Gliederung
Seite
1 Einleitung
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2 Konstitutionstypologische Konzepte
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in der Persönlichkeitspsychologie
3 Konstitutionstypologischer Ansatz von E. Kretschmer
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3.1 Biographie 6
3.2 Körperbau 6
3.3 Psychosen und Körperbau 8
3.4 Grenzfälle und Temperamente 9
3.5 Kritik 11
4 Konstitutionstypologischer Ansatz von W. Sheldon
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4.1 Biographie 13
4.2 Körperbau 14
4.3 Verhalten 16
4.4 Zusammenhang zwischen Körperbau und Temperament 17
4.5 Kritik 20
5 Vergleich der Theorien beider Persönlichkeitsforscher
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6 Schlusswort
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7 A n h a n g
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8 Literaturverzeichnis
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1 Einleitung
Innerhalb des Seminars „Persönlichkeitstheorien“ beschäftigten wir uns mit Auffassungen von Persönlichkeit. Als Biologiestudentin interessierte ich mich vor allem für die Erklärung von Persönlichkeit auf Grundlage der Konstitution. Zwei sehr bekannte Vertreter von Konstitutionstypologien waren Ernst Kretschmer und William H. Sheldon. In dieser Arbeit werde ich als erstes aus der Geschichte einige Beispiel für Konstitutionstypologische Persönlichkeitskonzepte aufzeigen. Im folgenden Teil werde ich zunächst Kretschmer mit seinen Erkenntnissen darstellen. Dabei gehe ich auf die verschiedenen Körperbautypen ein, die er klassifiziert hat, um dann später die Charaktere die er darstellt, vorzustellen und sie in Beziehung zu den Körperbautypen zu setzen. Im Anschluss werde ich Sheldons Konstitutionstypologie vorstellen, bei der ich anfangs auch auf die Körperbautypen eingehe, um dann die Temperamente und ihre Korrelationen mit den Körpern darzustellen. Am Ende werde ich beide Forscher gegenüberstellen und ihre Theorien kurz vergleichen. Interessant wird es sein, herauszufinden, ob beide Theorien anwendbar und noch heute vertretbar sind. Im Schlusswort möchte ich kurz die Bedeutung dieser Forscher für die heutige Zeit aufzeigen.
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2 Konstitutionstypologische Konzepte in der Persönlichkeitspsychologie
Unter Typologie versteht man nach Bertelsmann „den Versuch, die Vielfalt menschlicher Ausprägungsformen in Typen einzuteilen. Der Typus repräsentiert eine Gruppe von Menschen, die bestimmte Persönlichkeitsmerkmale gemeinsam haben. Die jeweilige Typologie hängt davon ab, von welchem typenkonstituierenden Merkmal man ausgeht.” 1 Bereits 371-287 v. Chr. versuchte der Philosoph Theophrast Menschen nach wesentlichen Merkmalen einzuteilen.. In seinem Buch >Charakterbilder< hat er eine Reihe von Personentypen anschaulich umschrieben, wie zum Beispiel den Typus des Bäuerischen. Moliere (1622-1675) steht als Beispiel für typisierende Charaktergestaltungen in der Literatur. Er differenzierte den „Typen des Geizigen, des Parvenü oder des Hypochonder” 2 . In seinem Essay >Über naive und sentimentalische Dichtung< philosophiert Schiller (1798) über das grundsätzliche Verhältnis des Menschen zur Natur. Er unterscheidet dabei den naiven Typus, der sich in der Einheit mit der Natur erlebt und den sentimentalischen Typus, der sich im Gegensatz mit der Natur erlebt bzw. reflektiert. Auch Nietzsche (1872) beschreibt in seinem Werk > Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik< zwei unterschiedliche Typen von Mensch. Dabei stützt er sich vor allem auf die beiden Götter Apoll (Gott des Lichtes) und Dionysos (Gott der Nacht). Während der apollinische Typus, abgeleitet von Apoll, für das formschaffende, analytische, dem Geiste verpflichtende Prinzip steht, symbolisiert der dionysische Typus Vereinigung, Selbsthingabe, rauschhafte Ent-Ichung. 3 Analysen von Jaspers (1925) in seiner >Psychologie der Weltanschauungen< und von Spranger (1950) mit seinem weithin bekannt gewordenen Buch >Lebensformen< sind weitere typologische Ansätze. „Jaspers unterscheidet drei Einstellungstypen, in der sich das Subjekt mit seiner Welt auseinander setzt, und drei weitere Einstellungstypen, die auf das Subjekt selbst gerichtet sind. Zu den nach außen gerichteten Einstellungen zählt Jaspers die aktive, die kontemplative und die mystische Einstellung, während die nach innen orientierten Einstellungen von ihm als aktive Selbstreflexion, kontemplative Selbstreflexion und unmittelbare Einstellung bezeichnet werden. Für jeden dieser Einstellungstypen werden sodann in differenzierten Beschreibungen charakteristische Eigenschaftskomplexe
