Inhalt
1. Einleitung 3
1.1. Vorbemerkung 3
1.2. Zur Struktur dieser Arbeit 4
2. Das Burnout-Syndrom 4
2.1. Definitionen 4
2.2. Symptome 7
2.3. Ursachen/Stressoren 8
2.4. Betroffene Berufsgruppen 9
3. Burnout im Lehrerberuf 11
3.1. Vorbemerkungen 11
3.2. Lehrer-Burnout 12
3.3. Forschungen zu den Ursachen des Ausbrennens 13
3.4. Drei Wege aus der Krise 16
3.4.1. Der Ansatz von Rudow 16
3.4.1.1. Allgemeine Maßnahmen 16
3.4.1.1.1 Humanisierung des Lehrerberufs 16
3.4.1.1.2. Gestaltung von Arbeitsaufgaben 16
3.4.1.2. Gestaltung von Arbeitsbedingungen 17
3.4.1.2.1. Die Arbeitszeit 17
3.4.1.2.2. Weitere Arbeitsbedingungen 17
3.4.1.3. Individuelle Maßnahmen 17
3.4.2. Der Ansatz von Schaarschmidt 18
3.4.3. Der Ansatz Lenzen 19
4. Die Perspektive: Das Konzept der Selbstwirksamkeit 21
4.1. Zur Selbstwirksamkeit 21
4.2. Ein Modellversuch 22
1
5. Zusammenfassung 25
6. Schlussbemerkung 26
7. Quellenverzeichnis 28
2
1. Einleitung
1.1. Vorbemerkung
Basis dieser Arbeit ist mein Besuch des Blockseminars „Bildungskontroversen in der Bundesrepublik Deutschland“ im Sommersemester 2004.
Das deutsche Bildungssystem ist krank. Die Ursachen sind strukturelle r Art, die Symptome lassen sich an schlechten Schulleistungen - nicht zuletzt dank PISA aufgedeckt - erkennen.
Während die Schüler für schlechte Noten auf dem Zeugnis sorgen, schneiden die Pädagogen in der gesellschaftlichen Bewertung schlecht ab. Gerhard Schröder, damals noch niedersächsischer Ministerpräsident, sprach mit Volkes Zunge , als er 1997 in einer Diskussionsrunde mit Schülerzeitungsredakteuren sinngemäß sagte: „Wir wissen doch alle , was für faule Säcke eure Lehrer sind.“ In letzter Zeit zeichnet sich - zumindest in der medialen Darstellung - eine Trendwende ab.
Immer häufiger ist von den „Leiden der Lehrer“ zu hören und zu lesen. Fernsehmagazine nehmen sic h verstärkt des Themas „Lehrerkrankheiten“ an - allen voran das so genannte ´Burnout-Syndrom`.
Mit dieser Arbeit verfolge ich das Ziel aufzuschlüsseln, was hinter dem Begriff Burnout-Syndrom steckt. Mich interessiert vor allem die Frage, warum der „faule Sack“ Lehrer ausbrennt und wie den Symptomen des Lehrerleidens Nummer Eins entgegengewirkt werden kann. Ob für Ärzte, Psychologen, Erziehungs- oder Wirtschaftswissenschaftler, Burnout ist heute mehr denn je ein brennendes Thema. Hinzu kommen Tausende von Internetseiten, auf denen sich Interessierte über die Krankheit informieren können. 1
1 Die Eingabe des Begriffs Burnout-Syndrom führte beim Zugriff am 11.10.2004, 8.30 Uhr, bei der Internetsuchma-
schine Google zu insgesamt 37.200 Treffern. Grundlage der Recherche waren die Schreibweisen „Burn Out-
Syndrom“ und „Burnoutsyndrom“
3
1.2. Zur Struktur dieser Arbeit
Im Hauptteil werde ich das Burnout-Syndrom auf Basis ausgewählter Literatur und diverser Internetangebote definieren sowie die gängigen Symptome beschreiben.
