Inhalt:
0. Vorwort 1
Tabelle 1a: Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung. 2
1.Die Probleme des demographischen Wandels 2
1.1 Befürchtungen der „jungen“ Gesellschaft 2
1.2 Befürchtungen der „älteren“ Gesellschaft 4
2. Die Potentiale der alternden Gesellschaft 5
2.1 Die Arbeitsgruppe Seniorenwirtschaft als Beispiel für eine Gruppe, welche sich um die
L ösungen zum Problem des demographischen Wandels bemüht 5
2.2 Die Kaufkraft der älteren Bevölkerung. 6
Tabelle 2a : Nettoeinkommen von Ein-Personenhaushalten nach Alter und Geschlecht 7
2.3 Potentiale in ausgewählten Teilbereichen. 7
2.3.1 Die Tourismusbranche 7
2.3.2 Der Bereich des Freizeitsports 9
Tabelle 3a : sportliche Betätigung der verschiedenen Altersgruppen. 9
2.4 Besonderheiten der älteren Konsumenten. 11
3. Altersgerechtes Wohnen zur Förderung von Städten und Wirtschaft. 12
3.1 Bedürfnisse der älteren Bevölkerung bezüglich ihrer Wohnung 12
3.2 Das Modellprojekt der Sozialbau „Integriertes Wohnen“ 13
3.2.1 Vorbereitung und Zielsetzung des Projektes. 13
3.2.2. Vorteile für die älteren Bewohner des Projektes. 14
3.2.3 Kritische Anmerkungen zum Modellprojekt. 14
4. Fazit 15
Anhang I
Tabelle 1 : Entwicklung der Altenstruktur in Deutschland von 1955 bis 2002 I
Tabelle 2 : Zukünftige Entwicklung der Altenbevölkerung in NRW in absoluten Zahlen. I
Tabelle 3 : Lebenserwartung und Geburtenrate II
Tabelle 4 : Einkommensentwicklung der Älteren. II
Tabelle 5: Einige Kons umfelder im frei verfügbarem Einkommen in Seniorenhaushalten in
NRW. III
Tabelle 6 : Zufriedenheit in ausgewählten Lebensbereichen nach Altersgruppen für das Jahr
2002. III
Tabelle 7 : Zahlen zum Modellprojekt Kempten der Sozialbau IV
Literaturverzeichnis. V
II
0. Vorwort
Wann ist jemand „alt“? Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert den Eintritt in den neuen Lebensabschnitt, d.h. den Übergang in das „Alter“ mit der Vollendung des 65. Lebensjahres (Schader-Stiftung, ‚Gewinne des Alterns’) 1 . Allerdings lässt sich diese Grenze nur schlecht dermaßen strikt ziehen, denn gerade das Alter ist ein subjektiver Zustand und wird, je nach Perspektive und Lebensumständen, von den Betroffenen wie auch von Außenstehenden immer wieder anders empfunden. Manche Menschen fühlen sich mit der Geburt des ersten Enkelkindes oder bei Bemerken der ersten sich häufenden gesundheitlichen Schwierigkeiten bereits alt. Andere empfinden so bei freiwilligem Eintritt in die Frührente oder unfreiwilligem Ausschluss aus dem Erwerbsleben, z.B. weil sie aufgrund von sozialverträglichem Stellenabbau in den Vorruhestand geschickt werden oder ihre Stelle ohne eigene Verantwortlichkeit verlieren und auf dem Arbeitsmarkt keine Chance mehr haben eine neue Anstellung zu finden.
Die Erwerbstätigenquote bezüglich 2005 in der Altersgruppe der 55- bis 64-jährigen lag in diesem Jahr bei 39 % und ist in Deutschland im Vergleich zu 1980 um 3,2 Prozentpunkte gesunken (1980: 42,2 % ; ursprüngliche Quelle OECD, zitiert nach ‚Deutschland in Zahlen 2 ’: S. 133), d.h. die übrigen 61 % dieser Altersgruppe, welche nicht mehr am Erwerbsleben teilnehmen sind potentiell ebenfalls bereits zur Gruppe der Älteren Gesellschaftsschicht zu zählen, obwohl sie das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
In dieser Hausarbeit soll nun untersucht werden, welche Probleme die Älteren und übrigen Teile der Gesellschaft mit dem demographischen Wandel haben und welche Lösungsmöglichkeiten z.B. die Wirtschaft hat, um die stets wichtiger werdende älteren Kundengruppe anzusprechen und inwieweit sie sich besser an deren Bedürfnissen orientieren kann.
