Inhalt:
1. Einleitung 3
2. Historischer Rückblick 4
Der erste Weltkrieg 4
Der zweite Weltkrieg S 5
Der kalte Krieg 6
Die „post cold war“ Ära 8
Unter Präsident George Herbert Bush 8
Unter Präsident William Jefferson Clinton 9
3. Gegenwart und Zukunft 11
Neokonservative 12
Realisten 13
Die Liberalen 14
4. „Good guys“ und Dämonen 16
5. Das schwache Europa, das starke Amerika 7
Rüsten sich die USA kaputt ? 19
6. Fazit 20
Literaturverzeichnis 22
2
Die USA und ihre Rolle als Weltpolizist
1. Einleitung
Seit dem Ende des kalten Krieges wird den USA in der weltweiten Diskussion mit vorwurfsvollem Unterton vorgehalten, sich in den unterschiedlichsten
Zusammenhängen als Weltpolizist aufzuspielen. Bisweilen hört man das Stichwort Weltpolizist auch in der inter-amerikanischen Debatte um die Außenpolitik des Landes.
Im Zuge dieser Seminararbeit sollen Sachverhalte näher beleuchtet werden, bei denen der Verdacht nahe liegt, dass sich die USA in die Rolle eines Weltpolizisten begeben haben, beziehungsweise welche Umstände sie als einen solchen erscheinen ließen.
Der Ausdruck „Weltpolizist“ beschreibt im Kern eine Ordnungskraft, die den Globus wohlwollend beobachtet bis irgendwo ein Unrecht geschieht und daraufhin regulierend eingreift, um einen Zustand von Gerechtigkeit wiederherzustellen. Im allgemeinen Sprachgebrauch findet der Begriff allerdings eher im negativen Sinne Verwendung, indem er die Einmischung einer Macht, in einen fremden, der eigenen Heimat fernen, Konflikt oder Sachverhalt, ohne unmittelbar selber betroffen zu sein, suggeriert.
Tatsächlich erscheint es auf den ersten Blick einfach, sich ein paar Fakten aus der Geschichte herauszupicken um mit ihnen diesen Vorwurf zu untermauern. Wie bei vielen Dingen ist es aber auch hier so: Je näher man hinschaut desto sichtbarer werden die komplexen Vernetzungen von Reaktion und Gegenreaktion, von weiser Voraussicht und fatalem Irrtum, von Macht und Ängsten.
Die Arbeit beginnt mit einem historischen Rückblick auf wichtige militärische Eingriffe der Amerikaner im Ausland, danach folgen weitere Rückblicke auf den kalten Krieg und den Anbruch der Zeit nach dem kalten Krieg. Hiernach werden Betrachtungen der Gegenwart und Zukunft der USA, der neuen Feindbilder und zuletzt der Rüstung angestellt.
3
2. Historischer Rückblick
Richten wir erst einmal den Blick auf die kriegerischen Auslandsaktivitäten der USA des vergangenen Jahrhunderts, um zu schauen ob die USA aus einem Sendungswillen heraus der Welt den American Way of Life missionarisch aufzuzwingen in der Fremde aktiv wurden, ob pragmatische Gründe für Interventionen vorlagen oder man sich tatsächlich zum Weltpolizisten berufen fühlte.
Der erste Weltkrieg
Der erste Weltkrieg, das erste Engagement der USA in der alten Welt, brachte umwälzende Effekte für die USA mit sich.
Nachdem im Sommer 1915 der Handel der USA mit den Mittelmächten aufgrund der englischen Seeblockade völlig zum Erliegen gekommen war, blieben als Großkunden nur noch England und Frankreich übrig. 1 2 Der Bedarf dieser beiden Länder war allerdings so hoch, dass sie die USA aus der Wirtschaftskrise, in der sie sich befanden, herausrissen. Nachdem die finanziellen Mittel der gegen Deutschland kämpfenden Länder erschöpft waren, brachen die Amerikaner mit ihrer „cash and carry“ Maxime, nach der Waren nur an im Krieg befindliche Länder verkauft werden durften, wenn diese bar bezahlten und die Waren auf eigenen Schiffen abtransportieren konnten. Nun durften amerikanische Privatbanken den Alliierten Kredite gewähren. Das Geschäft lief so gut, dass die USA vom Nettoschuldner zur größten Gläubigernation der Welt wurden. 3 Ab diesem Punkt war aber auch klar: Wenn die Deutschen den Krieg gewinnen würden, würde Niemand die immensen Kredite zurückzahlen. Ihr Eintritt in diesem Krieg erfolgte schließlich aufgrund dieser finanziellen Verstrickung und aufgrund des innenpolitischen Drucks. Die öffentliche Meinung befürwortete wegen des uneingeschränkten U-Boot Krieges der Deutschen und wegen eines durch die Briten abgefangenen Telegramms an Mexiko, in dem der
