Inhalt
1 Einleitung 3
2 Zentrale Terminologie 3
2.1 Konflikt. 3
2.2 Lebensstil. 4
2.3 Aneignung des städtischen Raums 4
3 Konfliktfeld Stadt 5
4 Das Beispiel der Moscheen. 5
4.1 Allgemeine Diskussion. 5
4.2 Die Funktionen der Moschee. 6
4.3 Moscheen und ihre vielfältigen Ausprägungen. 7
4.4 Moscheebau als Konfliktherd 7
5 Zusammenfassung 9
Literatur. 10
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1 Einleitung
Die Ballung von Menschen verschiedenster geographischer Herkunft, sozialer Angehörigkeit, kultureller Werte und individueller Eigenheiten im städtischen Raum gilt als Ausdruck einer modernen Gesellschaft. Jedoch wird dies oft auch als Ursache für mö gliche Konflikte bei städtischen Prozessen wie der Segregation oder Fremdenintegration angesehen.
Im Mittelpunkt dieser Hausarbeit steht deshalb die Frage, inwieweit sich Konflikte auf-grund unterschiedlicher Lebensstile bezüglich der Aneignung und Nutzung des städtischen Raums ergeben. Es erfolgt dabei zunächst eine Erläuterung und Einordnung wichtiger Kernbegriffe. Darauf basierend wird ein urbanes Beispiel aufgegriffen, welches den Untersuchungsgegenstand näher beleuchten soll.
2 Zentrale Terminologie
Um ein Verständnis für die in der vorliegenden Arbeit beschriebenen Prozesse zu entwickeln, ist es zunächst erforderlich, die wichtigsten Begriffe der Thematik näher zu erläutern.
2.1 Konflikt
Laut WISWEDE (1991:44) ist ein Konflikt eine „Interessendivergenz zwischen Personen, Gruppen oder Quasi- Gruppen (häufig auch Verbände)“. SCHMITT (2003:34) zeichnet Konflikt als „triadisches Konstrukt von widersprechenden Zielen, Konflikthandlungen und den spezifischen Einstellungen, Wahrnehmungen und Perzeptionen der Konfliktparteien“ auf.
WISWEDE (1991:280) unterscheidet in verhaltensinduzierte und strukturinduzierte Konflikte. Verhaltensinduzierte Konflikte basieren auf der Persönlichkeitsstruktur des jeweiligen Individuums. Dagegen werden strukturinduzierte Konflikte durch den Charakter der umgebenen Sozialstruktur bestimmt.
Die möglichen Auswirkungen von Konflikten für soziale Systeme sind vielfältig. Das Spektrum reicht von Desintegration, Eskalierung, Gefährdung der bestehenden Ordnung bis hin zur Stärkung des Wettbewerbs oder der Beseit igung verkrusteter Strukturen innerhalb der Gesellschaft (WISWEDE 1991:281).
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2.2 Lebensstil
Laut KORTE & SCHÄFERS (2002:223) werden „typische Regelmäßigkeiten in der Gestaltung des Alltags“ als Lebensstil bezeichnet.
Das Konzept des Lebensstils fand in den 1970er Jahren Einzug in die Sozial- und Raumwissenschaften. Die traditionellen Sozialstrukturmodelle der Klassen und Schichten wurden damals als zunehmend ungenügend f ür die Erfassung gesellschaftlicher Strukturen eingestuft. Die Einteilungen der Klassen- und Schichtentheorien basieren weitestgehend auf beruflichen Faktoren wie Stellung im Produktionsprozess, Schulabschluss oder Einkommen (HELBRECHT & POHL 1995:225). Im Zuge des von BECK (1986) entwickelten Konzepts der Individualisierung wird eine Verringerung der Schichtbindung und ein gleichzeitiges Wachstum der persönlichen Freiräume von Ind ividuen postuliert. Begründet wird diese Pluralisierung mit dem Anstieg des allgemeinen Wohlstand sniveaus in der Nachkriegszeit (HELBRECHT & POHL 1995:226). In diesem Kontext betonen DANGSCHAT (1994:431) und KLEE (2003:65), dass die vertikalen Ungleichheiten wie Beruf oder Einkommen weiterhin von Relevanz sind, jedoch durch die horizontalen Differenzen (z.B. Konsumstil, Freizeitverhalten) ergänzt und überlagert werden.
Der Begriff des Lebensstils wurde insbesondere durch die Arbeiten des französischen Soziologen BOURDIEU geprägt. Dieser verknüpfte den „Raum der sozialen Positionen“ mit dem „Raum der Lebensstile“ (WISWEDE 1991:316). Laut KLEE (2001:30f.) bestimmen ökonomisches, soziales und kulturelles Kapital die Verortung des Individuums im „Raum der sozialen Positionen“. Der „Raum der Lebensstile“ umfasst die „lebensweltlichen Praktiken, symbolische Ausdrucksformen und Geschmacksausprägungen“ (KLEE 2001:33). Als Bindeglied zwischen diesen beiden Räumen dient der Habitus, welcher von KLEE (2001:32) als „Wahrnehmungs-, Bewertungs- und Handlungsschema“ ident ifiziert wird. Das Resultat dieses Prozesses sind spezifische Lebensstile, die durch das vorhandene ökonomische Kapital zwar beeinflusst, aber nicht determiniert werden (KORTE & SCHÄFERS 2002:200).
2.3 Aneignung des städtischen Raums
Der Begriff der Aneignung ist nach HERLYN (1990:12) definiert als „aktiven und selbstbestimmten Umgang mit räumlichen Gegenständen“ und kann in seiner gesellschaftlichen Dimension als Kommunikationsprozess aufgefasst werden.
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Arbeit zitieren:
Stefan Witzmann, 2005, Konflikte der Aneignung des Raums, München, GRIN Verlag GmbH
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