Am Ende dieser Arbeit wird zudem ein Schwerpunkt auf die Vorstellung von altersgerechtem Wohnen im Zusammenhang mit dem Versuch der
1 Das Renteneintrittsalter ist in der Bundesrepublik Deutschland ebenfalls gesetzlich mit dieser
Altersgrenze geregelt. (Schader-Stiftung, ‚Gewinne des Alterns’)
2 Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.): „Deutschland in Zahlen 2005“, Deutscher Instituts -
Verlag GmbH , Köln: 2005
1
Generationenzusammenführung der verschiedenen Generationen durch Wohnprojekte ge legt werden.
In welchen Größenordnungen der demographische Wandel bzw. die Überalterung der Gesellschaft sich nach derzeitigen Prognosen vollziehen wird, zeigt die nachstehende
Tabelle 3 :
Tabelle 1a: Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung
(Zahlen aus ‚Deutschland in Zahlen 2005’: S. 7) 4
1.Die Probleme des demographischen Wandels
In diesem Kapitel werden die Probleme der Überalterung der Gesellschaft aus den beiden Perspektiven des jüngeren und des älteren Gesellschaftsteils vorgestellt um einen Überblick über die Problematik zu geben und die Gründe für den Handlungsbedarf auch aus nicht-marktwirtschaftlicher, sondern aus der subjektiven Sicht der Bevölkerung darzulegen.
1.1 Befürchtungen der „jungen“ Gesellschaft
Die Diskussionen über die zunehmend überalternde Gesellschaft in Deutschland wandern bereits seit Jahren immer wieder durch die Presse, in Fachzeitschriften genauso
3 wie sich die Bevölkerungsstruktur von 1955 bis 2002 entwickelt hat, darüber informiert die im Anhang
befindliche Tabelle „Entwicklung der Altersstruktur in Deutschland von 1955 bis 2002“.
4 für absolute Zahlen zu den Jahren 2005, 2010 und 2015 in NRW siehe im Anhang die Tabelle 2
‚Zukünftige Entwicklung der Altenbevölkerung in NRW in absoluten Zahlen’
2
wie in der Populärliteratur 5 sowie im Fernsehen. Viele Menschen nehmen diese Entwicklung mit Schrecken zur Kenntnis und lenken ihren Blick allein auf die dadurch entstehenden Nachteile für die deutsche Bevölkerung, die Wirtschaft und den Staatshaushalt.
Ängste der Bevölkerung bestehen v.a. in der Sorge darum, wie der ältere Be völkerungsteil finanziell versorgt werden kann. Die Renten sind nicht genügend gesichert und die gesetzlichen Krankenkassen werden zunehmend höhere Kosten für die gesundheitliche Versorgung der immer größer werdenden „gebrechlicheren“ Gesellschaftsschicht tragen müssen. Im weiteren hat die Gesellschaft für die Pflege der finanziell schwachen älteren Personen aufzukommen, dieses entweder rein materiell oder gar materiell und persönlich.
Problematisch ist dabei auch die parallele Entwicklung, dass gerade der, zur Finanzierung der „Altenlast“ immer wichtiger werdende Teil der jüngeren, steuerzahlenden und durch Arbeit wirtschaftsfördernden Gesellschaftsschicht beständig sinkt, da die Gebrutenrate in Deutschland bereits seit Jahren rückläufig ist: lag die Geburtenrate pro Frau in Westdeutschland im Jahr 1970 noch bei 2,03 Kindern, so galt für Gesamtdeutschland 1990 bereits ein Wert von lediglich noch 1,45, welcher bis 2004 auf 1,38 Kinder pro Frau sank (‚Deutschland in Zahlen 2005’: S. 129). Das die Lebenserwartung gleichzeitig weiter steigt, vergrößert diese Schwierigkeiten und Ängste weiter. 6
Zudem wird der ältere Teil der Bevölkerung durch seinen immer größer werdenden Anteil zunehmend politisches Gewicht gewinnen. Dies schürt die Angst, die Wählerstimmen d er „Alten“ könnten die Wege für die Zukunft bestimmen und notwendige Reformen verweigern bzw. zu verhindern suchen, da sie nur in ihren gewohnten Perspektiven und veralteten Strukturen denken. Die Sorge ist, dass diese Menschen nur an ihr eigenes Wohl denken und sich bei ihrer Stimmabgabe nicht unbedingt daran orientieren, was das Beste für die nachziehende Generation, d.h. für die Jüngeren wäre und welche Reformen und Neuerungen auf allen politischen Bereichen für alle die Besten sein würden.
