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Anglizismen - Bereicherung oder Schändung der deutschen Sprache?

Titel: Anglizismen - Bereicherung oder Schändung der deutschen Sprache?

Seminararbeit , 2002 , 26 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: M.A. Nicole Gast (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ursprünglich hatten alle Menschen die gleiche Sprache und waren ein Volk. Als sie auf die Idee kamen, einen Turm zu bauen, der bis zum Himmel reicht, um sich damit einen Namen zu machen, griff Gott ein, denn er sah, dass den Menschen nun nichts mehr unmöglich war. Er verwirrte die Sprache und zerstörte damit jede Verständigungsmöglichkeit. Das eine Volk zerfiel wie seine Sprache und der Turm blieb eine Ruine. Derart pluralisiert, verbreiteten sich die Völker und Sprachen über die Erde. Die elf Apostel saßen in Jerusalem zusammen, als plötzlich ein Brausen vom Himmel das Haus erfüllte und Feuerzungen erschienen, die sich auf sie verteilten. Der Heilige Geist, der sie dieserweise erfüllte, hieß sie nun, in fremden Sprachen zu sprechen. Und so kam es, dass alle Menschen in der Vielvölkerstadt zu ihrem größten Erstaunen die Apostel, die doch nur einfache Galiläer waren, in ihrer je eigenen Muttersprache (idia dialekto) reden hörten. Das sind die beiden kommunikativen Urszenen, die uns die Bibel vor Augen führt : der Turmbau zu Babel ( Genesis 11, 1-9) und das Pfingstwunder ( Apostelgeschichte 2, 1 - 13). Heute scheint die Wirklichkeit die theologische Vorstellung eingeholt zu haben - und zwar beide Urszenen zugleich.

Über die Gesamtzahl der heute auf der Erde gesprochenen Sprachen herrscht keine Einigkeit. Die meisten Nachschlagewerke nennen eine Zahl zwischen 4000 und 5000, doch andere Schätzungen schwanken zwischen 3000 und 10 000. Ein Grund für diese schwankenden Zahlen besteht darin, dass in unerforschten Gebieten der Erde selbst heute noch neue Völker und damit neue Sprachen entdeckt werden. Sprachenvielfalt ist also nichts Neues. Sie besteht seit Jahrtausenden und jedes Volk unternahm gezielte Bemühungen seine Sprache von fremdsprachlichen Einflüssen freizuhalten. Diese puristischen Bestrebungen sollten dem Sprachzerfall bzw. der “Muttersprachzertrümmerung“ Einhalt gebieten und zielten in erster Linie darauf ab, Ausdrücke fremder Herkunft durch spracheigene Ausdrücke zu ersetzen.

Doch trotz intensiver Bemühungen war diese Aufgabe nicht zu erfüllen. Schon immer mischten sich fremdartige Ausdrücke in das Vokabular einer Sprache, die von ihren Sprechern genutzt wurden ohne dass sie vorher übersetzt wurden. Und auch die deutsche Sprache konnte sich vor der Invasion fremder (insbesondere englischer) Vokabeln und Redewendungen nicht ewig schützen. Und exakt dieses Thema behandelt diese Arbeit. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anglizismen

2.1 Geschichte der englischen Sprache

2.2 Englischer Spracheinfluss vom Mittelalter bis 1945

2.3 Englischer Spracheinfluss von 1945 bis heute

2.4 Integration von Anglizismen

3. Anglizismen in modernen Werbe - und Medientexten

3.1 Chat – Kommunikation

4. Beispiele von Anglizismenbildung und –verwendung im täglichen Sprachgebrauch

4.1 Analyse von Einzelentlehnungen

4.2 Beispiele für Problemfälle

4.3 Pluralbildungen

4.4 Redewendungen

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Anglizismen in der deutschen Sprache, um zu klären, ob diese eine Bereicherung darstellen oder zur Sprachschändung und zum Verfall des Deutschen beitragen. Dabei wird der historische Kontext beleuchtet, die Integration englischer Elemente analysiert und der Einfluss in modernen Medien und im täglichen Sprachgebrauch kritisch reflektiert.

  • Historische Entwicklung der englischen Sprache und ihr Einfluss auf das Deutsche.
  • Die Rolle der Massenmedien und Werbung bei der Verbreitung von Anglizismen.
  • Analyse spezifischer Entlehnungen und sprachlicher Phänomene (Lehnplurale, Kontaminationen).
  • Einfluss der Internet-Chat-Kommunikation auf den Sprachwandel.
  • Kontroverse Diskussion über Anglizismen als Bereicherung oder Bedrohung der kulturellen Identität.

