I. Inhaltsverzeichnis
I. INHALTSVERZEICHNIS 1
II. EINLEITUNG 2
III. ZUR METHODE DES THOMAS HOBBES 3
IV. DIE THEORETISCHE ANTHROPOLOGIE 4
1. Fragmente einer physiologischen Theorie 4
2. Theorie der Sinneswahrnehmung (sensio) 4 a) Empfindung und Vorstellung 5 b) Denken, Erfahrung und Klugheit 5 c) Vernunft und Sprache 6
V. DIE PRAKTISCHE ANTHROPOLOGIE 7
1. Theorie der Handlungsmotivation 7
2. Konzeption der Handlungsrationalität 8
3. Theorie der Leidenschaften (affectus) 9
4. Hobbes Machtdefinition 10
VI. RÉSUMÉ
12 Vom summum malum zum summum maximum
VII. LITERATURVERZEICHNIS 13
1
II. Einleitung
Hobbes selbst hat den Ausdruck Anthropologie - die Wissenschaft vom Menschennicht benutzt. Obwohl er den Ausdruck als solchen nicht kannte, verbreitete Hobbes doch die Idee dieser neuen Wissenschaft, die an die Stelle der Metaphysik tritt. Die Anthropologie ist die Voraussetzung für die Philosophie des Thomas Hobbes. Seine Zeitgenossen, etwa Descartes, stellten die Rechte der Metaphysik nicht in Frage. Hobbes bestreitet aber diese Rechte im Namen einer Wissenschaft, die aus dem Wesen eine Zusammenstellung von Bewegungen macht. Aus diesem Mechanismus zieht Hobbes radikale Konsequenzen. Dies läßt folgende Frage aufkommen: Kann der Reduktionismus auf mechanische Abläufe das Entstehen eines Staates ausreichend erklären?
Am Anfang des Kapitel XLVI des Leviathan gibt er eine Definition von dem, was er unter Philosophie des Menschen oder Anthropologie versteht:
„Unter Philosophie versteht man das Wissen, das erworben wird, indem man von der Art der Entstehung eines Dinges auf seine Eigenschaften oder von den Eigenschaften auf einen möglichen Weg seiner Entstehung schließt, um zu ermöglichen, insofern es Stoff und menschliche Kraft erlauben, solche Wirkungen zu erzeugen, die das menschliche Leben fordert.“ 1
(Leviathan, Kapitel XLVI, S. 507)
Auch die Wissenschaft ist ein Artefakt des menschlichen Geistes, und nur als solches kann sie alle anderen Kunsterzeugnisse erklären - vor allem soziale Konventionen und politische Einrichtungen. Der Mensch würde unerklärlich bleiben, wenn er eine bloße Gegebenheit der Natur wäre.
Die Eigentümlichkeit von Hobbes war es, aus der Anthropologie die allgemeine Voraussetzung seiner polit ischen Philosophie gemacht zu haben. Auf die Weise wollte er der politischen Wissenschaft eine feste Grundlage geben. Untersucht man die
1 Thomas Hobbes: Genaue Fußnote
2
Anthropologie, so stellt man fest, daß Hobbes eine ganze Reihe von Themen entwickelt, die keine direkte Beziehung zu seiner politischen Theorie haben. So stellt er Fragen hinsichtlich des Traums, der Erinnerung, der Phantasmen, des Großmuts, der Reue usw. So läßt sich sagen, seine Anthropologie sei unmittelbar philosophisch und nicht politisch. In der Anthropologie gibt es also Voraussetzungen, die dazu dienen, die politische Philosophie zu begründen. 2
III. Zur Methode des Thomas Hobbes
Hobbes entwickelt eine neue Wissenschaft - die Methode - als Gegenbegriff zur Natur, um Wissen methodisch zu produzieren. Mit Hilfe der Methode erreicht der Mensch Ziele oder stellt Erwägungen an hinsichtlich irgendwelcher Dinge. Die Natur wird in der Methode nicht völlig eliminiert; sie tritt nur in ihrer Bedeutung zurück. In der Methode findet Hobbes auch die Lösung der Frage, wie man zur Unterscheidung von dem, was hier und jetzt für wahr befunden wurde, zu dem gelangt, was zu allen Zeiten und an allen Orten wahr ist. 3
Im Folgenden wird auf die theoretischen sowie praktischen Aspekte der Anthropologie Thomas Hobbes eingegangen. Vor allem wird bei der praktischen Anthropologie das Augenmerk auf die Hobbessche Definition von Macht gelegt, da dies unmittelbar auf das von Hobbes so bezeichnete maximum bonum überleitet, den großen Leviathan Staat. Es sollen die Grundsätze aufgezeigt werden, auf denen Hobbes seinen Vertragsstaat begründet. Charakteristisch dabei ist, daß sich Hobbes erstens gegen die aristotelische These von der politischen Natur des Menschen stellt und zweitens alles
2 Julien Freund: Anthropologische Voraussetzungen zur Theorie des Politischen bei Thomas
Hobbes, in Udo Bermbach und Klaus-M. Kodalle (Hrsg.): Furcht und Freiheit: Leviathan -
Diskussion 300 Jahre nach Thomas Hobbes. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1982. S. 107-
128.
3 Ulrich Weiss: Das philosophische System von Thomas Hobbes. Stuttgart-Bad Cannstatt:
Friedrich Frommann Verlag, 1980.
3
als einen Mechanismus versteht: Die Welt, die in ihr lebenden Tiere und Pflanzen, der Mensch, die von ihm geschaffenen Sozialformen und staatliche Ordnungen.
IV. Die theoretische Anthropologie
1. Fragmente einer physiologischen Theorie
Hobbes legt keine umfassende Theorie des menschlichen Körpers vor. Er beschränkt sich in der Physiologie auf die Gegenstandsbereiche Ernährung, Kreislauf und Herzaktion. Es handelt sich dabei um eine zeitgenössische mechanistische Physiologie, die den Menschen unter dem Modell der Maschine konzipiert. Organe und Körperteile werde n z. B. in der Einleitung des Leviathan verglichen mit den Teilen des mechanischen Uhrwerks.
2. Theorie der Sinneswahrnehmung (sensio) 4
Hobbes´ Theorie der Sinneswahrnehmung hält sich ganz im Rahmen des mechanistischen Grundsatzes. Hobbes begreift subjektive Vorstellung als Bewegung der inneren Teile. Aus der Beschreibung einer Bewegungskette tritt klar die Mechanik des Prozesses hervor. Daraus ergibt sich jedoch folgendes Problem: Hobbes´ Modell erklärt zwar, warum Bewegungen im Sinnesapparat erzeugt werden. Warum jedoch wird dieser materielle Prozeß als Duft, Ton, Farbe etc. empfunden?
Der zentrale Begriff der Naturphilosophie Thomas Hobbes´ ist „Bewegung“. Hobbes ist der Ansicht, alle inneren Zustände, Tätigkeiten und Ereignisse lassen sich auf innere Bewegungen reduzieren. Im folgenden wird auf diese „inneren Bewegungen“ genauer eingegangen.
4 Christine Chwaszcza: Anthropologie und Moralphilosophie im ersten Teil des Leviathan, in:
Kersting, Wolfgang (Hrsg.): Thomas Hobbes, Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines
bürgerlichen und kirchlichen Staates (= KLASSIKER AUSLEGEN; Bd. 5). Berlin: Akademie
Verlag, 1996, S. 83-106.
4
Arbeit zitieren:
Stefan Meingast, 1999, Anthropologie bei Thomas Hobbes, München, GRIN Verlag GmbH
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