1. Vorstellung der Schule
Der vorliegende Bericht liefert einen Überblick über die schulpraktischen Studien. Er besteht aus der Vorstellung der Schule, d es Faches und der Darstellung eines eigenen Unterrichtsversuches im Anfangsunterricht Russisch der Klasse 9.
Am 14.09.2004 nahm ich das fachdidaktische Praktikum für das Fach Russisch am Gymnasium E. (im Folgenden auch durch GE abgekürzt) auf. Das GE ist ein fünfzügiges Gymnasium für Jungen und Mädchen und befindet sich im E.er Südosten. Die hohe Bevölkerungsentwicklung in diesem Stadtgebiet machten 1973 die Errichtung eines weiteren Gymnasiums neben dem bereits bestehenden Gymnasium notwendig. Zehn Jahre nach seiner Gründung ist das GE mit 1200 Schülern das zweitgrößte städtische E.er Gymnasium. Zu Beginn des Schuljahres 2004/2005 werden ca. 900 Schüler von 60 Lehrern und 6 Referendaren unterrichtet. Das Gymnasium liegt im Einzugsbereich der Stadtteile S., K., U. und B. und ist aus diesen problemlos mit dem Bus zu erreichen. Das GE steht in intensiven Kontakten zu den Grundschulen der jeweiligen Stadtteile und hat sich dadurch den Ruf einer lebendigen und offenen Schule erworben.
Ursprünglich sollte ich mein Praktikum an der H.-Schule in B. absolvieren. Da das Fach Russisch dort jedoch nicht mehr angeboten wurde, vermittelte mich der Praktikumsbetreuer der Universität umgehend an das oben genannte Gymnasium.
In der ersten Woche war ich am GE die einzige Praktikantin; in der zweiten Woche erhöhte sich die Zahl um fünf weitere Praktikanten von der Uni E.. Nach Begrüßung durch Ausbildungskoordinator, der für die Betreuung der Referendare und Praktikanten zuständig ist, überwiesen. Er zeigte mir die Räumlichkeiten der Schule und machte mich mit der Erstellung eines geeigneten Stundenplans vertraut. Ich bekam Büros zu sehen, in denen überwiegend administrative Angelegenheiten der Schule wie Stundenplan- und Oberstufenkoordination, Schülerberatungen, Sitzungen etc. erledigt werden. Dies brachte mir auch einen guten Einblick in wichtige schulinterne Abläufe außerhalb der Klasse und des Lehrerzimmers.
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Abschließend möchte ich unabhängig von meinen Erfahrungen im Russischunterricht erwähnen, was mir am GE besonders gut gefallen hat. Der Schulleiter und der Ausbildungskoordinator haben mich sehr freundlich empfangen und mit allen Gepflogenheiten ihrer Schule vertraut gemacht. Der Schulleiter hat mich vor der ersten großen Pause bereits „vorgewarnt“, dass er mich im Lehrerzimmer vor dem Kollegium „ausrufen“ wolle. Im ersten Moment wurde mir dabei etwas mulmig. Als ich die öffentliche Vorstellung meiner Person überstanden hatte, war ich sogar dankbar dafür: Denn so ließen sich auch leichter Kontakte oder Gespräche zu Nicht-Fachlehrern herstellen. Des Weiteren ist mir die Aufteilung und Gestaltung des Lehrerzimmers positiv in Erinnerung geblieben. Das Lehrerzimmer ist ein sehr großer Raum, der durch eine faltbare Trennwand zweigeteilt ist. Die eine Hälfte dient der Unterbringung von persönlichen Gegenständen (Taschen, Arbeitsmaterial, Garderobe usw.), dem Gespräch und der Entspannung. Dazu stehen in diesem Raum mehrere Couchgarnituren, die als großflächige Sitzecken eingerichtet wurden, zur Verfügung. Die andere Hälfte ist mit Büromobiliar ausgestattet und dient vornehmlich der Unterrichtsvorbereitung und Konferenzen.
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2. Der Russischunterricht am Gymnasium E.
Am GE wird das Fach Russisch von zwei Lehrern unterrichtet. Beide nahmen mich gleich an meinem ersten Tag bereitwillig in ihren Unterricht auf. Ich hatte die Möglichkeit, den Russischunterricht in allen Jahrgängen beginnend mit Klasse 9 bis Jahrgangsstufe 13 zu verfolgen. Insgesamt werden am GE 17 Stunden Russisch unterrichtet. Das Fach Russisch kann im Wahlpflichtbereich der Jahrgangsstufe 9 als dritte Fremdsprache belegt und in der Oberstufe als abiturrelevantes Fach im Grundkurs weitergeführt werden. Der Unterricht findet gleichzeitig mit Einheimischen und Muttersprachlern statt. (Die Lehrer legen großen Wert auf die korrekte Verwendung der beiden Begriffe Einheimische und Muttersprachler bzw. vermeiden die Begriffe Deutsche und Russen, da viele der russischen Muttersprachler längst die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben.) Die Gruppe der Muttersprachler setzt sich sowohl aus Schülern des Baltikums, der Ukraine, Weißrusslands und der Russischen Föderation zusammen, was den Unterricht in einer gemeinsamen „Standardsprache“ sowohl für die Schüler als für den Lehrer oftmals erschwert. Das im Baltikum gesprochene Russisch enthält neben vielen dialektalen Färbungen eigenständige grammatische Strukturen, die in der russischen Literatursprache nicht existieren. Wie ich beobachten konnte, fällt es den älteren Schülern, die noch das Schulsystem unter dem Einfluss der Sowjetmacht bzw. ihren Ausläufern genossen haben, besonders schwer, Fehler oder Mängel in der Muttersprache zu akzeptieren.
Um alle Schüler gleichmäßig in den Unterricht einzubeziehen, wird der Stoff (insbesondere Kurzgeschichten und Grammatikkapitel) gelegentlich von Muttersprachlern vorbereitet, die darüber eine gesamte Unterrichtsstunde gestalten sollen. Somit werden diese Schüler nicht unterfordert und ihre Mitschüler profitieren möglicherweise dadurch, indem sie die Inhalte von einer unvoreingenommenen, nicht beurteilenden Person vermittelt bekommen. Grundsätzlich findet in den Kursen, wenn das Verhältnis Einheimische-Muttersprachler es zulässt, Team- Learning statt. Jeweils ein Einheimischer bekommt bei schriftlichen wie auch mündlichen Aufgaben Unterstützung durch einen Muttersprachler. Dies bewirkt einerseits, dass der einheimische Schüler sich gegenüber dem Muttersprachler nicht unterlegen fühlt, und gibt
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Daniela Weingartz, 2004, Schulpraktische Studien II am Gymnasium - Die Gestaltung einer Unterrichtsstunde im Fach Russisch in der 9. Klasse, Munich, GRIN Publishing GmbH
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