Eingangs erhalten wir eine Einführung in das Hauptthema des Textes, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.Des weiteren wird die Forschungsmethode, das sample, das uns vorgestellt wird, näher erläutert. Es folgen aufgeworfene Fragestellungen, die der Text beantworten wird. Die Fragen werden abgearbeitet und es werden uns, zum jeweiligen Unterthema passend, Probandinnen vorgestellt. Den Schluss bilden ein vorsichtig ausgeführtes Fazit und einige Anmerkungen.
Im vorliegenden Text lernen wir 16 ostdeutsche Frauen kennen, die ähnliche Schicksale durchlebt haben. Sie beschreiben ihre Erfahrungen mit dem Vereinbarkeitsmodell Familie-Beruf während und nach der Wende in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodik und Sample
3. Fragestellungen
4. Arbeit zuerst – Erfahrungen ostdeutscher Frauen
4.1 Individualisierungsdruck und Erwerbsleben
4.2 Synchronisierung von Familien- und Berufsarbeit
4.3 Mutterpflichten und Eigenverantwortung
4.4 Die Rolle des männlichen Ernährers
4.5 Früher beneidete ich Mam um ihre Energie. Wie Töchter ihre Mütter sehen
5. Fazit und Anmerkungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit rezensiert und analysiert die Studie von Irene Dölling zu den Erfahrungen junger ostdeutscher Frauen mit dem Vereinbarkeitsmodell von Familie und Beruf nach der Wende. Ziel ist es, die Auswirkungen des wegfallenden sozialpolitischen Rahmens der DDR auf die Lebensentwürfe und die Geschlechterrollen der betroffenen Frauen zu beleuchten und die resultierenden Herausforderungen bei der Planung von Erwerbs- und Familienbiografien zu hinterfragen.
- Wandel des Vereinbarkeitsmodells von Familie und Beruf nach 1990
- Einfluss des Individualisierungsdrucks auf ostdeutsche Frauen
- Die Wiederbelebung des männlichen Ernährermodells
- Der Konflikt zwischen Karriereanforderungen und Kinderwunsch
- Generationelle Unterschiede in der Wahrnehmung der mütterlichen Rolle
Auszug aus dem Buch
„Ganz neue Inhalte werden im Vordergrund stehen: die Arbeit zuerst.“
Die 16 Frauen des Samples sind nach 1990 verstärkt einem Individualisierungsdruck im Erwerbsleben ausgesetzt, aufgrund ihrer hohen schulischen Qualifikationen können sie sich ihm aber relativ gut stellen. Zu diesem Thema werden nun 3 Frauen mit ständigen Berufsneuanfängen vorgestellt, aber bei allen stellt sich heraus, dass ihre bisherigen Bildungswege oder Tätigkeiten keine großen Perspektiven bringen. Nur eine der Probandinnen erfüllt sich den Wunsch des „Traumberufs“.
Zu viele sehen es noch als allein ihre Aufgabe und Verantwortung an, sich ohne Hilfe unter den veränderten Bedingungen zurechtzufinden. Viele scheitern an dieser Hilflosigkeit.
Alle Probandinnen sehen immernoch das DDR-Modell der „Synchronisierung von Familien und Berufsarbeit“ als selbstverständlich an, einige aber wollen es nicht automatisch ausleben und haben ihre Single-Lebensform seit DDR-Zeiten nicht verändert. Damals wurde das Single-Dasein jedoch als Abweichung der Norm angesehen, heute wird diese Lebensweise eher akzeptiert. Die Meinung unter Gleichgesinnten ist- „Männer sind für Frauen meist Karrierebremsen.“ Einige der Frauen sind nicht bereit Kinder ohne finanzielle Absicherungen in die Welt zu setzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Hauptthema der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein und skizziert den Aufbau der Rezension.
2. Methodik und Sample: Hier wird die Auswahl der 16 ostdeutschen Probandinnen beschrieben, die als Grundlage für die Untersuchung dienen.
3. Fragestellungen: Es werden die zentralen Forschungsfragen formuliert, die untersuchen, wie die Frauen den gesellschaftlichen Wandel und das Normativ des männlichen Ernährers wahrnehmen.
4. Arbeit zuerst – Erfahrungen ostdeutscher Frauen: In diesem Hauptteil werden die Einzelschicksale und die Bewältigungsstrategien der Frauen hinsichtlich ihrer beruflichen und familiären Lebensplanung detailliert analysiert.
5. Fazit und Anmerkungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die kritische Entwicklung der Emanzipation vor dem Hintergrund sinkender Geburtenraten und veränderter Rollenbilder.
Schlüsselwörter
Vereinbarkeitsmodell, Ostdeutsche Frauen, DDR-Sozialisation, Erwerbsbiografie, Männlicher Ernährer, Familiengründung, Individualisierungsdruck, Arbeitslosigkeit, Geschlechterrollen, Emanzipation, Reproduktion, Lebensentwurf, Berufstätigkeit, Vereinbarkeit, DDR-Modell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit rezensiert eine soziologische Studie, die untersucht, wie junge ostdeutsche Frauen nach der Wende das traditionelle DDR-Modell der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter veränderten Bedingungen fortsetzen oder anpassen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Auswirkungen der deutschen Einheit auf Frauenbiografien, der Verlust staatlicher Unterstützungssysteme, die Renaissance des männlichen Ernährermodells und die persönliche Lebensplanung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die Analyse, wie ostdeutsche Frauen auf den Wegfall gewohnter Rahmenbedingungen reagieren und ob eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der heutigen Gesellschaft für sie noch realisierbar erscheint.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die zugrunde liegende Studie basiert auf einer qualitativen Analyse von Tagebüchern und anschließenden Nachbefragungen von 16 ostdeutschen Frauen, die zur Wendezeit zwischen 20 und 30 Jahren alt waren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Konfrontation der Frauen mit dem Arbeitsmarkt, dem Druck zur Individualisierung und der kritischen Auseinandersetzung mit der Rolle der Mutter im Vergleich zur eigenen Elterngeneration.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Vereinbarkeitsmodell, Erwerbsbiografie, DDR-Sozialisation, Geschlechterrollen, Familiengründung und der Wandel der Emanzipation nach 1990.
Warum wird das DDR-Modell der „Synchronisierung“ als problematisch angesehen?
Es wird als problematisch wahrgenommen, weil es heute ohne die früher vorhandene staatliche Unterstützung und bei gleichzeitigem Druck zur Unterordnung unter den „männlichen Ernährer“ kaum noch privat zu leisten ist.
Wie bewerten die Probandinnen die Rolle ihrer Mütter?
Die Generation der ca. 35- bis 40-Jährigen bewundert ihre Mütter für deren Stärke, während die jüngeren Frauen (ca. 20-30 Jahre) das Lebenswerk der Mütter als weniger erstrebenswert ansehen und Kritik an der Überlastung sowie der unterwürfigen Position gegenüber den Vätern üben.
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- Syntje Krause (Author), 2005, Rezension zu Dölling, Irene (2000) "Ganz neue Inhalte werden im Vordergrund stehen: die Arbeit zuerst" Erfahrungen junger ostdeutscher Frauen mit dem Vereinbarkeitsmodell (1990- 1997), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49290