I. Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. DEFINITIONEN UND MERKMALE VON HEDGE-FONDS 4
2.1 DEFINITION 4
2.2 RECHTSFORM UND DOMIZIL 5
2.3 DOMINIERENDE FINANZINSTRUMENTE BEI HEDGE-FONDS 6
2.3.1 Leerverkäufe 6
2.3.2 Leveraging 6
2.4 SPONSOREN UND INVESTOREN 7
2.5 REPORTING UND TRANSPARENZ 8
3. HISTORISCHE ENTWICKLUNG 9
3.1 URSPRUNG 9
3.2 ENTWICKLUNG IN DEUTSCHLAND 9
4. STRATEGISCHE MÖGLICHKEITEN 11
4.1 RELATIVE VALUE 11
4.2 EVENT DRIVEN 13
4.3 OPPORTUNISTIC 14
4.4 MANAGED FUTURES 15
4.5 MULTI STRATEGY 16
5. RISIKO 17
5.1 ALLGEMEINE RISIKEN 17
5.2 SPEZIELLE RISIKEN 18
5.2.1 Liquiditätsrisiko 18
5.2.2 Key Person Risk 19
5.2.3 Mark-to-Market Risiko 19
5.2.4 Operationales Risiko 20
6. FAZIT 22
II. Literaturverzeichnis 23
2
1. Einleitung
Anfang letzten Jahres hat das Inkrafttreten des Investionsmodernisierungsgesetzes eine rechtliche Grundlage für eine für den deutschen Finanzmarkt neue Geldanlageform geschaffen. Seit dem 01.01.2004 ist es auch in Deutschland möglich, in Hedge-Fonds, hierzulande offiziell als „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“ 1 deklariert, zu investieren 2 . Aufgrund der vorher strengen Einschränkungen durch das Kapitalanlagegesellschaftsgesetz, das zum Schutz der Anleger diente, waren vorher wichtige Anlageinstrumente, derer man sich üblicherweise bei Hedge-Fonds bedient, in Deutschland verboten.
Die vorliegende Hausarbeit soll im Folgenden nun Aufschluss darüber geben, was sich hinter Hedge-Fonds verbirgt. Im zweiten Kapitel werden der Begriff und typische Merkmale von Hedge-Fonds erläutert. Anschließend wird im darauffolgenden Kapitel die historische Entwicklung vom ersten Hedge-Fond, über die Einführung auf dem deutschen Finanzmarkt bis zu einem kurzen generellen Überblick über den heutigen Hedge-Fonds Markt dargestellt. Im vierten Kapitel folgt dann eine Beschreibung der heutzutage üblichen Anlagestrategien für Hedge-Fonds. Schließlich endet die Hausarbeit nach einer Erläuterung der Risiken von Hedge-Fonds in Kapitel 5 mit einem Fazit.
1 Vgl. Bundesjustizministerium: InvG.
2 Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Hedge-Fonds (26.09.2005).
3
2. Definitionen und Merkmale von Hedge-Fonds
2.1 Definition
Wie schon in der Einleitung erwähnt lautet die offizielle Bezeichnung für Hedge-Fonds in Deutschland „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“ 3 . Eine andere Definition spricht von „Unternehmen mit dem Geschäftszweck der Spekulation“ 4 . Die umfassendste und aussagekräftigste Definition von Klaus Schäfer findet sich jedoch im Handwörterbuch des Bank- und Finanzwesens: „...gepooltes Investitionskapital, das unter geringer staatlicher Aufsicht ohne Restriktionen bezüglich der Anlagestrategie, der Anlageobjekte oder des Leihkapitals (Leverage) bewirtschaftet wird“ 5 .
Weniger umständlich ausgedrückt, handelt es sich um eine Geldanlage in Form einer Beteiligung an einer privaten Kapitalanlagegesellschaft, die sich eines breiten Portfolios an Anlageinstrumenten und Anlagestrategien bedient, um durch eine breite Risikostreuung sowohl in steigenden als auch fallenden Märkten hohe Renditen zu erzielen. Dabei ist die Auswahl der Anlageinstrumente, derer sich die Fondsmanager bedienen dürfen, kaum staatlichen Einschränkungen unterworfen. In der daher eingeschränkten Kontrollmöglichkeit durch den Staat begründet sich auch ein erhöhtes Investitionsrisiko, das mit Hedge-Fonds einhergeht. Dieses Risiko spiegelt sich besonders in der deutschen Bezeichnung „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“ 6 wider. Um ein hohes Maß an Handlungsfreiheit, besonders bei der Wahl der Anlageinstrumente, gewähren zu können, bedient man sich daher einer privaten Organisationsform, die der deutschen Kommanditgesellschaft entspricht.
Unter Berücksichtigung des hohen Risikos, das mit der Investition in Hedge-Fonds verbunden ist, ist der immer noch gebräuchliche Begriff Hedge-Fond irreführend. So versteht man unter dem englischen Wort Hedging das Absichern gegen mögliche
3 Vgl. Bundesjustizministerium: InvG.
4 Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Hedge-Fonds (26.09.2005).
