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Ich versichere hiermit,
1. daß ich die vorliegende Arbeit selbstständig verfaßt, andere als die
angegebenen Quellen und Hilfsmittel nicht benutzt und mich auch sonst keiner unerlaubten Hilfe bedient habe, und
2. daß ich diese Projektarbeit bisher weder im Inland noch im Ausland in
irgendeiner Form als Prüfungsarbeit vorgelegt habe.
Wiener Neustadt, _______________ __________________________ Datum Unterschrift
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I
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II
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ÜBERPRÜFUNG DER ERGEBNISSE DER ZIELKOSTENSPALTUNG 4 2 42
) 7
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7(5 7859(5 ( 1 6
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Target Costing umschreibt ein aus Japan stammendes Kostenmanagement-Konzept, das neben seiner herausragenden praktischen Bedeutung auch - vorwiegend basierend auf Veröffentlichungen japanischer Autoren - Eingang in die wissenschaftliche Diskussion in der jüngeren deutsprachigen Literatur gefunden hat.
Die Ausweitung und Internationalisierung von Märkten, der Abbau von Marktbarrieren und die zunehmende Sättigung auf den Märkten hatten während der unmittelbar zurückliegenden Jahrzehnte eine Verschärfung des internationalen Wettbewerbs zur Folge. Diese Situation führte zu der Erkenntnis, dass eine preisorientierte Kostenpolitik anstelle bislang vorherrschender kostenorientierte Preispolitik in den Vordergrund treten soll. Nicht die Kosten bestimmen den Preis, sondern der vom Markt gegebene Preis determiniert das hinnehmbare Kostenniveau.
Diese retrograde Kostenbetrachtung wird im Target Costing berücksichtigt und ist von der Grundidee her gesehen nicht neu, man denke nur an die verschiedenen Ausprägungen der Deckungsbeitragsrechnung oder an frühe Beispiele der Anwendung eines Zielkostenmanagements in deutschen Unternehmen, wie z.B. die erfolgreiche Realisierung des VW Käfer-Projektes zu einem Zielpreis von 990 Reichsmark in den 30er Jahren. Bei näherer Betrachtung werden aber deutliche Unterschiede zum durchgängigen und geschlossenen Target Costing-Prozess erkennbar, denn Target Costing ist kein Kostenrechnungssystem, es ist viel mehr ein Instrument des strategischen Kostenmanagements, das ein Unternehmen in die Lage versetzt, die von Markt geforderten Bedingungen möglichst frühzeitig zu erfüllen.
Die vorliegende Arbeit soll die Frage beantworten, wie Target Costing als strategisches Kostenmanagementsystem genutzt und dadurch auf die Veränderung der Märkte reagiert werden kann. Speziell soll dadurch veranschaulicht werden, welche Methoden es zur Festsetzung des Zielgewinnes und der Aufteilung bzw. Reduktion der Kosten in Frage kommen. Weiters soll verdeutlicht werden, dass die häufig anzutreffende Definition "retrograde Kalkulation" dieses in die Philosophie des Lean-Management eingebetteten
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1
Ansatzes einer weitaus komplexeren Charakterisierung als im herkömmlichen Rechnungswesen bedarf.
Der Aufbau der Arbeit sieht eine Einteilung in vier große Abschnitte vor:
Der erste Abschnitt stellt umfassend die theoretischen Grundlagen von Target Costing dar. Aufbauend auf dieser umfangreichen Wissensbasis gibt der zweite Abschnitt zunächst einen Überblick über das Target Costing-Prozedere. Die folgenden zwei Abschnitte beschreiben sodann detailliert und anhand übersichtlicher Beispiele den Target Costing Prozess, wobei der Schwerpunkt auf die Phasen Zielkostenfindung und Zielkostenspaltung gelegt wird. Die anschließende Phase der Zielkostenerreichung wird in dieser Arbeit nur im Überblick erläutert, da es über die Planungsphase hinaus geht und als eigenes Projekt angesehen werden kann.
