1. Einleitung und Allgemeines
GDSS ( Group Decision Support Systems ) stellen eine notwendige Konsequenz aus den technischen Entwicklungen der letzten Jahre dar. Sie unterstützen dabei als computergestützte Hilfe für Gruppenentscheidungsprozesse eine Dezentralisierung größerer Arbeitsgruppen, bzw. die Einsparung von Arbeitszeit. Meetings in größeren Firmen können wesentlich effektiver gestaltet werden.
Zum besseren Verständnis werde ich in diesem ersten Abschnitt auf die grundlegende Konzeption eines GDSS- Meetings eingehen. Ein solches Meeting stellt eine Mischung aus computergestützter Kommunikation, Face to Face oder auch asynchroner Konferenz und Gruppenentscheidungs - prozessen dar. Obwohl einige Theorien von 3 verschiedenen Level des GDSS ausgehen ist doch das Grundkonzept ein virtueller Meeting- Raum, ähnlich dem Chat- Raum im Internet. Dieser wird von den einzelnen Teilnehmern genutzt um Gedanken und Ideen einzubringen, Vorschläge zu diskutieren, Daten auszutauschen und Entscheidungen zu treffen. Dabei befinden sich die Teilnehmer in einem Zustand der Anonymität und haben somit den Vorteil Ideen ungeachtet der Stellung in der Firma einzubringen. Allerdings bleibt damit auch die Möglichkeit des positiven Feedbacks und der Belohnung des einzelnen aus. Aber darauf werde ich später noch eingehen. Eine einfache GDSS- Einrichtung könnte beispielsweise ein Raum mit 50 Terminal sein. An einer von allen einsehbaren Wand im Raum befindet sich ein großer Bildschirm zur Projektion der gesammelten Ideen. Ein Moderator stellt zu Beginn die zu besprechende Thematik und eventuell einige Grundideen vor. Die angewandte Software ermöglicht es nun jedem Teammitglied seine eigene Meinung und Ideen einzugeben. Die GDSS- Software ordnet und sortiert die eigegangenen Kommentare und projiziert diese auf den großen Bildschirm. Der Moderator indes weist auf Änderungen am Bildschirm hin und hilft dem Grundprogramm eine klare Struktur beizubehalten. Am Ende des Meetings ist es möglich allen Teilnehmern eine Ausdruck sämtlicher geordneter Kommentare und Vorschläge mitzugeben.
Das Bestehen einer Einteilung in 3 Level wurde bereits erwähnt. Dies erlaubt eine differenziertere Betrachtung der GDSS, mit den Maßstäben der Jahre 1980 bis 1990. Sie beruht auf der Forschung von DeSanctis und Galuppe ( 1985, 1987 ) zum Einfluß der GDSS- Technik auf die interpersonale Kommunikation.
Level 1: GDSS bietet verschiedene technischen Möglichkeiten zur Überwindung der Kommunikationsbarriere. So z.B. ein großer, von allen einsehbarer Bildschirm über einem Moderator. Dort werden neue Ideen, Einwände und Vorschläge abgebildet. Dabei handelt jeder anonym und sollte von eventuell vorhandenen Hemmungen befreit sein.
Level 2: Diese Erweiterung von Level 1 bietet weitere Möglichkeiten in der Anwendung. So zum Beispiel erweiterte Software zur Kostenplanung, Wahrscheinlichkeits- rechnungen oder Abstimmung über ein Ergebnis. Während Level 1 ein reines Kommunikationsmedium ist, erlaubt Level 2 ein konkreteres Umreißen des Zieles und differenziertere Planung.
Level 3: In dieser Stufe wird die Kommunikation der Beteiligten durch das GDSS- Programm geregelt und strukturiert. Die Kommunikation zwischen den Mitgliedern kann nicht mehr frei gestaltet werden. Die Grundregeln der sozialen Gruppengespräche werden durch neue, fest programmierte Regeln verändert.
2.Die Interaktion von Mensch und Technik
Aus dem alltäglichen Leben sind uns viele Gruppen bekannt. Aber ob diese durch Freundschaften , Arbeitsbeziehungen, Interessengemeinschaften oder auch schlichten Partygesprächen bestehen beruhen sie doch auf sozialen Kontakten. Dies setzte auch die bisherigen Maßstäbe für die Betrachtungsweise der Interaktion von Gruppen.
