Inhaltsverzeichnis:
1. Kurzbiographie Freuds
2. Einleitung: Der Begriff der Persönlichkeit bei Freud
3. Das ICH und das ES
4. Kritik/ Zusammenfassung
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1. Sigmund Freud (1856-1939)
Der österreichische Neurologe und Psychopathologe Sigmund Freud begründete die Psychoanalyse. Er entwickelte zunächst die Psychoanalyse als Theorie der Diagnose und Therapie von Neurosen, dehnte die Psychoanalyse aber später auf andere Bereiche der Psychologie und auf Bereiche der Sozialphilosophie aus. Insbesondere auf die philosophischen Ansichten von Künstlern und künstlerisch inspirierten Philosophen übte er einen großen Einfluß aus. Freud studierte an der Universität Wien Medizin und arbeitete anschließend an der Wiener Universität. 1886 eröffnete er in Wien eine eigene Praxis. Freud konnte 1938 von Wien nach London fliehen.
Die Ursache der Neurose sah er in einer Störung der sexuellen Entwicklung in der frühen Kindheit eines Menschen. Die Fortwirkung des frühkindlichen Traumas im Erwachsenenalter bewirkt die Neurose.
Freud entwickelt zwei topische Modelle des Subjekts, d. h. Modelle der Komponenten des psychischen Apparats.
In der ersten Topik wird das Bewußte vom Unbewußten unterschieden. In der zweiten Topik die er vor allem in seiner Schrift Das Ich und das Es (1923) entwickelt,stellt er nun ein Trias-Modell von ICH, ES und ÜBER-ICH auf. Dabei tritt das Es an die Stelle des Unbewußten. Es bildet das triebhafte Element der Psyche und kennt weder Negation, noch Zeit oder Widerspruch.
Das ICH und das ÜBER-ICH entwickeln sich aus dem ES.
2. Die Persönlichkeitsstruktur bei Freud
Für den Begriff Persönlichkeit gibt es insgesamt mehr als ca. 50 verschiedene Definitionen. Der Begriff leitet sich vom griechischen „persona“ ab, als welches im Antiken Theater die Maske des Schauspielers bezeichnet wurde.
Man kann Persönlichkeit als den „sozialen Reizwert“ des Individuums definieren, in der Psychologie bezeichnet Persönlichkeit die Ganzheit der psychologischen Struktur eines
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Menschen, d.h. das Temperament, den Charakter, die Werte, kurz: alles Wahrnehmen, Denken, Fühlen, Wollen, Lernen und Handeln eines Individuums. Die einzelnen PERSÖNLICHKEITSZÜGE eines Individuum sind keine endgültigen Züge, sondern relative, im Vergleich zu anderen Menschen mehr oder weniger ausgeprägte Züge (niemand ist für sich genommen eindeutig extrovertiert, sondern nur extrovertierter als ein anderer oder auch viele andere).
Für Freud ist der Mensch ein System aus verschiedenen Energien. Alle psychische Energie bezeichnet Freud als „Libido“
Die Persönlichkeit besteht für ihn aus drei Hauptsystemen: Dem ICH, dem ES und dem ÜBER-ICH.
Als das „Es“ bezeichnet Freud die unbewußten Triebe und Instinkte des Menschen, welche durch die biologische Natur des Organismus ererbt sind. Der Mensch muß diese „Es“-Instinkte, also seine Grundbedürfnisse, befriedigen. Freud unterscheidet hierbei zwei Arten von Grundtrieben:
den Lebenstrieb (Eros), der sich in Hunger, Durst und Sexus, also dem Fortpflanzungstrieb manifestiert, und dem Dekonstruktions- oder Todestrieb, der sich in Aggression manifestiert.
