Investition und Finanzierung Skript I zuletzt geändert: 09.02.06
1. Einführung in die Finanzwirtschaft eines
Unternehmens
-Gilt vor allem für produzierende Unternehmen
1.1. Aufgaben eines solchen Unternehmens
-Güter und Leistungen herstellen, für welche es Nachfrage gibt
-solche Güter/Leistungen mit möglichst geringen Kosten herstellen
1.1.1. Voraussetzungen dafür
In einem solchem Unternehmen läuft ein güterwirtschaftlicher Prozess.
Betriebsmittel
Werkstoffe ... Arbeitskraft
Prod. fakt.
müssen bezahlt werden
Auszahlungen
(Geld verlässt das Unternehmen) = Investition (Verwendung monet. Mittel)
1.2. Zwei Möglichkeiten zur Bestimmung von Investition und
Finanzierung
1. Inv. = Verwendung monetärer Mittel Fin. = Beschaffung monetärer Mittel
2. Zahlungsstromorientierte Bestimmung von Inv./Fin.
Inv. = beginnt mit einer Auszahlung in der Erwartung zukünftige monet. Rückflüsse Fin. = beginnt mit einer Einzahlung verbunden mit zukünftiger Auszahlung
Bsp.: Kreditgewährung Einzahlung
Rückzahlung + Zinsen Auszahlung
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1.3. Investitions- und Finanzierungstheorien
1.3.1. Inhalte der traditionellen Finanzierungstheorie
1.3.2. Inhalte der Kapitalmarktorientierten Theorie
-Opt. von Inv./Fin. - Entscheidungen
-Prüfung der ökonom. Vorteilhaftigkeit einer Investition
-Erarbeitung von Entscheidungshilfen, unter welchen Bedingungen sich das Investieren und Finanzieren für best. Zielträger (EK-, FK - geber, Unternehmenslstg.) lohnen
-Nutzung math. Methoden als Entscheidungshilfen
1.3.2.1. Ziel eines Unternehmens
Produktion wirtschaftlicher Ziele-soziale Ziele
-finanzwirtschaftliche Ziele
1.3.2.2. Finanzwirtschaftliche Ziele
-Aufrechterhaltung der Liquidität des Unternehmens, der Zahlungsbereitschaft kurzfr. Liquidität Liquiditätsplan (bis 1 Jahr)langfrist. Liquidität Plankapitalflussrechnung (über 1 Jahr)-langfrist. Gewinnerwirtschaftung Gewinn = Umsatz - Kosten
cash flow = frei, dem Unternehmen aus dem Umsatzprozess zur Verfügung stehenden monetären Mitteln
= Gewinn + erwirt. Abschreibungen + langfr. Rückstellungen (Pensionsrückstellungen)
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2. Investition
2.1. Investitionsarten und Investitionsplanung
Einerseits Verwendung monetärer Mittel, andererseits Auszahlung
2.1.1. Investitionsarten
2.1.2. Gliederung der Sachinvestitionen
2.1.3. Merkmale von Investition
2.1.3.1. allgemeine Merkmale
-hohe AK, die die strukturelle Liquidität beeinflussen
-relativ lange ND, so dass es zu einem zeitl. Auseinanderfallen zw. Auszahlung und Einzahlung kommt
-über die Abschr. werden die fixen Kosten und der Gewinn des Unternehmens beeinflusst
-Investition =Basis des techn. Fortschritts
2.1.3.2. spezifische Merkmale von Investition
-Beitrag zur Gewinnerwirtschaftung und Rentabilität sehr unterschiedlich
-unterschiedl. Risiko
-Möglichkeit der Umkehrbarkeit, d.h. Möglichkeit ein urspr. gekauftes Investitionsobjekt wieder zu verkaufen
2.1.4. Investitionsplanung
Stufen der Investitionsplanung im zeitl. Ablauf (vorw. Sachinvestitionen):
2.1.4.1. Bedarfsplanung
-für das Gut, das mit der Investition hergestellt werden soll
-Sachmittelbedarf für Investition
-Finanzmittelbedarf
2.1.4.2. Investitionsuntersuchung
-Schwerpunkt: Wirtschaftlichkeitsrechnung
-Anwendung der Investitionsrechnung zur Beantwortung der Frage, ob die Investition ökonomisch vorteilhaft ist.
