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Pressekonzentration in Deutschland

Title: Pressekonzentration in Deutschland

Seminar Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Alexander Göbel (Author)

Communications - Print Media, Press
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Summary Excerpt Details

Die Krise im Zeitungsmarkt hält an, und die Rezession im Werbemarkt ist noch nicht überwunden. Allerdings haben die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage in den ersten Monaten dieses Jahres keine weiteren Einbrüche bei den Werbeumsätzen gemeldet und einige Verlage sogar wieder leichte Zugewinne verzeichnen können. Wie lange es aber noch dauert, bis das Anzeigengeschäft wieder deutlich zunehmen wird, ist noch nicht absehbar. Prognosen zufolge werden Tages-, Wochen- und Sonntagszeitungen jedoch noch bis zum Jahr 2007 die stärkste Werbeträgergruppe in Deutschland bleiben.
Trotzdem waren die meisten Verlage seit Beginn der Werbekrise im Jahr 2001 zunächst ausschließlich mit Kostenbegrenzungen beschäftigt, um sich der neuen Situation anzupassen. Etliche Lokalausgaben sind inzwischen eingestellt und immer mehr Verlagsunternehmen schließen sich zusammen, indem Verlage Anteile anderer Verlage kaufen oder sie ganz übernehmen. Die jüngsten Fälle betrafen die Frankfurter Rundschau, die von der SPD-Medienholding Deutsche Druck- und Verlags GmbH zu 90 Prozent übernommen worden ist, die beim Kartellamt angemeldete mehrheitliche Übernahme der Rhein-Zeitung in Koblenz durch den Saarbrücker Zeitungsverlag und damit durch den Holtzbrinck-Konzern sowie den zunächst minoritären Einstieg des Springer-Konzerns beim Westfalen-Blatt in Bielefeld. So hat die Medienkrise die ohnehin schon seit über drei Jahrzehnten anhaltende Konzentration des Pressewesens mithin verschärft.
Im Vergleich zum ersten Quartal 2002 sind die Konzentrationswerte für den Zeitungsmarkt im ersten Quartal 2004 allerdings weitgehend gleich geblieben. Der Marktanteil der fünf größten Verlagsgruppen bei den Abonnementzeitungen liegt mit 28,8 Prozent exakt auf dem gleichen Niveau und beträgt bei den Boulevardzeitungen 95,1 Prozent gegenüber 94,6 Prozent im Jahr 2002. Im Gesamtmarkt ist der Anteil der zehn auflagenstärksten Verlagsgruppen aufgrund von Auflagenverlusten bei Boulevardzeitungen (BILD, Express) sogar erstmals seit vielen Jahren leicht rückläufig und liegt bei 56,1 Prozent (56,3 Prozent im Jahr 2002).
In der folgenden Seminararbeit werden die verschiedenen Formen, Ursachen, Entwicklungen und Auswirkungen der Pressekonzentration seit der Gründung der Bundesrepublik aufgezeigt und die aktuelle Entwicklung im Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt geschildert. Letztlich werde ich auf die derzeitig vom Bundeswirtschaftsminister geplanten Neuregelungen des Kartellrechts für die Presse eingehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Aktuelle Situation im Zeitungsmarkt

2 Phasen der Pressekonzentration

2.1 Entwicklung der Pressekonzentration

2.1.1 Die Pressestatistik

2.2 Presse in der DDR

2.3 Privatisierung der DDR-Presse

3 Formen der Pressekonzentration

3.1 Die Publizistische Konzentration

3.2 Die Verlagskonzentration

3.2.1 Gründe für Konzernbildungen

3.3 Die Auflagenkonzentration

3.4 Die Lokalkonzentration

3.4.1 Folgen der Lokalkonzentration

4 Maßnahmen gegen die Pressekonzentration

4.1 Die „Michel-Kommission“

4.2 Die „Günther-Kommission“

4.3 Pressefusionskontrolle

4.3.1 Novellierung der Presseklausel im Kartellrecht

5 Ausblick

6 Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die verschiedenen Formen sowie die wirtschaftlichen Ursachen der Pressekonzentration in Deutschland seit Gründung der Bundesrepublik. Dabei wird analysiert, wie sich Konzentrationsprozesse auf die Medienvielfalt auswirken und welche politischen Maßnahmen, wie die Fusionskontrolle oder spezifische Kommissionen, zur Sicherung der Meinungsvielfalt ergriffen wurden.

  • Historische Phasen der Pressekonzentration seit 1945
  • Wirtschaftliche Triebkräfte von Konzernbildungen
  • Unterscheidung von publizistischer, Verlags- und Auflagenkonzentration
  • Soziale und mediale Folgen der Lokalkonzentration
  • Politische Gegenmaßnahmen und kartellrechtliche Rahmenbedingungen

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Folgen der Lokalkonzentration

Die Entstehung von Lokalmonopolen brachte große Befürchtungen mit sich. Es wurde darüber Disku tiert, wie groß der Qualitätsunterschied in der journalistischen Berichterstattung ist, zwischen Zeitungen in Alleinanbieter-Positionen und solchen, die Konkurrenz am Ort haben.

