Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Gründe für die Existenz von Kindernachrichten
2. Konzeptionelle Ziele
3. Gestaltungskonzept
3.1. Formale Aspekte von logo
3.2. Inhaltliche Aspekte von logo
3.3. Qualitätsanalyse
4. Medienspezifische Aufbereitung
4.1. Produktanalyse Sendungsdesign
4.1.1. Vorspann
4.1.2. Moderation
4.1.3. Wetter und Abspann
5. Cross Media
6. Verbesserungsvorschläge
7. Fazit
8. Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Als ab 1952 in Deutschland ein tägliches Fernsehprogramm ausgestrahlt wurde, stieß dieses neue Medium auf heftigen Widerstand und zwar besonders bei den Intellektuellen. Das Spektrum der Gefühle reichte von Furcht bis Ablehnung. In diesem Zusammenhang gab es jedoch auch Personen, welche die positiven Seiten des Fernsehers sahen und diese Entwicklung als wichtig erachteten, z.B. Paul Heimann, der das Fernsehen als Sprachgemeinschaft des 20. Jahrhunderts verstand und die Zusammensetzung von Bild und Sprache ein wichtiges Ereignis für die Zeitgeschichte erkannte. Die Furcht der Pädagogen war dadurch jedoch nicht zu bremsen, sie sprachen von geheimen Miterziehern. Es bestand nicht nur eine Angst vor dem Verlust der Autorität von Eltern und Pädagogen, der Fernseher wurde nahezu als Bedrohung empfunden. Die wichtigste Aufgabe der Eltern und Pädagogen, so schien es, war es vor der Gefahr der Reizüberflutung durch das Fernsehen im Kindesalter zu warnen. Kinder haben ein grundlegendes Bedürfnis, neues Wissen zu erwerben und zu lernen, wie die Welt funktioniert um ihre eigene Position in der Gesellschaft zu finden. Darüber hinaus wollen sie aber auch wissen, wie es zu bestimmten Ereignissen kommt, wie Dinge funktionieren oder wie sie selbst etwas anwenden können.
Dieses Bedürfnis tragen sie auch an das Fernsehen heran. Wissenserweiterung ist nach Spannung und Spaß das drittwichtigste Motiv für Kinder fernzusehen, wie die Studie „Kinder und Medien“ aus dem Jahr 2004 von ARD, ZDF und KI.KA nachweist. So erwarten 80% der 6- bis 13-Jährigen, vom Fernsehen auch mal Dinge erklärt zu bekommen, die sie noch nicht wissen. Außerdem möchten 66% der Kinder durch das Fernsehen erfahren, was sonst so in der Welt passiert. Letzteres nimmt mit dem Alter der Kinder zu und hängt mit der stärkeren Orientierung der Jüngeren auf ihren Nahbereich und der allmählichen Öffnung für die Außenwelt mit dem Älterwerden zusammen. Als Beispiel soll eine Studie über die Kindernachrichtensendung logo! dargestellt werden.
1.1. Gründe für die Existenz von Kindernachrichten
Die Diskussionen um das Genre Kindernachrichten im Fernsehen ist keineswegs neu. Sie wurde und wird geführt, seit die ersten Konzepte in den frühen 70er Jahren entworfen wurden, allerdings wird sie heute anders geführt.
Früher dominierte die grundsätzliche Frage, ob Nachrichten für Kinder überhaupt einen Sinn machen, inzwischen hat sich nicht nur bei Programmmachern, sondern auch bei Eltern und Erziehern herumgesprochen, dass Kinder heute nicht mehr in einer von der Welt der Erwachsenen getrennt eigenen „Kinderwelt“ leben.
Kinder leben nicht in einem Vakuum und sollen auch nicht von der Welt in der sie leben isoliert werden.
Themen aus dem Bereich „Umweltverschmutzung“ führen zum Beispiel besonders deutlich vor Augen, in welcher Weise Kinder von Ereignissen aus der Erwachsenenwelt betroffen sind.
Es ist nicht nur die Welt der Erwachsenen, die von Umweltverschmutzung bedroht ist, sondern auch die direkte Umwelt der Kinder. Insofern haben Kinder ein Anrecht auf Informationen über Ihre Umwelt. Nicht zuletzt durch die Medien müssen sie heute mit einem insgesamt erweiterten Erfahrungs- und Handlungsraum umgehen. Hierbei bieten konventionelle Nachrichten- oder Informationsquellen vielfach aufgrund ihrer Gestaltung keine Orientierung oder Hilfe für Kinder, sich in diesem erweiterten Handlungsraum zurechtzufinden. Damit erübrigt sich heute die Frage, ob es sinnvoll ist, für Kinder Nachrichten anzubieten, es bleibt lediglich die Frage, in welcher Weise dies geschehen soll. Gerade Nachrichten können wohl im allgemeinen Medienangebot das höchste Glaubwürdigkeitspotenzial auf sich vereinen, sie tragen wesentlich zum Erwerb eines Weltwissens und dem Aufbau eines Weltbildes auch bei Kindern bei. In vielen Äußerungen von Kindern und Jugendlichen kommt deutlich zum Vorschein, dass sie Informationen über die Ereignisse in der Welt einen hohen Stellenwert beimessen. Gleichzeitig sind jedoch die angebotenen Nachrichten nur allzu oft für junge Zuschauer unverständlich, da sie sprachlich zu komplex oder zu drastisch in der Darstellung sind. Konventionelle Nachrichten zielen also in ihrer Gestaltung an dem kindlichen Bedürfnis nach Erklärungen vorbei. So seriös und gut recherchiert eine Meldung in solchen Sendungen auch sein mag, sie erreicht kindliche Rezipienten oft nicht oder wirkt sogar desorientierend. Außerdem werden in dem klassischen Nachrichtenformat zu viele Gewaltszenen wie Bilder von Opfern und Betroffenen sowie Bilder von Zerstörungen durch Naturkatastrophen und Unfällen illustriert, die sich auf Kinder oft bedrohlich und Verängstigend auswirkt, da diese Bilder eine lebensfeindlichen Welt außerhalb des ihnen bekannten Lebensraumes darstellt. Ein weiteres Problem für Kinder liegt in der Einordnung der Informationen ohne die gesellschaftlichen Zusammenhänge zu erläutern. Nicht nur für Kinder wird es dadurch noch schwieriger, sich mit den Ereignissen ihrer näheren und weiteren Umwelt auseinanderzusetzen. Auch die vielfältigen Mischformen aus Unterhaltung und Nachrichten, die der Fernsehmarkt hervorgebracht hat, tragen nichts zum Verständnis für Kinder bei. Gerade in den Sendeformen, in denen Ereignisse sensationalisiert, Katastrophen dramatisiert und für eine voyeuristische Schaulust präpariert dargeboten werden, wird Information zur Basis reiner Unterhaltung. Abgesehen davon ,dass diese Formen ein zum Teil recht fragwürdiges Unterhaltungsbedürfnis bedienen, ist es recht zweifelhaft, ob sie dem Bedürfnis nach Information bei Kindern gerecht werden. Die obigen Ausführungen untermauern nicht nur die Forderung nach spezifischen Kindernachrichten, sondern werfen vor allem die Frage nach ihrer Gestaltung auf.
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Arbeit zitieren:
Metin Özer, 2006, Eine Studie über die Kindernachrichtensendung Logo!, München, GRIN Verlag GmbH
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