von den Glaubensgrundsätzen beeinflusst und mit ihr auch die Wirtschaft. Das Christentum zum Beispiel, verbot seinen Gläubigen Geld gegen Zinsen zu Verleihen, im Judentum war dieses aber erlaubt, demnach hatten viele jüdische Geschäftsmänner diesen Geschäftszweig für eine bestimmte Zeit nur für sich allein gehabt. Die mittelalterliche christliche Haltung zur Arbeit war, dass diese einfach ein notwendiges Mittel zum Überleben, also nicht Gottbezogen, ist. Demnach sollte jeder, der von seinem Besitz nicht leben kann, arbeiten und der Schwerpunkt der Religiosität wurde auf die ethnische Arbeitspflicht, also Gebet und Huldigung Gottes, gelegt. Art der Arbeit und das soziale Milieu in das man hineingeboren wurde (z.B. Stand) waren zufällig geordnet und hatte keine Bedeutung für die Ausübung der Religion. Etwas anders wurden Arbeit und sozialer Stand nach der Reformation von Luther interpretiert. Für ihn waren diese Sachen direkt von Gott bestimmt und genauso wie die Welt an sich, nicht abänderbar. In diesen beiden Fällen hat die Kirche in dem maße Einfluss auf die Wirtschaft, als dass die Menschen diese als nicht besonders wichtig erachten und es dadurch keine Bestrebungen zur allgemeinen wirtschaftlichen Verbesserung gibt. Wenn man seine Position fest zugeschrieben bekommen hat, die Welt nicht verändern kann und es nach dem Tod, im Jenseits, sowieso viel besser sein wird, hat die Masse der Nicht-Besitzenden, was damals über 90% der Bevölkerung ausgemacht hat, auch keine Ansprüche und Motivationen zum wirtschaftlichen Wachstum für die Allgemeinheit. Bei den Weiterentwicklungen des Protestantismus, dem Calvinismus und seinen Abspaltungen, den Puritanern, Quäken, Pietisten und Methodisten hatte die Kirche, wie ich später näher erläutern werde, eine ganz andere Gewichtung in dem Bereich Arbeit, so dass das ständig ansteigende, materielle Allgemeinwohl gefördert und als von Gott legitimiert und gewollt angesehen wurde.
Der Glaubensgrundsatz des Calvinismus ist, dass Gott die Menschen von der Geburt in Auserwählte und Verdammte eingeteilt hat, diese Einteilung kommt aber erst im Jenseits zur Geltung. Der Auserwählte im Diesseits ist frei von allen Sünden und wird mit diesen auch nicht konfrontiert, der Verdammte aber kann keiner Sünde entkommen. In der irdischen Welt kann man die beiden nicht unterscheiden, so dass keine genau weiß ob er auserwählt oder verdammt ist. Jeder Gläubiger hofft natürlich, der Auserwählte zu sein, wobei der
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Glauben daran schon die erste Voraussetzung fürs Auserwähltsein ist. Um seinen Glauben daran zu Erhalten und sich von Selbstzweifeln abzulenken, muss der Calvinist ununterbrochen seinen Gott huldigen. Die Huldigung besteht darin, dass man die von Gott gegebene Welt und Zeit schätzt sowie sinnvoll nutzt und ausgestaltet. Das Mittel um Gott auf der Welt zu würdigen ist stetige körperliche und geistige Arbeit, als der Selbstzweck des Lebens überhaupt. Im Vergleich zu den vorhergehenden christlichen Glaubensarten liegt hier die Betonung auf stetig. Das wichtige ist nicht, Gott mit ein Paar guten Taten zu preisen sondern sich und seine Lebensart völlig nach diesem zu richten. Das Sterben nach Mehrung Gottes Ruhmes auf Erden ist das streben nach dem heiligen Leben. Da Handeln für die Allgemeinheit durch Arbeit, Gott rühmt, ist alle Zeit die man mit eigenen Interessen und Freizeitbeschäftigungen verbringet, verschwendete zeit. Mann kann nicht genug Arbeiten und sich in seinen Taten steigern. Die wichtigsten Prinzipien des Glaubens sowie Lebensbereiche auf die der Glaube starken Einfluss hatte werde ich jetzt näher erläutern.
Reichtum wurde, im Gegensatz zum alten Christentum, nicht verpönt sondern nur als Gefährlich für die göttliche Lebensführung angesehen. Wenn man reich ist, neigt man stark dazu, sich auf seinem Besitz auszuruhen und das Geld für eigenes Vergnügen auszugeben. Solches Verhalten ist aber gegen den Ruhm Gottes gerichtet und somit gibt man sich als ein Verstoßener zu erkennen. Wer aber, obwohl er viel Geld hat, nicht aufhört stetig zu Arbeiten, dem ist es auch erlaubt sein Kapital zu vermehren. Geschlechtsverkehr ist auch nur zum Ruhm Gottes auszuüben, sprich zur Vermehrung der Menschheit. Um gegen Selbstzweifel und sexuelle Triebe anzukommen, sind Diät, Pflanzenkost, kalte Bäder und harte Berufsarbeit vorgeschrieben. Welche Arbeit von Gott als wichtig angesehen wird, erkennt man an ihren Früchten, je mehr Erfolg man hat desto mehr ist man auf dem richtigen Weg. Dabei kann man den Berufszweig auch wechseln oder sich Spezialisieren, was zu allgemeinen quali-und quantitativen Steigerung der Ertrages führt, insofern man dadurch noch erfolgreicher wird und eine weitere Stufe des Auserwählten „erreicht“. Dieses Prinzip steht ebenfalls im starken Gegensatz zu den oben erwähnten Grundsätzen und Vorstellungen von Luther. Calvinismus führte weiterhin einen starken Kampf gegen die sich langsam „einbürgernden“
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Arbeit zitieren:
2005, Max Weber: Protestantismus und Kapitalismus, München, GRIN Verlag GmbH
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Bewertung.
Text ist leider auf einem sehr niedrigen Erstsemestlerniveau.
am Tuesday, June 27, 2006-