VORWORT
Durch mein zunehmendes Interesse an Computer, Internet und Lernsoftware verstärkte ich den Einsatz des Computers in meiner Klasse, in der ich als Integrationslehrerin tätig bin, von Anfang an. Die Schwierigkeit lag daran, dass die Kinder ganz besondere Bedürfnisse und unterschiedliche Voraussetzungen besaßen, ich aber trotzdem etwas anbieten wollte, was jeder konnte, was jeden interessierte und trotzdem planbar war.
Das stundenlange, aber zielgerichtete Suchen im Internet endete letztendlich immer damit, etwas Brauchbares für Deutsch, Mathematik und Englisch zu finden. Ich überlegte mir, wie ich diese Lernspiele und Online-Programme einsetzen konnte. Die Freude der Integrationskinder nach der Ankündigung zu Stundenbeginn, im Computerraum zu arbeiten, war immer sehr groß. Ich realisierte bald, dass vieles neu und schwierig war und daran wollte ich arbeiten.
Seither stellt sich für mich die Frage nach den Möglichkeiten, wie der Computer, die Lernsoftware und das Internet im Allgemeinen Sonderschulbereich sinnvoll einzusetzen sind. Bisher ist das Feld der Internet- und Softwarenutzung ein noch wenig untersuchtes. Der Umgang mit dem Computer scheint für Schüler kein Problem zu sein. Doch wie schaut es mit Lernsoftware und Internet aus? Ist das überhaupt pädagogisch sinnvoll? Diese Gedanken brachten mich auf die Idee, das Thema zum Schwerpunkt meiner Diplomarbeit zu machen. Diese Arbeit soll nun prinzipiell erläutern, welche geeigneten Internetseiten und Lernsoftware es für das Unterrichtsfach Mathematik gibt, und welche methodisch-didaktischen Hinweise zu beachten sind.
Im Zuge meiner Vorbereitungen erkannte ich schnell, dass ich nicht alle Themenbereiche in der 8. und 9. Schulstufe untersuchen konnte. Ich bat meine Arbeitskollegin Mag. Linda Deisenhammer mit ihrem nach dem Schwerstbehinderten-Lehrplan unterrichteten Integrationskind, ein Lernprogramm zu testen. Auf diesem Weg möchte ich mich ganz herzlich bedanken.
INHALTSVERZEICHNIS
Internet und Lernsoftware Mathematik.comPUTER in der Schule
Vorwort 1
1 Einleitung 4
2 Fragebogen 6
3 Computer-Einsatz im Mathematikunterricht der Sonderschule 12
3.1 Mathematik in der Sonderschule 12
3.2 Lehrplan 15
3.3 Formen des Computereinsatzes 15
3.4 Einsatzmöglichkeiten des Computers im sonderpädagogischen Bereich 16
3.5 Didaktik des Computereinsatzes 17
3.5.1 Unterrichtsspezifische Einsatzbereiche 17
3.5.2 Organisationsformen 19
4 Edutainment und Sonderpädagogik 21
4.1 Lernsoftware 21
4.1.1 Lernsoftwaretypen 21
4.1.2 Edutainment - Pro und Contra 22
4.2 Lernsoftware im Unterricht 23
4.2.1 Mathematik-Lernsoftware im Test 24
4.2.2 Software im sonderpädagogischen Einsatz 26
4.3 Bewährt sich diese Lernsoftware? 27
4.3.1 Mathe LÜK 1x1 28
4.3.2 Lernpaket Alfons Mathematik Schulstufe 3 29
4.3.3 Mathe-Clic bis 100, mit 1x1 32
4.3.4 Software und Unterrichtsbeispiele 34
4.3.5 KON-ZEN: Bericht von Mag. Linda Deisenhammer 35
4.4 Unterrichtsvorschläge unter Einbeziehung von Lernsoftware 36
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5 Nutzung des Internets im Mathematikunterricht 40
5.1 Grundlagen 40
5.1.1 Vor- und Nachteile der Internetnutzung im Unterricht 40
5.1.2 Internetnutzung und Vorerfahrungen 41
5.1.3 Step-by-Step ins Internet 42
5.1.4 Einsatz im Unterricht 43
5.2 Unterrichtsvorschläge unter Einbeziehung des Internets 44
5.2.1 Mathematik-Themen im Internet 50
5.2.2 Bewertungskriterien 52
5.2.3 Untersuchung von mathematischen Internetseiten und Online-Spielen 54
6 Von der Erarbeitung des Themas bis zur Computernutzung am
Beispiel des 1x1 59
6.1 Vorbereitungsphase 59
6.2 Erarbeitungsphase 61
6.3 Übungsphase 62
7 Sammlung interessanter Links 64
8 Zusammenfassung und Ausblick 65
Literaturverzeichnis 67
Anhang 70
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1 EINLEITUNG
In den letzten Jahren hat sich die Computertechnologie entscheidend weiterentwickelt. Die Verwendung des Computers und die Nutzung des Internets durchdringt viele Lebensbereiche. Laut einer „Kinder-Verbraucheranalyse“ des Linzer
Meinungsforschungsinstitutes IMAS verwenden drei Viertel der Schüler zwischen 7 und 15 Jahren den Computer regelmäßig. Fünfzig Prozent davon nutzen diesen zum Spielen (vgl. Stangl 2000a). Der Computer bietet vielfältige Einsatzbereiche: Arbeit mit verschiedenen Programmen, Lernsoftware und Internet.
