Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Merkmale 3
3. Geburtsrangplatz und Persönlichkeit 4
3.1. Erstgeborene und das Entthronungstrauma 5
3.2. Die „Sandwich-Position“ Mittlere Kinder 5
3.3. Letztgeborene - Nesthäkchen 6
4. Geburt eines zweiten Kindes 6
4.1. Drei-Phasen Modell 7
4.1.1. Erste Phase 7
4.1.2. Zweite Phase 7
4.1.3. Dritte Phase 8
4.2. Rivalität 8
5. Altersabstand 10
5.1. Kleiner Altersabstand 10
5.2. Mittlerer Altersabstand 10
5.3. Gro ßer Altersabstand 11
5.4. Günstiger Altersabstand 11
6. Art der Geschwisterbeziehung 11
6.1. Enge Identifikation 12
6.2. Teilidentifikation 12
6.3. Geringe Identifikation 12
7. Einzelkinder 13
8. Schluss 14
9. Literaturverzeichnis 16
10. Abbildungsverzeichnis 18
2
1. Einleitung
und selbst wenn sie 20 Jahre nicht mehr mit einander sprechen,
bilden Blutsbande und gemeinsame Geschichte ein unauflösliches Band“
(Klagsbrun, 1993)
Beginnend mit diesem Zitat von Francine Klagsbrun (zitiert nach: http.//www.phheidelberg.de/wp/roos/ 28.05.2005), möchte ich in dieser Arbeit tiefer auf das Thema Geschwisterbeziehungen eingehen. Anhand verschiedener Forschungs-und
Untersuchungsergebnisse möchte ich darauf eingehen, welche Rolle die Geschwisterzahl, der Altersabstand und die Geschwisterkonstellation in der Beziehung spielt. Weiterhin möchte ich Merkmale verschiedener Beziehungen und den damit verbundenen Zusammenhang mit der Entwicklung und der Sozialisation eines Kindes darstellen. Da Rivalität unter Geschwistern keine Seltenheit ist möchte ich Gründe dafür finden und in diesem Zusammenhang auf die Geburt eines zweiten Kindes eingehen und erläutern wie die Eltern für ein harmonisches Familienklima sorgen können.
Laut der Statistik des statistischen Bundesamtes werden Familien mit Geschwisterkindern immer seltener. Aufgrund dieses Wandels der Familie in der heutigen Zeit und der weitverbreiteten Ein-Kind-Familie möchte ich auch auf das Thema Einzelkind eingehe n und untersuchen ob die Vorurteile die über Einzelkinder verbreitet sind, doch Wahrheiten oder ob es wirklich nur Vorurteile sind.
2. Merkmale der Geschwisterbeziehung
Mit dem Begriff „Geschwister“ bezeichnet man Individuen, die über eine teilweise identische genetische Ausstattung verfügen, weil sie dieselbe Mutter bzw. denselben Vater haben und „Beziehung“ heißt, dass zwischen zwei Personen ein zwischenmenschliches Verhältnis existiert.
Die Beziehung zwischen Geschwistern ist eine ganz besondere und b esitzt etwas Schicksalhaftes, da sie im Grunde von den Geschwistern nicht frei gewählt wird, sondern sie ohne Wahlfreiheit in die gleiche Familie hineingeboren wurden. Sie müssen Vorlieb nehmen
3
mit den gleichen Eltern, leben in der selben Wohnung, sind beständig zusammen und besitzen ähnliche Dinge. Schon aufgrund dieser Besonderheit besteht und erhält sich die Beziehung zwischen den Geschwistern und hebt sich so von allen andern sozialen Beziehungen, wie Freundschaften, Bekanntschaften oder Partnerschaften ab. Hartmut Kasten bezeichnet die Geschwisterbeziehung deshalb auch zurecht als „die Längste aller Sozialbeziehungen des Menschen“ (Kasten, 2003, S. 152). Durch dieses enge Zusammenleben von klein auf, können Geschwister ein Höchstmaß an Intimität erreichen, wie es in keiner anderen Beziehung noch einmal auftreten kann. Durch die Intensität von Zusammenhörigkeit und Vertrautheit zwischen Geschwistern können sich mehr oder weniger ausgeprägte, ungeschriebene Verpflichtungen, die sich in solidarischen, Anteil nehmendem, hilfsbereitem und hilfreichem Verhalten manifestieren, ergeben ( http.//www.ph-heidelberg.de/wp/roos/ 28.05.2005). Typisch für eine Geschwisterbeziehung ist außerdem das gleichzeitige Vorhandensein von intensiven Gefühlen, sowohl positiven als auch negativen. Obwohl Geschwister Liebe und Zuneigung empfinden können sie gleichzeitig auch Ablehnung und Hass empfinden und diese Gefühle in ihren Handlungen ausdrücken. Meist äußert sich dieses Merkmal in einem heftigen Streit, welcher aber nach kurzer Zeit wieder vergessen ist und alles wieder so ist wie es vorher einmal war. Und das ist das schöne an dieser Beziehung, man kann sich streiten wie man will, aber man findet immer wieder zueinander zurück.
Wenn ein sehr heftiger Streit darin endet, dass Geschwister keinen Kontakt mehr miteinander haben, kann die Geschwisterbeziehung trotzdem nicht beendet werden wie eine Freundschaft, weil sie immer fort wirkt und bestehen bleibt.