5 Schäfer, K.: Hedgefonds. In: Handwörterbuch des Bank- und Finanzwesens. 3. Auflage. Stuttgart. Schäffer-
Poeschl Verlag. 2001. S.1005.
6 Vgl. Bundesjustizministerium: a.a.O.
4
Preis-, Devisen-, und Zinsänderungen durch den Eingang entsprechender Gegenpositionen, mit dem Zweck, mögliche Risiken am Finanz-, Rohstoff-, und Devisenmarkt, einzuschränken 7 . Das widerspricht dem Prinzip der Hedge-Fonds, bei denen tendenziell ein eher hohes Risiko eingegangen wird, um eine hohe Rendite erzielen zu können 8 . Der Hedging-, also Absicherungsaspekt spiegelt sich insofern wider, dass man sich eines möglichst weitdiversifizierten Investitionsportfolios bedient, das sowohl, wie bereits erwähnt, bei steigenden und fallenden Märkten Gewinne verspricht 9 . Somit ist man nicht von dem Erfolg einer einzelnen Anlage abhängig.
2.2 Rechtsform und Domizil
Bezüglich der Wahl der Rechtsform für Hedge-Fonds bedient man sich einer Kommanditgesellschaft 10 . Dabei fungiert der Sponsor als Komplementär, dem damit allein die Entscheidungsgewalt über das Fondmanagement obliegt, und die Investoren als Kommanditisten, als reine Kapitalgeber 11 .
Als Domizil wird oft ein sogenanntes Offshore Zentrum gewählt, um die dort gewährten Steuer- und Regulierungsvergünstigungen zu nutzen, und somit eine möglichst große Handlungsfreiheit bei der Wahl der Anlagestrategien und Anlageinstrumente zu erhalten 12 . Zu beliebten Offshore Zentren zählen zum Beispiel die Cayman Islands, die Bahamas, die britischen Kanalinseln, Gibraltar, aber auch Luxemburg, Irland und Monaco. Das Management selbst sitzt jedoch in der Regel in einem der großen Finanzzentren, beispielsweise in den USA. Durch die Wahl des Domizils sollen die in den Offshore Zentren üblichen geringen Einschränkungen der Kapitalmarktgesetzgebung und die vorteilhaften Steuergesetze ausgeschöpft werden, um eine maximale Rendite für die Anleger erreichen zu können. 13
7 Vgl. Olfert, K. / Rahn, H.J. (Hrsg.): Hedging. In: Lexikon der Betriebswirtschaft. Ludwigshafen. Kiehl Verlag. 2001.
8 Vgl. Schäfer, K.: a.a.O.
9 Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://hedgefonds.onvista.de/base_knowledge.html?id=1078 (27.09.2005).
10 Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Hedge-Fonds (26.09.2005).
11 Vgl. Schäfer, K.: a.a.O. S.1007.
12 Vgl. ebda.
13 Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Hedge-Fonds (26.09.2005).
5
2.3 Dominierende Finanzinstrumente bei Hedge-Fonds
2.3.1 Leerverkäufe
Eines der beiden beliebtesten Anlageinstrumente, das aufgrund seiner Risikoträchtigkeit dem traditionellen Anlagemanagement 14 untersagt ist und in Deutschland auch erst im Rahmen des Investitionsmodernisierungsgesetzes legalisiert wurde 15 , sind Leerverkäufe. Bei Leerverkäufen, im Englischen auch als short selling bezeichnet, handelt es sich um den Verkauf überbewerteter Papiere, die nach dem erwarteten Wertverlust, u.a. bewirkt durch die Reaktion der Marktteilnehmer auf den eigenen Verkauf, zu einem günstigeren Preis zurückgekauft werden. Das Besondere an dieser Technik ist, dass sich die Papiere vor dem Verkauf nicht im Eigentum der Fondmanager befunden haben, sondern gegen einen Leihzins geliehen worden waren. 16 Oft dienen diese Short-Positionen zur Gegenfinanzierung von Long-Positionen, bei denen vermeintlich unterbewertete Papiere gekauft und nach Kursgewinn wieder verkauft werden 17 .
2.3.2 Leveraging
Wird beim Kauf von Wertpapieren auch Fremdkapital eingesetzt und ist die Investition somit auch kreditfinanziert, so spricht man von Leveraging 18 . Dabei bedient man sich der Hebelwirkung des sogenannten Leverage Effekts. Der Leverage Effekt tritt ein, wenn die Gesamtkapitalrendite den Fremdkapitalzins überschreitet. Damit steigt die Eigenkapitalrendite bei zunehmender Verschuldung. 19 Durch Leveraging lässt sich
14 Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://hedgefonds.onvista.de/base_knowledge.html?id=1078 (27.092005).
15 Vgl. Bundesjustizministerium: a.a.O.
16 Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://hedgefonds.onvista.de/base_knowledge.html?id=1078 (27.09.2005).
17 Vgl. Schäfer, K.: a.a.O. S.1006.
18 Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Hedge-Fonds (26.09.2005).
19 Vgl. Schäfer, K.: a.a.O. S.1009.
6
Arbeit zitieren:
Arne Heuking, 2005, Hedge Fonds - Merkmale, Historie, Strategische Möglichkeiten, Risiko-Hedgefonds, München, GRIN Verlag GmbH
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