I. Einleitung ................................................................................................................................ 2
II . Marie Jean Antoine Nicolas Condorcet (1743-1794) ........................................................... 3
III. Condorcet und sein Plan von einem öffentlichen Schulwesen............................................. 3
1. Das Fünf- Stufen- Modell................................................................................................... 4
a. Die Primärschule ............................................................................................................ 4 b. Die Sekundärschule ........................................................................................................ 4 c. Die Institute .................................................................................................................... 5 d. Die Lyzeen...................................................................................................................... 5 e. Die Nationale Gesellschaft der Wissenschaft und Künste ............................................. 6 IV. Schlussbemerkung................................................................................................................ 6 V. Literaturverzeichnis ............................................................................................................... 7
I. Einleitung
„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ waren die Schlagworte der Französischen Revolution. Doch wie konnte diese Freiheit und Gleichheit gewährleistet werden? Eine „gebildete Öffentlichkeit“ musste geschaffen werden, um den Erhalt der neuen demokratischen Republik gewährleisten zu können.
Diesem Problem nahm sich 1792 Antoine de Condorcet an. Der am 17. September 1743 in Ribemont (Picardie) geborene Franzose, stellte 1792 als Sprecher der Unterrichtskommission der Legislative einen Plan vor, der das öffentliche Unterrichtswesen neu organisieren sollte. Ziel seines Planes war, dass sich der Unterricht auf alle Bürger erstrecken sollte und er Menschen in jedem Alter die Möglichkeit gibt, „ihre Kenntnisse zu bewahren oder neue zu erwerben“. 1 Hierfür war es nötig ein Schulwesen aufzubauen, welches diesen Anforderungen entsprechen konnte. Condorcet entwickelte ein Schulsystem, welches in 5 Stufen unterteilt wurde: Primärschulen, Sekundärschulen, Institute, Lyzeen, Nationale Gesellschaft der Wissenschaften und Künste.
In meiner Power- Point- Präsentation/ Ausarbeitung möchte ich Condorcet in einem kurzen biographischen Abriss vorstellen, wie auch seinen Plan von einem öffentlichen Schulwesen.
1 Furck. C/ Klafki, W./ Geißler G./ Siegel E. : Kleine Pädagogischen Texte (Weinheim: Verlag Julius Beltz.
1966) Band 36 S. 23
2
II . Marie Jean Antoine Nicolas Condorcet (1743-1794)
Condorcet wurde 1743 in Ribemont, Frankreich, als Sohn eines begüterten Kavallerieoffiziers geboren.
Nach dem Besuch des Jesuitenkollegs stud ierte er in Paris Mathematik und wurde für eine Arbeit über die Integralrechnung ausgezeichnet. Condorcet gewann durch seine Arbeit die Freundschaft von d'Alembert, Helvétius, Voltaire und Turgot. 1782 wurde er in die Académie Française aufgenommen. Condorcet trat unter anderem für ein öffentliches Bildungswesen, die Volksinitiative und die progressive Einkommenssteuer ein. Er entwickelte die Idee von sozialen Ausgleichskassen und setzte sich, weil er um die Ernährungsmöglichkeiten der Menschheit bangte, für die Geburtenkontrolle ein. Ferner bekämpfte er die Sklaverei und befürwortete das Frauenstimmrecht.
1791 wurde Condorcet in die Nationalversammlung gewählt. Er trat keiner "Partei" bei, stimmte aber oft mit den Girondisten und war maßgeblich am girond istischen Verfassungsprojekt beteiligt. 1792 stellte er als Sprecher der Unterrichtskommission vor der Legislative seinen Plan über eine Neugestaltung des öffentlichen Unterrichtswesens vor. 1793 wurde Condorcet zusammen mit den Girondisten von den Montagnards aus dem Nationalkongress ausgestoßen und sollte dann wegen Verrats verhaftet werden. Condorcet versteckte sich, musste dann jedoch unter einem Decknamen fliehen und wurde auf der Flucht von der Polizei verhaftet. Am 27. März 1794 starb er in einem Polizeigefängnis in der Nähe von Paris. Vermutlich nahm sich Condorcet, um der Guillotine zu entgehen, durch Gift das Leben. 2
III. Condorcet und sein Plan von einem öffentlichen Schulwesen
Ein öffentliches, allgemein zugängliches Bildungswesen hatte Condorcet schon vor dem Ausbruch der Revolution vorgeschwebt. In der Nationalversammlung wurde er Vorsitzender einer Kommission für die Reform des Bildungswesens und erhielt so am 21. April 1792 Gelegenheit, seine Ideen darzulegen.
Nach Condorcet musste das Unterrichtswesen auf die Vernunft aufbauen und sollte die Erkenntnis und Verbreitung neuer Wahrheiten ermöglichen. Hierfür war es nötig, dass die Freiheit der Lehrenden gewährleistet war, besonders gegenüber politischen und kirchlichen Mächten. Da alle Menschen am Unterricht teilhaben können sollen, muss das Unterrichtswesen öffentliche und allgemein sein und somit vom Staat getragen werden. Dies
bedeutete also, dass der Staat zwar die Schulen organisieren und finanzieren sollte, aber nicht in die Lehr- und Forschungsinhalte eingreifen durfte.
Für die Umsetzung seines Planes arbeitete Condorcet ein Fünf- Stufen- Modell aus. Die Basis seines öffentlichen Schulwesens sollten die Primärschulen sein. Danach sollte die Sekundarschulen folgen, worauf wiederum die Institute und Lyzeen aufbauen. An der Spitze sollte eine nationale Gesellschaft der Wissenschaft und Künste stehen, welche das ganze Erziehungswesen überwacht. Die Schulen sollten unentgeltlich sein und im Dienste der Gleichheit aller Bürger stehen.
