2
Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung. 3
2 Vermitteltheit von Operation und Handlung. 3
3 Denken, emotionale Wertung und Motivation. 5
4 Der interpersonale Aspekt individueller Handlungsfähigkeit. 8
5. Fazit 10
3
1 Einleitung
Die Arbeit bezieht sich schwerpunktmäßig auf die subjektive/subjektwissenschaftliche Problematik von Erkenntnis / Wertung / Motivation als Aspekten der Handlungsfähigkeit gesamtgesellschaftlich vermittelter individueller Existenz wie Klaus Holzkamp 1 sie in seinem Buch Grundlegung der Psychologie in Kapitel 7.3. darstellt. Daneben werden zusätzliche und erweiternde Überlegungen von Josef Held 2 und Klaus Holzkamp 3 einbezogen 4 .
Methodische Zwischenbemerkung: Ab jetzt werden die gewonnen kategorialen Resultate vorangegangener Kapitel in Bezug auf inhaltliche Parallelanalysen vorausgesetzt und verwertet. Es geht um Erkenntnis Wertung und Motivation des Einzelnen. Der Analysegegenstand nimmt nun endgültig subjektwissenschaftlichen Charakter an. Ab jetzt geht es um den Einzelnen in der Gesellschaft. Die Basis aller weiteren Analyse ist der Umstand daß die gesellschaftlichen Verhältnisse ein in sich lebensfähiges
Erhaltungssystem darstellen. Die gesellschaftlichen Verhältnisse sind nicht länger gleichbedeutend mit der aktuellen Kooperation, Planung und verallgemeinerten Vorsorge durch ihren Mitglieder.
2 Vermitteltheit von Operation und Handlung
Neue Qualität der Vermitteltheit zwischen Operationen und Handlungen bei gesamtgesellschaftlicher Synthese: Die perzeptiv - operative Ebene als Basis und verschwindendes Moment „individuellen“ Handelns/Erkennens.
1 Vgl. Holzkamp, Klaus: Grundlegung der Psychologie, Frankfurt New York 1983, S. 304-342.
2 Vgl. Held, Josef: Lernen aus der Perspektive des „Subjekts“. Der Lernbegriff bei Klaus Holzkamp, in:
Rihm, T./ Funke, E. H. (Hrsg.): Subjektsein in der Schule?, Bad Heilbrunn 2000.
3 Holzkamp, Klaus: Der Mensch als Subjekt wissenschaftlicher Methodik. Vortrag, gehalten auf der 1.
Internationalen Ferienuniversität Kritische Psychologie vom 7.-12. März 1983 in Graz. Veröffentlicht in:
Braun, K.-H., Hollitscher, W., Holzkamp, K. & Wetzel, K. (Hrsg., 1983): Karl Marx und die Wissenschaft
vom Individuum, unter: http://www.kritische-psychologie.de/kh1983a.htm zitiert aus
http://www.opentheory.org/freiheit/text.phtml?lang=en; Stand 20.10.2005
4 Vgl. ebenda: Lernen - Subjektwissenschaftliche Grundlegung- Frankfurt, New York,1991.
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(perzeptiv ~ sinnlich)
Es geht Holzkamp um Operationen und Handlungen. Diese sind vermittelt. Es kommt nun darauf an, auf der Handlungsebene das Verhältnis der Individuen zum selbstregulatorischen Systemprozeß und der Teilhabe der Individuen am System zu erfassen. Die direkte Naturaneignung und Naturbewältigung ist wie bereits erwähnt von der Verantwortlichkeit des Einzelnen entfernt worden. Weniger Handarbeit dafür mehr Kopfarbeit ist das Kennzeichen dieses Prozesses. Es wird Kapazität für geistige Arbeit frei. Die materielle Produktion ist nicht Selbstzweck sondern Basis eines gesellschaftlichen Prozesses. Gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten dürfen nicht auf die rein physische Seite der Lebenssicherung mißdeutet werden. Sie umfassen auch die Befriedigungs- und Erfüllungsmöglichkeiten im geistigen, ästhetischen und künstlerischen Bereich. Das viele Menschen von diesem Prozeß ausgeschlossen sind bezeichnet Holzkamp als unmenschlich. Holzkamp beschreibt die Delegation der direkten stoffliche Naturaneignung am Beispiel des Gedichts. Beim Schreiben des Gedichtes steht nicht das Schreiben als solches im Vordergrund. Das Schreiben ist zwar unerläßlich vom Handlungsziel her aber das verschwindenden Moment. Der künstlerische Wert des Gedichts steht im Vordergrund. Das Schreiben als Handlung ist ersetzbar. Man kann ein Gedicht auch mündlich weitergeben, oder für sich behalten. Das Schreiben versteht Holzkamp als die operative Ebene des menschlichen Handelns. Sie ist für die stoffliche und symbolische Realitätsaneignung Voraussetzung für die menschliche Entwicklung. Holzkamp macht darauf aufmerksam das Handlungen mit Operation gleichzusetzen absolut unzulänglich ist. Operationen sind oft nur Mittel oder Voraussetzung zur Handlung. Operation ist das Schreiben. Handlung ist das Dichten. Ein gleichsetzen beider Größen würde die gesamtgesellschaftliche Vermitteltheit individueller Existenz unbeachtet lassen und die operative Ebene und deren Stellenwert bliebe unbegriffen. Dadurch daß sich sprachliche und symbolische Formen
verselbstständigen kann die Handlungsbestimmtheit der Wahrnehmung selbst eine neue Dimension gewinnen.
Arbeit zitieren:
Dipl.Betrw.(BA) Michael M. Fleißer, 2004, Gesamtgesellschaftlich vermitteltes Handeln und der soziale / intersubjektive Aspekt der Handlungsfähigkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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