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I. Einleitung 2
II. Hauptteil 2
1. Die Schlacht bei Langemarck 2
2. Die unmittelbare Erinnerung: Der Feldpostbrief 3
2.1. Die Briefe Fritz Philipps 4
2.2. Die Briefe Kurt Petersons 5
3. Die späte (konstruierte) Erinnerung 6
3.1. Ludwig Renn: Erinnerung von Links 7
3.2. Josef Magnus Wehner: Erinnerung von Rechts 8
4. Ergebnis: Verschiedene Erinnerungen an dieselbe Sache 9
III. Schluss 11
IV. Literaturverzeichnis BBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBB 11
Die Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg in der Weimarer Zeit waren verschiedener Art. Am Beispiel der Schlacht bei Langemarck wird dies in vorliegender Arbeit erläutert. Die Bearbeitung eines solchen Themas scheint mir nicht möglich, ohne den Zusammenhang zu Feldpostbriefen herzustellen, da diese ein wahrhaftiges Erleben widerspiegeln. Die Analyse der Briefe zweier ausgesuchter Soldaten hilft hierbei, die Verschiedenartigkeit persönlichen Kriegserlebens darzulegen.
Doch wie wird aus persönlichem Erleben eine „offizielle“ Erinnerung, die eine verlorene Schlacht zu einer Heldensaga werden lässt?
In der zielgerichteten politischen Instrumentalisierung der Feldpostbriefe sowie in der „Nach-kriegspropaganda“ zur Flandernschlacht ist die Antwort zu suchen.
Das Ziel meiner Arbeit ist es, ein umfassendes Bild verschiedener Sichtweisen von unterschiedlichen Ausgangspunkten auf den Ersten Weltkrieg in der Weimarer Republik zu erstellen.
Die gute Quellenlage zur Thematik lässt einen solchen Vergleich zu. Philipp Witkops Sammlung „Kriegsbriefe gefallener Studenten“ und Reinhard Dithmars „Der Langemarck-Mythos in Dichtung und Unterricht“ enthalten zahlreiche niedergeschriebene zeitgenössische Gedanken und bilden somit einen interessanten Einstieg in die Thematik.
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Im Herbst 1914 kamen auf Veranlassung des preußischen Kriegsministeriums in Berlin fünf neue Reservekorps und die 6. bayrische Reservedivision ab dem 10. Oktober desselben Jahres an die Westfront in Flandern. Ab dem 13. Oktober bildeten sie die 4. Armee unter Herzog Albrecht von Württemberg. Ihr Auftrag bestand darin, die Hafenstadt Calais zu erobern, um die britischen Verstärkungen zu stoppen, die dort ausgeladen wurden. Der Feldzug im Westen sollte auf diese Weise siegreich beendet werden. Hierbei trafen die Korps auf eine starke Gegnerschaft. Schließlich gelangen weder der britisch-französisch-belgischen noch der deut-
3
schen Armee während der zahlreichen Schlachten im Oktober und November entscheidende Durchbrüche. Am 17. November zog sich die 4. Armee in die Schützengräben zurück. Zuvor sollte sie am 10. November 1914 den letzten Versuch unternehmen, die gegnerischen Armeen zu besiegen und die flandrische Stadt Ypern zu nehmen. Ypern blieb jedoch in der Hand der Engländer. Ein anderer Teil der deutschen Armee stieß bis kurz vor die Stadt Het Sas durch und konnte 1168 Gefangennahmen verzeichnen. Von diesem Ereignis besagte der Heeresbericht am darauf folgenden Tage: „Westlich Langemarck brachen junge Regimenter unter dem Gesange >Deutschland, Deutschland über alles< gegen die erste Linie der feindlichen Stellungen vor und nahmen sie“ 1 . Die gesamte Flandernschlacht (nicht nur die Schlacht
bei Langemarck) sollte für die deutschen Armeen Verluste von 80000 bis 100000 Mann betragen haben 2 .
Wie das Lied auf die Lippen einiger oder vieler Soldaten der 4. Armee geriet, ist nicht hundertprozentig geklärt. Doch der Mythos mit dem Namen Langemarck war geboren und sollte fortan verschiedene Wege der Instrumentalisierung durchlaufen.
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Zwischen 1918 und 1933 erschienen in der Weimarer Republik rund 300 Kriegsromane. Ihnen gemein waren die autobiographischen Züge, die sie aufwiesen. Der Autor machte sich selbst zum Kriegsteilnehmer bzw. zum Zeugen. Hierbei wurde er zum Ankläger und Richter in einer Person. Vor diesem Hintergrund entstand das Verlangen nach Erlebnisberichten wahrer Augenzeugen 3 .
In ihrem Buch „Unknown Germany“ fragte Hanna Hafkesbrink 1947: „Where do you feel the heartbeat of a people more than in their letters?“ 4 . Eine solche Frage wurde zweifelsohne be-
reits in der Zeit der Weimarer Republik aktuell. Die Inhalte der Feldpostbriefe, der Dokumente deutscher Frontsoldaten im Ersten Weltkrieg, variierten zwischen entschiedener Ablehnung des Krieges und eindeutiger Identifizierung mit demselben 5 . Der Freiburger Germanist Phi-
lipp Witkop veröffentlichte ab 1918 seine Sammlung „Kriegsbriefe gefallener Studenten“. Sie
1 Vgl. Paul 82 - 84.
2 Vgl. Unruh 182.
3 Vgl. Ulrich 230.
4 Ebda. 13, dazu Fußnote 7.
5 Ebda. 233.
Arbeit zitieren:
Katrin Eichhorn, 2002, Langemarck - Feldpostbriefe - Propaganda. Gesichter der Erinnerung, München, GRIN Verlag GmbH
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Die Entwicklung des Mythos von Langemarck
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