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Target Costing ist ein Konzept marktorientierten Kostenmanagements, das seinen Ursprung in Japan hat. Der Target Costing-Ansatz 1 wurde erstmals 1963 von Toyota entwickelt, gefolgt von Nissan im Jahr 1966 und wird seither in vielen japanischen Unternehmen angewendet. Hintergrund der Entwicklung war der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit japanischer Unternehmen Mitte der 70er Jahre, bedingt durch ein allgemein zurückgehendes Wirtschaftswachstum Japans, Energiekostensteigerungen durch die erste Ölkrise 1973 und verstärkte Importrestriktionen der Empfängerländer, die vor allem die Automobilindustrie trafen. 2
Über die japanischen Autoren
3
+LURPRWR 0RQGHQ 6DNXUDL 7DQDND
und
1 Japanisch: Genka Kikaku
2 Vgl. Monden 1989, S. 15; Franz 1993, S. 125
3 vgl. Seidenschwarz 1993a, S. 6 ff
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2
Die Konzeption des Target Costing kann dabei keineswegs als eine einheitliche Konzeption verstanden werden. 6HLGHQVFKZDU] systematisiert Veröffentlichungen japanischer Autoren in drei Gruppen von Target Costing-Ansätzen und erörtert diese hinsichtlich ihrer Schwerpunkte: 4
GHQ PDUNWRULHQWLHUWHQ $QVDW] von +LURPRWR, der in erster Linie auf die
Marktwirkung des Kostenmanagements abstellt
GLH LQJHQLHXUVRULHQWLHUWHQ $QVlW]H von 6DNXUDL und 0RQGHQ, die primär auf eine
ingenieursmethodische Sichtweise abzielt und in erster Linie die grundsätzlichen Abläufe des Target Costing aufzeigen
GLH SURGXNWIXQNWLRQVRULHQWLHUWHQ $QVlW]H
von
7DQDND
und
Auf Basis der oben genannten Ansätze entwarf 6HLGHQVFKZDU] das Konzept eines 0DUNWRULHQWLHUWHQ .RVWHQPDQDJHPHQWV, das die Vorteile aller bisher bekannten Verfahren verbinden soll 5 . Im Laufe der wissenschaftlichen Diskussion wurden in den letzten Jahren sowohl die instrumentellen Themenbereiche als auch die organisatorischen Komponenten dieses Ansatzes ergänzt bzw. vertieft. Da dieses Konzept des Target Costing-Verständnis im deutschsprachigen Raum prägt, dient es dementsprechend als Grundlage dieser Arbeit.
*UXQGLGHHXQG'HILQLWLRQ
&RRSHU umschreibt die Grundidee des Target Costing einfach und prägnant: "We tend to build up a model of the product, determine what its's going to cost, and then ask whether we can sell it for that. The Japanese turn it around: They say, 'It's got to sell for X. Let's work backwards to make sure we can achieve it'. 6 Im Mittelpunkt der Betrachtungsweise steht also nicht (wie beim traditionellen Kostenmanagement) die Frage "Was wird uns ein
4 vgl. Seidenschwarz 1993a, S. 6ff
5 Vgl. Seidenschwarz 1993a, S. 115 ff
6 Cooper 1991, in Worthy 1991, S. 50
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3
Produkt kosten?" sondern "Was darf uns ein Produkt kosten?". 7 Daraus lassen sich auch die beiden erwähnten Leitgedanken des Target Costing ableiten: Die Marktorientierung einerseits und die Planung und Beeinflussung der Kosten und Erlöse in den frühen Phasen des Produktlebenszyklus andererseits. 8
Da das Target Costing keine einheitliche Konzeption darstellt, finden sich in der Literatur durch eine Vielzahl von Definitionen. So schreibt beispielsweise &RRSHU: "Ziel des Target Costing ist die Bestimmung der Herstellkosten eines geplanten Produktes, so dass es in der Marktphase den gewünschten Gewinn erwirtschaftet." 9 Die Sicherstellung des Gewinnziels des Unternehmens steht im Mittelpunkt der Aussage.