Auszug aus dem Buch

3.1 Chat – Kommunikation

Chatten ( engl. to chat >plaudern, schwatzen<) ist die wohl populärste Form der Online - Kommunikation, die im Gegensatz zur E-Mail-Kommunikation synchron erfolgt, d.h. in Echtzeit wie beim Telefonieren. Während jedoch beim Telefonieren der Anrufer in den Telefonhörer spricht und das Gesprochene nahezu zeitgleich bei Hörer ankommt, schreibt beim Chatten der Gesprächspartner über die Tastatur einen Text, der ebenfalls nahezu zeitgleich beim Adressaten auf dem Bildschirm erscheint.

Nun, diese Erklärung ist allgemein verständlich. Doch, wer diese Erklärung verstanden hat, hat noch lange nicht verstanden, wie man chattet. Das folgende Beispiel soll dies verdeutlichen. Es zeigt einen freien IRC -Chat ( Internet Relay Chat), der für diejenigen, die bisher noch nie gechattet haben, undurchsichtig, wenn nicht sogar konfus wirkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und biblische Thematik der Sprachenvielfalt und führt in die Fragestellung ein, ob Anglizismen eine Bereicherung oder eine Bedrohung für das Deutsche darstellen.

2. Anglizismen: Dieses Kapitel definiert Anglizismen, zeichnet die historische Entwicklung der englischen Sprache nach und untersucht den Einfluss des Englischen auf das Deutsche von der Hansezeit bis zur Gegenwart.

3. Anglizismen in modernen Werbe - und Medientexten: Das Kapitel erläutert die Funktion der Werbesprache und die Omnipräsenz von Anglizismen in Medien sowie der Chat-Kommunikation.

4. Beispiele von Anglizismenbildung und –verwendung im täglichen Sprachgebrauch: Hier werden konkrete sprachliche Beispiele wie Airbag, Hamburger oder spezielle Pluralbildungen und Redewendungen anhand ihrer Integration ins Deutsche analysiert.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Anglizismen ein natürlicher Teil der globalisierten Sprachentwicklung sind und nicht per se als Bedrohung gewertet werden sollten.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Arbeit verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Anglizismen, Sprachwandel, Fremdwörter, Globalisierung, Werbesprache, Chat-Kommunikation, Entlehnungen, Lehnplural, Sprachschändung, Sprachbereicherung, Sprachgeschichte, Amerikanismen, Sprachkultur, Integration, Medien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem zunehmenden Gebrauch von Anglizismen in der deutschen Sprache und der damit verbundenen Frage nach einer möglichen Sprachschändung oder Bereicherung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der englischen Sprache, der Einfluss der USA nach 1945, die Verwendung von Anglizismen in der Werbung sowie die Rolle der Online-Kommunikation.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob Anglizismen und Amerikanismen eine Daseinsberechtigung in der deutschen Sprache haben und ob sie den deutschen Wortschatz bereichern oder zum Verfall der Sprache führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus literaturwissenschaftlichen Analysen, der Auswertung von Umfrageergebnissen und einer empirischen Betrachtung von Werbetexten sowie Chat-Protokollen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Sprachgeschichte, die Analyse der Werbesprache, die Untersuchung der Internetkommunikation sowie eine linguistische Einzelwortanalyse von Anglizismen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Anglizismen, Sprachwandel, Globalisierung, Werbesprache, Entlehnung und Sprachkultur charakterisiert.

Wie unterscheidet der Autor zwischen der Allgemeinsprache und der Fachsprache bei Anglizismen?

Der Autor führt unter Berufung auf Fachliteratur aus, dass die Dichte von Anglizismen in Fachbereichen wie Computerwesen oder Werbung deutlich höher ist als im alltäglichen Sprachgebrauch.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der "Anglizismenflut"?

Der Autor schlussfolgert, dass Anglizismen ein unvermeidbares Begleitphänomen der Globalisierung sind und ein Schwarz-Weiß-Denken bei der Bewertung des Sprachwandels nicht zielführend ist.

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Details

Titel
Anglizismen - Bereicherung oder Schändung der deutschen Sprache?
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Germanistik)
Note
2,0
Autor
M.A. Nicole Gast (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
26
Katalognummer
V49812
ISBN (eBook)
9783638461696
ISBN (Buch)
9783656071563
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anglizismen Bereicherung Schändung Sprache Entlehnungen Thema Anglizismen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Nicole Gast (Autor:in), 2002, Anglizismen - Bereicherung oder Schändung der deutschen Sprache?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49812
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Leseprobe aus  26  Seiten
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