1. Das Fünf- Stufen- Modell
a. Die Primärschule
„In den Primärschulen lehrt man, was jedes Individuum braucht, um seinen Weg zu finden und sich der Fülle seiner Rechte zu erfreuen. [...] In diesen Schulen wird man Lesen und Schreiben lehren [...]; dazu kommen einfache Rechenregeln, einfache Methoden, um ein Terrain oder ein Haus genau vermessen zu können; eine elementare Beschreibung der Produkte des Landes, der Verfahren im Ackerbau und im Handwerk; die Ausbildung von ersten moralischen Ideen und Verhaltensregeln, die sich aus ihnen herleiten; schließlich die Prinzipien der gesellschaftlichen Ordnung, die man dem Fassungsvermögen der Kinder
zumuten kann.“ 3 Jeder Ort mit mehr als 400 Einwohnern sollte eine Primärschule mit jeweils einem Lehrer bekommen. Der Unterrichtsstoff sollte in 4 Kurse, einen pro Jahr, aufgeteilt werden. Hierfür sollen den Schülern extra entwickelte Lehrbücher zur Verfügung gestellt werden. An Sonntagen waren öffentliche Konferenzen für alle Bürger vorgesehen, bei denen der Lehrer mit den Bürgern „ausführliche Prinzipien und Regeln der Moral entwickelt sowie den Teil der nationalen Gesetze erörtert“. 4
b. Die Sekundärschule
„Die Sekundärschulen sind für Kinder bestimmt, deren Familien für längere Zeit auf ihre Mitarbeit verzichten können, und die daher ihre Erziehung mehr Jahre widmen oder sogar einige Aufwendungen dafür machen können. [...] Einige Kenntnisse der Mathematik, aus der Naturgeschichte und aus der Chemie, die notwendig sind für die handwerklichen und gewerblichen Künste; eine ausgedehntere Darlegung der Prinzipien der Moral und des 3 Furck. C/ Klafki, W./ Geißler G./ Siegel E.: Kleine Pädagogischen Texte (Weinheim: Verlag Julius Beltz.
1966) Band 36 S. 23f.
4 ebd. S. 24
4
Quote paper:
Michaela Benz-Riede, 2003, Allgemeine Organisation des öffentlichen Unterrichtswesens durch Antoine de Condorcet, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Die Rolle der Musik in "Les Choristes"
„Die Kinder des Monsieur Mathi...
Scholary Paper (Seminar), 24 Pages
Jahrgangsübergreifender Unterricht - ein Weg aus der Bildungskrise?
Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Examination Thesis, 87 Pages
Internationale Beziehungen - eine Einführung
Politics - International Politics - General and Theories
Termpaper, 21 Pages
Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 25 Pages
Thomas Morus: 'Utopia' - Rahmenerzählung und Justizkritik
Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 11 Pages
Galeerenstrafe in Tirol im 16. Jahrhundert?
History Europe - Other Countries - Middle Ages, Early Modern Age
Scholarly Essay, 10 Pages
Mary Wollstonecrafts -A Vindication of the Rights of Woman- als Dokume...
English Language and Literature Studies - Literature
Scholary Paper (Seminar), 11 Pages
Weltgesellschaft: Kritisiert die Al Qaida die globalen Modelle der Wel...
Geography / Earth Science - Miscellaneous
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
Aspekte einer veränderten Kindheit - Veränderte Grundschule - zu den a...
Pedagogy - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Die Fortschrittsidee in ausgewählten Werken der Weltgeschichtsschreibu...
Thesis (M.A.), 114 Pages
Fremdenfeindlichkeit in Deutschland
Sociology - Political Sociology, Majorities, Minorities
Termpaper, 32 Pages
Einsatz neuer Medien im Englischunterricht der Grundschule
English - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Scholary Paper (Seminar), 19 Pages
"Perspektivrahmen Sachunterricht" - ein Vorschlag der GDSU
Regional History and Geography (Basic Primary School Pedagogy)
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 15 Pages
Kommunikation im Englischunterricht - L1 oder Englisch?
English - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Termpaper, 35 Pages
Veränderte Kindheit - Veränderungen in Kindergarten und Grundschule
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 25 Pages
In welchen Punkten bezieht sich die Kritische Erziehungswissenschaft a...
Pedagogy - Science, Theory, Anthropology
Scholary Paper (Seminar), 14 Pages
Auswirkung veränderter Lebensbedingungen für Kinder im Anfangsunterri...
Pedagogy - Science, Theory, Anthropology
Scholary Paper (Seminar), 11 Pages
Johann Heinrich Pestalozzi - ein Überblick zu Leben und Werk
Pedagogy - History of Pedagogy
Scholary Paper (Seminar), 22 Pages
Michaela Benz-Riede has published the text Allgemeine Organisation des öffentlichen Unterrichtswesens durch Antoine de Condorcet
Michaela Benz-Riede has uploaded a new text
Pädagogisches Konzept und Schulprofilakzente
Empirische Darstellung am Beis...
Oliver Berg, Hans-Ulrich Grunder, Thorsten Bohl
Entwicklungslinien öffentlicher und freier Wohlfahrtspflege
Eine Vorstudie zum Wunsch- und...
Björn Pfadenhauer
Konzepte sozialpädagogischen Handelns
Ein Leitfaden für soziale Beru...
Karlheinz A. Geißler, Marianne Hege
Europäische Öffentlichkeit durch Öffentlichkeitsarbeit?
Die Informationspolitik der Eu...
Michael Brüggemann
Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik
Vierzehn Vorträge, gehalten in...
Rudolf Steiner
0 comments