Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Didaktik
1.1.1 bildungstheoretische Didaktik
1.1.1.1 kritisch konstruktive Didaktik
1.1.1.1a Bildungsziel
1.1.1.3 Kritikpunkte am bildungstheoretischen Modell
2. Motivation
2.1 Lernmotivation
2.2.intrinsische/ extrinsische Motivation
2.3 Schüler motivieren/ demotivieren - Wege
3. Theorie der Selbstwirksamkeitserwartung
3.1 Theorie von Bandura
3.1.1 Lernen am Modell
3.2 Welche Bedeutung hat das Modelllernen für die Schule
3.3 Selbstwirksamkeitserwartungen bei Schülern und Entwicklung
3.4 Prüfungsangst
3.5 Kritik an der Selbstwirksamkeitstheorie
4. Erreichbarkeit von Zielen für die Schüler
5. Konsequenzen der Theorie für didaktische Entscheidungen aus der kritisch-konstr. Didaktik
6. Schlusswort
7. Erklärung
8. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Didaktik
Nach Jank und Meyer befasst sich Didaktik mit der Frage, 1 ." "wer was wann mit wem wo wie womit warum und wozu lernen soll
Didaktik leitet sich vom griech. Verb (didáskein) ab und kann sowohl
• aktiv (als ,lehren' oder ,unterrichten'), als auch
• passiv (als ,lernen' / ,belehrt werden'/ ,unterrichtet werden') sowie
• medial (,aus sich selbst lernen'/ ersinnen'/ , sich aneignen') übersetzt werden. Das Substantiv didaxis bedeutet: Lehre, Unterricht, Unterweisung, didaktiké téchne ist die Lehrkunst( vgl. Jank/Meyer, Didaktische Modelle, S.16f)
Didaktik ist im umfassenden Sinn der allgemeinen Didaktik die Wissenschaft (Theorie und Praxis) des Lehrens und Lernens in allen pädagogischen Handlungsfeldern und im 2 . schulpädagogischen Sinn die Theorie des Unterrichts
3 1.1.1 bildungstheoretische Didaktik
Die b.D. versteht sich zunächst als Theorie der Bildungsinhalte und ver-bindet damit in der Tradition der klassischen Bildungstheorien (von Hum-boldt, Pestalozzi, Schleiermacher und Herbart) Aufklärung, Mündigkeit und Selbstbestimmung der Menschen als Ziel von Erziehung und Bildung.
Die Didaktische Analyse (siehe Grafik unten) soll den Bildungsgehalt der Stunde anhand fünf didaktischer Grundfragen, die in wechselseitiger Abhängigkeit stehen, ermitteln.
1 Jank, W./Meyer, H.(1994): Didaktische Modelle,S16.
2 Schaub/Zenke: Wörterbuch der Pädagogik, 1995, S. 100
3 Jank, W./Meyer, H.(1994): Didaktische Modelle.,S137ff
Eine didaktische Analyse als Schwerpunkt dieses Modells durchzuführen, heißt, den Bildungswert des Inhaltes in jedem Einzelfall nachzuweisen, die Methodenfragen sind sekundär für die Planung.
Diese Auffassung mündet in der These vom Primat der Didaktik.
Maßstab dabei ist die Ermöglichung kategorialer Bildung. Notwendig dafür ist ein BILDUNGSZIEL.
4 B. D. betont, dass es darauf ankomme, das Verhältnis zwischen dem Besonderen Die
(also des Unterrichtsinhaltes) und dem Allgemeinen (für das er steht) zu bestimmen. Dafür wurden 3 Begriffe geprägt:
das Elementare: elementar ist jedes Besondere, was ein Allgemeines aufdeckt
das Fundamentale: fundamental sind Erfahrungen, in denen grundlegende Einsichten auf prägnante Weise gewonnen werden das Exemplarische: Fundamentales als auch Elementares müssen exemplarisch am beeindruckenden Beispiel gewonnen werden.
4 Blankertz, H.: Theorien und Modelle der Didaktik. Grundfragen der Erziehungswissenschaft. München, 1969,
1970
Klafki setzte sich mit der Frage: „Mit welchen Inhalten und Gegenständen müssen sich junge Menschen auseinandersetzen, um zu einem selbstbe-stimmten und vernunftgeleiteten Leben in Menschlichkeit, in gegenseitiger Anerkennung und 5 auseinander und
Gerechtigkeit, in Freiheit, Glück und Selbsterfüllung zu kommen?“ fasste seine Ziele in folgenden zwei Thesen:
These5.1:Bildung und Erziehung haben die Aufgabe, den unmündigen Menschen zur
These 5.2: Allgemeinbildung bezeichnet die Fähigkeit eines Menschen, kritisch, sachkompetent, selbstbewusst und solidarisch zu denken und zu handeln.
1.1.1.1 kritisch konstruktive Didaktik
Klafki versucht einen Bildungsbegriff zu konzipieren, der sowohl materiale Bildungstheorien als auch formale Bildungstheorien
dialektisch miteinander verknüpft, es entsteht der Begriff der „Kategorialen Bildung“. Er entwickelte seine Theorie weiter und kam so zu einer Abwandlung, zur "Kritisch-Konstruktiven Didaktik".