Eine Studie von AIM, aufgelegt bei der ORF-Medienforschung im 4. Quartal 2002, zeigt, dass für 56 Prozent der Österreicher ab 14 Jahren der Internetzugang grundsätzlich möglich ist. 27 Prozent nutzen das Internet täglich, 39 Prozent bezeichnen sich als Internetnutzer (vgl. ORF Meinungsforschung). Die Grafik „Internet-Nutzung nach Zugangsorten in %“ veranschaulicht die Situation.
Die Nutzung des Internets wird zwar noch größtenteils von zuhause genutzt, der Anteil der Schule hat sich langsam gesteigert, liegt aber immerhin schon bei ungefähr sieben Prozent. Zusätzlich ist sicher, dass es zu einem immer größeren Vordringen der neuen Technologien im Arbeits- und Berufsfeld kommt.
Aus diesen Fakten lässt sich schließen, dass die Schule den Computer und das Internet stärken einbinden muss. In den Wiener Schulen ist das mit dem Projekt „Schulen ans Netz“ zum größten Teil schon passiert. Gleichzeitig ist aber über den Einsatz des Computers in der Schule auch viel diskutiert worden. Denn klare didaktische Regelungen und methodische Hinweise sind noch nicht definiert worden. Es liegt in der Entscheidungsmacht des Lehrers,
Einsatzbereiche des Computers mit der entsprechenden Lernsoftware und des Internets zu finden. Welche Möglichkeiten es speziell im Mathematikunterricht der Sonderschule gibt, soll nun diese Diplomarbeit prinzipiell erarbeiten.
Im zweiten Kapitel „Fragebogen“ sind die Ergebnisse einer Befragung von zehn Lehrern in Wien dargestellt und sollen Aufschluss geben, wie der Computer im Mathematikunterricht in ihrer Klasse integriert ist.
Das dritte Kapitel „Computer-Einsatz im Mathematikunterricht der Sonderschule“ beschäftigt sich erstens genauer mit dem Computer im Mathematikunterricht und zweitens mit grundsätzlichem Basiswissen zum Thema, wie die Einbindung des Lehrplans, Formen des Computereinsatzes, Einsatzmöglichkeiten im sonderpädagogischen Bereich und die Didaktik des Computereinsatzes.
„Edutainment und Sonderpädagogik“ stellt die Möglichkeiten der Lernsoftware-Nutzung im Unterricht dar und präsentiert die Lernsoftwaretypen, eine Kurzuntersuchung nach einer einheitlichen Kriterien-Checkliste drei verschiedener Lernsoftware-Beispiele und einige Lernsoftware-Angebote zum Unterrichtsgegenstand Mathematik. Zur besseren
Veranschaulichung schließen Unterrichtsvorschläge an.
Das fünfte Kapitel „Nutzung des Internets im Mathematikunterricht“ gliedert sich in zwei Abschnitte, theoretisches Hintergrundwissen wie die Vor- und Nachteile des Interneteinsatzes, Vorerfahrungen der Schüler, erste Schritte und der Einsatz im Unterricht. Der zweite Abschnitt dieses Kapitels stellt Unterrichtsvorschläge unter Einbeziehung des Internets vor. Anhand einiger Bewertungskriterien werden exemplarisch Webportale für Lehrer und mathematische Online-Angebote im Internet untersucht. In weiterer Folge wird anhand der beschriebenen Bereiche der Weg der Erarbeitung eines Themas bis hin zur Computernutzung am Beispiel des Einmaleins diskutiert. Zu guter Letzt wird eine Sammlung geeigneter Links für die Schule vorgestellt.
