Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS 1
I. EINLEITUNG. 2
1. Gegenstand der Arbeit und Vorgehen. 2
2. Forschungs- und Quellenlage 2
II. TÄGLICHER HOF UND HOFTAG. 5
1. Der tägliche Hof. 5
2. Der Hoftag. 6
III. DER FESTLICHE HOFTAG 9
1. Anlässe für Feiern 9
2. Prachtentfaltung auf den Hoftagen. 9
3. Kleidung. 11
4. Der Ort des Hoffestes. 12
IV. DER MAINZER HOFTAG VON 1184 14
1. Prachtentfaltung. 14
2. Das Rittertum auf dem Mainzer Hoffest. 16
V. ZUSAMMMENFASSUNG. 18
VI. QUELLEN. 20
VII. LITERATUR 21
VIII. ABBILDUNGSVERZEICHNIS. 22
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I. Einleitung
1. Gegenstand der Arbeit und Vorgehen
Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit sind die feierlichen Hoftage von Friedrich I. Barbarossa (1152-1190). Hierbei sollen aber weniger die politischen Entscheidungen im Mittelpunkt stehen, die auf Hoftagen getroffen wurden, als vielmehr der Festcharakter und die Prachtentfaltung, welche bei solchen Gelegenheiten hervortraten, beleuchtet werden. Dabei sollen bei den Quellen nicht nur die Historiographen wie Otto von Freising oder Arnold von Lübeck zu Wort kommen, sondern auch literarische Werke, wie etwa der Ligurinus des Gunthers von Pairis Eingang in die Betrachtung finden.
Um sich diesem Thema anzunähern soll zunächst in einem ersten Schritt zwischen dem täglichen Hof des Kaisers und den Hoftagen unterschieden werden. Hier wird neben dem Unterschied von Hoftag und täglichem Hof gezeigt werden, dass Rituale und Traditionen auf Hoftagen eine bedeutende Rolle spielten und als Beispiel die Sitzordnung herangezogen werden. Danach wird der festliche Hoftag zum Gegenstand der Betrachtung und hier werden verschiedene Aspekte eines festlichen Hoftages, oder Hoffestes, wie der Anlass zum Fest und dessen Termin, die Prachtentfaltung, die Kleidung und der Ort eines Hoftages gezeigt.
Als besonderes Beispiel eines Hoffestes wird dann das Mainzer Hoffest von 1184 vorgestellt, um bei diesem berühmten Beispiel nochmals auf die Entfaltung der höfischen Pracht und auf den ritterlichen Charakter dieses Festes einzugehen.
Den Abschluss der Arbeit bildet eine kurze Zusammenfassung, die den Inhalt der Arbeit noch einmal kurz zusammenfassen und bilanzieren soll.
2. Forschungs- und Quellenlage
Die Quellen zu Barbarossas feierlichen Hoftagen sprechen vor allem über den Mainzer Hoftag von 1184. Hierzu gibt es sowohl historiographische Quellen,
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wie die großen Kölnischen Jahrbücher, die Chronicon Hanoniense des Giselbert von Mons oder die Chronik Arnolds von Lübeck, als auch literarische Quellen, wie den Minneroman Eneide des Heinrich von Veldecke. Für die vollständige Quellenlage zum Mainzer Hoffest sei auf die Aufstellung der Quellen Wilhelm von Giesebrecht verwiesen. 1 Weitere Quellenbelege zu feierlichen Hoftagen finden sich sowohl in der mittelalterlichen Literatur, wie im Ligurinus oder im Lippflorium, aber auch in den Regesta Imperii oder den Gesta Frederici.
Da die Literatur zu Hoftag und Hoffest sehr umfangreich ist, soll hier nur ein kleiner Ausschnitt der neueren Forschungen zu diesem Thema gegeben werden.
Für den Themenbereich der höfischen Kultur ist das Buch des Germanisten Joachim Bumke, „Höfische Kultur, Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter“, immer noch ein Standartwerk, das sich eingehend mit den Aspekten der höfischen Kultur auseinandersetzt. Für den Bereich der Hoftage sind zunächst einmal die Aufsätze von Theo Kölzer „Der H of Kaiser Barbarossas und die Reichsfürsten“ und von Werner Rösener „Die Hoftage Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Regnum Teutonicum“ zu erwähnen, welche im Sammelband “Deutscher Königshof, Hoftag und Reichstag im späteren Mittelalter“ erschienen sind. Ferner ist die Dissertation von Michael Lindner „Die Hoftage Kaiser Friedrich Barbarossas (1152-1190) von Interesse, weil der Autor hier eine Liste von 180 Hoftagen des Kaisers aufgestellt hat, wobei einige der Hoftage recht wage belegt sind. Die Herrschaftsinszenierung Friedrich Barbarossas hat zuletzt Johannes Laudage mit seinem Aufsatz „Die Bühne der Macht, Friedrich Barbarossa und seine Herrschaftsinszenierung“ beleuchtet und dabei festgestellt, dass es sinnvoll ist, nicht nur die historiographischen Quellen und die Urkunden zu betrachten, sondern den Blick auch auf andere Quellengattungen wie zeitgenössische Abbildungen oder Darstellungen in der mittelalterlichen Literatur zu richten. Für den
1 Vgl.: Wilhelm von Giesebrecht, Geschichte der deutschen Kaiserzeit VI, Hrsg. Bernhard von Simson, Braunschweig-Leipzig 1895, S. 600-606.