1 Bertelsmann Universal Lexikon, Band 18, Gütersloh, 1993, S.229.
2 Schneewind, K.A., Persönlichkeitstheorien I, Darmstadt, 1992, S. 114.
3 Vgl.ebenda S. 114 f.
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herausgearbeitet.” 4 Spranger ging methodisch ähnlich vor und unterschied „sechs Varianten von seelischen Akten, die er als Erkenntnisakte, ästhetische Akte, ökonomische Akte, religiöse Akte, Machtakte und Sympathieakte” 5 bezeichnet. Entsprechend den seelischen Akten werden nach Spranger die Lebensformen eines theoretischen, ästhetischen, ökonomischen, religiösen, politischen und sozialen Menschen beschrieben. Auf der Basis der Sprangerschen Lebensformen haben Allport, Vernon und Lindzey ein Testverfahren zur empirischen Erfassung der Lebensformen entwickelt, welches Roth (1972) für deutsche Verhältnisse adaptiert hat. An diesen Typologien wird auch der Unterschied zu den konstitutionstypologischen Ansätzen deutlich.
Unter Konstitution versteht man die „Gesamtheit der körperlichen, seelischen und geistigen Verfassung eines Menschen, wie sie sich in seinen Eigenschaften äußert, und der damit zusammenhängenden Reaktionsweisen. Die Konstitution ist teils ererbt, teils erworben. Man kann die Menschen nach ihrer Konstitution in Gruppen einteilen, die die jeweils ähnlichen Konstitutionstypen (Konstitutionstypologien) vereinigen.” 6 Die drei bekanntesten Vertreter dieser Konstitutionstypologien sind Ernst Kretschmer, William H. Sheldon und Claude Sigaud. Der Unterschied zu den philosophisch-phänomenologischen Typologien besteht also darin, dass Konstitutionstypologien eher auf einer „biologisch-biogenetischen Hypothese beruhen, wonach erkennbare individuelle Unterschiede im Körperbau in engem Zusammenhang mit psychischen Merkmalen stehen sollen” 7 . Philosophische Typologien gehen nicht von der Biologie des Menschen, sondern seiner Philosophie, seiner Weltanschauung und seiner Einstellung zur Umwelt aus.
Geschichtlich gesehen sind Konstitutionstypologien bis auf Hippokrates zurückzuführen. Schon Hippokrates erarbeitete eine Typologie, bei der er Körperbau und Verhalten verglich und analysierte. Allerdings war seine Typologie nicht so ausführlich, da er variable Typen nicht mit einbezog. Bei Hippokrates gab es zwei Arten von Typen. Einer entsprach dem des Ectomorphen von Sheldon und der zweite Typ entsprach einer Kombination des Endo- und Mesomorphen von Sheldon. Weiterhin sah Hippokrates vier Typen von Verhalten, wobei er dieses Verhalten auch als Temperament bezeichnete. „Die Temperamente, die wie Körperflüssigkeiten strukturiert waren, hießen schwarze Galle, gelbe Galle, rote Galle und weiße Galle.” 8 Entsprechend der Verteilung der Gallenflüssigkeit fiel das Temperament aus. Ein weiterer wichtiger Vertreter aus dem Jahre 1824 ist der Franzose Rostan. Er führte