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2.1.4.3. Investitionsentscheidung
-Sind die erforderlichen monetäre Mittel vorhanden?
-Welche Auswirkungen ergeben sich auf die zukünftige Liquidität, unter Berücksichtigung von Tilgung -und Zinszahlung, weiterer laufender Auszahlungen, aus der Nutzung der Investition und der geplanten Einzahlungen?
2.2. Investitionsrechnung
Warum?
1. Prüfung der ökonom. Vorteilhaftigkeit einer einzelnen Investition
2. Auswahl der ökonom. günstigsten Investitionsalternative 3. Einbeziehung von Steuern...
4. Bestimmung des ökonom. günstigsten Investitionsprogramms Ermittlung der opt. ND für Sachinvestition Ermittlung der opt. Ersatzzeitpunktes für vorhandene Anlage (Skript II)
Inputgrößen, welche die Wirtschaftlichkeit einer Investition beeinflussen
Anschaffungswert einer Investition:
Einzahlung in den Jahren der Nutzung der Investition: laufende Auszahlungen während der Nutzung: Liquidationserlös am Ende der ND = Verkaufserlös des Objektes: Nutzungsdauer: Kalkulationszinssatz: r bzw. Steuern:
durchschnittlich jährliche gesamte Kosten: Afa:
durchschnittliche jährliche kalk. Zinsen: durchschnittliche jährliche variable Kosten:
Verfahrenseinsatz:
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2.2.1. Statische Verfahren der Investitionsrechnung
(für geringeres Investitionsvolumen)
Prinzipielle Merkmale
-Zeitliche Struktur der für die Jahre der Nutzung sich ergebenden Inputgrößen wird nicht erfasst. (Ein -und Auszahlungen werden in den einzelnen Jahren nicht berücksichtigt)
-Inputgrößen in gleicher Höhe späterer Jahre bzw. in früheren Jahren den selben ökon. Stellenwert.
-Relevant sind nur Durchschnittswerte.
-Finanzmathematische Methoden kommen nicht zum Einsatz.
2.2.1.1. Kostenvergleichsrechnung
2.2.1.1.1. Anwendungsgebiete
-Bestimmung der ökon. günstigsten Investitionsalternative, wobei sich Investitionsalternativen gegenseitig ausschließen. Lösung des Ersatzproblems für eine vorhandene Investition.
2.2.1.1.2. Entscheidungskriterium
Für welche Methode entscheide ich mich?
Es ist die Alternative am günstigsten, welche die minimalsten durchschnittlichen jährlichen Gesamtkosten aufweist.
∅K G =∅K f +∅K v min.
∅K f =∅Afa+∅Z + weitere fixe Kosten ∅Z = kalk. Zinsen
2.2.1.1.3. Ermittlung der ∅Afa ohne einen Liquiditätserlös
2.2.1.1.4. Ermittlung der ∅Afa mit einem Liquiditätserlös
2.2.1.1.5. Ermittlung der durchschnittlichen kalk. jährlichen Zinsen
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2.2.1.1.6. Ermittlung des durchschnittlich jährlich gebundenen Kapitals bei kontinuierlicher Tilgung und Zinszahlung ohne Liquiditätserlös
2.2.1.1.7. Ermittlung des durchschnittlich jährlich gebundenen Kapitals bei konst. Tilgung/Zinszahlung mit Liquiditätserlös
2.2.1.1.8. Ermittlung der durchschnittlichen jährlichen Gesamtkosten
ohne Liquiditätserlös
Zu den variablen Kosten gehören z.B.: Personalkosten, Materialkosten etc.
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mit Liquiditätserlös
Beispiel:
Bestimmung der ökon. günstigsten Investition bei gleicher Leistung/Jahr.