Das Institut für Demoskopie in Allensbach unter der Leitung von Elisabeth Noelle -Neumann untersuc h te, ob die Lokalberichterstattung einer Zeitung davon beeinflusst wird, dass sie am Ort eine Monopol stellung besitzt. Es wurden hierbei Leser von Monopolzeitungen und Zeitungsleser in Gebieten mit ört lichem Zeitungswettbewerb befragt und die Ergebnisse einander gegenübergestellt. Man kam zunächst zu dem Ergebnis, dass im subjektiven Urteil der Leser über ihre Zeitung zwischen Monopol- und Wett bewerbssituation keinen nennenswerten Unterschiede festzustellen waren. Dennoch waren die Leser in ihrer allgemeinen Einstellung zur Zeitung im Monopolgebiet weniger mit ihrem Blatt zufrieden. In einer weiteren Studie verglich Noelle -Neumann inhaltsanalytisch eine Stichprobe von Tagesze itungen, die zwischen 1961 und 1971 in ihrem Verbreitungsgebiet eine Monopolstellung erlangt hatten, mit ent sprechenden Stichproben von Wettbewerbszeitungen. Abschließend stellte sie den Monopolzeitungen kein schlechteres Zeugnis aus als den Wettbewerbszeitungen.

Die Ergebnisse dieser Studien waren umstritten, und andere Forscher sind zu abweichenden Ergebnissen gekommen. So stellte sich bei einem anderen, ebenfalls inhaltsanalytischen Vergleich heraus, dass Mo nopolzeitungen gegenüber vergleichbaren Wettbewerbszeitungen einen weniger umfangreichen Loka l teil anboten und weniger meinungsfreudig waren bei der Kommentierung lokalpolitischer Themen. Obwohl die Befunde über die Auswirkungen der Pressekonzentration im Ganzen nicht eindeutig waren, konnten sie aber doch manch überzogene Befürchtungen relativieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung beleuchtet die aktuelle Krise des Zeitungsmarktes und stellt den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Druck und zunehmender Konzentration her.

2 Phasen der Pressekonzentration: Hier wird der Prozess von der „Stunde Null“ nach 1945 über den Wiederaufbau bis zur Privatisierung der DDR-Presse nach der Wiedervereinigung nachgezeichnet.

3 Formen der Pressekonzentration: Dieses Kapitel differenziert zwischen publizistischer Konzentration, Verlagskonzentration, Auflagenkonzentration und dem spezifischen Phänomen der Lokalkonzentration.

4 Maßnahmen gegen die Pressekonzentration: Der Abschnitt erläutert die Rolle historischer Kommissionen und die Entwicklung der gesetzlichen Pressefusionskontrolle sowie aktuelle kartellrechtliche Herausforderungen.

5 Ausblick: Es wird die anhaltende Phase der Neuausrichtung und die Reaktion von Verlagen auf neue Marktchancen und regulative Eingriffe diskutiert.

6 Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur zur Pressekonzentration.

Schlüsselwörter

Pressekonzentration, Zeitungsmarkt, Medienkonzerne, Publizistische Einheit, Lokalkonzentration, Kartellrecht, Pressefreiheit, Fusionskontrolle, Verlagsgruppen, Medienvielfalt, Auflagenkonzentration, Wettbewerb, Michel-Kommission, Günther-Kommission, Medienpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Pressekonzentration in Deutschland seit der Gründung der Bundesrepublik und untersucht deren Ursachen, Formen und die politischen Gegenmaßnahmen.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die wirtschaftliche Entwicklung der Zeitungsverlage, die statistische Erfassung von Konzentrationstendenzen und die Rolle von Medienpolitik und Kartellrecht.

Was ist das Ziel dieser Seminararbeit?

Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Prozesse zu schaffen, die zur Verringerung der Vielfalt am deutschen Zeitungsmarkt führen, sowie den Erfolg regulatorischer Eingriffe zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Statistiken und Berichten, wie etwa denen der Michel- und Günther-Kommission.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Entwicklungsphasen, die definitorische Abgrenzung verschiedener Konzentrationsformen und eine ausführliche Analyse politischer Regulierungsversuche.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?

Begriffe wie Publizistische Einheit, Lokalmonopol, Verlagsfusionen und Pressefreiheit sind maßgeblich für die Untersuchung.

Welche Bedeutung hatte die DDR-Presse für den Konzentrationsprozess?

Die Übernahme der SED-Bezirkszeitungen durch westdeutsche Verlage in den 90er Jahren beschleunigte den Konzentrationsprozess massiv und veränderte die deutsche Zeitungslandschaft nachhaltig.

Was besagt die geplante Novellierung der Presseklausel?

Geplant ist eine Erhöhung der Schwellenwerte für die Fusionskontrolle, um insbesondere mittleren Verlagen das Überleben zu erleichtern und den bürokratischen Aufwand für Kleinverlage zu senken.

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Details

Title
Pressekonzentration in Deutschland
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Course
Grundlagen der Kommunikationswissenschaft
Grade
1,5
Author
Alexander Göbel (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V49208
ISBN (eBook)
9783638457217
Language
German
Tags
Pressekonzentration Deutschland Grundlagen Kommunikationswissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Göbel (Author), 2004, Pressekonzentration in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49208
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