Inhaltsverzeichnis 0
Inhaltsverzeichnis
Betty TV - Interaktives Mitmach-Fernsehen per Fernbedienung
1 Einleitung 1
2 Anbieter, Technologie und Anwendungsfelder 2
2.1 Betty TV AG 2
2.2 Funktionsweise von Betty TV 3
2.3 Direct Response ohne Medienbruch mit Betty TV 5
2.4 Anwendungsgebiete von Betty TV 5
2.4.1 Gaming/Voting 7
2.4.2 Werbliche Anwendungen 7
2.4.3 Marktforschung und Research 8
2.5 (Potenzielle) Partner und Inhalteanbieter 8
2.6 Geplante Markteinführung in Deutschland 9
2.7 Lizenzierung von Betty TV in der Schweiz 10
3 Better TV dank Betty TV? Stärken und Schwächen des Mitmach-Fernsehens
10
3.1 Bundesweiter Feldversuch mit Betty TV 10
3.1.1 Beurteilung von Technik und Design 10
3.1.2 Teilnahmequote und erfolgreichste Anwendungen 11
3.1.3 Responsequote während verschiedener Testphasen 12
3.1.4 Einfluss von Betty auf die Verweildauer 13
3.1.5 Kaufbereitschaft 14
3.1.6 Fazit der Betty TV AG und der Testpartner 15
3.2 Meinungen von Experten, Sendern und Unternehmen zu Betty TV 16
3.3 Interaktion oder Reaktion? 17
4 Fazit 20
Abbildungs - und Grafikenverzeichnis 22
Literatur 23
1 Einleitung 1
1 Einleitung
Das Fernsehen ist schon lange nicht mehr nur zum Fernsehen geeignet. Nicht erst seit Shoppingkanälen wie QVC oder HSE24 und SMS-Gewinnspielen wissen wir, dass es zu mehr wert ist. Bereits seit den 80ern werden wir bei „Wetten, dass..?“ dazu aufgerufen per TED die beste Wette zu küren bzw. bei der Sportschau eine Postkarte zu schicken um das Tor des Monats zu wählen mit dem Ziel eventuell mit einem Preis belohnt zu werden. Als direktes Dialogmedium ist der Fernseher hierzulande aber relativ ungeeignet. Bislang war dazu aufgrund des fehlenden Rückkanals immer noch ein zusätzliches Medium wie das Telefon, das Handy oder der Postweg nötig. Durch diesen so genannten Medienbruch gehen jedoch mögliche Antworten massenhaft verloren. Das soll sich jetzt mit dem neuen Fernsehprojekt Betty TV, einem TV-basiertem Konzept für Telefon-Mehrwertdienste, ändern. Die Betty TV AG hat eine Fernbedienung kreiert, die über einen drahtlosen Rückkanal verfügt. In ihrem großen Display können parallel zum Fernsehgeschehen z.B. Produktinformationen abgerufen und auch die Produkte selbst bestellt werden. Somit kann der Zuschauer per Knopfdruck am TV-Geschehen teilnehmen. Weitere Elemente der nötigen Hardware sind ein Mini-Modem und ein Funk-Scart-Adapter.
Sofern sich Sender beteiligen und diese sowie andere Unternehmen über Betty TV Mehrwertdienste anbieten, kann mit der nötigen Hardware jeder TV-Haushalt mitmachen, unabhängig davon, ob er sein Programm per Antenne, Kabel oder Satellit, analog oder digital empfängt. Wie ein zweimonatiger Feldtest Ende 2004 mit ca. 600 Testpersonen ergab, wurden die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten relativ gut angenommen. Sie reichen vom Sammeln virtueller Rabattmarken über die Teilnahme an Quiz-Shows, Gewinnspielen, Umfragen und Votings sowie dem Bestellen von Waren, Warenproben oder Informationen bis hin zu kostenpflichtigen Angebote wie Spielen und Filmen, die über ein eingebautes Pre-Paid-Guthaben direkt abgerechnet werden können. Die Betty TV AG wirbt seit geraumer Zeit um Inhalteanbieter und Sender und plant eine baldige Markteinführung. Einige Kritiker stehen dem Vorhaben jedoch skeptisch gegenüber. Auch die Sender befürchten verständlicherweise eine rückläufige Nutzung ihrer eigenen Mehrwertdienste. In der vorliegenden Hausarbeit sollen daher das Konzept Betty TV, seine Funktionsweise und Anwendungsfelder sowie Stärken und Schwächen vorgestellt
2 Anbieter, Technologie und Anwendungsfelder 2
werden. Abschließend wird danach gefragt, ob Betty TV eine Chance hat, sich auf dem deutschen iTV-Markt zu etablieren.
2 Anbieter, Technologie und Anwendungsfelder von Betty TV
2.1 Betty TV AG
Der Anbieter von Betty TV, einem Konzept für interaktives Fernsehen, ist die Betty TV AG mit Sitz in München. Sie ist eine Tochter der Betty Holding AG und wurde im Dezember 2003 von der FAST TV Server AG ursprünglich als GmbH gegründet. Die FAST TV SERVER AG entwickelt und vermarktet neuartige Produkte, Technologien und Dienstleistungen für die Unterhaltungs- und Informationsindustrie. Zu den Lizenznehmern zählen neben den Herstellern von Set-Top-Boxen und Fernsehgeräten auch Medienunternehmen. Neben digitalen Videorekordern und Geräten für die zeitlich versetzte Wiedergabe von TV-Programmen bietet die AG mit dem sog. FAST TV-Server auch eigene Produkte für Personal-TV im Handel an (Vgl. FAST TV SERVER AG 2005). Nach eigenen Angaben besteht das Management der Betty TV AG aus Mitarbeitern mit jahrelanger Erfahrung auf dem Markt des interaktiven Fernsehens.
