Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 1
II. Die Lasswell-Formel 2
2.1 Fünf Fragepronomen 2
2.2 Die zugewiesenen Forschungsbereiche 3
2.3 Massenkommunikation nach Lasswell 4
III. Stimulus-Response-Modell als Basis 5
3.1 Entstehung des Stimulus-Response-Ansatzes 5
3.2 Weiterentwicklung des Stimulus-Response-Modells 6
3.3 Berücksichtigung des S-O-R-Modells in der Lasswell-Formel 7
IV. Mertens Kritik der Lasswell-Formel 8
4.1 Die Formel von Douglas Waples 8
4.2 Erfüllung der Modellfunktionen 9
4.3 Bedeutung der Lasswell-Formel nach Merten 10
4.4 Bewertung der Kritik Mertens 11
V. Ergebnis 12
VI. Literaturverzeichnis 14
1
I. Einleitung
Zu den Pionieren der Kommunikationsforschung zählt der amerikanische Wissenschaftler Harold Dwight Lasswell. Seine Hauptforschungsbereiche waren Soziologie und Politologie, im Speziellen internationale Beziehungen, Propa-ganda und Machtstrukturen in staatlichen Gemeinschaften. In den 40er Jahren machte er jedoch entscheidende Schritte auf einem anderen Gebiet, welches damals noch in den Kinderschuhen steckte: der Kommmunikationswissenschaft. Lasswells besonderes Interesse galt in diesem Zusammenhang der Inhalts- und Wirkungsforschung. Mit der Erstellung seiner Formel im Jahr 1948 knüpfte er nicht nur an traditionelle Kommunikationstheorien der Vergangenheit an, sondern schuf Ansatzpunkte für spätere rhetorikorientierte Kommunikationsmodelle 1 . Die Lasswell-Formel brachte es rasch zu großer Berühmtheit, weil sie einfach und einleuchtend den komplizierten Vorgang der Massenkommunikation beschreibt. Sie stellt eines der ersten Wortmodelle überhaupt dar, die für den publizistischen Prozess entwickelt wurden.
In der vorliegenden Arbeit sollen die Lasswell-Formel und die in Lasswells Aufsatz The Structure and Function of Communication in Society 2 formulierten Theorien zur Massenkommunikation vorgestellt werden. In diesem Zusammenhang wird das Stimulus-Response-Modell Beachtung finden, welches als Basis der Überlegungen Lasswells gilt. Auf die kritischen Betrachtungen der Lass-well-Formel von Klaus Merten wird im Anschluss daran eingegangen. Am Schluss der Arbeit soll die Frage beantwortet werden, welche Bedeutung die Lasswell-Formel im heutigen Kommunikationsprozess hat.
1 Vgl. MCDOUGAL, DEREK: Harold D. Lasswell and the study of international relations. Boston,
1984, S. 15.
2 LASSWELL, HAROLD D.: The Structure and Function of Communication in Society. In:
SCHRAMM, WILBUR (Hrsg.): Mass Communications. Urbana u. a., 2 1960, S. 117.
1
II. Die Lasswell-Formel
2.1 Fünf Fragepronomen
Lasswell eröffnete seine Analyse von Kommunikationsprozessen im Jahr 1948 mit folgenden Worten:
"A convenient way to describe an act of communication is to answer the following questions:
In diesem rhetorikorientierten Modell sind der Kommunikator (Who), welcher "Erstbeweger" der Aussage ist, und der Rezipient (To whom) die entscheidenden Strukturelemente. Durch den einfachen Aufbau soll die komplizierte Struktur der Massenkommunikation einsichtig gemacht werden, was man als Reduktionismus der rhetorik-orientierten Modelle der Massenkommunikation bezeichnet. Das Modell gibt aber keinen Hinweis darauf, woher der Kommunikator den Stoff für seine Aussage nimmt.
Im Lasswell-Modell stehen Kommunikator und Rezipient in einer kommunikativen Beziehung. Das Medium (In which channel) erscheint lediglich als Trans-portmittel oder als Kanal der Kommunikatoraussage. Das Modell fragt zwar nach dem Effekt der Kommunikation, die als Einbahnstraße vom Kommunika- 3 Vgl.LASSWELL, Communication in Society, S. 117.
2
tor zum Rezipienten verläuft; letzt lich lässt das Lasswell´sche Kommunikationsmodell die Möglichkeit eines Feedbacks aber unberücksichtigt.
2.2 Die zugewiesenen Forschungsbereiche
Gleichzeitig wies Lasswell in seinem Artikel darauf hin, dass mit jedem Fragepronomen ein eigener Forschungsbereich angesprochen ist:
Das Who entspricht der Kommunikatorforforschung (control studies), Says what weist hin auf die Aussageforschung (content analysis), während sich In which channel auf die Medienforschung (media analysis) bezieht. Das To whom führt zur Rezipientenforschung ( audience analysis) und die Schlussposition With what effect zur Wirkungsforschung (effect analysis). 4
Diese fünf Forschungsbereiche umfassen publizistische Erscheinungen, die wiederum mit verschiedenen Erkenntniszielen und mit dem Werkzeug verschiedener Disziplinen angegangen werden können. Der Kommunikatorforschung dienen biographische Arbeiten über Journalisten, Redakteure und publizistische Persönlichkeiten. Die Aussageforschung versucht ein objektives und systematisches Bild von Texten und Bildern, von Film- und Schallaufzeichnungen zu ge-
4 Vgl.LASSWELL, Communication in Society, 1960, S. 117-118.
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Arbeit zitieren:
Stefan Meingast, 2000, Die Lasswell-Formel: Ursprung und Bedeutung, München, GRIN Verlag GmbH
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