1 Vgl.: Junker, Detlef: Von der Weltmacht zur Supermacht; BI-Taschenbuchverl., 1995, S.36
2 Anmerkung: Die Blockade forderte auf Deutscher Seite nach Schätzungen 700 000 Hungertote ebd.
3 Vgl.: Junker, Detlef: Von der Weltmacht zur Supermacht; BI-Taschenbuchverl., 1995, S.36
4
deutsche Außenminister den Mexikanern ihre nördlichen Besitzungen im Falle eines gemeinsamen Sieges über die USA zurück versprach 4 , den Kriegseintritt.
Der zweite Weltkrieg
Im zweiten Weltkrieg war für viele Amerikaner, wie auch für Präsident Roosevelt die Schreckensvision einer durch deutsche, italienische und japanische Planwirtschaften beeinflussten Weltwirtschaft ein sehr bedrohliches Szenario. Würde es Realität werden, wähnte m an durch den Wegfall von Investoren, schrumpfendem Außenhandelsvolumen und dadurch steigender Arbeitslosigkeit, die ohnedies schon hoch war, die innere Stabilität der USA und den Fortbestand ihres Systems in Gefahr. 5 Bis heute diskutieren Verschwörungstheoretiker und Wissenschaftler ob Roosevelt, um in die öffentliche Meinung von der Notwendigkeit eines Kriegseintritts zu überzeugen, den Marinestützpunkt Pearl Harbor wider besserem Wissen dem japanischen Angriff preisgegeben hat.
Mit Anlaufen der Kriegsproduktion waren brachliegende Produktionskapazitäten und Arbeitslosigkeit in den vereinigten Staaten vom Tisch. 6
Die in der Atlantik-Charta von 1941 verkündeten Kriegsziele der USA spiegeln, wovor man sich bei einem Sieg der Achsenmächte fürchtete und lautete n daher: Unteilbare Sicherheit, unteilbare Freiheit und den unteilbaren Weltmarkt. 7
In Roosevelts Nachkriegskonzept taucht der Begriff des Weltpolizisten erstmalig auf. Zusammen sollten die vier Großmächte USA, Großbritannien, Sowjetunion und China dem Konzept nach auf unbestimmte Zeit als internationale Polizeimacht den Weltfrieden sichern. 8
Während nach dem zweiten Weltkrieg die Industrieregionen Europas in Trümmern lagen, waren die USA mit ihrer völlig unbeschädigten Industrie zur unerreichbaren wirtschaftlichen Führungsnation der Welt geworden. Zwei Drittel der weltweiten Goldreserven gehörten 1944 den USA.
4 Vgl.: Bender, Peter: Weltmacht Amerika - Das neue Rom; Klett-Cotta, Stuttgart 2003, S.73
5 Vgl.: Junker, Detlef: Von der Weltmacht zur Supermacht; BI-Taschenbuchverl., 1995, S.56
6 Vgl.: Junker, Detlef: Von der Weltmacht zur Supermacht; BI-Taschenbuchverl., 1995, S.62
7 Vgl.: Junker, Detlef: Von der Weltmacht zur Supermacht; BI-Taschenbuchverl., 1995, S.64
8 Vgl.: Junker, Detlef: Von der Weltmacht zur Supermacht; BI-Taschenbuchverl., 1995, S.65
5
Der kalte Krieg
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde ein anderes Schreckensszenario akut: Ein kommunistisches Europa würde den Wohlstand der USA noch stärker gefährden als ein nationalsozialistisches Europa.
Im kalten Krieg lieferte die Truman-Doktrin von 1947 die Grundlage für weltweite amerikanische Interventionen. In ihr enthalten: Die Dominotheorie, nach der der Verlust eines Landes an den Kommunismus den Verlust weiterer Länder zur Folge hat. Damit einher ging die selbstauferlegte Mission überall auf der Welt freie Völker vor kommunistischer Aggression, käme sie von Außen oder von Innen, zu schützen. 9 Die Dominotheorie wurde im Laufe des kalten K rieges zur Rechtfertigung verschiedenster militärischer Aktivitäten herangezogen und tauchte bis 1990 immer wieder auf, konnte aber nie belegt werden 10 .