Dabei forderte er den Unterricht in drei Zielvorstellungen zu unterteilen.
5 W./Meyer, H.(1994): Didaktische Modelle. Frankfurt/M. 3 : Cornelsen Scriptor, S137ff
1.1.1.1a Bildungsziele
• Selbstbestimmungsfähigkeit jedes einzelnen über seine individuellen Lebensbeziehungen und Sinndeutungen zwischenmenschlicher, beruflicher, ethischer, religiöser Art
• Mitbestimmungsfähigkeit unserer gemeinsamen kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse
• Solidaritätsfähigkeit denen Selbst- und Mitbestimmungsmöglich-keiten aufgrund gesellschaftlicher Verhältnisse, Unterprivilegierung, politischer Einschränkungen oder Unterdrückungen vorenthalten oder begrenzt werden.
Dieses Vorhaben wird durch die vorhandene Realität in Schule und Gesellschaft erschwert.
Bildung ist ein zentraler Begriff in diesem Konzept. Klafki hält den Bildungsbegriff für einen kritischen, einen gesellschaftskritischen Begriff. Er beruft sich u.a. auf Rousseau, Herder und Hegel. Diese Didaktik heißt „kritisch“, weil sie gegen gesellschaftlich-politische Widerstände Gründe untersucht, die dem Lehren und Lernen im Sinne der Entwicklung von Selbstbestimmungs-, Mitbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit entgegenstehen und „konstruktiv“, weil Theorie und Praxis 6 Konzepte für eine humanere, demokratischere Schule innehaben.
1.1.1.3 Kritikpunkte am bildungstheoretischen Modell
Kritikpunkte am bildungstheoretischen Modell (Jank/Meyer, S. 141f)
• dass Bildung grundsätzlich Befähigung zu vernunftgeleiteter Selbstbestimmung und Mündigkeit sein soll, ist empirisch nicht zu belegen, häufiger nachzuweisen ist, dass Manipulation und "Abrichtung" oft "besser" gelingen.
• Aus übergeordneten Prinzipien, Weltanschauungen oder Weltverbesserungsformeln ist es unmöglich wissenschaftlich exakte Thesen abzuleiten.
6 KLAFKI, Wolfgang (1985). "Zur Unterrichtsplanung im Sinne kritisch-konstruktiver Didaktik", 1985, S 37f, -
Janck, Werner; Meyer, Hilbert: Didaktische Modelle,1994,S.167f
• polit.- gesell. Sicht: stabilisiert sie herrschende Klassengesellschaft
• sozialwiss. Sicht: ignoriert sie Lebens- und Lernbedingungen der S.
• didaktischer Sicht: formuliert sie keine klaren Lernziele
• unterrichtspraktischer Sicht: vernachlässigt sie die Methodik 7 Vorzüge bildungstheoretischer Didaktik:
• sie hält stets das Norm- und Legitimationsproblem bewusst, das durch die Forderung, Bildung führe zur Mündigkeit, entsteht.
• sie beharrt auf dem Prinzip der Erziehung zu Aufklärung, Mündigkeit und Selbstbestimmung und hält damit an der "konkreten Utopie" von Freiheit und Emanzipation fest.
• außerdem hält sie die Spannung zwischen der Utopie eines Lebens in Freiheit und der gesellschaftlich gegebenen Unfreiheit aufrecht und mach dem Menschen somit bewusst, dass es kein Leben in grenzenloser Freiheit geben wird und jeder um ein Leben in zerbrechlicher Freiheit immer neu kämpfen muss.
• Die Bildungstheorie hat zudem ihre Stärken darin, dass sie ungeeignete Unterrichtsinhalte begründet ausgrenzt.(Meyer, S.151)
8 Ziel von Schulunterricht ist es, den Lernenden Hilfen zur Entwicklung ihrer Selbstbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit und Mitbestimmungsfähigkeit zu geben"
Die Schüler sollen ihr Handeln begründen und reflektieren. Ihre Emotionalität soll entwickelt werden, und sie sollen fähig sein, auf die eigenen Beziehungen zur natürlichen und gesellschaftlichen Wirklichkeit im Sinne begründeter Zielsetzung aktiv einzuwirken.
Die Inhalte müssen sich sowohl durch ihre Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung für die Schüler als auch durch ihre exemplarische Bedeutung begründen lassen. Klafki unterscheidet zwischen vier Lehrzielebenen. In die erste Ebene gehören die Begriffe Selbstbestimmungs- und Solidaritäts-
7 Janck,Werner; Meyer, Hilbert: Didaktische Modelle, 1994,S.133/151f
8
KLAFKI, Wolfgang (a): "Die bildungstheoretische Didaktik im Rahmen kritisch-konstruktiver
Erziehungswissenschaft". S12f In: GUDJONS, Herbert: Erziehungswissenschaft kompakt. Bergmann+Helbig,
Hamburg 1993a
Arbeit zitieren:
Daniela Schädel, 2004, Selbstwirksamkeitserwartung und "bildungstheoretische Didaktik', München, GRIN Verlag GmbH
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