Der besseren Lesbarkeit wegen steht im Folgenden statt LehrerIn bzw. SchülerIn die männliche Form stellvertretend für beide Geschlechter.
2 FRAGEBOGEN
Im Zuge meiner Diplomarbeit war es für mich sehr wichtig, Interessensschwerpunkte an Wiener Schulen zu erheben, welche ich ganz bewusst in Form eines Fragebogens per E-Mail Anfang Jänner durchführte. Für mich stellte sich dieser Weg der Kommunikation als der schnellste heraus, und ich war gleichzeitig gespannt, wie hoch die Rücklaufquote denn sein würde. Ein E-Mail liest sich schnell, wird es aber auch weitergeleitet? Der Aufwand ist nicht wirklich groß, die Fragen nicht besonders anspruchsvoll, ich war sehr gespannt.
Das Ergebnis präsentierte sich Ende Jänner: Von 19 Schulen meldeten sich vier per E-Mail, sie hätten den Fragebogen an die betroffenen Lehrer weitergeleitet, jedoch nur eine Schule schickte den ausgefüllten Fragebogen zurück. Meine Frustration war sehr groß. Doch ich ließ nicht nach, versuchte es mit einem Erinnerungsmail, welches das gleiche Ergebnis brachte.
Meine erste Vermutung ist, dass viele Schulen das Internet noch nicht als Kommunikationsmittel sehen. Zweitens befürchte ich, dass in Sonderpädagogischen Zentren keine Lernsoftware- und Internetangebote genutzt werden bzw. der Computer allgemein selten verwendet wird und es zu keinem Einsatz von Lernsoftware und Internetseiten kommt. Drittens glaube ich, dass viele Lehrer diese Daten nicht preisgeben möchten, da man erkennen könnte, dass sie mit dem Computer nicht arbeiten möchten.
Nach diesem eher negativem Ergebnis machte ich mich auf die Suche nach kompetenten und engagierten Sonderschullehrern in meinem Bekanntenkreis, denen ich den Fragebogen persönlich gegeben hatte, um diese Untersuchung nicht aus der Diplomarbeit streichen zu müssen. Einige Ergebnisse möchte ich im Anschluss präsentieren. Eine statistische Auswertung kann leider nicht vorgenommen werden.
Zusammenfassung der Ergebnisse
In welchen Gegenständen wird der Computer hauptsächlich eingesetzt? Englisch, Deutsch, Mathematik, Tippkurs (10-Finger-System). - Deutsch,Mathematik, Englisch. - InSU, M, D, E, WET und BE. - Leidereher in den Pausen. - Deutsch,Englisch, Mathematik. - Deutsch,Musik, Geografie, Geschichte. - Deutsch,Geschichte. - Deutsch,Sachunterricht. - Deutsch,Mathematik, Englisch. - Eherin den Sprachfächern und in Sachunterricht. - Wiewird dieser dann verwendet?
Einerseits Übungsprogramme, vor allem aber auch Informationsbeschaffung aus dem - Internetund Gestaltung von schönen Texten und Bildern im Word. Arbeit im Word und Excel; Verwendung des Internets, um gewünschte Informationen - zuerhalten; Bearbeiten von Texten aus dem Internet im Word. Einzelarbeit - Übung, Informationsmedium. - Lernspiele,Internet. - Lernspiele,Rätsel. - Informationsbeschaffungzu einem bestimmten Thema aus dem Internet, im - AnschlussGestaltung dieser Texte in einem Schreibprogramm. Internetrecherche, Lückentexte, Abschreibübungen. - Arbeitenim Word, Powerpoint, Internet. - Inoffenen Lerneinheiten, Stationenbetrieben, Förderstunden, Freizeitstunden (zu - zweit).
Zur Festigung von Lerninhalten; Übung. - Warumdürfen die Schüler den Computer hauptsächlich verwenden? (Teilweise keine Antwort)
Erlernen des Umgangs mit dem PC, Abwechslung im Unterricht, Motivation für - Schülerund Lehrer, Internet als Info-Quelle. In den jeweiligen Unterrichtsfächern wird im Computerraum gearbeitet. - Umsich mit neuer Technologie auseinander zu setzen, den PC nicht nur als - „Spielzeug“verwenden, sondern als Arbeitsgerät.