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Themenbereich des Rittertums seien hier (neben dem schon erwähnt en Buch zur höfischen Kultur von Joachim Bumke) zum einen die Monographie „Rittertum und ritterliche Welt“ von Josef Fleckenstein und zum anderen der Sammelband von Arno Borst „Das Rittertum im Mittelalter“ erwähnt. Fleckenstein zeigt in seinem Buch die Entwicklung des Rittertums von seinen Anfängen bis in die Stauferzeit unter Friedrich II. Im Sammelband von Borst findet sich auch der Aufsatz „Friedrich Barbarossa und das Rittertum“, ebenfalls von Josef Fleckenstein, in welchen der Autor auf die Bedeutung der Mainzer Hoftage von 1184 und 1188 eingeht. Alle erwähnten Forschungsbeiträge haben Eingang in diese Arbeit gefunden und dazu beigetragen, dieses Bild des feierlichen Hoftages zu formen, wie es im folgenden gezeigt wird.
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II. Täglicher Hof und Hoftag
1. Der tägliche Hof
Der tägliche Hof der deutschen Könige und Kaiser, die curia oder auch curia minor, 2 war kein fester Personenverband, sondern vielmehr von einer personell amöbenhaften Gestalt. 3 Da es keine Hauptstadt gab zog der König und damit auch die curia durch das Reich, um Herrschaft auszuüben. Dass der Hof von Friedrich I. Barbarossa eine enorme Strecke im Verlauf von Friedrichs Regentschaft zurückgelegt hat, wird aus dem Itinerar des Kaisers deutlich, welches von Ferdinand Opll eingehend untersucht worden ist. 4 Die personelle Beschaffenheit des Hofes änderte sich somit auch ständig, da davon auszugehen ist, dass in verschiedenen Pfalzen und Städten des Reiches auch verschiedene Große am Hof präsent waren, beziehungsweise, dass die Grafen und Herzöge wohl nicht mit dem König durch das ganze Reich zogen. Im Mittelpunkt des Hofes standen immer die Person und die Familie des Herrschers. 5 Neben der Familie des Herrschers gehörten zum Hof noch Hofkleriker, die Inhaber der Hofämter, welche schon zur Zeit der Staufer als erbliche Ämter an die Ministerialen übergegangen waren. Der Hof konstituierte sich praktisch daraus, dass der Herrscher die Hofämter besetzten konnte. Zu den Hofämtern gehören das Ämter des Truchseß, des Kämmerers, des Marschalls und des Mundschenks, sowie weitere Ämter wie das des Jägermeisters oder auch des Küchenmeisters. Zu diesen Ämtern gehörte eine
2 Werner Rösener, Die Hoftage Kaiser Friedrichs I. Barbarossa im Regnum Teutonicum, in: Deutscher Königshof, Hoftag und Reichstag im späteren Mittelalter, Vorträge und Forschungen Band XLVIII, Hrsg. Peter Moraw, Stuttgart 2002, S. 359-386, hier: S. 376.
3 Vgl.: Theo Kölzer, Der Hof Kaiser Barbarossas und die Reichsfürsten, in: Deutscher Königshof, Hoftag und Reichstag im späteren Mittelalter, Vorträge und Forschungen Band XLVIII, Hrsg. Peter Moraw, Stuttgart 2002, S.3-47, hier S. 5.
4 Ferdinand Opll, Das Itinerar Kaiser Friedrich Barbarossas (1152-1190) (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters, Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii), Graz 1978, besonders die erste der drei Karten im Anhang des Buches, welche das Itinerar Barbarossas nördlich der Alpen zeigt.
5 Vgl.: Joachim Bumke, Höfische Kultur; Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter, München 1999, S.76.
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Arbeit zitieren:
Christian Koch, 2005, Curiam Celebrare - Die feierlichen Hoftage Friedrich Barbarossas, München, GRIN Verlag GmbH
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