Eine weitere Besonderheit an der Geschwisterbeziehung ist, dass sich die Charaktere der Geschwister in fast allen Fällen sehr gegensätzlich sind. Neuste Forschungen haben ergeben, dass Geschwister so verschieden sind, weil sie es müssen, in dem Fall ist eine Art Überlebensstrategie, im Kampf um die Gunst der Eltern (Rando & Sentker, 2005, S.13).
3. Geburtsrangplatz und Persönlichkeit
Verschiedene Forschungen gehen davon aus, dass die Stellung in der Geschwisterreihe erheblichen Einfluss auf die Erziehung und Sozialisation des Kindes hat und damit auch die Persönlichkeit des Kindes entscheidend formt.
4
3.1. Erstgeborene und das Entthronungstrauma
Das erstgeborene Kind ist für die Eltern etwas ganz besonderes und sie geben ihm ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, denn sie möchten alles besonders gut machen. Dieser Zustand kann sich, wenn ein zweites Kind geboren wird, ändern und dazu führen, dass das erstgeborene Kind einen Schock erleidet, der lange andauern kann. Der Begründer der Individualpsychologie Alfred Adler nennt diese Erscheinung das Entthronungstrauma. Durch den Verlust der alleinigen elterlichen, vor allem mütterlichen, Aufmerksamkeit kann das erstgeborene Kind dem neuen Geschwisterchen mit Eifersucht, Ablehnung und Aggression begegnen. Aber auch das Verhältnis zur Mutter kann gestört sein, denn das Erstgeborene weiß nicht wie es seiner Mutter gegenübertreten soll. Auf der einen Seite spürt es Misstrauen, auf der anderen Zuneigung. Wenn das Kind merkt, dass es wegen des neuen Kindes nicht mehr so behandelt wird wie vor der Geburt, es sozusagen vom Thron geschubst wurde, kann es schnell dazu kommen, dass es sich wünscht das neue Kind wieder zurückzugeben, so dass alles wieder so ist wie vorher. Erstgeborene Kinder können auch in alte Verhaltensweisen, die sie eigentlich schon längst abgelegt haben, wie der Schnuller oder Einnässen, zurückfallen. Die Ausprägung des Entthronungstraumas hängt natürlich von der Intensität des Einfühlungsvermögens der Eltern ab. Bei der Geburt eines zweiten Kindes kann insbesondere der Vater viel für sein erstgeborenes Kind tun. Er kann, während die Mutter sich um den Säugling kümmert, sich mit dem älteren Kind beschäftigen und ihm seine ungeteilte Aufmerksamkeit geben. Um das Kind auf die Geburt eines zweiten Kindes gut vorzubereiten sollten Eltern ihr Kind an der Schwangerschaft teilhaben lassen. Sie sollten sie am Bauch fühlen lassen, die Fotos von dem Baby im Mutterbauch sehen lassen, um so schon vor der Geburt eine Beziehung zwischen dem Großen und dem Baby herzustellen. So wird er sich bei der Geburt vielmehr freuen, weil er mit erleben konnte wie sein Geschwisterchen heranwächst.
3.2. Die „Sandwich-Position“ - Mittlere Geschwister
Hartmut Kasten ist der Meinung, dass die mittleren Kinder Gefahr laufen, am wenigsten Beachtung und Zuwendung zu erhalten (Kasten, 2003, S. 53). Das älteste und das jüngste Kind haben ihre Eltern für einen gewissen Zeitraum für sich allein, das Älteste vor der Geburt des Zweiten Kindes und das Letztgeborenen, wenn alle anderen Kinder aus dem Elternhaus gezogen sind. Das mittlere Kind dagegen hat die schlechtesten Ausgangsbedingungen. Es ist weder das Nesthäkchen noch Erstgeborener und hat oft das Gefühl, zurückversetzt und vernachlässigt zu werden. Um genauso eine feste Stellung in der Familie zu erhalten, wie die
5
Quote paper:
Susann Colditz, 2005, Geschwister - Geliebte Rivalen, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Aufmerksamkeitsstörungen ohne Hyperaktivität
Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
Termpaper, 24 Pages
ADHs - Entwicklungspsychologie und Entwicklungsstörungen des Kindes- u...
Termpaper, 14 Pages
Die Bedeutung der Geschwisterkonstellation
Stellung in der Geschwisterrei...
Pedagogy - Miscellaneous Topics
Scholary Paper (Seminar), 50 Pages
Lerntransfer - ein Überblick aus psychologischer und pädagogischer Per...
Scholary Paper (Seminar), 20 Pages
Lernstile und Lerntypen vor dem interkulturellem Hintergrund
Termpaper, 23 Pages
Moralität und ökonomische Rationalität - Integrative Wirtschaftsethik ...
Philosophy - Philosophy of the Present
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 21 Pages
The controversial character of Shakespeare’s Lady Macbeth
Manly heroine or (stereotypica...
English Language and Literature Studies - Literature
Essay, 9 Pages
Second Life - Wie Realität und Virtualität ineinander übergehen
Termpaper, 16 Pages
Sprachliche Kreativität in der Literatursprache - Christian Morgenster...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 19 Pages
Susann Colditz has published the text Geschwister - Geliebte Rivalen
Susann Colditz has uploaded a new text
Pädagogische Wurzeln der Inklusion / Pedagogical Roots to Inclusion
Vera Vojtová, Wolf Bloemers, David Johnstone
Die Rivalen - Vampir gegen Werwolf
Robert Pattinson - Die Biograf...
Martin Howden, Madeleine Lampe, Thorsten Wortmann
0 comments