Pausenbeschäftigung. - Motivation,Einführung in den Umgang mit Computern. - Lernzwecke. - Umdie Motivation zu wecken, um Lerndefizite aufzuholen (differenziertes Angebot), - zurAuflockerung des Unterrichts.
Steht den Kindern Lernsoftware zur Verfügung? Wenn ja, welche? (Teilweise keine Antwort) You & Me 1-4, Vicky 99, Multimediakurs Tippen. - KeineLernsoftware für Mathematik. - Nein. - Addy(E, D, M). - Nein. - FrüherBudenberg und die Lernsoftware aus dem Internet (www.schulen.wien.at). - Dürfendie Schüler auch das Internet verwenden? (Teilweise keine Antwort) Ja, sie müssen. - Ja,immer wieder erhalten die Schüler Arbeitsaufträge, welche den Internetzugang - fordern. Ja. - Ja. - Wennmöglich. Kein Internet-Zugang in einzelnen Klassen, nur im EDV-Raum. - Ja. - Ja. - Wennja, suchen diese dann alleine oder gibt es bestimmte Vorgaben? Verschieden, aber meist wird das Thema vorgegeben und die Suche gestaltet dann - jederSchüler selbst, zu Beginn unter Anleitung des Lehrers. Unterschiedlich: Meistens erhalten sie Arbeitsaufträge, die den genauen Weg - beschreiben.Ein sinnloses Herumsuchen führt zu nichts. Vorgaben, Links dürfen selbstständig verfolgt werden. - MitHilfe der Lehrerin. - Nurmit bestimmten Vorgaben. - Esgibt bestimmte Vorgaben. - Vorgabensind Internetadressen und Suchmaschinen. - ZuBeginn mit dem Lehrer, später dann alleine (Vorgaben sind jedoch weiterhin zu - beachten.)
Es gibt bestimmte Vorgaben, z.B. Verwenden von Suchmaschinen. - EinigeSchüler sind schon sehr selbstständig, andere brauchen genaue Vorgaben. -
Wie wird der Computer im Mathematik-Unterricht verwendet? (Teilweise keine Antwort) 1 Übungsprogramm. - Tabellenkalkulationenim Excel. - AlsÜbungsmöglichkeit. - Selten. - Freiarbeit,zur Festigung und Wiederholung. - Inoffenen Lernphasen, in der Förderstunde zur Wiederholung. - ZurFestigung, Übung und zur Abwechslung (z.B. Konzentrationsspiele). - WelcheMathematik-Internetseiten werden verwendet? (Teilweise keine Antwort) Keine. - Keine. - Online-Übungsmaterial. - WienerBildungsserver. - Keine. - www.schulen.wien.at - WelcheMathematik-Lernsoftware wird verwendet? (Teilweise keine Antwort) Vicky 99 (Download vom Lehrerweb). - Addy,Alfons, Secret Number - Keine. - Addy. - Budenberg(früher). - Wiegehen Sie bei der Einführung einer Lernsoftware vor? (Teilweise keine Antwort) Die Kinder probieren selbst, der Lehrer hilft nur, wenn es erwünscht bzw. notwendig - ist.
Gemeinsame Besprechung und Veranschaulichung, im Anschluss selbstständiges - Arbeiten,wobei der Lehrer herumgeht und hilft.
Ich zeige den Kindern die Möglichkeiten, welche die Software bietet, dann erproben - dieKinder in Partnerarbeit die verschiedenen Möglichkeiten. Alle Schritte werden genau vorgezeigt und dann sofort selbst probiert. - VieleKinder brachten Vorerfahrungen aus der Volksschule mit, daher - selbstentdeckendesLernen.
Ich stelle allgemein das Thema vor und nehme immer wieder Kinder heraus, denen - ichdann speziell das Programm erkläre. Die Kinder können dann einander weiterhelfen.
Welche Vor- und Nachteile haben Ihrer Meinung Lernsoftware-Angebote? (Teilweise keine Antwort)
Eher mehr Vorteile, Nachteile nur, wenn sie sehr häufig oder ausschließlich - eingesetztwerden. Vorteile: eigenständiges Arbeiten, Wettbewerbssituation (Punkte sammeln), Umgang (spielerisch) mit PC erlernen, Abwechslung, Motivationsschub. Vorteile: Üben und Wiederholen, abwechslungsreiches Arbeiten, Erlernen von - Fähigkeitenam Computer.