Wenn man sich diesen Trieben ergibt, so handelt man nach dem Lustprinzip. Das „Ich“ ist eine Folge des „Es“. Während das „Es“ dem Lustprinzip folgt, ist das „Ich“ sozusagen für das Realitätsprinzip zuständig, d.h. es ist ein System kognitiver Prozesse, dem Wahrnehmen, Denken, Planen und Entscheiden. Das „Ich“ ist zuständig für die bewußte Kontrolle und Umlenkung der Es-Impulse, und sorgt somit für deren Befriedigung in der spezifischen Umwelt des Organismus.
Eine weitere Folge des „Es“ ist das „Über-Ich“, das für die Kontrolle und Beherrschung der Es-Impulse zuständig ist. Das Über-Ich sind die zurückhaltenden und hemmenden Kräfte hinsichtlich der Grundimpulse des „Es“. Diese resultieren aus anerzogenen Werten und Konventionen einer Gesellschaft und einer bestimmten gesellschaftlichen Sozialisation und sind somit ausschließlich durch Erziehung bedingt.
Das Über-Ich ist sozusagen ein inneres Substitut für die ursprünglich äußeren Kräfte von Eltern und Gesellschaft, man könnte es auch als das „Gewissen“ oder „moralische Empfinden“ bezeichnen.
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Die Persönlichkeit besteht zunächst also aus dem „Es“, und daraus entwickeln sich durch Anpassung und Lernen von der Umwelt/Außenwelt das „Ich“ und das „Über-Ich“. Nach Freud fällt dieser Prozeß der Persönlichkeitsentwicklung hauptsächlich in die ersten 5 Lebensjahre des Menschen. Anfangs grenzt das Kind die Umwelt noch nicht von sich selbst ab. Es denkt, daß die Umwelt und das Ich identisch sind. Die Libido ruht noch in ihm selbst (narzißtische Libido). Erst durch die allmähliche Abgrenzung entwickelt sich daraus eine „Objekt"-Libido. Das Kind beginnt andere zärtlich zu lieben und dies ist die Grundlage für eine gesunde Liebes- und Glücksfähigkeit.
Freud teilt diese Persönlichkeitsentwicklung in eine charakteristische Folge psychosexueller Phasen ein . Die orale Phase:
Im 1. Lebensjahr ist für den Säugling die Nahrungsaufnahme am Wichtigsten. Das Kind saugt an der Mutterbrust, d.h.: das Saugen ist der erste Lustgewinn. Da der Mund die erste Region ist, die eine libidöse Phase durchläuft, nennt man dies die orale Phase. In der „spätoralen" Phase zeigt der Säugling seinen aggressiven Charakter und fängt an zu beißen. Dieses beißen ist aber auch lustbetont.
Auch das Saugen an der Zigarette oder das Lutschen eines Bonbons wird lustvoll erlebt. Als „orale Ersatzbefriedigung" dient u.a.: das Kauen von Kaugummi, etc. Die Anale Phase:
In dieser Phase spielt die Analregion die bedeutende Rolle. Bisher war die Aufnahme wichtig, doch nun sind die Ausscheidungen für das Kind interessant. Diese Phase wird jedoch von den kulturellen Normen beeinflusst. Sauberkeit spielt eine wichtige Rolle. Das Kind weiß genau, wann es seine Blase ins Bett oder in den Topf entleert und kann dadurch Druck auf die Eltern ausüben (passiert z.B.: bei Geburt von Geschwistern, da es sich nicht mehr geliebt fühlt). Die phallische Phase:
Das Kind beginnt sich für seine Genitalien zu interessieren (zwischen 3. und 5. Lebensjahr). Eigentlich bezeichnet „phallisch" nur die männlichen Geschlechtsorgane, aber das Mädchen bemerkt, daß ihm der Penis fehlt. Die Kinder bemerken den Geschlechtsunterschied. Der Junge entwickelt den „Penisstolz" worauf das Mädchen mit „Penisneid" reagiert.
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Arbeit zitieren:
Eva Lippold, Daniela Barlovic, 2003, Sigmund Freud: Das Ich und das Es, München, GRIN Verlag GmbH
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