Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Begriff Individualisierung 3
3. Gruppenbegriff 4
4. Individualisierung in der Familie 5
5. Schule und Individualisierung 6
6. Peer Group - Gruppe der Gleichaltrigen
6.1. Begriff 9
6.2. Funktionen und Beitrag zur Individualisierung 9
6.3. Chancen und Risiken des
Individualisierungsprozesses 11
7. Aufgabe soz Arbeit Gruppenarbeit 12
8. Schluss 13
9. Literaturverzeichnis 14
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1. Einleitung
Jedes Individuum lebt von Geburt an in Gruppen. Wird ein Mensch geboren, wächst er in einer Familie auf und durchläuft in dieser mehrere Entwicklungsstufen. In der Nachbarschaft, in Spielgruppen oder im Kindergarten kann ein Kind dann mit anderen Kindern in Kontakt kommen. Spätestens beim Eintritt in das Bildungssystem lernt ein Kind den Umgang mit anderen in einer Gruppe. In der Jugendphase ist die Gruppe der Gleichaltrigen von sehr großer Bedeutung für ein Individuum. Aber auch im Erwachsenenalter kann man noch bestimmte Gruppen vorfinden, zu denen zum Beispiel bestimmte Vereine oder Sportgruppen zählen können.
Der LPB brachte 1998 eine Zeitschrift mit dem Titel „Kein Ich ohne Wir“ heraus. Diese Zeitschrift ist zur Einführung in das Fach Gemeinschaftskunde gedacht und behandelt die wichtigsten Sozialisationsinstanzen: Familie, Schule und die Gruppe der Gleichaltrigen. Da alle Gruppen bestimmte Funktionen besitzen, die dem Menschen in seiner Persönlichkeitsfindung helfen sollen, möchte ich ebenfalls in der vorliegenden Arbeit auf diese drei Gruppen eingehen und sie dahingehend untersuchen wie sie sich auf die Individualisierung eines Menschen auswirken.
2. Begriff Individualisierung
Als e rstes ist zu klären was der Begriff Individualisierung eigentlich zu bedeuten hat. „Individualisierung meint zum einen die Auflösung vorgegebener sozialer Lebensformen“ und „in der modernen Gesellschaft kommen auf den Einzelnen neue konstitutionelle Anforderungen, Kontrolle und Zwänge zu“ (Beck 1994, S. 11,12). Dass heißt also, dass ein Individuum in seiner Entwicklung einen Punkt erreichen muss, an dem es beginnt unabhängig von Anderen zu leben, zu denken und zu handeln. Dieser Prozess wird durch verschiedene Instanzen unterstützt, um ein Gelingen zu garantieren. Heitmeyer und Olk schreiben in Individualisierung von Jugend, dass der Begriff Individuum einen Menschen beschreibt, der autonom und ein sich selbst regierendes Wesen ist und somit jeder Mensch von jedem anderen Menschen verschieden ist (Heitmeyer/Olk 1990, S. 35).
Individualisierung schließt Prozesse wie die Sozialisation und Identitätsfindung mit ein. Sozialisation meint „die Integration des menschlichen Kindes in die Gesellschaft durch die Übernahme der Normen dieser Gesellschaft“ (Schraml 1990, S. 118). Dieser Vorgang sollte so weit wie möglich im Rahmen der Familie geschehen. Aber auch im Laufe der Entwicklung wird der wachsende Mensch immer wieder mit neuen Normen und Werten konfrontiert. So geschieht dies zum Beispiel in der Schule oder in der Gruppe der Gleichaltrigen, auf die ich später zu sprechen komme.
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Identität dagegen meint die Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe (Schraml 1990, S. 342). Für die Identitätsbildung von Jungen und Mädchen ist die Zeit während der Pubertät entscheidend. Im Jugendalter kommen viele neue Erfahrungen auf die jungen Menschen zu, so werden ihnen neue Rollen zugeschrieben, sie erfahren den Status gegenüber ihren Mitmenschen kennen und bauen sich in diesem Zusammenhang ein Selbst bzw. die eigene Identität auf. Auf dem Weg zur Identitätsfindung muss sich der Mensch kritisch mit seiner sozialen Umwelt auseinandersetzen, um sich so ein eigenes Bild zu machen und eine eigene Einstellungen von seiner Umwelt zu gewinnen.
Zum Individualisierungsprozess im Jugendalter gehört natürlich auch der Ablöseprozess von der Primärgruppe, der Familie.
Die Identitätsfindung wird im Lebenslauf gewonnen und durch die Veränderung der sozialen Rolle im Bezug zu den Mitmenschen und der Umwelt geprägt.
Individualisierung bedeutet also ein Gefüge von inneren Vorgängen eines Menschen, die sich auf sein Selbstbild, seine Einmaligkeit und seine soziale Entwicklung beziehen. Um dies zu erkennen braucht ein Mensch Unterstützung, die er in Familie, Schule, Vereinen, Freundschaften, Gleichaltrigengruppe oder im Beruf finden kann.
