Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 3
1.1 Wundergeschichten: 3
1.1.1 Was bedeutet „Wundergeschichte im Allgemeinen“? 3
1.1.2 Blindheit 6
2. Betrachtung der Wundergeschichte „Die Heilung eines Blinden bei Jericho“ bei
Markus (10, 46-52), Mattäus (20, 29-34), Lukas (18, 35-43) und Mattäus (9,27-31) 6
2.1 Darstellung und Herausarbeitung bei Markus ( 10, 46 - 52) 6
2.2 Darstellung und Herausarbeitung bei Mattäus ( 20, 29 - 34) 10
2.3 Darstellung und Herausarbeitung bei Lukas ( 18, 35 - 43) 12
2.4 Darstellung und Herausarbeitung bei Mattäus ( 9, 27 - 31) 14
3. Herausarbeitung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede an der Geschichte
„Der blinde von Jericho“, nach Markus, Mattäus und Lukas. 16
3.1. Allgemein. 16
3.2 Darstellung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Allgemeinen im Neuen
Testament. 17
3.3 Gemeinsamkeiten. 17
3.3.1 inhaltlich und sprachlich. 17
3.4 Unterschiede. 18
3.4.1 inhaltlich und sprachlich. 18
4. Einordnung in den historischen Hintergrund und abschließende Beurteilung 20
5. Literaturverzeichnis. 21
2
1. Einleitung
1.1 Wundergeschichten:
1.1.1 Was bedeutet „Wundergeschichte im Allgemeinen“?
„Ein Wunder ist [...] ein unerwartetes, gutes, nicht geplantes Geschehen, in dem der Betroffene Gottes Handeln erkennt und erfährt.“ 1
Das Hauptmerkmal, warum wir den Begriff „Wunder“ heute benutzen, ist das Moment der Außerordentlichkeit und Unerklärlichkeit. In der Antike hingegen bezeichnet man mit Wunder „die Erfahrung des Göttlichen“. Der biblische Wunderbegriff sagt, dass Wunder auffallende Ereignisse sind, die von glaubenden Menschen als Zeichen des Heilshandelns Gottes verstanden werden. Aus neutestamentlicher Sicht deutet sich das Handeln Gottes zum Heil der Menschen, in Jesu Leben und seinem Handeln als endgültige Entscheidung für den Menschen. 2
Die ca. 35 synoptischen Wundergeschichten nehmen einen erheblichen Teil der Jesusüberlieferung ein. Es wird unterschieden nach Naturwundern und Heilwundern. Die Naturwunder kann man weiter aufteilen nach Sturmstillung, Wandel auf dem See und Speisungswunder. Die Heilungswunder werden weiter unterteilt in Dämonaustreibung, Heilung am Sabbat, allgemeinen Heilungen und Totenerweckung. 3 Die Wundergeschichten haben die Verkündung des Glaubens zum Ziel. Es handelt sich bei ihnen nicht um historische Berichte, sondern um Glaubenszeugnisse. Dabei lässt sich das Handeln Jesu als Wirken Gottes interpretieren. Die Heilungen selbst finden nur durch Jesu Wort statt und nicht durch irgendwelche mirakulösen Handlungen an den Menschen. Weiterhin werden die Betroffenen nicht ohne eigene Mitbeteiligung geheilt. Daher stehen seine Wunder in direktem Zusammenhang mit dem Glauben. In den Wundern findet die Verkündigung Jesu vom Reich Gottes statt, aber die Mitmenschlichkeit selbst wird nicht
1 vgl. Eberhard Sievers, Jesus entdecken, Seite 84
2 vgl. Alfons Weiser: Was die Bibel Wunder nennt, S. 20/21
3 vlg. Siegfried Wibbing, Wunder und christliche Existenz heute, S. 94/95
3
gezeigt. Die Wundergeschichten verdeutlichen, dass durch Jesus Gottes Heil für die Menschen anbricht. Das zeigt auch die Endgültigkeit an, dass Gott sich für die Menschen entschieden hat. 4 „In vielen Wundergeschichten wird vom Glauben der Betroffenen berichtet“ 5 . An dem, was Jesus erzählt, wird deutlich, das Heil im Sinne von Rettung, Erhaltung oder Erlösung gebraucht wird, aber sie schließen auch das Wohlbefinden der Geretteten ein.
Wunderberichte wurden vor allem als historische Sachinformationen verstanden, sie wurden im Glauben an den Auferstandenen geschrieben und sollen mit Blick auf die Vergangenheit den Blick für Gottes Heilshandeln in Gegenwart und Zukunft öffnen und zu persönlichem Engagement führen. 6
Jesu lebt das Reich Gottes schon, wie es sein soll (Nächstenliebe, Hilfe). Durch Wundergeschichten sollen die angesprochen werden, die „sich an ihnen orientieren und durch sie Sinndeutung ihrer Situation und ihrer Hoffnung erfährt, auch „symbolische Handlungen“, in denen die konkreten Negativitäten von Bedrohungen durch Krankheiten, Mängel und Gefahren transzendiert werden und die der Hörer zur Grenzüberschreitung des Glaubens in den Raum der christlichen Gemeinde als den Ort konkreter Überwindung von Negativitäten ermutigt wird. Nach G. Theißen sind die urchristlichen Wundergeschichten „symbolische Handlungen, die durch den historischen Jesus provoziert wurden“ auch dort, wo die symbolische Handlung nicht einfach eine historisch-vorgegebene „Wunder“-Handlung aufgreift; denn die Wundergeschichten geben nicht einfach „die historische Wirklichkeit wieder, sondern deren geistige Gestalt.“ 7
Die Entstehung der Wundergeschichte liegt im Leben Jesu, als „Anfänger und Vollender des Glaubens (Hebr. 12,2) begründet.