5 vgl. in der Populärliteratur z.B.: Frank Schirrmacher : „Das Methusalem-Komplott“, Karl Blessing
Verlag, München : 2004 i n 11. Auflage. Zitat aus der Umschlaggestaltung: „[...]Anhand neuster
wissenschaftlicher Erkenntnisse erstellt dieses Buch eine erschreckende Diagnose unserer Gesellschaft
und ruft zu einem Komplott gegen den biologischen und sozialen Terror der Altenangst auf.“ - es bleibt
zu befürchten, dass viele Leser (v.a. der Durchschnittsbürger mit zu wenig Überblick) bei der Altenangst
stecken bleiben.
6 siehe dazu auch Tabelle 3 „Lebenserwartung und Geburtenrate“ im Anhang
3
1.2 Befürchtungen der „älteren“ Gesellschaft
Die Ängste des älteren Bevölkerungsteiles liegen zum einem in der Sorge darum gesundheitlich labiler zu werden, zunehmende Schwierigkeiten mit der Beweglichkeit und Vitalität zu bekommen und letzten Endes abhängig zu werden. Gerade in der modernen Gesellschaft, die stärker als die vorherigen Generationen durch ein Singledasein geprägt ist, in der sich das Familienbild gewandelt hat und die Berufstätigkeit der Frauen steigt, ist die Sorge der Älteren groß, wer sich denn im Falle von Pflegebedarf um sie kümmern wird. Bereits heute leben etwa 40 % der über 65-Jährigen in einem Einpersonenhaushalt, vorwiegend handelt es sich dabei um Frauen und es ist anzunehmen, dass sich dieser Anteil der allein lebenden Alten weiter erhöhen wird (seniorenwirtschaft.pdf) .
Die Sorge ist, dass die eventuell vorhandene Tochter beruflich zu eingespannt sein wird, um sich um die krank gewordenen Eltern bzw. den erkrankten Elternteil kümmern zu können. Zudem sind in der heutigen Gesellschaft viele Familienbindungen durch Scheidungen, wechselnde Lebensabschnittspartner und Patchworkfamilien nicht mehr so fest, dass überhaupt eine aufopfernde Pflege durch Familienmitglieder erwartet werden kann. Die Vorstellung, von Fremden, im schlimmsten Fall sogar in einem anonymen Altersheim und nicht einmal in der eigenen, gewohnten Umgebung und Wohnung gepflegt zu werden, wird bei den wenigsten älteren Personen mit angenehmen Emotionen begleitet sein.
Dazu kommen Befürchtungen um die nachlassende Fähigkeit des Geistes und Ängste vor Demenzkrankheiten wie z.B. Alzheimer und um das steigende Risiko, mit abnehmender Mobilität und körperlicher Kraft leichter zum Opfer von Überfällen zu werden.
Nicht einfacher macht das Altern die Tatsache, dass die finanzielle Situation sich eher verschlechtert als verbessert, denn i.d.R. ist der Eintritt in die Rentenzeit von finanziellen Einbußen begleitet. Manche befürchten gar zu verarmen (vgl. Schader-Stiftung: ‚Gewinne des Alterns’). 7
Im weiteren wird von vielen älteren Menschen nicht bloß befürchtet, sondern von einigen leider auch immer wieder gespürt, dass sie mit steigendem Alter abnehmenden Respekt und Achtung vom Rest der übrigen Gesellschaft entgegengebracht bekommen.
7 Trotz dieser Furcht zeigt die Tabelle 4 „Einkommensentwicklung der Älteren“ im Anhang, dass die
finanzielle Situation sich vom 1991 bis 1997 kontinuierlich verbessert hat. Auf die finanzielle Situation
der Älteren wird auch im Kapitel 2.2 ‚Kaufkraft der älteren Bevölkerung’ noch mal eingegangen.
4
Arbeit zitieren:
Conny Meyer, 2005, Der demographische Wandel als Herausforderung an sowie als Potential für die Wirtschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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