Vorteile: Spielerischer Umgang mit dem neuen Medium; Kinder können individuell - denSchwierigkeitsgrad bestimmen; Media Wien bietet gute Online-Möglichkeiten sofort auf Fragen der Kinder einzugehen und sie mit aktueller Information zu versorgen.
Nachteile: Lässt sich oft schwer mit den Lerninhalten der verwendeten Bücher koordinieren (besonders Mathematik); zu stark an Deutschland orientiert (Sprache, geografische Inhalte).
Vorteile: Kinder sind sehr motiviert; nicht lehrerzentriert, Selbstkontrolle - Nachteile:Immer neuere Angebote; keine Extrastunden für den Umgang mit dem Computer ab der 5. Schulstufe.
Vorteile: Hoher Spaßfaktor für die Kinder; eingebaute Animationen wirken - motivierend
Nachteile: Es sind sehr viele Angebote auf dem Markt, die nicht wirklich geeignet sind. Man muss sich daher selber ein Bild davon machen (Vor dem Kauf ausprobieren!).
Nachteile: Oft sind diese zu umfangreich aufgebaut, manche Programme können auf - altersschwachenSchulcomputern nicht ausgeführt werden.
Fazit:
Diese Ergebnisse machen deutlich, dass der Computer teilweise in den Unterricht integriert wird. Lernsoftware- und Internetangebote sind bekannt, werden aber noch nicht verwendet. Viele Angebote scheinen nicht geeignet zu sein, da sie sehr Deutschland-orientiert sind. Österreich dürfte hier noch wenig eigenständiges Material anzubieten. Der Computer wird hauptsächlich zur Übung und Festigung, das Internet zur Informationsbeschaffung eingesetzt. Die Einführung des jeweiligen Mediums erfolgt größtenteils über die Lehrer, im Anschluss wird selbstständig weitergearbeitet.
3 COMPUTER-EINSATZ IM MATHEMATIKUNTERRICHT DER SONDERSCHULE
Beinahe jede Klasse ist mit einem Computer und der dazugehörigen geeigneten Hard- und Software ausgestattet. Der Einsatz des PC´s in den Unterrichtsfächern Deutsch und Sachunterricht hat schon längst Einzug gehalten. Wie steht es mit dem Mathematikunterricht? Gibt es Möglichkeiten, die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Sonder-und Integrationsschüler zu trainieren? Gibt es geeignete Lernsoftware und Internetseiten? Welche neuen Herausforderungen kommen auf Pädagogen durch neue Medien zu?
3.1 Mathematik in der Sonderschule
Immer mehr Schüler kommen mit Computer-Vorerfahrungen in die Schule. Viele probieren am Computer zu Hause Spiele aus und sind daher schon richtige „Experten“. Das Spektrum der Vorerfahrungen reicht von „keinen Kenntnissen“ bis „Dauerinternetsurfer“. Der Schulcomputer dient im Gegensatz dazu als Hilfs- und Arbeitsmittel, der gleichzusetzen ist mit anderen Unterrichtsmitteln. Die Schüler führen in unterschiedlichen Programmen Rechnungen durch. Der Computer als ein elektronisches Werkzeug bietet vielfältige Möglichkeiten. Er kann keineswegs die Erarbeitung eines Themas ersetzen, sondern wird hauptsächlich zum Üben und Trainieren des bereits gelernten kognitiven Bereiches eingesetzt. Anregende und vor allem altersgemäße Lernsoftware vermittelt grundlegende Kenntnisse zu allen Lehrplanbereichen der Mathematik. Die Schüler üben mit den Lernprogrammen und erhalten Rückmeldungen über ihre Leistungen. Lernschwache Kinder, welche vorwiegend im allgemeinen Sonderschulbereich zu finden sind, entwickeln Interesse am Rechnen, können ihre Kenntnisse weiterentwickeln, während gleichzeitig der Erwerb von Computerfertigkeiten veranlasst wird. Nebenher werden Entscheidungsfreude,
