Die Götterwelt in der Antike - der Werdegang der ägyptischen Götter bis in die römische Zeit, dargestellt am Isis-Osiris-Kult
von Katharina Einwag
Inhalt:
1. Mysterienkulte der Antike
2. Der Isis und Osiris - Kult in Ägypten
2.1 Die Grundstruktur der ägyptischen Götterwelt
2.2 Osiris
2.3 Isis
2.4 Der Osiris-Mythos
2.5 Die Bedeutung des Isis und Osiris -Kultes für den Ägypter
3. Der Isis und Osiris - Kult im römischen Reich
3.1 Die Grundstruktur der römischen Götterwelt
3.2 Der Weg des Kultes nach Rom
3.3 Annahme und Praxis des Kultes im römischen Reich
3.4 Anfänge, Blütezeit und Niedergang des Kultes
4. Isis und Osiris in der Gegenwart
Abbildungsverzeichnis
Literaturverzeichnis
1. Mysterienkulte der Antike
Mysterien (Wortstämme: mysterion: geheime Feier; mystikos: geheimnisvoll; mystes: der Eingeweihte), d.h. geheime, nur Eingeweihten zugängliche Praktiken (Feiern, Magien, Rituale) faszinieren die Menschen seit jeher. Sie haben etwas "Überirdisches", "Übermenschliches" an sich - leicht ist die Verbindung zum "Göttlichen" bzw. eine Annäherung an das "Göttliche" hergestellt.
So ist es kein Wunder, daß die Verehrung von Gottheiten zu allen Zeiten und in allen Kulturen mehr oder weniger intensiv mit derartigen Gebräuchen verbunden ist ; in den
sogenannten Mysterienkulten sind sie zentraler Bestandteil des "Gottesdienstes"
Neben dem Geheimnisvollen zeichnen sich Mysterienkulte aus durch eine zentrale Kultgottheit sowie eine reiche rituelle Praxis in entsprechend ausgestatteten Kultstätten, die von Priesterschaften und Kultanhängern unterschiedlichster sozialer Gruppen und Schichten (Sklaven, Händler, Soldaten, Frauen...) ausgeübt wird.
Mysterienkulte besitzen ein religiöses und soziales Profil. Sie sind keine geschlossenen Systeme - ganz im Gegenteil : eines der wichtigsten Merkmale (und damit auch Unterschied zu Religionen) der Mysterienkulte ist der Synkretismus, die Vermischung mit benachbarten Gottheiten und die Integration anderer Glaubensvorstellungen und Religionspraktiken.
Mysterienkulte stellen ihren Anhängern individuelle Erlösung in Aussicht, ein Versprechen, das die traditionellen antiken Religionen nicht kannten. Darin liegt ihre besondere Anziehungskraft.
Ausgangspunkt der Mysterienkulte ist ein Mythos (griechisch : Wort, Rede), d.h. eine bildhafte Erzählung, wie sie zu allen Zeiten in allen Völkern verbreitet wird .
( Trotz unterschiedlichster Variationen im Detail haben alle Mythen ähnliche Intentionen. Ihre Aufgabe ist es, aufzuklären: über die Welt mit ihrem Ursprung und Wesen, über die Stellung des Menschen in dieser Welt, über die Entstehung seiner existentiellen Rahmenbedingungen , d.h. der Sitten, Kulte, Standesunterschiede usw. und seiner Geschichte.)
Die zentralen Gottheiten in diesen Mythen haben zunächst (erste Phase der Entwicklung) lediglich lokale Ausstrahlung (z.B. Isis und Osiris mit ihrer Affinität zum lebens-spendenden Nilwasser; Kybele und Attis als Gebirgs-, Wald- und Baumgottheiten in Phrygien, Demeter als Getreidegottheit in Attika), d.h., sie werden nur von den Einheimischen verehrt.
Entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung zum überregionalen Mysterienkult ist ein "Export" dieser lokalen Gottheiten, ein "Heimischwerden" in fremder Umgebung (zweite Phase). Ausgehend von Alexander dem Großen erfolgt in der Zeit des Hellenismus eine Umformung der orientalischen Mythen in auch außerhalb der Ursprungsregion akzeptable Kult- Varianten.
Bedingt durch die äußeren Rahmenbedingungen (Urbanität, Mobilität, Kommunikation einerseits; religiöse bzw. philosophische Strömungen andererseits) erlebten die Mysterienkulte in der römischen Kaiserzeit ihre Blüte(dritte Phase). Verbote und Vorbehalte von staatlicher Seite weichen allmählich der Duldung und einer aktiven Förderung.
Der Niedergang (vierte Phase) der Mysterienkulte verläuft parallel zum Erstarken des Christentums (Hegel: " Das Christentum hat die Mysterienkulte "aufgehoben", siehe Kloft, 1999, S.12). Die Geschwindigkeit dieser Entwicklung wird entscheidend beeinflußt durch die Erhebung des Christentums zur Staatsreligion durch Theodosius den Großen im Jahre 380 nach Christus.
Einer der bekanntesten Mythen der Antike ist die Erzählung von Isis und Osiris . Sie ist Ausgangspunkt des Isis und Osiris- Kultes, der - ausgehend vom Alten Ägypten flächendeckende Verbreitung im Römischen Reich erlangte und dort bis ins Jahr 400 n.Chr. praktiziert wurde. Sein Auf- und Niedergang ist Gegenstand der folgenden Ausführungen.
2. Der Isis- und Osiris- Kult in Ägypten
2.1 Die Grundstruktur der ägyptischen Götterwelt
Die Welt der Götter und Göttinnen im alten Ägypten ist sehr kompliziert .
Neben zahlreichen kleinen lokalen (Orts-) Gottheiten stehen die im ganzen Land verehrten kosmischen Götter und Göttinnen, aber auch Gottheiten mit ganz bestimmten Funktionen, wie z.B. die göttlichen Beschützer der Toten.
[...]
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Katharina Einwag, 2002, Die Götterwelt in der Antike - der Werdegang der ägyptischen Götter bis in die römische Zeit, dargestellt am Isis-Osiris-Kult, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Ein Überblick über Namen, Bild...
Heinz-Günther Nesselrath, Fabio Berdozzo
Susanne Moritz
Isis-Osiris-Kult.
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on Thursday, June 03, 2004-