Die Alternative ist die günstigere, welche zu den geringeren Gesamtkosten führt Alternative 2
Beispiel 2:
Wie Bsp. 1, jedoch mit unterschiedlicher Leistung/Jahr, unterstellt wird prop. Abhängigkeit der gesamten leistungsabhängige Kosten von der Leistung
gesucht sind die ∅ Gesamtkosten pro Leistungseinheit
Wenn unterschiedliche Jahresleistungen gegeben sind, können die Gesamtkosten nur über die Gesamtkosten pro Leistung verglichen werden.
Alternative 2 wiederum die günstigere.
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2.2.1.1.9. Kritische Leistung zur Entscheidungsfindung
Ab welcher Leistung ist es sinnvoll sich für andere Alternative zu entscheiden. Fortsetzung des Beispiels:
Kritische Leistung
Ergibt sich da, wo gesamte durchschnittlich jährliche Kosten beider Alternativen gleich sind.
Lösung:
1 Ermittlung beider Kostenfunktionen ( K 1 (x) und K 2 (x) ) 2 Gleichsetzung der beiden Kostenfunktionen (aus x wird x krit. ) Auflösung der Gleichung nach x krit.
zum obigen Beispiel:
K 2 (x)=30.500 + 4,28x
24.700 + 4,56x = 30.500 + 4,28x
x krit. = 20.714 St./ Jahr
Es ergeben sich folgende Informationen:
jährliche Leistung < x krit Alternative 1 hat geringste Kostenjährliche Leistung > x krit Alternative 2 hat geringste Kosten - 2.2.1.1.10.Vorteile / Nachteile der Kostenvergleichsrechnung
1. Bei Entscheidungsfindung über Ersatzinvestitionen und Rationalisierungsinvestitionen und Investitionsalternativen, wenn sich diese hinsichtlich der Kosten unterscheiden 2. Keine Berücksichtigung der Erträge und des Gewinns. 3. Durchschnittliche jährliche Kosten werden erfasst. 4. Keine Berücksichtigung des Zeitfaktors.
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2.2.1.2. Die Rentabilitätsrechnung
2.2.1.2.1. Anwendungsbereich
-ökonomisch günstigste Investitionsalternative bestimmen
-Entscheidung über den Einsatz eines existierenden Objektes.
2.2.1.2.2. Ziel
Ermittlung der durchschnittlichen jährlichen Rentabilität.
2.2.1.2.3. Entscheidungskriterium
ØR max.
Die Alternative, welche die höhere durchschnittliche Rendite hat, ist die ökonomisch Beste.
ØR vorheriges Inv.Objekt < ØR Ersatzinv. Ersatzinvestition tätigen
2.2.1.2.4. Bestimmung der ökonomisch günstigeren Alternative für eine Ersatzinvestition auf Basis der Rentabilitätsberechnung
gegeben: Mindestrentabilität: 16%
Ergebnis: Alternative 2 ist die ökonomisch günstigere Alternative, da ØR 2 > ØR 1 und ØR 2 > ØR Mindestrentabilität
2.2.1.3. Amortisationsrechnung
2.2.1.3.1. Anwendungsbereich:
Bestimmung der Amortisationsdauer (AD)
Was versteht man unter AD?
-Der Zeitraum für die Wiedererwirtschaftung des Anschaffungswertes I0 eines Investitionsobjektes. (Wieviel Zeit vergeht bis das durch die Investition ausgegebene Geld durch diese erwirtschaftet ist?)
-Mindeste Amortisationsdauer wird gegeben.
2.2.1.3.2. Entscheidungskriterien
Bei einem einzelnen Investitionsobjekt:
AD I < AD Mind. vorteilhafte Investition
Bei mehreren Investitionsobjekten:
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AD Min. unter der Voraussetzung: AD < AD Mind.
2.2.1.3.3. Ermittlung der statischen AD
Kumulationsmethode, die generell anwendbar ist.