Zielstrebigkeit, Durchhaltevermögen, Kooperationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein für das Rechnen am Computer gefördert (vgl. Blatt 1999, S. 93ff). Die Schüler gehen die Arbeit am Computer hoch motiviert an, meistens arbeiten sie im Team, ein gemeinsames Gespräch, sozusagen eine Reflexion, schließt gleich an. Das soziale Voneinanderlernen kann als wichtiges Ziel angesehen werden. Es bleibt die Aufgabe des Lehrers, ein entsprechendes individuell abgestimmtes Lernangebot zu finden und bereitzustellen. Recherchen im Internet werden nach einer Einführung des Lehrers, sprich Anleitung, von den Schülern selbstständig durchgeführt. Der Lehrer als Moderator steht beim selbstorganisierten Lernen und Arbeiten am Computer im Hintergrund und hilft bei Problemen. Selbstverständlich ersetzt der Computer den Lehrer nicht, dieser kann als Hilfsmittel den Unterricht unterstützen. Die Arbeit mit dem Computer erweist sich als neuer Lernweg. Seite 13 von 71
SCHERZER brachte in seinem Artikel „Computer oder Computer im Unterricht?“ ein recht gut dargestelltes Beispiel zum Mathematikunterricht: Das entscheidende Ziel des Unterrichts zeigt sich in der praktischen Anwendung, wie der Schüler zu einem Ergebnis bzw. zu einer Lösung kommt, nicht in den theoretischen Grundlagen dafür. Ein angeführtes Beispiel zu den Grundrechnungsarten macht deutlich, dass diese mit all ihren Techniken gelernt werden, um sie in Situationen des täglichen Lebens nutzbar machen zu können und sie anzuwenden (vgl. Scherzer o.J). Er sieht den Computer als Arbeits- und Hilfsmittel an, das mit anderen Materialien gleichzusetzen ist. Mit Hilfe des PCs können Schüler in verschiedenen Phasen des Unterrichts, sei es zur Motivation, Erarbeitung oder Festigung, zu einem nützlichen Ergebnis kommen (ebd.). Von zunehmender Bedeutung ist, dass Schüler lernen, etwas darzustellen oder zu vergleichen und experimentieren bzw. dokumentieren zu können. Mathematik bietet sich in diesen Fällen besonders an. Es ist möglich, sich mit mathematischen Sachverhalten auseinander zu setzen, um zu erkennen, dass Mathematik sehr wohl mit dem Alltag in Verbindung steht.
Geeignete Computerarbeiten für den Mathematik-Unterricht sind Tabellenkalkulationen und Rechnungen im Excel. Darüber hinaus können die Schüler Diagramme einfügen, Daten bearbeiten und verändern. Schulische Einsatzmöglichkeiten für die Sonderschul-Oberstufe bieten sich genügend an: Aufstellen einer Klassenliste, Führen der Klassenkasse mit Einnahmen- und Ausgabenrechnung, Erstellen von Temperaturdiagrammen, Ausrechnen der Durchschnittswerte des Sportunterrichts, Umrechnen von Währungen oder Kostenaufstellungen. Die Oberstufe der Allgemeinen Sonderschule weist diese Punkte im Lehrplan auf und die Schüler arbeiten sehr motivierend an diesen Aufgaben.
Ein Unterrichtsbeispiel präsentiert BAUCHINGER in „Neue Medien in der Grundschule“ zum Thema Addition für die Sonderschul-Unterstufe. Die Kinder arbeiten im Excel. Sie würfeln mit drei Würfeln eine beliebige dreistellige Zahl, führen die Addition handschriftlich durch, schreiben die Zahlen im Anschluss in die vorbereitete Excel-Tabelle und addieren alle selbstgesuchten Summanden. Das Ergebnis kann selbst kontrolliert werden (vgl. Bauchinger 2000, S. 104). Auf diese Art kann man viele Lehrplaninhalte am Computer bearbeiten.
Praktische Beispiele, welche man gleich übernehmen kann, findet man immer wieder. Für mich war es von großer Bedeutung, ein Angebot zu erstellen, welches für die Sonderschul-Unterstufe geeignet ist. Eine Excel-Tabelle war der Ausgangspunkt, schnell hatte ich mit etwas Hilfe von Frau Margit Bauchinger eine Übungsmöglichkeit zum Thema Einmaleins von 3 und 4 entworfen:
Arbeit zitieren:
Renate Prinz, 2003, Internet und Lernsoftware(at)Mathematik.comPUTER in der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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Progress in Industrial Mathematics at ECMI 2000
Angelo M. Anile, Vincenzo Capasso, Antonio Greco
Committee on the Internet in the Evolvin, National Research Council, Computer Science and Telecommunications
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