Um nicht den Eindruck aufkommen zu lassen, dass es sich beim Burnout-Syndrom ausschließlich um ein reines Lehrerleiden handelt , gehe ich auf weitere betroffene Berufsgruppen ein. Der Berufsgruppe „Lehrer“ habe ich ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem ich die Ursachen analysiere, die zum Ausbrennen unserer Pädagogen führen.
Therapiemöglichkeiten für am Burnout-Syndrom Erkrankte werde ich nur kurz anschneiden, jedoch einen intensiveren Einblick in drei Ansätze verschiedener Wissenschaftler, die auf Basis ihrer Forschungen Strategien gegen das Ausbrennen entwickelt haben. Mit dem Konzept der Selbstwirksamkeit setzt sich in der letzten Zeit verstärkt ein Ansatz durch, der sich am Selbstbewusstsein der Pädagogen orientiert. Diesem Konzept habe ich ebenfalls ein umfangreiches Kapitel gewidmet. Ein zusammenfassender Kommentar rundet die Arbeit ab.
2. Das Burnout-Syndrom
2.1. Definitionen
Der deutschstämmige Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger führte den Begriff „Burnout“ in der Psychologie erstmals 1974 ein. Freudenberger beschrieb damit „den psychischen und physischen Abbau der meist ehrenamtlichen Mitarbeiter ´alternativer` Hilfsorganisationen: ´Free Clinics`, therapeutische Wohngemeinschaften, Frauenhäuser, Kriseninterventionszentren.“ 2 Ausgebranntsein tritt vor allem be i Personen auf, die durch großes persönliches Engagement und hohe Leistungserwartungen an sich selbst auffallen. Sie haben zudem eine starke emotionale Bindung an ihre Arbeit, ein großer Teil ihrer Selbstwertregulation bzw. ihres Selbstbildes wird aus dem Erfolg im Beruf gespeist oder über ihre berufliche Stellung.
2 Burisch, Matthias, 1989, Das Burnout - Syndrom: Theorie der inneren Erschöpfung, Berlin, S. 3.
4
Wenn es nun zu Konflikten oder Enttäuschungen in der Arbeit kommt oder aber die Arbeit nicht mehr hinreichend befriedigt, wenn unrealistische Erwartungen oder eigene Größenvorstellungen enttäuscht werden und diese nicht im Sinne realistischer Zielsetzungen korrigiert werden können, investieren Menschen, die zum Ausbrennen neigen, noch mehr Zeit in die Arbeit und erschöpfen sich - sie brennen aus. 3
Folgende Definitionen treffen nach meiner Auffassung den Kern des Begriffs ausgesprochen gut:
„Burnout ist ein Syndrom der emotionalen Erschöpfung und des Zynismus, das bei Berufstätigen auftreten kann, die eng mit anderen Personen zusammenarbeiten. Diese Personen können als Abhängige bezeichnet werden, bei denen der Berufstätige weitgehend Änderungen herbeiführen soll, die aber nur begrenzt in seinen Möglichkeiten liegen.“ 4
Burnout ist der „...Zustand physischer oder seelischer Erschöpfung, der als Auswirkung lang anhaltender negativer Gefühle entsteht, die sich in Arbeit und Selbstbild des Menschen entwickeln.“ 5
„Burnout ist ein Phänomen, das besonders im Helferberuf „Lehrer“ auftritt. Wesentliche Merkmale sind die Erschöpfung, die sog. ´Depersonalisierung` und die subjektive Leistungsschwäche. Es ist ein mehrdimensionales, komplexes Konzept, in das sich relativ viele Symptome bzw. negative Beanspruchungsfolgen einordnen la ssen.“ 6
Diese - sehr begrenzte - Auswahl an Definitionen verdeutlicht die Ernsthaftigkeit, mit der die Wissenschaft versucht, das Phänomen Burnout einzugrenzen und den Ursachen dieser psychischen Störung auf den Grund zu kommen. Verschiedene definitorische Ansätze sind allerdings auch Ausdruck der Komplexität des beruf-
3 www.hardtwaldklinik2.de/burnout/index.html, Zugriffam 18.09.2004.