Soziale Gruppen spielen also eine große Rolle. Sie fungieren laut H.G. Tegethoff „als Vermittlungsinstanz zwischen Individuum und Gesellschaft und transportieren die Werte und Verhaltenserwartungen einer Gesellschaft“ (Tegethoff 1999, S. 17,18).
Kinder und Jugendliche lernen während ihrer Entwicklung sehr viele und verschiedene Gruppen kennen, die auch verschiedene Werte und Normen verinnerlicht haben und somit den Jugendlichen eine Vielzahl von möglichen Verhaltensweisen darbieten können.
3. Gruppenbegriff
Der sozialen Gruppenarbeit liegt eine Ansicht vom Menschen zugrunde, in der vor allem der mitmenschlichen, natürlichen und der soziologisch-ökonomischen Umwelt eine g roße Bedeutung zukommt (Konopka 2000, S. 54).
In seinem Leben muss der Mensch mit anderen in Beziehung treten, um seine Grundbedürfnisse nach Schutz, Liebe, Selbstverwirklichung und Befriedigung seines Wissensdurstes zu stillen. Durch diese Interaktion und die Wechselbeziehung zwischen den Menschen kann sowohl er verändert werden, als auch er die anderen verändern. Die Gruppe stellt außerdem laut H.G. Tegethoff eine „Chance zur Unterstützung der altersspezifischen Entwicklungsaufgaben“ dar (Tegethoff 1999, S. 18).
In einer Gruppe kann sich der Mensch mit Gleichgesinnten identifizieren, ein Gefühl der Zugehörigkeit erfahren und beginnen sich als einzigartiger Mensch zu erkennen. Ebenso
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übernimmt jedes Mitglied bestimmte Rollen und muss somit auch verschiedenen Erwartungshaltungen gerecht werden.
Neben dieser Rollenübernahme, aus denen auch Rollenkonflikte entstehen können, verkörpert eine Gruppe auch bestimmte Normen. Von einem Gruppenmitglied wird erwartet, dass er sich in seinem Verhalten und Handeln an diese Gruppennormen, hinter denen meist gesellschaftliche Werte stehen, hält. Gruppennormen sind Vorraussetzung für das Funktionieren einer Gruppe, da sie Orientierung bieten, Konflikten vorbeugen, das Verhalten kalkulierbar machen und Geborgenheit vermitteln (LPB 1998, S.4). Im Falle einer Nichteinhaltung oder eines Widerstandes gegen die spezifischen Gruppennormen muss die Person mit Sanktionsmaßnahmen rechnen, die sich unter anderem in Ablehnung, Umerziehung oder Spott äußern können.
4. Individualisierung in der Familie
Die Familie ist für einen Menschen die erste Sozialisationsinstanz und wird von vielen Familienforschern als Primärgruppe verstanden (Tegethoff 1999, S. 69). Sie bietet dem Kind in seiner Entwicklung die erste Befriedigung seiner Bedürfnisse.
Die Familie wird durch ihre wechselseitigen Beziehungen zwischen Kind und Eltern als soziale Gruppe bezeichnet, in der ein Kind sich von frühester Kindheit an, Vorstellung von sozialen Beziehungen aufbauen kann (Tegethoff 1999, S. 86). Weiter wird von als Merkmal der Familie als Gruppentyp „eine auf Dauer angelegte Zusammengehörigkeit“ erwähnt (Tegethoff 1999, S. 91).
Aber was macht eine Familie aus bzw. was verbindet man mit ihr?
Wenn man an eine Familie denkt stellt man sich eine Frau und einen Mann vor, die eine lebenslange Ehe führen und natürlich Kinder haben. Aber in der heutigen Zeit muss man den Blickwinkel erweitern, denn die Zahlen alleinerziehender Mütter und Väter und auch unverheirateter Paare mit Kindern, steigen immer mehr in die Höhe. Aber dies ändert noch lange nichts an den Merkmalen und Funktionen, die eine Familie innehat und dem großen Beitrag, den sie zur Individualisierung ihrer Kinder leisten.
Die Familie ist ein in sich geschlossenes System, in dem von den Eltern bestimmte Aufgaben, Rechte und Pflichten verteilt werden. Sie dienen zum einem zur Abgrenzung nach außen und zum anderem zu einem gesicherten Zusammenleben innerhalb der Familie. Auch das interne Normen- und Wertesystem einer Familie, welches im Zusammenleben mit Mutter und Vater vermittelt wird lässt Vertrauen und eine wechselseitige Anerkennung entstehen (LPB 1998, S.4).
Diese erste Vorstellung von Normen und Werten wird ein Kind prägen und verinnerlichen. Sie können das Kind bis ins späte Lebensalter begleiten, wenn sie nicht völlig durch die
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Susann Colditz, 2005, "Kein Ich ohne Wir" - Individualisierung in Gruppen -, Munich, GRIN Publishing GmbH
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