Inhalt
1. Einführung. 2
2. Lexikalische Solidaritäten 2
2.1 Wesenhafte Bedeutungsbeziehungen. 2
2.2 Grade der Kombinierbarkeit. 3
3. Selektionsbeschränkungen 4
4. Kollokationen. 5
4.1 Arbitrarität von Kollokationen 5
4.2 Gebrauchsweisen des Terminus Kollokation. 6
4.3 Lexical Sets 6
4.3.1 Analysemethoden für Kollokationen 7
4.3.2 Kollokationen auf grammatischer Ebene 7
4.3.3 Kollokationen auf lexikalischer Ebene 8
4.4 Stärke von Kollokationen. 8
4.5 Gesetzmäßigkeiten von Kollokationen 9
4.6. Abgrenzung von Kollokation gegenüber anderen Wortverbindungen 9
4.6.1 Fixierte Wortverbindungen 10
4.6.2 Nicht-fixierte Wortverbindungen. 10
4.7 Bestandteile von Kollokationen 10
5. Schlusswort 11
Literaturangaben 13
1. Einführung
Gerade für Fremdsprachenlernende ist es ein großes Problem, wann und wie sie welche Wortkombinationen eines Sprachsystems benutzen müssen. Verschiedene Ansätze in der Sprach-forschung haben sich aus lexikographischer Sicht mit der Analyse von syntagmatischen Beziehungen befasst und versucht diese zu systematisieren. Als Ansätze wären hier zu nennen: Selektionsbeschränkungen, Lexikalische Solidaritäten und Kollokationen. Die drei Ansätze ergänzen sich teilweise oder behandeln das Problem aus gegensätzlichen Perspektiven. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, den Ansatz der Selektionsbeschränkungen zu den beiden Ansätzen meines Themas mit hinzuzunehmen.
2. Lexikalische Solidaritäten
2.1 Wesenhafte Bedeutungsbeziehungen
Einige Lexeme enthalten bereits auf unterschiedliche Art und Weise andere Lexeme. Daraus folgen zwei Dinge: 1.) Eine Kombination mit den enthaltenen Lexemen kann tautologisch wirken. 2.) Einige Lexeme haben durch die Lexeme, die sie implizieren, einen mehr oder weniger eingeschränkten Spielraum, kombiniert zu werden
Porzig entwickelte daraus den Gedanken der „wesenhaften Bedeutungsbeziehungen“ zwischen Wortpaaren. Beispiel: gehen - Füße bellen - Hund
„Wesenhaft“ meint an dieser Stelle, dass ein Großteil der Bedeutung von einem Verb aus einer solchen Verbindung, in der impliziten Beziehung zu dem dazugehörigen Substantiv oder den Klassen von Substantiven liegt. D.h. durch die Verwendung des entsprechenden Verbs, sind bestimmte Substantive oder Klassen von Substantiven automatisch in diesem enthalten, was die Auswahl des Verbs stark einschränkt. Beispiel: Er greift einen Apfel
Greifen impliziert automatisch Hand, welche aber meist nicht ausdrücklich erwähnt wird.
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Wie stark die Kombinationsfähigkeit eines Verbs eingeschränkt ist, kann sehr unterschiedlich sein.
2.2 Grade der Kombinierbarkeit
Coseriu versucht die unterschiedlichen Grade der eingeschränkten Kombinierbarkeit von Lexemen mit seinem Konzept der „lexikalischen Solidaritäten“ terminologisch zu erfassen. Er definiert diese als „inhaltliche Bestimmung eines Wortes durch eine Klasse, ein Archilexem oder ein Lexem“
und unterscheidet drei Typen von „Lexikalischen Solidaritäten“:
• Affinität
• Selektion
• Implikation
Affinität liegt vor, wenn das entsprechende Verb ein Substantiv aus einer Klasse erfordert, die durch ein Klassem, d.h. ein allgemeines semantisches Merkmal gebildet wird. Beispiel: Er dankt seiner Mutter.:
Danken erfordert sowohl ein Subjekt, als auch ein Objekt aus der Klasse von Substantive die durch das Klassem [+ MENSCHLICH ] konstituiert wird.
Bei der Selektion muss das Verb mit einem Substantiv aus einem bestimmten Wortfeld kombiniert werden. Dieses Wortfeld ist um ein Archilexem, d.h. um das Lexem, das den allgemeinsten Inhalt aller Mitglieder des Wortfeldes hat, aufgebaut. Beispiel: Er empfand Wut.
Das Verb empfinden muss mit einem Objekt kombiniert werden, dass aus dem Wortfeld Gefühlszustände stammt.
Im Falle einer Implikation, muss das Verb mit einem ganz bestimmten Lexem kombiniert werden. Beispiel: Das Pferd wieherte nervös.
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Das Verb wiehern kann nur als Subjekt das Lexem Pferd besitzen.
In einigen Verbindungen ist ein Auftreten des determinierenden Lexems unüblich - in anderen optional. Coseriu unterscheidet demnach einseitige und zweiseitige Solidaritäten. Im Falle von einseitigen Solidaritäten erscheint das determinierende Lexem nur, wenn es modifiziert wird. Beispiel: Er lächelte. Er lächelte mit zusammengekniffenen Lippen.
Bei mehrseitigen Solidaritäten kann das determinierende Lexem erwähnt werden - muss aber nicht. Beispiel: Sie hörte im Wohnzimmer eine Katze schnurren. Sie hörte im Wohnzimmer ein Schnurren.
3. Selektionsbeschränkungen
Während Lexikalische Solidaritäten positive Implikationen zwischen Lexemen darstellen, nähern sich Selektionsrestriktionen diesem sprachlichen Phänomen aus entgegngesetzter Richtung:
Sie untersuchen auf welche Weise Verben und Adjektive mit anderen Wörtern zusammengesetzt werden dürfen.
Hierbei jedem Lexem eine syntaktisch- semantische Eigenschaft zuzuordnen, aufgrund derer über seine Kombinationsfähigkeit mit anderen Lexemen entschieden wird. Diese Zuordnung teilt Lexeme in Klassen ein, so dass ihre Kombination systematisierbar ist. Die Entscheidung, ob ein Lexem mit einem vorliegenden Lexem kombinierbar ist, richtet sich nach seiner Klassenzugehörigkeit. Beispiel: Der Mond wirft einen Traum.
Mond weißt das semantische Merkmal [- BELEBT] auf und Traum [- KONKRET] Das Verb werfen erfordert jedoch ein Subjekt mit dem Merkmal [+BELEBT] und ein Objekt mit dem Merkmal [+KONKRET].
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Arbeit zitieren:
Simone Kotarra, 2003, Lexikalische Solidaritäten und Kollokationen, München, GRIN Verlag GmbH
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