4 ebenda S. 115
5 ebenda S. 115
6 Bertelsmann Universal Lexikon, Band 10, Gütersloh, 1993, S.71.
7 Schneewind, K.A., Persönlichkeitstheorien I, Darmstadt, 1992, S. 116.
8 Bischof, L.J., Persönlichkeitstheorien, Paderborn, 1983, S. 186.
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erstmals wirkliche Messungen von Konstitutions- und Persönlichkeitstypen durch und gilt somit auch als Vorläufer von vielen Untersuchungen, denen sich Konstitutionspsychologen heutzutage bedienen. Er unterteilte in vier Konstitutionstypen, welche sich „diggestiv, cerebral, muskulös und respirativ” 9 nannten. Der Italiener Viola konnte die Verfahren der Messung noch eingehend verbessern und unterschied zwei Haupttypen (mikrosplanchnischer und makrosplanchnischer Typus). Eine dritte Form, der normosplanchnische Typus war eine Mischform aus den beiden vorhergenannten Typen. Ein letzter wichtiger Vertreter der mit anzuführen ist, ist Ernst Kretschmer. Er unterteilte in die drei Konstitutionstypen Pykniker, Athletiker und Astheniker wovon sich auch Sheldon im Jahre 1934 sehr beeinflussen und inspirieren ließ. Sheldon führte aber trotzdem zum Teil seine eigenen Forschungen und Methoden durch. Die Typologien von Sheldon und Kretschmer werde ich in den nächsten Kapiteln näher beschreiben.
9 ebenda S. 186
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3 Konstitutionstypologischer Ansatz von Ernst Kretschmer
Aus chronologischen Gründen werde ich die Konstitutionstypologie von Ernst Kretschmer zuerst darstellen. Obwohl Kretschmer erst anhand der Psychosen erkannt hat, dass diese bei bestimmten Körperbautypen gehäuft auftreten, gehe ich zuerst auf die Körperbautypen ein. Anschließend werde ich die psychischen Krankheiten und die davon abgeleiteten Temperamente erläutern .In seinem Buch „Körperbau und Charakter” wählte er diese Reihenfolge auch. Er stellte zuerst die Anatomie vor und dann die Krankheiten und die daraus abgeleiteten Temperamente, trotz der Tatsache, dass die Untersuchungen von den Psychosen ausgingen.
3.1 Biografie
Ernst Kretschmer wurde am 8.10.1888 in Wüstenrot bei Heilbronn geboren. Er studierte die Fächer Philosophie und Medizin und arbeitete ab 1926 als Professor für Psychiatrie und Neurologie in Marburg. 1946 wechselte er nach Tübingen und wurde dort Direktor der Nervenklinik. Am 8.02.1964 starb Kretschmer in Tübingen. Insbesondere wurde Kretschmer durch sein umfassendes Buch „Körperbau und Charakter“ (1921) bekannt, in dem er den Zusammenhang von körperlicher Konstitution und charakterlichen Eigenschaften beim Menschen darstellte. Er beobachtete an psychiatrischen Patienten eine Korrelation zwischen drei Körperbautypen und der Art der psychischen Erkrankung und weitete diese Erkenntnisse auf die charakterlichen Eigenschaften normaler Menschen aus. Sein Sohn Wolfgang Kretschmer hat das Buch neu herausgegeben und überarbeitet. Nicht nur deswegen zählt es noch heute zu den klassischen Büchern der Persönlichkeitspsychologie.
3.2 Körperbautypen
Kretschmer hat ein sehr umfassendes Schema zur Bestimmung der Körperbautypen erarbeitet. Er war der Meinung, „die Körperbauuntersuchung muss ein exaktes Teilstück der medizinischen Wissenschaft werden. Denn sie ist einer der Hauptschlüssel zum
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Arbeit zitieren:
Katja Otto, 2001, Konstitutionstypologische Auffassungen von Persönlichkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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Konstitutionstypologie von William H. Sheldon
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