INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung
2. NA
Hintergründe zu Gottfried v Straßburg und sein Epos
Tristan und Isolde"
2.1. Der Dichter
2.2. Vorbild und Nacheiferer Gottfrieds
2.3. Gottfrieds Publikum und die Absicht des Dichters mit diesem
Werk NA
3. Das truren im Tristan-Fragment seine Folgen und Wirkungen
3.1. Tristans Geburt
3.2. Die Notwendigkeit des truren
3.3. Die Petitcriu-Episode
4. Schlußgedanke
5. Literatur
5.1. Primärliterur
5.2. Sekundärliteratur
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Beobachtungen zum truren im Werk des
Tristan I von Gottfried von Straßburg
1. Einleitung
Diese Arbeit über Gottfried von Straßburgs "Tristan und Isolde" soll als zentrales Thema die Trauer und das Leid behandeln, die von Anfang an präsent sind und von denen alle wesentlichen Figuren erfasst werden. Die Textgrundlage bildet besonders der Aufsatz von Silke Philipowski "Mittelbare und Unmittelbare Gegenwärtigkeit", in der die Trauer in der Petitcriu- Episode untersucht wird und der Text von Tomas Tomasek "Überlegungen zum truren im Tristan Gottfrieds von Straßburg".
Zum besseren Verständnis wird zuerst auf den Dichter, sein Leben und die Entwicklung seines Werkes eingegangen.
2. Hintergründe zu Gottfried von Straßburg und sein
Über die Person Gottfried von Straßburg wissen wir nahezu gar nichts. Zwar sind in der Großen Heidelberger Liederhandschrift Gedichte eines meister Gotfrit von Strâzburg überliefert, man kann jedoch nicht mit absoluter Bestimmtheit sagen, daß dieser Dichter mit dem Verfasser des "Tristan" übereinstimmt. Es besteht lediglich die Vermutung, daß der Autor des "Tristans" entweder in Straßburg geboren , dort aufgewachsen ist, längere Zeit dort gelebt hat, seinen Wirkungskreis in der Region oder gar in der Stadt selbst hatte oder vielleicht
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nur während der Schaffensperiode des "Tristan" dort gewohnt hat. Keine dieser Spekulationen kann eindeutig bewiesen werden, da keine schriftlichen Zeugnisse vorhanden sind. Lediglich die Tatsache, daß die frühesten Handschriften Dialektmerkmale des Elsasses vorweisen, bestätigen die Vermutung einer Verbindung des Verfassers des "Tristan" mit dieser Region, denn die mittelalterlichen Autoren Ulrich von Türheim, Heinrich von Freiberg und Rudolf von Ems bezeugen zudem in ihren Tristan-Werken, daß Gottfried ihre Quelle ist. Es ist jedoch nicht sicher geklärt, welchem Stand Gottfried angehörte bzw. welche gesellschaftliche Position er innehatte. Es wird lediglich vermutet, daß er ein Stadtbürger war. Im Prolog begegnet man einem Initialenachrostichon, woraus Dietrich wohl als Auftraggeber hervorgeht, G wohl für Gottfried und T und I wohl für Tristan und Isolde stehen. Es besteht jedoch keine absolute Gewißheit über diese Vermutung.
2.2 Vorbild und Nacheiferer Gottfrieds
Viele Dichter des Mittelalters haben schon vor Gottfried den Tristan-Stoff aufgegriffen. Diese Tatsache beruht darauf, daß das Publikum bekannte Stoffe bevorzugte, da es deren Wahrheitsgehalt ,überprüfen` konnte.
Folglich suchten sich die Dichter Vorbilder, deren Themen sie neu bearbeiten bzw. übersetzen konnten. Das Übersetzen wurde nicht nur durch die Möglichkeit des Quellennachweises begünstigt, sondern eröffnete vor allem neue Chancen, alte Texte zu aktualisieren und Bezüge zur zeitgenössischen Wirklichkeit herzustellen, so daß das Publikum Parallelen zum eigenen Leben
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ziehen konnte. Anhand von Gottfrieds "Tristan" läßt sich dies deutlich aufzeigen.
Im Prolog des "Tristan" erwähnt Gottfried, daß er lange nach der ,originalen` Vorlage gesucht habe, bis er auf die Bearbeitung Thomas von Britanniens gestoßen ist. Dieser hat laut Gottfried als einziger die Geschichte von Tristan und Isolde richtig erzählt, was letztendlich wohl auch den Ausschlag gegeben hat, seine Fassung als Vorlage zu verwenden.
Auch Thomas erfand den Tristan-Stoff nicht selbst, sondern bearbeitete den altirischen "Tristan-Stoff, vermutlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Gottfrieds um 1210 verfaßtes Tristan-Fragment wurde noch im 13.Jahrhundert von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg aufgegriffen. Diese beiden Autoren verwendeten Gottfrieds 11 Vollhandschriften und 15 Fragmente als Vorlage für ihre eigenen Konzepte. Sie setzten andere Schwerpunkte und veränderten einige Episoden. Für sie bot das Fragment anscheinend eine ideale Voraussetzung, um ein dem Publikum bekanntes Thema fortzusetzen, ohne daß sie lange nach einem geeigneten Stoff suchen mußten. Anscheinend begnügten sie sich nicht damit, daß diese Erzählung einen offenen Schluß hatte. Für sie schien es so, als ob Gottfried, aus welchen Gründen auch immer, den "Tristan" nicht zu Ende bringen konnte und deshalb konstruierten die beiden nach ihrem eigenen Ermessen einen Schluß, der den Erwartungen des Publikums gerecht werden sollte.
Es stellt sich nun aber die Frage, weshalb es kein abgeschlossenes Ende der Geschichte gibt. Zumindest
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Charlotte Diez, 2000, Beobachtungen zum truren im Werk des Tristan von Gottfried von Straßburg, Munich, GRIN Publishing GmbH
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