Inhaltsverzeichnis
0.) Vorwort
1.) Die gesellschaftliche und religiöse Situation Nordindiens in der
ersten Hälfte des 1. Jahrtausends v. Chr.
1.1.) Die Gesellschaft
1.2.) Die Religion
2.) Das Leben des historischen Buddha
2.1.) Herkunft und Geburtsjahr
2.2.) Die Empfängnis
2.3.) Die Geburt
2.4.) Siddhartas Leben im Palast
2.5.) Die vier Ausfahrten
2.6.) Der Auszug in die Hauslosigkeit
2.7.) Die vollkommene Erleuchtung
2.8.) Die erste Lehrrede Buddhas
2.9.) Das weitere Leben als Buddha
2.10.) Der Tod Buddhas
2.11.) Stationen im Leben von Siddharta Gautama
3.) Die Lehre des Buddha und der Weg zur Erlösung
3.1.) Das endgültige Ziel: das Nirvana
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3.2.) Die Dharma-Lehre 3.3.) Die vier edlen Wahrheiten 3.4.) Der edle achtfältige Pfad 3.5.) Die Erkenntnis 3.6.) Die Befreiung: das Nirvana 3.7.) Der Satz vom Entstehen in Abhängigkeit 3.8.) Zusammenfassung
Literaturverzeichnis
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0.) Vorwort
Der Buddhismus ist ohne Frage ein großes Thema, mit dem unzählige Bücher gefüllt werden können. Aus diesem Grund musste ich mich bei der Wahl der Unterthemen für meine Hausarbeit auf einige wenige, jedoch meiner Ansicht nach wichtige Aspekte beschränken. Ich habe mich entschieden, vor allem die Überlieferung über das Leben des historischen Buddha sowie dessen Lehre zu behandeln. Zum besseren Verständnis der Situation in Indien zur Zeit des historischen Buddha habe ich vorweg ein Kapitel zu eben diesem Thema gesetzt. Um das Leben des historischen Buddha und seine Lehre in ihrer Komplexität verständlich und ausführlich darzulegen, ohne dabei den Rahmen einer Hausarbeit zu sprengen, habe ich mich entschieden, mich mit weiteren Themen wie den unterschiedlichen Richtungen des Buddhismus oder seinen Anhängern in dieser Arbeit nicht zu beschäftigen.
Ich denke, meine Arbeit kann als Einführung in die Lehre des Buddhismus gesehen werden, die vorweg das überlieferte Leben des historischen Buddha in seiner Zeit ausführlich darstellt.
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1.) Die gesellschaftliche und religiöse Situation
Nordindiens in der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends v.
Chr.
Um die Lebensumstände des historischen Buddha besser einordnen und verstehen zu können, ist es notwendig, gesellschaftliche und religiöse Hintergründe seiner Zeit, dem Ende der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends vor Chr., zu kennen. Zur Darstellung dieser Zeit kann man sich heute fast ausschließlich auf religiöse Texte stützen, die zwar einige Hinweise auf die damalige Gesellschaft liefern, aber nur sehr wenig über historische Ereignisse sagen (Vgl. Golzio, Karl-Heinz: Wer den Bogen beherrscht: Der Buddhismus. Düsseldorf: Patmos-Verlag 1995, S. 15).
1.1.) Die Gesellschaft
Die indische Gesellschaft der damaligen Zeit wurde in Adelsrepubliken organisiert, in denen die Bevölkerung in unterschiedliche Ränge eingeteilt war. Zum ersten Rang gehörten die Kshatriyas, Adlige, die bei der Eroberung Nordindiens zwischen 1200 und 700 v. Chr. die einheimische Bevölkerung unterworfen hatten (Vgl. Golzio 1995, S. 15).
Der zweite Rang bestand aus den Brahmanen, Priestern, die allerdings zunehmend den ersten Rang der Gesellschaft und die spirituelle Vorrangstellung für sich beanspruchten (Vgl. ebd.).
Den dritten Rang bildeten die Vaishyas, die zunächst nomadische Viehzüchter, später aber - mit der Bildung von Stadtkulturen - Bauern, Handwerker und Händler waren (Vgl. ebd.).