Der Name Jesu bedeutet auch: der Herr ist Heil (Rettung), denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden. (Matthäus 1.21)
Hier wird der Nachdruck auf den religiösen Charakter des Heils gelegt: Rettung von den Sünden.
4 vgl. Alfons Weiser: Was die Bibel Wunder nennt, S. 20/21
5 vgl.Eberhard Sievers, Jesus entdecken, Seite 85
6 vgl. Alfons Weiser: Was die Bibel Wunder nennt, S. 28
4
Die Wundergeschichte zeigt die verdichtete Wirklichkeit symbolisch, gegliedert in Motivfolgen und abhängig von Thema und Personenstruktur.
Dabei dürfen historische, missionarische, chrostologische, ekklesiologische und theologische Vorgaben nicht außer Acht gelassen werden.
Der Aufbau zeigt sich folgendermaßen:
Einleitung mit Situationsschilderung, Exposition mit Spannungserzeugung, Zentrum mit Lösung und Schluß mit Beglaubigung/Werbung. 8
Die hier zu erörternde Untergattung „Heilungswundergeschichte“ am Beispiel des „Jesus heilt den blinden Bartimäus“ wird hier kurz eingeführt und ansatzweise erörtert.
Heilungswundergeschichten sind am weitesten verbreitet, erzählen von wunderbarer Heilung durch heilbegabte Menschen und deren Wort; sie preisen den Täter.
Sie gliedern sich wie folgt,
1. Situationsangabe mit Vorstellung der Hauptcharaktäre, 2. Krankheit, 3. Heilung, 4. Beschreibung der Heilung und 5. Vorgang der Heilung.
Der Heilige erscheint in Form von mysterium fascinosum - als Krankenheiler, Bezwinger der Dämonen.
„Daran wird deutlich: Die betroffenen sind nicht unbeteiligt. Der Anstoß aber geht von Jesus bzw. Gott aus. Der Glaube wird durch die Bewegung mit Jesus ermöglicht und bestätigt.“ 9 Die Heilung, die ein betroffener Mensch erfährt, betrifft ihn in seiner ganzen Person mit Leib und Seele. Bei vielen Heilungen, wie auch bei Bartimäus, spielt die Aufhebung der Isolation
7 vgl. Pesch/Kratz, So liest man synoptisch, II, Wundergeschichten, S.9
8 vgl. Pesch/Kratz, So liest man synoptisch, II, Wundergeschichten, Anhang Motivgerüst der Wundergeschichte
9 vgl.Eberhard Sievers, Jesus entdecken, Seite 85
5
der Person eine Wichtige Rolle. Wundergeschichten motivieren zur Identifikation mit dem Menschen, dem durch die Heilung geholfen wird, aber auch dem, der ihm hilft.
1.1.2: Blindheit
Es gibt spezifische Züge in der Blindheitswundergeschichte. Blinde müssen zum Wundertäter geführt werden, benötigen also einen Begleiter.
Für die Heilung der Augen in der antik-volkstümlichen Medizin und charismatischtherapeutischen Praxis wird Speichel benutzt. Es muss auf die „Wieder“-herstellung der Sehkraft besonders abgehoben werden. Blindheit und Bettelei gehen zusammen einher. 10
2. Betrachtung der Wundergeschichte „Die Heilung eines Blinden bei Jericho“ bei
Markus (10, 46-52), Mattäus (20, 29-34), Lukas (18, 35-43) und Mattäus (9,27-31)
2.1. Darstellung und Herausarbeitung bei Markus´ (10,46-52)
Die Wundergeschichte “Der Blinde von Jericho“ (Mk. 10, 46 - 52) steht im Markus Evangelium. Dieses ist das älteste Evangelium, auf das die drei anderen aufbauen. In ihm ist kein Hinweis auf den Verfasser zu finden, sowie keinerlei Angaben über Zeit und Ort der Entstehung. Vermutlich ist das Markus Evangelium in dem Zeitraum von 60-70 n. Chr. verfasst worden. Das Evangelium lässt sich in drei Teile aufteilen: in die Einleitung ( Mk. 1, 1-13), in den Hauptteil (Mk. 1, 14-15,47) und in den Schluß (Mk. 16, 1-8). Der Hauptteil untergliedert sich nochmals in drei Teile: der 1. Hauptteil enthält die Texte über Jesus in Galiläa ( Mk. 1, 14-8,26), der zweite über Jesus auf dem Wege nach Jerusalem (Mk. 8,27-10,52) und der dritte über Jesus in Jerusalem ( Mk.1, 1-12,44). 11 Der Aufbau des Evangeliums gibt schon ein Hinweis auf das Anliegen Markus`. Das ganze Evangelium ist auf den Schluß gerichtet, auf das Ende Jesu, das Leiden und sterben am Kreuz. Das Kreuz stellt die
10 vgl. Pech/Kratz, so liest man synoptisch, S. 78
11 vgl. Mann, Dietrich, Das Neue Testament verstehen, Seite 38
6
Arbeit zitieren:
Daniela Schädel, 2004, Heilung des blinden Bartimäus, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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