Gliederung
1 Einleitung S.3
2 Hegel S.3
2.1 Der νουζ in der Geschichte S.3
2.2 Der Endzweck der Geschichte S.3 - 4
2.3 Die Mittel zur Verwirklichung des Endzwecks S. 4 - 5
2.4 Dialektik S.4 - 5
2.5 Ein Ende der Geschichte? 6
3 Wilhelm Dilthey S.7
3.1 Abkehr von der Metaphysik S.7
3.1.1 Christian Wolff's Denkgesetz S.7
3.2 Subjektive und objektive Wirklichkeit S.8
3.3 Die Logoswissenschaften S.8 - 9
3.3.1 Die Biographie S.9
3.3.2 Der Zusammenhang von Leben, Ausdruck und Verstehen
S. 10
3.3.3 Der Mensch als psycho-physische Lebenseinheit und
verstehendes Wesen S. 10 - 11
3.4 Die Geistes-, in Abgrenzung zu den Naturwissenschaften 11
3.5 Hermeneutik S.11 - 12
4 Hans Freyer 13
4.1 Kritik an Hegel S.13
4.2 Kritik an Dilthey 13
4.2.1 Die Wissenschaften von der äußeren Organisation und den
Kultursystemen S. 13 - 14
4.3 Bestimmung der Soziologie S.14
4.3.1 Die zwei Gesichter der Soziologie S.14 - 16
5 Schluss / Zusammenfassung S. 16 - 17
6 Literaturverzeichnis 18
2 2
1. Einleitung
Obwohl die vorliegende Arbeit selbst nur einen Ausschnitt aus der im Hauptseminar diskutierten Geschichte der Philosophie der Geschichte sein soll, kommt sie nicht darum herum eine selbige, zumindest für das
18. Jahrhundert darzustellen. Den Ausgangspunkt meiner Darstellung bildet aber bereits die Philosophie des Mittelalters, die nur in einem kurzem Punkt anvisiert werden soll, um zu Hegel’s Philosophie der Geschichte hinzuführen. Trotz der häufigen Kritik an Hegel hat er entscheidend zum Nachdenken über eine Philosophie der Geschichte beigetragen, welches in heutiger Zeit natürlich noch nicht abgeschlossen ist und niemals als abgeschlossen angesehen werden kann, da wir mitten in der Geschichte, mitten in der Zeit stehen.
Einen weiteren wichtigen Meilenstein stellt Wilhelm Dilthey dar, der eine sehr umfangreiche Analyse des Aufbaus und des Aufgabenbereiches der Geisteswissenschaften lieferte und damit letztendlich Hans Freyer inspirierte, dessen Soziologie hier dargestellt werden soll.
2. Hegel
2.1.Der νουζ in der Geschichte
Seine Einleitung in die „Vorlesung über die Philosophie der Geschichte“ beginnt Hegel (1770 - 1831) mit der Feststellung, dass es eine Vernunft gibt, die die Welt gewissermaßen regiert. Damit reagiert er auch indirekt auf die Theodiz ee-Frage, die Frage, wie die Übel auf der Welt mit der Allmacht Gottes in Einklang gebracht werden können.
2.2.Der Endzweck der Geschichte
Um diese Frage beantworten zu können, definiert Hegel den Endzweck als einen Grundsatz, als einen Gedanken, der noc h nicht der Wirklichkeit entspricht und lediglich als Geist existiert. Der Geist ist eins mit sich 3 3
selbst. Er weiß und er weiß sich. Er kann als solcher nicht wahrgenommen werden. Er ist nicht konkret, nicht wirklich. Demgegenüber steht die Materie. Sie hat ihre Substanz, die Schwere, außerhalb ihrer selbst und kann auf diese Weise wahrgenommen werden.
Der Endzweck besteht aus dem Ziel dem Geist seine Freiheit bewusst zu machen.