Mit der vermehrten Nutzung neuer Technologien die eine neue Form der Kommunikation erlauben bestand ein Bedarf diese älteren Modelle zu erweitern. GDSS ist eine Form der Interaktion, bei der einige Grundregeln des sozialen Umgangs miteinander geändert werden. Nicht nur in Level 3 des Meeting. Schon in Level 1 kommt es zu einer Änderung des Interagierens zwischen den Teilnehmern. So hat der Schüchterne oder neue Mitarbeiter die Möglichkeiten aus der Anonymität heraus seine Vorschläge zu unterbreiten. Dabei bleibt der gesellschaftliche Unterschied in Stellung oder Rangfolge ungeachtet. Auch dürfte es Schwierigkeiten bereiten einen informellen Führer der Gruppe zu ermitteln. Lediglich die zu bearbeitenden Ideen werden objektiv betrachtet und diskutiert. Ebenso verändert sich im GDSS- Meeting die Form der Kommunikation. Sie ist bestimmt vom Umgang der Gruppe mit dieser Technik. Mitteilungen werden aufgrund des Schreibaufwandes und der damit verbundenen Zeit kürzer und präziser beschrieben. Die Notwendigkeit eventuell vorhandene Unklarheiten im voraus zu beseitigen tritt in den Hintergrund.
Damit wird erkenntlich, daß weder das technische Konzept der GDSS noch die damit arbeitenden Gruppen getrennt betrachtet werden können. Die Regeln und Grundstrukturen der sozialen Gruppe werden durch den Umgang mit GDSS verändert. Ebenso ändert sich das Kommunikationsverhalten zwischen den Teammitgliedern bedingt durch den Eingabetypus der genutzten Rechneranlagen.
5 Unterpunkte der GDSS- Technik, welche den Kommunikationsprozeß beeinflussen: 1
( Konsens bedeutet in diesem Fall eine Konsensfindung im Umgang mit GDSS)
Face to Face versus getrennte Räume - getrennte Räume reduzieren die Menge der ausgetauschten Informationen, da sich die Kommunikation auf den GDSS- Raum beschränkt
Abwandlung der GDSS Grundanordnung - Level 1, 2 oder 3
Ausmaß, mit dem sich die GDSS- Struktur auf die Gruppe auswirkt - und damit die Nutzung des GDSS beeinflußt
Arbeit zitieren:
Daniel Pagels, 1997, Group Decision Support Systems, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Chancen und Risiken von On-Demand ERP-Systemen in kleinen und mittelst...
Ansatzpunkte für eine Vermarkt...
Informatik - Wirtschaftsinformatik
Diplomarbeit, 86 Seiten
Mehr politische Partizipation durch das Internet?
Das Demokratisierungspotential...
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Hausarbeit, 19 Seiten
Six Sigma als Methode des Qualitätsmanagements
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Seminararbeit, 37 Seiten
Unternehmensinterne Informationssysteme
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 18 Seiten
Business Intelligence - Hypothesengestützte Entdeckung
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 21 Seiten
Daniel Pagels's Text Group Decision Support Systems ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Daniel Pagels hat den Text Group Decision Support Systems veröffentlicht
Daniel Pagels hat einen neuen Text hochgeladen
Group Decision Support Systems for Effective Decision Making: A Guide ...
Robert J. Thierauf
Decision Support Systems for Risk-Based Management of Contaminated Sit...
Antonio Marcomini, Andrea Critto, Glenn W. , II Suter
Recent Advances in Design and Decision Support Systems in Architecture...
Jos P. Van Leeuwen, Harry J. P. Timmermans, Jos P. Van Leeuwen
Decision Support Systems for Sustainable Development
A Resource Book of Methods and...
Gregory E. Kersten, Zbigniew Mikolajuk, Anthony Gar-On Yeh
Innovations in Design & Decision Support Systems in Architecture and U...
Harry J. P. Timmermans, Jos P. van Leeuwen
0 Kommentare