Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung 3
2.) Abriß wichtiger geschichtlicher Ereignisse. 4
2.1) Blütezeit im Frühmittelalter. 4
2.2) Verfolgungen im Hochmittelalter 6
2.3) Juden im Spätmittelalter 9
3.) Jüdisches Alltagsleben 13
4.) Schlussbemerkungen. 15
5.) Literaturverzeichnis. 17
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1.) Einleitung
Die europäische Geschichte der Juden im Mittelalter ist im Laufe der Jahrhunderte einem massiven Wandel unterworfen. Erlebte die jüdische Bevölkerung in der Frühzeit noch eine wahre Blütezeit mit durchaus hohem Ansehen, kam es nach dem ersten Kreuzzug 1096 zu einem Wandel in der gesellschaftlichen und rechtlichen Stellung der Juden. Die wachsende Feindschaft gegenüber der jüdischen Bevölkerung führte zu gewaltsamen Übergriffen, einschließlich Vertreibung und Mord. Europa besaß im Mittelalter eine festgefügte gesellschaftliche Ordnung. Der Hochadel, an der Spitze der König, herrschte über Land und Leute. Seine Vasallen, die Ritter, waren die Stütze seiner Macht. Sie lebten auf Burgen, von denen aus sie Krieg führten, Streit schlichteten und Recht sprachen. Einige von ihnen wurden Minnesänger und entwickelten die höfische Kultur zur vollendeten Kunst.
Das gemeine Volk dagegen hatte nur wenig Rechte und war zu Diensten und Abgaben an den Grundherrn verpflichtet. Eine Ausnahme bildeten die Bürger der im 12. Jahrhundert aufkommenden Städte. Sie waren frei, konnten Besitz erwerben und Handel betreiben. Sie organisierten sich in Zünften und machten die Städte zu Zentren wirtschaftlicher und kultureller Blüte.
Eine überragende Bedeutung kam der Kirche zu, Europa war im Mittelalter zunehmend christlich geprägt. Gott zu dienen und neue Gläubige zu gewinnen gehörte zu den vordringlichsten Aufgaben. Kirchen wuchsen in die Höhe und mit ihnen das Feindbild „Jude“. Die Juden werden zum Sündenbock degradiert, verantwortlich gemacht für Leid und Elend. Sie werden in abgeschottete Ghettos gebracht und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Die folgende Hausarbeit gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil geht es um einige wichtige Stationen in der Geschichte der Juden im Mittelalter kurz zu umreißen. Im zweiten Teil wird das im ersten Teil noch nicht erläuterte Alltagsleben der Juden kurz dargestellt.
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Grundlegende Fragestellung während der Textbearbeitung war die nach den Gründen für den extremen Wandel der gesellschaftlichen Stellung der Juden.
Was waren die Vorbedingungen für die wachsende Judenfeindschaft? Wie lässt sich die Steigerung bis hin zu den Vertreibungen zur Zeit der Pest erklären? Können die im Mittelalter geschaffenen Stereotypen auch als Grundlage zu den Verfolgungen im dritten Reich gesehen werden?
2.) Abriß wichtiger geschichtlicher Ereignisse
2.1) Blütezeit im Frühmittelalter
Im Frühmittelalter steigt die römisch-katholische Religion zur führenden Religion in Mitteleuropa auf. Trotzdem halten viele Juden an ihrem Glauben und an ihren strengen Gesetzen und Gebräuchen fest. Religion war keine Privatangelegenheit, sondern ein fester Bestandteil des alltäglichen gesellschaftlichen Lebens. So bestimmte der religiöse Hintergrund jegliche Begegnungen zwischen Juden und Christen. Jeder war der Meinung, er sei im Besitz der einzigen göttlichen Wahrheit. Es konnte nur eine einzige göttliche Wahrheit geben und das Festhalten an ihr bedeutete automatisch die Verneinung eines anderen Glaubens. Feindschaft zwischen den Religionen sah man daher als eine Art göttlichen Befehl an (vgl. Strauss 1985, S. 29f.). Man weiß heute nur aus Rückschlüssen, dass es in den römischen Gebieten jüdische Gemeinden gab. So sandte z.B. der römische Feldherr Konstantin in den Jahren 321 bis 326 Dekrete an den Kölner Magistrat, die sich mit den jüdischen Dekurionen der Stadt befassten. Diese Dekrete geben Hinweise darauf, dass es schon im Jahr 321 in Köln eine blühende jüdische Gemeinde gegeben haben muss (vgl. Gidal 1988, S. 10). Der Vater von Karl dem Großen, Pippin III. der jüngere, (751-768) übergab den Juden als Dank für ihre Hilfe im Kampf gegen die Araber die Hälfte der Stadt Narbonne, den letzten Stützpunkt der Araber im
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Frankenreich. Unter Karl dem Großen (768-814) wurden die Juden gegenüber den Christen noch als gleichwertig angesehen - sie durften während der Missionierung der Heiden als einzigstes Volk ihre Religion behalten.
Die Juden standen unter kaiserlichem Schutz. Jüdische Händler übernahmen nun die Geschäfte der Araber, welche nach der Niederlage bei Narbonne alle Handelsrechte verloren. Die Handelsbeziehungen reichten von Palästina, Persien, Indien bis nach China. Durch ihre Vielsprachigkeit und guten Kontakten ins Ausland hatten sie hierfür die idealen Voraussetzungen. Sie verkauften u.a. Eunuchen, Sklaven, Pelze, Waffen und kehrten mit Juwelen, Gewürzen, Parfümen und anderen Luxusgütern zurück (vgl. Gidal 1988, S.28).
Außer dem erlassenen Verbot christliche Sklaven zu beschäftigten hatte die Kirche nicht viel gegen den Handel. Jedoch durften Juden kein Land besitzen wenn sie sich nicht taufen ließen. Dadurch wurde die Bewirtschaftung des Bodens durch Juden so gut wie unmöglich gemacht. Die Juden verkauften also ihre Ländereien und investierten das gewonnene Geld wiederum im Handel. „Jude“ wurde gleichbedeutend mit „Kaufmann“. Sie betätigten sich aber auch als Ärzte, Steuereinnehmer und Goldschmiede.
Während dieser Zeit religiöser Freiheit blühte das Judentum auf. Auch unter der Herrschaft von Otto dem Großen ab 962 setzte sich diese friedliche Periode fort.
Obwohl Könige und Kaiser den Juden stets wohlwollend gegenüber standen, konnten sie die Vernichtung zur Zeit der Kreuzzüge nicht aufhalten.
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Arbeit zitieren:
Sebastian Wurm, 2005, Die gesellschaftliche Stellung der Juden im Mittelalter, München, GRIN Verlag GmbH
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