2.3. Die Mittel zur Verwirklichung des Endzwecks
Die Mittel dafür finden sich in der Natur der Menschen selbst. Man kann sagen, dass die Vernunft die Natur für sich arbeiten lässt, indem die Begierden, die natürlichen Triebe aller Menschen, für sie arbeiten. “Das ist die List der Vernunft zu nennen, daß sie die Leidenschaften für sich wirken lässt (...).“ 1
Diese Leidenschaften existieren in den Menschen trotz der Schranken, die Gesetze und Normen eigentlich sein sollten. Ihre Eigenart besteht genau darin, diese umzustürzen.
Wenn die Welt für etwas bereit ist, das noch nicht in Gesetzen oder sonstigen Richtlinien umgesetzt wurde, gibt es einen Umschwung, einen Paradigmenwechsel, so dass die Geschichte ihre eigenen Ideen einzuholen vermag. Als Beispiel kann hier die französische Revolution genannt werden, in der das Volk, in dem eine neue Ideologie erwachte, für den Umsturz der Monarchie bereit war, bevor diese selbst darauf reagieren konnte. Solche Paradigmenwechsel werden von Individuen initiiert, deren Instinkt sie zu einer Handlung berief, die eigentlich nur zur Befriedigung ihres eigenen Egoismus galt, sich dann aber für formbildend für eine neue Zeit herausstellte:
“Aus der Handlung kommt noch ein Anderes, als man hat erreichen wollen; es ist eine Vernunft darin, dessen sie sich nicht bewusst sind und die sie nicht begreifen. So vollbringen das Ihrige und noch ein Anderes.“ 2 .
1
4 4
Als Beispiel hierfür führt Hegel Cäsar an:
„Die Eroberung und die Alleinherrschaft waren nicht sein Zweck, sein Zweck war Rache und Rettung seiner selbst; aber daraus entstand ein Bleibendes (...). Im Bewusstsein seines Zweckes lag nicht diese Folge. Aber der Erfolg war vernünftig (...) die Republik (...) musste zu einem anderen Zusammenhang übergehen.“ 3 . 2.4. Dialektik
Der Widerspruch in Hegel’s System der Philosophie der Geschichte besteht darin, dass die einzelnen Paradigmenwechsel aus einer inneren Notwendigkeit heraus begründet werden können. Die Zeit ist an bestimmten Momenten einfach reif für einen Wechsel, der auch immer einen Fortschritt für die Menschheit impliziert. Dieser Fortschritt zeigt sich aber auch darin, dass die Erfüllung des Endzwecks wieder etwas näher gerückt ist, der Geist sich einmal mehr, und im gesteigerten Maße, seiner Freiheit bewusst geworden ist. Das kann Hegel anhand des Selbstbewusstseins der Menschen in verschiedenen Epochen der Weltgeschichte nachweisen:
„Die Orientalen wissen es noch nicht, daß der Mensch als solcher an sich frei ist; weil sie es nicht wissen, sind sie es nicht (...). In den Griechen ist erst das Bewusstsein der Freiheit aufgegangen und darum sind sie frei gewesen (...). Erst die germanischen Nationen sind im Christentume zum Bewusstsein gekommen, daß der Mensch als Mensch frei, die Freiheit des Geistes seine eigenste Natur ausmacht (...). 4
Andererseits - und trotz dieser ständigen Auf-, und Niederwerfungen in der Geschichte, bleiben die entscheidenden Momente an eine Zeitlinie gebunden. Hegel konnte also nachweisen, dass das, was passiert ist, notwendiger Weise passieren musste. Das heißt nicht, dass es notwendiger Weise auf diese Art geschehen musste, aber es kann bewiesen werden, dass ein Umschwung bzw. Übergang von System zu
2
ebd.: S. 41 3 HEGEL: S. 60 4
5 5
Arbeit zitieren:
Nadine Ebert, 2005, Die Geschichtsphilosophie bei Hans Freyer, München, GRIN Verlag GmbH
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