Diese Logik einer Eindämmungsstrategie führte die Amerikaner in den Koreakrieg. Erst der Koreakrieg gepaart mit der kommunistischen Revolution in China und der ersten sowjetischen Atombombe und die damit einhergehende Annahme die Russen könnten mit ihren Atombomben auch den nordamerikanischen Kontinent bedrohen, brachte die USA zu der Ansicht, dass eine massive ständige Militärmacht und ein weltweites Netz von Bündnispartnern und Militärbasen notwendig seien. 11
Im Zuge der Eindämmungspolitik war man natürlich bemüht die ölreichen Regionen in Nah-Ost vom sowjetischen Einflussbereich fern zu halten und so das Öl der Region für die freie Weltwirtschaft (somit natürlich in erster Linie für die amerikanische Wirtschaft) verfügbar zu halten. Das ging nicht, ohne sich in die umfangreichen Probleme der Region zu verstricken. 12 (Anmerkung: Die Spätfolgen dieser Verstrickungen zeigen sich just im Irak)
Ihren Höhepunkt fand die Eindämmungspolitik im Vietnamkrieg, dem durch die Kulturrevolution 1968 zunehmend die Unterstützung durch das amerikanische Volk entzogen wurde. Die Kritiker der „neuen Linken“ legten erstmals die weltpolitische
9 Vgl.: Junker, Detlef: Von der Weltmacht zur Supermacht; BI-Taschenbuchverl., 1995, S.76
10 Vgl.: Junker, Detlef: Von der Weltmacht zur Supermacht; BI-Taschenbuchverl., 1995, S.81
11 Vgl.: Junker, Detlef: Von der Weltmacht zur Supermacht; BI-Taschenbuchverl., 1995, S.80
12 Vgl.: Junker, Detlef: Von der Weltmacht zur Supermacht; BI-Taschenbuchverl., 1995, S.84
6
Quote paper:
Martin Weinberg, 2005, Die Amerikaner als 'Weltpolizisten', Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Modernismus und Typologisierung des Nationalismus: Über die Wechselwir...
History Europe - Other Countries - Newer History, European Unification
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 29 Pages
History Europe - Other Countries - Newer History, European Unification
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 16 Pages
Der Kampf der Kulturen? Huntingtons These in der Diskussion
Politics - International Politics - General and Theories
Termpaper, 29 Pages
Zivilreligion und Nationalismus - eine komparative Analyse der USA und...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 36 Pages
Wettbewerb der Kulturen nach S. Huntington: Konsequenzen für die wirts...
Economy - Theory of Competition, Competition Policy
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
Die Außenpolitik der USA unter George W. Bush und das Völkerrecht
Politics - International Politics - Region: USA
Termpaper, 21 Pages
Das US-amerikanische Entscheidungssystem für Außen- und Sicherheitspol...
Politics - International Politics - Region: USA
Scholary Paper (Seminar), 13 Pages
Weltwirtschaft: Zahlungsbilanz und Wechselkurse
Economics - International Economic Relations
Script, 12 Pages
Pax Americana im Nahen Osten - Ein Theorieansatz zur Rolle extraregion...
Politics - International Politics - Region: Near East, Near Orient
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
Politisch - ökonomische Kulturkreise und Konfliktpotentiale
Sociology - Culture, Technology, Peoples / Nations
Scholarly Research Paper, 22 Pages
Martin Weinberg's text Die Amerikaner als 'Weltpolizisten' is now available as a printed book
Martin Weinberg has published the text Die Amerikaner als 'Weltpolizisten'
Martin Weinberg has uploaded a new text
Czech Voices: Stories from Texas in the Amerikan Narodni Kalendar
Clinton Machann, James W. , Jr. Mendl
Die Angst der Amerikaner vor der deutschen Atombombe
Neue Informationen und Dokumen...
Edgar Mayer, Thomas Mehner
Assimil. Amerikanisch ohne Mühe. Lehrbuch
Amerikanisches Englisch
Susanne Gagneur, David Applefield
Universal-Wörterbuch Amerikanisches Englisch
Amerikanisches Englisch - Deut...
Benjamin R. Dorvel, Helen Galloway, Gudrun Pradier
0 comments