4
Barth, Anne - Rose, 1997, Burnout bei Lehrern, Göttingen, S. 28.
5 Emener, 1972, zit. nach Fengler, J., 1991, Helfen macht müde: Zur Analyse und Bewältigung von Burnout und
beruflicher Deformation, München, S.104.
6 Rudow, Bernd,1994, Die Arbeit des Lehrers, Bern, S.153.
5
lichen Ausbrennens , das sich aufgrund der individuellen Verlaufsgeschichte nur schwer in allgemeine Raster einordnen lässt.
2.2. Symptome
Burnout, zusammenfassend als gesundheitsgefährdender Stresszustand bezeichnet, geht einher mit einer nachhaltigen körperlichen, geistigen und emotionalen Erschöpfung. 7 Die Ausprägung bzw. das Auftreten von Burnout-Symptomen ist vom jeweiligen Betroffenen abhängig. Nicht jeder ausgebrannte Arbeitnehmer zeigt zwangsläufig alle der im Folgende n aufgelisteten charakteristischen Merkmale.
Typische Burnout-Symptome sind (Auswahl) 8 :
-schwere Abgeschlagenheit
-Lustlosigkeit
-Zynismus
-erhöhter bis suchtartiger Konsum von Genussmitteln, insbes. Nikotin
-Alkohol, Koffein
-allgemeine Erschöpfung
-Müdigkeit
-Lichtscheue
-Lymphknotenempfindlichkeit
-Magen- und Darmprobleme
-Muskelschwäche
-Vergesslichkeit
-Reiz- und Angstzustände
-Konzentrationsschwäche
-Verwirrtheit
-Depression
7 Aronson, Elliot/ Pines, Ayala M./ Kafry, Ditsa, 1983, Ausgebrannt : Vom Überdruss zur Selbstentfaltung, Wien,
S. 27ff.
8 www.wienerzeitung.at/frameless/links.htm?ID=tm-themaburnout&form; Zugriff am 2.10.2004
6
2.3. Ursachen/Stressoren
Die Ursachen des Burnout sind ebenso individuell wie die Symptome. Alle rdings sollte dabei nicht nur die Annahme zugrunde gelegt werden, dass eine Vielzahl an Stressereignissen das Ausmaß des Stressempfindens beeinflusst. Vielmehr sollte in die Betrachtung einbezogen werden, wie der Einzelne den Alltagsstress erlebt und bewältigt. 9 Folgende Auflistung von charakteristischen Stressoren stellt den Zusammenhang zwischen Stress und Burnout demnach stark verkürzt dar. Ich halte dies jedoch für legitim - bieten die in drei Gruppen unterteilten Stressoren doch einen guten Einblick in die wesentlichen Ursachen des Burnout-Entstehens.
Psychisch-mentale Stressoren 10
-Überforderung durch Leistungsmenge und Arbeitstempo
-Unterforderung, weil die Arbeit nicht der Qualifikation entspricht
-Störende Unterbrechung der Arbeitsabläufe
-Unkonkrete Arbeitsanweisungen und mangelnde Informationen
-Zeitdruck
-Hohe Verantwortung
-Unzureichende Einarbeitung
Soziale Stressoren 11
-Mangelnde Unterstützung und Anerkennung von Arbeitskollegen
-Mobbing
-Isoliertes Arbeiten
-Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes
-Streit in der Familie und Partnerschaft
-Konflikte mit Vorgesetzten
9 Schmitz, Gerdamarie S. ,1999, Zur Struktur und Dynamik der Selbstwirksamkeitserwartung von Leh-
rern. Ein protektiver Faktor gegen Belastung und Burnout? Dissertationsschrift zur Erlangung des Dok-
torgrades der Philosophie am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie der Freien Universi-
tät Berlin, Berlin, S. 66f.
10 www.wienerzeitung.at, a.a.o.
11 ebd.
7
Arbeit zitieren:
Dirk Lausch, 2004, Lehrerleiden Nummer Eins: Das Burnout-Syndrom. Ursachen und Wege aus der Krise, München, GRIN Verlag GmbH
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