Der vierte Rang bestand aus den Shudras, die in der Gesellschaft eine dienende Funktion einnahmen (Vgl. ebd., S. 16).
Dazu kamen später unterworfene Urwaldstämme, die allerdings vollkommen aus dem System heraus fielen (Vgl. ebd.).
1.2.) Die Religion
Die Menschen aus dem ersten bis dritten Rang (Kshatriyas, Brahmanen, Vaishyas) hatten Anfang der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends eine eigene, „vedische“ Religion, die nach ihrem Schrifttum, den Veden, benannt war. In dieser Religion gab es einen Götterpantheon, an dessen Spitze der Gewittergott Indra stand (Vgl. Golzio 1995, S. 15).
Die Anhänger dieser vedischen Religion waren, auch wenn es eine vage Vorstellung von einem „jenseitigen Schattenreich“ gab, fast ausschließlich auf das Diesseits konzentriert, wobei es das Ziel war, männliche Nachkommen zu zeugen und Reichtum sowie weltliches Glück zu erlangen (Vgl. ebd., S. 16).
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Um dies zu erreichen, versuchten die Menschen, sich die Götter durch Opfer geneigt zu machen und sie durch die „richtige Ausführung der Rituale“ sogar dazu zu zwingen, ihre Wünsche zu erfüllen. Dazu mussten die Opferrituale allerdings exakt ausgeführt werden, wozu nur die Brahmanen in der Lage waren, die für die Durchführung der Rituale Lohn bekamen (Vgl. Golzio 1995, S. 16.). Gegen Ende der ersten Hälfte des besagten Jahrtausends allerdings gab es eine Reaktion gegen diese Tradition der Opferrituale und die Brahmanen. Mehr und mehr fand die Tradition der Shudras Anklang bei den Kshatriyas, in der die diesseitige Welt eher als negativ gesehen wird, als ein Ort, an dem Lebewesen in unzähligen Wiedergeburten leidvolle Erfahrungen machen (Vgl. ebd.). Nach und nach setzte sich diese Vorstellung unendlicher Wiederverkörperungen durch, deren jeweilige Qualität durch das so genannte Karma bestimmt wird. Das Karma stellt die Summe der guten und schlechten Taten der vorausgegangenen Existenz dar, die bei der Wiedergeburt vergolten werden (Vgl. Zentner, Christian (Hrsg.): Religionen der Welt. München: Edition XXL 2004, S. 28 f.) Den Menschen stellte sich nun die Frage wie man diesem scheinbar ewigen Kreislauf entrinnen könne. Antworten wurden u. a. in der Einsamkeit des Waldes mit Hilfe von Meditation und Askese gesucht.
Dabei wurde schließlich eine neue Konzeption der Götter entworfen, nach der auch diese dem Existenzenkreislauf unterworfen seien und lediglich über ein längeres Leben und einige übernatürliche Fähigkeiten verfügten. Sie verkörperten also nach dieser Ansicht nicht mehr das Absolute, das nunmehr zu einer „impersonalen Größe“, einer Art „Weltseele“ wurde (Vgl. Golzio 1995, S. 17) Ziel war nun die Überwindung der Trennung der Einzelseele („atman“ - „das Selbst“) vom Absolutum („brahman“). Dies sollte durch Meditation oder harte Erkenntnisarbeit erreicht werden und bewirken, dass die Kette der Wiedergeburten durchbrochen und die verlorene Einheit mit dem Absoluten wieder hergestellt werde (Vgl. ebd.). Diese Lehren wurden von Lehrern verbreitet, die sich auf ihre persönlichen Erfahrungen stützten und diese an einen kleinen Kreis von Schülern weitergaben. Diese Schüler gaben ihr normales Leben auf und zogen in die „Hauslosigkeit“, zu ihren Lehrern in den Wald (Vgl. ebd., S. 17 f.)
In dieser Epoche begaben sich viele Menschen auf die Suche nach der Wahrheit zur Überwindung der Wiedergeburten. Einer von ihnen war Siddharta Gautama, der später zum historischen Buddha wurde (Vgl. ebd., S. 18).
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Arbeit zitieren:
Annika Schmidt, 2006, Der historische Buddha und seine Lehre, München, GRIN Verlag GmbH
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