Definition
Beweglichkeit setzt sich aus der Dehnfähigkeit (von Muskeln, Bändern, Sehnen und Gelenkkapseln) und der Gelenkigkeit (anatomische Bedingungen knöcherner Verbindungen) zusammen (vgl. THIENES, 2001, 6).
1. Allgemeine Anatomie des Bewegungsapparates
1.1 Das Gelenk
Über 200 Knochen sind gelenkig miteinander verbunden. Das Gelenk ist die Verbindung zwischen knorpeligen und/oder knöchernen Skelettelementen. „Sie ermöglichen Bewegungen der einzelnen Abschnitte des Rumpfes und der Extremitäten und übertragen Kräfte“ (FALLER, 1999, 117).
Als Gelenkbeweglichkeit bezeichnet man die Fähigkeit der Gelenke (Gelenksys teme), Bewegungen gemäß ihren funktionalen Möglichkeiten optimal auszuführen (vgl. KNEBEL, 1985 in MÜHLFRIEDEL, 1994, 138).
Die „Führung“ des Gelenkes bestimmt das Ausmaß der Bewegungsmöglichkeit, so wird unterschieden in Knochen-, Band- und Muskelführung (vgl. de M A-RÉES/MEESTER 1991, 11).
Unterschieden werden:
unechte Gelenke (Synarthrosen) - hier liegt zwischen den Skelettanteilen ein Füllgewebe aus Knorpel- oder Bindegewebe z. B. die Verbindung der Wirbelkörper durch die faserknorpelige Zwischenwirbelscheibe.
echte Gelenke (Diarthtrosen) - hier sind die Knochen durch einen Gelenkspalt vo n-einander getrennt. Die Gelenkflächen und die Gelenkhöhle sind von hyalinem Kno rpel bedeckt (vgl. FALLER, 1999, 117f.).
1.1.1 Aufbau eines (echten) Gelenkes
Bestandteile eines Gelenkes:
Gelenkkopf - Gelenkpfanne - Gelenkkapsel - Gelenkinnenhaut (an der Gelenkkapsel) - Gelenkspalt - Gelenkknorpel - Gelenkflüssigkeit (=Synovialflüssigkeit) - Bänder (vgl. DE MARÉES/MEESTER, 1991, 8).
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1.1.2 Die wichtigsten Gelenktypen
Unterschieden nach Gestalt und Form der Gelenkfläche n werden folgende Gelenk-formen eingeteilt:
Gelenkformen. Die Pfeile bezeichnen die Richtung, in der die Skelettelemente um die jeweilige Achse bewegt werden können (vgl. FALLER, 1999, 121).
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Scharniergelenke:
Ein walzenförmiger Gelenkkörper greift in die rinnenförmige Ver-
tiefung eines hohl zylinderförmigen Skelettelements. Dadurch haben Scharniergele nke nur eine Bewegungsachse mit zwei Hauptbewegungen (Bsp.: Ellbogengelenk). Rad- oder Zapfengelenke: Ähnlich dem Scharniergelenk steht ein walzenförmiges
Skelettelement mit dem entsprechenden Teil eines Hohlzylinders und einem ringfö rmigen Band gelenkig in Verbindung. Möglich sind Drehbewegungen um eine Achse mit zwei Hauptbewegungen (Bsp.: Gelenk zwischen Elle und Speiche und dem Ringband).
Kugelgelenk: Sie bestehen aus einem kugelförmigen Gelenkkopf und einer entsprechenden Gelenkpfanne. Durch die drei senkrecht zueinander stehenden Hauptachsen sind sechs Hauptbewegungen möglich (Bsp.: Hüft- und Schultergelenk). Eigelenke: Sie bestehen aus einem ellipsenförmigen Gelenkkörper mit einer konvexen und konkaven Gelenkfläche. Es können vier Hauptbewegungen ausgeführt we rden, da zwei Hauptachsen senkrecht aufeinander stehen (Bsp.: proximales Handwurzelgelenk ).
Sattelgelenke: Zwei konkav gekrümmte Gelenkflächen mit zwei Hauptbewegungsachsen stehen senkrecht zueinander und ermöglichen vier Hauptbewegungen (z. B. Daumensattelgelenk).
Plane Gelenke: Die ebenen Gelenkflächen ermöglichen Verschiebebewegungen (Translationsbewegungen), z. B. kleine Wirbelgelenke. (vgl. FALLER, 1999, 120 ff.)
De Marées und Meester nennen das Kugel-, das Scharnier-, das Zapfen- und das Sattelgelenk als die vier wichtigsten Gelenkarten (vgl. DE MARÉES/MEESTER, 1991, 11). Beachte! Das Ellenbogen- und das Kniegelenk sind keine reinen Scha rniergelenke, da auch eine Drehbewegung möglich ist. Aus diesem Grund werden sie als Drehscharniergelenk bezeichnet (vgl. DE MARÉES/MEESTER, 1991, 13).
1.2 Degenerative Gelenkerkrankungen (Arthrosen)
Bei einer Arthrose verliert der Gelenkknorpel seine Elastizität, es kommt zu einem Knorpelverschleiß, wobei sich der Knorpel stellenweise bis auf den Knochen abschleift. In Folge kommt es zu einer Verformung der Gelenkbestandteile. Ursachen können sein: Knochenbrüche mit Gelenkbeteiligung, unfallbedingte Knorpelschäden, angeborene Gelenkfehlstellungen, Knorpelschäden im Wachstumsalter, Gelenkent-
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Arbeit zitieren:
Petra Binder, 2005, Beweglichkeit und Bewegungsapparat - ein kurzer Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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Beweglichkeit und Bewegungsapparat - ein kurzer Überblick.
Die wichtigsten Grundlagen zur Beweglichkeit und dem menschlichen Bewegungsapparat im Allgemeinen werden kurz und prägnant aufgezählt. Die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen werden in einem gesonderten Kapitel berücksichtigt.
Dieses Skript bietet eine ideale Übersicht zur Vorbereitung auf Vorträge oder Prüfungsgespräche und verweist gezielt auf weiterführende Literatur.
am Thursday, April 10, 2008-