mir bei der ersten Jagd nach der Wahrheit die Wahrheit entgangen war, wollte ich ihr fürderhin nachspüren. Es war ein sportlicher Entschluß.’“

Trotzdem gesteht Kisch dem Reporter auch Phantasie zu, er bezeichnet diese aber als „logische Phantasie“. Diese beschreibt er sehr bildlich, davon ausgehend, dass der Reporter niemals alle vorhandenen Fakten betreffs eines Ereignisses zusammentragen kann, und die Reportage ohne logische Phantasie demzufolge Lücken aufweisen würde. Deshalb muss der Reporter „die Pragmatik des Vorfalles, die Übergänge zu den Ergebnissen der Erhebungen selbst schaffen und nur darauf achten, dass die Linie seiner Darstellung haarscharf durch die ihm bekannten Tatsachen (die gegebenen Punkte der Strecke) führt. Das Ideal ist nun, dass diese vom Reporter gezogene Wahrscheinlichkeitskurve mit der wirklichen Verbindungslinie aller Phasen des Ereignisses zusammenfällt; erreichbar und anzustreben ist ihr harmonischer Verlauf und die Bestimmung der größtmöglichen Zahl der Durchlaufpunkte.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in Kischs Theorie zur Reportage, die das genaue Abbilden der Wirklichkeit als oberste Priorität festlegt.

2. Biographie – Egon Erwin Kisch: Darstellung der Lebensstationen Kischs, von seiner journalistischen Frühphase in Prag bis hin zu seinem politischen Engagement und Exil.

3. Die Bedeutung der Realität für Egon E. Kisch: Analyse von Kischs journalistischem Selbstverständnis und der Entwicklung seiner Theorien durch politische Wandlungen.

4. Die Reportagen „Bei den Heizern“ und „Bei den Heizern des Riesendampfers“ – Rhetorische Textanalyse: Vergleichende Untersuchung der zwei Fassungen einer Reportage hinsichtlich ihrer bildhaften Sprache und inhaltlichen Modifikationen.

5. Der Wahrheitsanspruch in bezug auf die beiden Reportagen: Kritische Reflexion darüber, ob Kischs politisch motivierte Textänderungen mit seinem eigenen Anspruch auf faktentreue Berichterstattung vereinbar sind.

6. Zusammenfassung: Abschließende Bewertung der journalistischen Glaubwürdigkeit Kischs angesichts der festgestellten Diskrepanzen zwischen Theorie und Praxis.

Schlüsselwörter

Egon Erwin Kisch, Reportage, Wahrheitsanspruch, Tatsachentreue, Journalismus, Rhetorik, Logische Phantasie, Politische Wandlung, Textanalyse, Objektivität, Arbeiterliteratur, Journalistische Glaubwürdigkeit, Bei den Heizern, Realitätsabbildung, Literaturtheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Spannungsverhältnis zwischen dem journalistischen Anspruch auf objektive Wahrheit bei Egon Erwin Kisch und der tatsächlichen literarischen Gestaltung seiner Reportagen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der journalistischen Theoriebildung, der rhetorischen Analyse von Textvergleichen und der Untersuchung des Einflusses politischer Überzeugungen auf die journalistische Praxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu prüfen, ob Kisch seinen selbst gesetzten, hohen Anspruch an akribische Faktenwiedergabe in seinen überarbeiteten Werken konsequent einhält oder ob er zugunsten politischer Deutungen von der Wahrheit abweicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende rhetorische Textanalyse angewandt, die primäre Quellen (Reportagen) mit theoretischen Äußerungen des Autors kontrastiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Reportagen „Bei den Heizern“ und deren späterer Fassung „Bei den Heizern des Riesendampfers“, um sprachliche und inhaltliche Abweichungen aufzuzeigen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wahrheitsanspruch, Reportage-Theorie, logische Phantasie, Faktentreue und journalistische Integrität sind zentrale Begriffe der Analyse.

Wie verändert Kisch die Daten zwischen den zwei Fassungen der Reportage?

Die Analyse zeigt, dass Kisch Zahlen wie Distanzen, Frequenzen und Leistungsdaten ohne erkennbare Einheitlichkeit abänderte, was seine Forderung nach wissenschaftlicher Genauigkeit in Frage stellt.

Welche Rolle spielt die „logische Phantasie“ bei Kisch?

Kisch definiert diese als ein Instrument, um Lücken in der Faktenlage zu schließen, betont aber, dass sie sich strikt innerhalb der bekannten Tatsachen bewegen müsse, um die Realität korrekt abzubilden.

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Details

Title
Der Wahrheitsanspruch bei Egon Erwin Kisch
College
University of Tubingen  (Sem. f. Allg. Rhetorik)
Course
Einführung in das Studium der Rhetorik
Grade
2,0
Author
Sarah Trede (Author)
Publication Year
2001
Pages
10
Catalog Number
V49113
ISBN (eBook)
9783638456418
Language
German
Tags
Wahrheitsanspruch Egon Erwin Kisch Einführung Studium Rhetorik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Trede (Author), 2001, Der Wahrheitsanspruch bei Egon Erwin Kisch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49113
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