Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
1.1 Allgemeine Einleitung. 3
1.2 Die Quellenlage zur Gründung des Preußischen Bundes. 4
II Hauptteil
2.1 Historischer Kontext. 4
2.2 Die Vorwürfe gegen den Deutschen Orden. 5
2.2.a Ermordungen. 6
2.2.b Illegale Bereicherung. 7
2.2.c Rechtswillkür und Missachtung der Privilegien. 8
2.2.e Andere Vergehen. 9
2.2.g Verhinderung einer friedlichen Verständigung. 10
III Schluss
3.1 Fazit. 11
IV Anhang
4.1 Quellenverzeichnis. 12
4.2 Literaturverzeichnis. 12
2
I Einleitung
1.1 Allgemeine Einleitung
Als die Stände Preußens 1440 n. Chr. den Preußischen Bund gründeten, wusste der Deutsche Orden vermutlich nicht, wie folgenschwer die Bekämpfung des Bundes für ihn sein würde. Denn der Konflikt zwischen beiden spitzte sich soweit zu, dass im Februar 1454 die „Stände eines ganzen Landes [...] ihren Landesherrn [...]“ durch die Aufkündigung ihres Gehorsams verließen und stattdessen dem polnischen König als neuen Landesherrn huldigten. 1 Solch ein Akt ist in der Geschichte eines Landes einzigartig. Doch während die Historiker des 19. und frühen 20. Jahrhunderts diesen Zusammenschluss mit dem polnischen König als „[...] Verrat an der Nation.“ ansahen und somit den ganzen Preußischen Bund negativ bewerteten, 2 erscheint der Entschluss des Bundes in der modernen Forschung verständlich und nachvollziehbar. Denn der darauf folgende Dreizehnjährige Krieg war keineswegs ein Krieg zweier Nationen, sondern er beinhaltete das Widerstandsrecht der Stände und die alten Gebietsansprüche Polens. 3
Liest man diese Zeilen, stellt sich wohl unweigerlich die Frage, wie es überhaupt zu solch einem Bund kommen konnte. Ziel dieser Arbeit ist es, genau diese Beweggründe anhand der Rechtfertigungsschrift „Orsachen des bundes“ zu thematisieren und zu untersuchen. Da diese allerdings erst nach der Gründung verfasst wurde, ist es zunächst notwendig, das vorliegende Quellenmaterial genauer zu betrachten. Ebenfalls ist es wichtig, die Gründung des Preußischen Bundes in einen historischen Kontext einzufügen, denn „Die Stände entwickelten sich in Preußen zunächst nicht anders als in anderen deutschen Territorien[...]“. 4 Der Umfang und Inhalt dieser Quelle zeigt, dass folgende Thesen zum Deutschen Orden und dem Preußischen Bund aufgestellt werden können: Der Orden hatte nicht nur den Kontakt zur Bevölkerung verloren, indem er eine Art Willkürherrschaft in Preußen aufgebaut hatte, sondern viele der Ordensmitglieder verstießen trotz der Ermahnung des Carthäusers immer noch gegen die zehn Gebote.
Alle folgenden Jahresangaben sind verständlicherweise nach Christus. Die Kenntnis der Begriffe geistlicher Ritterorden, Ordenskorporation und zehn Gebote wird bei dieser Arbeit vorausgesetzt.
1 Ziegler, Uwe: Kreuz und Schwert. Die Geschichte des Deutschen Ordens, Köln/ Weimar/
Wien 2003, S. 179
2 Boockmann, Hartmut: Der Deutsche Orden. Zwölf Kapitel aus seiner Geschichte, München
1981, S. 208
3 vgl. Boockmann, Deutsche Orden, S. 208
4 Boockmann, Deutsche Orden, S. 197
3
1.2 Die Quellenlage zur Gründung des Preußischen Bundes
„Das wichtigste Quellenmaterial zur Geschichte der ständischen Repräsentation im Deutschordenland Preußen[...]“ ist in den „Acten der Ständetage Preussens unter der Herrschaft des Deutschen Ordens“ in fünf Bänden von Max Toeppen ediert. 5 Die bereits in der Einleitung erwähnte Quelle „Orsachen des bundes“ stellt die erste Beilage des Recesses der Graudenzer Tagfahrt vom 10.August 1453 dar. 6 Eine “[...] Reihe theils [sic!] älterer, theils [sic!] neuerer Urkunden [...]“ sind ebenfalls als Beilagen dieses Recesses erhalten. 7 Die Quelle selbst besteht aus 66 Punkten, die schwere Vorwürfe gegen den Deutschen Orden oder einzelne Ordensmitglieder wie z.B. gegen die Hochmeister formulieren. Sie rechtfertigen, wie der Titel vermuten lässt, die Gründung bzw. das Bestehen des Preußischen Bundes. Denn während diese Rechtfertigungsschrift erst im Jahr 1453 verfasst wurde, gründeten die Stände den Bund bereits im Jahr 1440. Da 1455 der von beiden Seiten als neutral akzeptierte Schiedsrichter Kaiser Friedrich III. das Gerichtsverfahren, ob der Bund illegal war, führen sollte, 8 war diese Schrift, die 1454 mit der sogen. „Nota“ einen Nachtrag über die Aufkündigung der Eidespflicht erhielt, für den Anwalt des Bundes bestimmt. Die Entgegennahme dieser Rechtfertigungsschrift von Kaiser Friedrich III. und das Urteil des Verfahrens lässt sich bei Erich Weise nachlesen. 9
II Hauptteil
2.1 Historischer Kontext
Nach der Schlacht von Tannenberg und dem Ersten Thorner Frieden im Februar 1411 nahmen die internen Spannungen im Deutschen Orden zu. Während sich das Volk aufgrund vieler Ärgernisse, die in den Ständeakten festgehalten wurden, 10 immer mehr vom Deutschen Orden bzw. von der Landesherrschaft entfremdete, forderten die Stände, ausgenommen der Klerus, ein politisches Mitspracherecht durch einen Landesrat. 11 Der Hochmeister Paul von Rusdorf
5 Boockmann, Deutsche Orden, S. 282
6 Orsachen des bundes, ed. von Max Toeppen, in: Acten der Ständetage Preussens unter
der Herrschaft des Deutschen Ordens, Bd. 4, Leipzig 1878, Artikel 17, S. 21-31.
7 Toeppen, Max: Rückblick, in: Acten der Ständetage Preussens. Die Geschichtsquellen der
preußischen Vorzeit bis zum Untergange der Ordensherrschaft, Bd. 4, Leipzig 1878, S. 194
8 vgl. Ziegler, Kreuz, S.178
9 Weise, Erich: Die Staatsverträge des Deutschen Ordens in Preußen im 15. Jahrhundert
(Veröffentlichungen der Niedersächsischen Archivverwaltung ; 27), Bd. 2, Marburg 1955,
S. 162 f
10 vgl. Boockmann, Deutsche Orden, S. 201
11 vgl. Krollmann, Christian: Politische Geschichte des Deutschen Ordens in Preußen,
Königsberg 1931, S. 132 f
4
Arbeit zitieren:
André Miething, 2005, Der Deutsche Orden und der Preußische Bund, München, GRIN Verlag GmbH
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