I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Ökonomische Einordnung des Faktors Bildung 2
2.1. Bildungsangebot und Bildungs nachfrage 2
2.2. Bildungsausgaben und Wirtschaftswachstum 3
2.3. Marktversagen im Bildungsbereich 4
3. Status Quo im deutschen Bildungssystem 6
3.1. Das deutsche Bildungssystem im Vergleich 6
3.2. Stärken und Schwächen des deutschen Bildungssystems 8
3.3. Leistungserhebungen und deren Aussagefähigkeit 12
4. Reformvorschläge 13
4.1. Ansätze zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit 13
im Schulbereich
4.2. Mehr Autonomie im Schulbereich 15
5. Zusammenfassung und Ausblick 16
Literaturverzeichnis 17
II
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Bildungsniveau und Pro-Kopf-Einkommen
Abb 2 Grundstruktur des deutschen Bildungssystems
III
Abkürzungsverzeichnis
bzw. beziehungsweise ggf. gegebenenfalls o.ä. oder ähnliches OECD Organization for Economic Co-Operation and Development vgl. vergleiche vH von Hundert z.B. zum Beispiel
1
1. EINLEITUNG
Das Unwort des Jahres 2004 lautet Humankapital. Auch wenn dieser Begriff den Menschen auf eine materielle Ebene reduziert, sollte die Bedeutung für ein Land wie Deutschland nicht unterschätzt werden. Humankapital ist die einzige nennenswerte Ressource, die Deutschland vorweisen kann, um im internationalen Vergleich eine bedeutende Rolle einzunehmen. Eine Reihe von internationalen Leistungserhebungen hat in den letzten Jahren zunehmend für eine Diskussion über die Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungssystems gesorgt. Die Ergebnisse Deutschlands sind dabei bestenfalls auf durchschnittlichem Niveau anzusiedeln und somit für ein Land mit einer hohen wirtschaftlichen und politischen Bedeutung bei weitem nicht ausreichend. Die häufig verbreitete Meinung über das vorbildliche und weltweit bewunderte deutsche Bildungssystem ist mehr und mehr verstummt.
Aus ökonomischer Sicht ist diese Entwicklung alarmierend. Gerade in Ze iten wachsender internationaler Konkurrenz und der absehbaren demographischen Entwicklung sind Menschen mit einer guten Ausbildung unverzichtbar, um den Wohlstand unserer Gesellschaft zu sichern. Selbstverständlich kann eine Analyse nicht ausschließlich aus ökonomischer Perspektive geführt werden, sie ist aber in Bezug auf die hohen öffentlichen und privaten Aufwendungen im Bildungsbereich durchaus geboten. 1 So macht
es aus diesem Blickwinkel Sinn, vor allem die Struktur des Systems und die Verteilung der eingesetzten Mittel näher zu betrachten. Ziel dieser Arbeit soll es sein, zu klären, ob die staatliche Bereitstellung von Bildung zu zufrieden stellenden Ergebnissen führt, oder ob in gewissen Bereichen mehr Wettbewerb und Autonomie zu besseren Ergebnissen führen kann. Der Fokus der Untersuchung liegt dabei auf dem Schulbereich. Ausgehend von einer Einordnung des Faktors Bildung in die ökonomische Betrachtung im zweiten Kapitel, soll im weiteren Verlauf die aktuelle Situation des deutschen Bildungssystems untersucht werden. In Abschnitt vier werden R e-formvorschläge und mögliche Entwicklungen diskutiert. Eine Zusammenfassung und ein Fazit schließen die Arbeit ab.
1 Vgl. Gutachten Sachverständigenrat (2004/2005), S. 430.
2
2. ÖKONOMISCHE EINORDNUNG DES FAKTORS BILDUNG
2.1. Bildungsangebot und Bildungsnachfrage
Um die Legitimität der staatlichen Bereitstellung des Faktors Bildung zu analysieren, ist es notwendig die Determinanten der Angebots- und Nachfrageseite in die Betrachtung einzubeziehen.
Das Bildungsangebot umfasst alle Möglichkeiten der Allgemeinbildung und der beruflichen Aus- und Weiterbildung, die das Bildungssystem vorsieht.² Dem Staat fällt dabei eine Monopolstellung zu, die ihn berechtigt, die angebotene Menge unter Berücksichtigung der zugewiesenen Finanzmittel festzulegen. Staatliche Meritorisierung, z.B. in Form von Schulpflicht, schränkt die Wahlfreiheit der Nachfrageseite in weiten Teilen ein. Die Nachfrage nach staatlich organisierter Bildung ist sehr individuell und setzt eine differenzierte Untersuchung voraus. Betrachtet man Bildung als ein Konsumgut, kann ein Zusammenhang zur mikroökonomischen Budgetrestriktion aufgestellt werden. Die Nachfrage nach Bildung ist demnach abhängig von den Kosten der Ausbildung (direkte Kosten wie Schulmaterialien oder indirekte Kosten in Form von Opportunitätskosten) und dem zur Verfügung stehenden Einkommen der Haushalte.³
Soziale Aspekte wie das Bildungsniveau der Eltern und das schulische Umfeld sind zusätzliche Determinanten der Bildungsnachfrage. Die Eltern treten in den ersten Bildungsjahren als Fürsorgepflichtige an die Stelle der Nachfrager und sorgen in dieser Funktion für wichtige Entwicklungen bei den Schülern. Diese Grundlagen sind entscheidend für spätere individuelle Anreize auf der Nachfragerseite. Eine gute Ausbildung steht in einem logischen Zusammenhang mit einem erwarteten höheren Einkommen und einem geringeren Risiko, einen unattraktiven bzw. keinen Arbeitsplatz zu finden. Bildung kann man in diesem Fall als Investitionsgut bezeichnen. Neben den genannten Aspekten kann man davon ausgehen, dass auch die gesamtwirtschaftliche Situation einen Einfluss auf das Bildungsangebot und die -nachfrage hat. Schlechte Aussichten am Arbeitsmarkt führen zu einer Verlängerung der Schulzeit an allgemeinbildenden Schulen und sorgen für eine Ausweitung von staatlichen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. 2 Vgl. Helmes (1996), S. 50.
3 Vgl. Helmes (1996), S. 43.
Arbeit zitieren:
Tim Merklein, 2005, Probleme des Bildungssystems in Deutschland aus ökonomischer Sicht, München, GRIN Verlag GmbH
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