In einer umfassenden Definition von einem der Väter des Target Costing, 0LFKLKDUX 6DNXUDL, kommt der ganzheitliche, produktlebenszyklusbezogene und interdisziplinäre Anspruch des Target Costing zum Ausdruck: "Although there is no universally accepted definition in Japan, target costing can be defined as a cost management tool for reducing the overall cost of a product over it's entire life cycle with the help of the production, engineering, R&D, marketing and accounting departments." 10 Er betont die zentrale Rolle des Target Costing im Kostenmanagement, das durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche in den frühen Entwicklungsphasen des Produktes optimiert werden soll. 11
Da in der letztgenannten Begriffsbestimmung eine wesentliche Funktion des Target Costing, die Orientierung an den Markterfordernissen, nicht explizit angeführt ist, wird die Definition von +RUYiWK 1LHPDQG und :ROEROG den weiteren Ausführungen zugrunde gelegt. Sie verstehen unter Target Costing ein umfassendes Bündel von Kostenplanungs-, Kostenkontroll- und Kostenmanagementinstrumenten, die schon in den frühen Phasen der Produkt- und Prozessgestaltung zum Einsatz kommen, mit dem Ziel die Kostenstrukturen frühzeitig im Hinblick auf die Marktanforderungen gestalten zu können. Daher verlangt
7 Vgl. Seidenschwarz 1992, S. 568
8 Vgl. Ebenda, S. 568 9 Cooper 1992, in: Horváth/Niemand/Wolbold 1993, S. 3 10 Sukarai 1989, S. 40f 11 Vlg. Löffler 1995, S. 134 _________________________________________________________________________
4
der Target Costing - Prozess die kostenorientierte Koordination aller am Produktentstehungsprozess beteiligten Bereiche. 12
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0DUNWE]Z.XQGHQRULHQWLHUXQJ
Ein zentrales Charakteristikum des Target Costing ist, dass den Markt- und Kundenanforderungen höhere Priorität als den technologischen Grenzen eingeräumt wird. 13 Dem gemäß stehen die potentiellen Kunden eines Unternehmens nicht nur am Ende sondern auch am Anfang der unternehmerischen Wertschöpfung und determinieren diese durch ihre Produktpreis- und Produktnutzenerwartungen. In diesem Modell wird die Technologie als Aktionspartner aufgefasst, der die in einem durch Marktpreis- und Unternehmensgewinnerwartungen vorgegebenen Kostenrahmen zu erreichende Leistungsfähigkeit sicherzustellen hat 14 . Ziel muss es letztlich sein, den Ressourceneinsatz so zu steuern, wie dies den vom Kunden gewünschten Produktwertrelationen entspricht. Werden die beiden Denkansätze gegenübergestellt, kann festgestellt werden, dass die traditionell technologiegesteuerte Denkhaltung mit der Entscheidungskette Investitionen ⇒ Selbstkosten ⇒ Marktpreis beim Target Costing in Marktpreis ⇒ langfristige Selbstkosten ⇒ Investitionen umgewandelt wird. 15
Aus nachfolgender Abbildung wird deutlich, dass auch im marktgetriebenen Managementsystem keine Abkehr vom Technologiemanagement erfolgt. Das Gegenteil wird hiermit verdeutlicht. Die technologischen Produkt- und Prozessinnovationen spielen eine dominante Rolle im Rahmen der Anstrengungen zur Umsetzung der Kundenwünsche und zur Zielkostenerreichung. Nur lautet hierbei das Leitmotiv für die marktgetriebene Entscheidungskette: "Der Markt treibt die Technologie" 16 ."Marktorientiertes Kostenmanagement schließt deshalb keine Veränderung im Unternehmen in bezug auf die
12 Vgl. Horváth/Niemand/Wohlbold 1993, S. 4
13 Vgl. Hiromoto 1991, S. 33 14 Vgl. Becker 1997a, S. 46 15 Vgl. Seidenschwarz 1993b, S. 31f 16 Seidenschwarz 1994a, S. 77 _________________________________________________________________________
5
Realisierung der Kundenanforderungen von vorneherein aus. Dies gilt für Maßnahmen organisatorischer, produkt- und prozesstechnischer, personeller und finanzieller Art, Standortfragen eingeschlossen." 17
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Durch das produktlebenszyklusbegleitende Kostenmanagement gewährleistet Target Costing sowohl den Überblick über die anfallenden Kosten als auch die marktorientierte Steuerung der Produktkosten im Sinne des Life Cycle Costing über die gesamte Produktlebensdauer. Dabei werden die gesamten Kosten von der ersten Phase der Konstruktion bis zu den Nachsorgephasen wie Reparatur, Wartung, Gewährleistung oder Recycling verfolgt. Diese Betrachtung ermöglicht Trade-Off-Beziehungen zwischen Anfangs- und Folgekosten zu erkennen und eine entsprechende Kostensubstitution durchzuführen. 18
17 Seidenschwarz 1993a, S. 81
18 Vgl. Burger 1995, S. 36 _________________________________________________________________________
6
Quote paper:
Romana Preindl, 2002, Target Costing - Behandlung der Zielkostenfestlegung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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