Das Betty Team setzt sich aus erfahrenen Mitarbeitern aus den Bereichen Soft- und Hardwareentwicklung, Medienprofis und Projektmanagern zusammen. Federführend ist als Geschäftsführer Matthias Zahn, der schon erfolgreich Firmen im Bereich Software Security, Video Editing und Personal Video Recorder aufgebaut hat. (Betty TV AG 2005)
Die Betty TV AG bietet ihren potenziellen Partnern wie TV-Sendern und -Produktionen, Netzbetreibern, Werbetreibenden sowie Unternehmen aus den Bereichen Medien und Informationstechnologie ein neuartiges Konzept, das den Zuschauer am TV-Programm beteiligt. Mit der ProSiebenSat.1-Gruppe und der Serviceplan Agenturgruppe für innovative Kommunikation hat das Unternehmen erste Kooperationspartner für die Unterstützung und Ermöglichung des Feldtests von Betty TV Ende 2004 gefunden (siehe 3.1, S. 10ff).
2.2 Funktionsweise von Betty TV
Zentrales Element der Betty-Technologie ist eine TV-Fernbedienung. Anders als sonstige Konzepte für interaktives Fernsehen funktioniert Betty mit dem bestehenden TV-Gerät. Betty benötigt nämlich keine Set-Top-Box und ist auf allen Übertragungswegen (Terrestrisch, Kabel, Satellit) und sowohl bei analogem als auch digitalem TV-Empfang einsatzfähig. Über einen drahtlosen Rückkanal zur
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Telefonbuchse ermöglicht Betty dem Nutzer Mehrwertdienste wie z.B. Gaming, Voting, Shopping oder das Abrufen von Informationen ─ egal ob analoger oder ISDN-Telefonanschluss. Die Betty-Fernbedienung besitzt ein integriertes Display, auf dem die begleitenden Dienste und Anwendungen parallel zum laufenden Programm dargestellt werden. Um das zu ermöglichen, benötigt der Zuschauer einen Funk-Scart-Adapter, der am Fernsehgerät eingesteckt wird (siehe Abbildung 1).
Über eine Codierung im nicht-sichtbaren Bereich des Fernsehbildes liest der Adapter die Informationen aus dem TV-Bild und schickt sie per Funk an die Betty-Fernbedienung. Als Rückkanal fungiert ein Mini-Funk-Modem für das Telefon, das in die haushaltsübliche Telefonbuchse gesteckt wird. Die bisherige Fernbedienung kann durch die Betty-Fernbedienung (Vgl. Abbildung 2) ersetzt werden. Sie besitzt ein Handy-ähnliches Display, zusätzliche Auswahl- und Abstimmtasten (A, B, C, D) sowie einen OK-Knopf zum direkten Antworten. Die Betty-Fernbedienung bietet dem Zuschauer einen direkten und drahtlosen Rückkanal zum laufenden Programm, der ihm per Knopfdruck kostenlose oder -pflichtige Mehrwertdienste wie z.B. die Teilnahme an Gewinnspielen, das Mitraten bei Quizsendungen, Abstimmungen, Reaktions- und Geschicklichkeitsspiele oder Teleshopping ermöglicht.
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Quelle: Betty TV AG 2005
Für die Nutzung kostenpflichtiger Dienste oder TV-Shopping enthält Betty einen aufladbaren Geldchip, der mit bis zu 150 Euro pro Monat aufgeladen werden kann. Wenn dieser Betrag aufgebraucht ist, kann man das Guthaben mittels eines PIN-Codes direkt über die Fernbedienung wieder aufladen. Das garantiert eine transparente Übersicht über die bereits getätigten Ausgaben. Die Abrechnung erfolgt über die Telefonrechnung. Neben den Anschaffungskosten für das System entstehen dem Zuschauer keine laufenden Kosten. Die Betty TV AG verdiene nur dann, wenn ein Kauf getätigt werde (Vgl. Medientreffpunkt Mitteldeutschland 2005).
2.3 Direct Response ohne Medienbruch mit Betty TV
Betty ermöglicht das sofortige Antworten auf TV-Mehrwertdienste und verstärkt somit besonders bei Unterhaltungs- und Informationsangeboten den Mitmach-Charakter des Fernsehens. Da die Betty-Fernbedienung selbst den drahtlosen Rückkanal darstellt, kann der Zuschauer in Echtzeit und ohne Medienbruch direkt am Fernsehgeschehen teilnehmen und auf die Angebote der Sender und Werbetreibenden reagieren (siehe Abbildung 3). Somit kann der Fernsehzuschauer erstmals über eine Form des Direktmarketings erreicht werden, das keinen Anruf, keine SMS, E-Mail oder Postkarte bzw. kein Fax erfordert, wie es beispielsweise bei den meisten TV-Gewinnspielen oder Shoppingkanälen vonnöten ist.
uelle: MORAWIETZ 2005: 5
Arbeit zitieren:
Melanie Trümper, 2005, Betty TV - Interaktives Mitmach-Fernsehen per Fernbedienung, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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