Durchschnittsmethode, kann nur angewandt werden, wenn die monetären Rückflüsse aus der Nutzung der Investition in jedem Jahr gleich sind.
2.2.1.3.3.1. Kumulationsmethode
-geplante Ein- und Auszahlungen werden über Jahre hin addiert
-wenn die Summe der geplanten Einzahlungen größer ist als die der geplanten Auszahlungen, dann wurde die Wiedererwirtschaftungsdauer erreicht bzw. überschritten Bsp.: Eine Investition ist durch folgende Daten charakterisiert!
-Anschaffungswert = 160.000 €
-Nutzungsdauer = 5 Jahre
-geforderte Mindestamortisationsdauer = 4 Jahre
-Hier muss Kumulationsmethode angewandt werden, da einzelne Jahre mit Zahlen gegeben sind. (Durchschnittsmethode kann nur angewandt werden, wenn jährliche Ein- und Auszahlungen gleich sind.)
Berechnung:
Am Ende des 4. Jahres ist die Differenz positiv nach 4 Jahren ist die Wiedererwirtschaftung erfolgt.
Genaue Berechnung - Formelmäßige Berechnung:
AD = Jahr, wo letztmalig Differenz negativ ist + (Differenz dieses letzten Jahres bis zu 0) / (Summe dessen, was im folgenden Jahr [ erstmals positive Differenz] erwirtschaft wurde)
zum Beispiel:
AD = 3 Jahre + (31.000/40.000) = 3,775 Jahre
Vergleich mit der MindestAD:
AD < MindestAD Investition ist ökonomisch vorteilhaft
2.2.1.3.3.2. Durchschnittsmethode
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Kann nur angewandt werden, wenn die Nettozahlungsüberschüsse, welche für jedes Jahr geplant sind, in jedem Jahr gleich hoch sind.
Gewinn - Afa Gewinn und Afa müssen jedes Jahr gleich sein. Anwendungsbereich daher sehr eingeschränkt.
AD
2.2.1.3.4. Einschränkungen der Amortisationsrechnung
Es erfolgt keine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, so dass die Amortisationsrechnung zu ergänzen ist durch andere Verfahren, um widersprüchliche Ergebnisse zu vermeiden.
Beispiel (Verschiedene Methoden verschiedene Ergebnisse)
Schlussfolgerung:
Wenn man verschiedene statische Verfahren der Investitionsrechnung nutzt, ist es nicht immer eindeutig eine Entscheidung treffen zu können. Dies ist ein Hauptmangel der statischen Verfahren.
2.2.1.3.5. Wertung der Amortisationsrechnung
Nur die ökonomische Wirksamkeit der Investition in der AD wird erfasst und nicht während der gesamten Nutzungsdauer. Die Wirtschaftlichkeit nach der AD bis zum Ende der ND geht bei dieser Rechnung verloren. Mangel der statischen Amortisationsrechnung.
2.2.2. Dynamische Verfahren der Investitionsrechnung
2.2.2.1. Hauptmangel der statischen Verfahren
Der Zeitfaktor bzw. die zeitliche Struktur der geplanten Inputgrößen wird nicht erfasst. sondern: ∅ jährliche Inputgrößen gehen in die Berechnung ein. Fazit: dynamische Verfahren benutzen bei Investitionen mit hohen Anschaffungswerten!
2.2.2.2. Rahmenbedingungen der dynamischen Verfahren
vollkommenen Kapitalmarkt
Sicherheit
geplante jährliche Struktur der Inputgrößen wird berücksichtigt
1 Hier kann man Durchschnittsmethode anwenden, da Gewinn und Afa für jedes einzelne Investitionsobjekt über Jahre hinweg gleich sind. (
Es wurden für einzelne Jahre keinen Werte gegeben.) Seite 12 Copyright © 2001 - 2004 by bwl24.net Alle Angaben ohne Gewähr! WWW.BWL24.NET
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Dipl. Betriebswirt (FH) Torsten Montag, 2006, Investition und Finanzierung - Skript I, München, GRIN Verlag GmbH
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