Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 2
II. Begrifferläuterungen 3
a) Die Sepharden 4
b) Die Aschkenasen 4
III. Die Entstehung der Altonaer jüdischen Gemeinde 5
IV. Der Friedhof an der Königstraße 9
V. Glückel von Hameln 10
VI. Fazit und Ausblick 11
VII. Literatur 12
2
I. Einleitung
Die Geschichte der Juden in Altona unterscheidet sich grundlegend von der Geschichte der Juden im restlichen Deutschen Reich.
Erstmals erwähnt wird Altona 1533, als sich der Fischer Joachim von Lohe dort niederlässt und eine Baugenehmigung sowie eine Schankerlaubnis für eine Wirtschaft vom Schauenburger Grafen erwirbt. Er nennt die Schenke „Altona“. Unklar ist, ob sich der Name des Dörfchens vielleicht durch diese Schenke gebildet hat - vielleicht aber auch, weil Altona „all to nah“ bei Hamburg lag. 1
Altona war von je her ein sehr offenes Dorf. Religiöse Minderheiten wurden dort, anders als in anderen Dörfern oder Städten, geduldet und nicht verfolgt. Dies erzeugte eine Atmosphäre, welche eine gute Voraussetzungen für die Minorität der Juden schuf, sich in Altona niederzulassen.
Die vorliegende Arbeit will die Geschichte der Altonaer Juden von der ersten Niederlassungsgenehmigung bis zur Auflösung der Altonaer jüdischen Gemeinde skizzieren. Hierzu werden die Werke von Joseph Carlebach (Ausgewählte Schriften II) sowie von Ulla Hinnenberg (Die Kehille - Geschichte und Geschichten der Altonaer jüdischen Gemeinde ) besonders in Betracht gezogen. Weiterhin wird ein kurzer Abriss über die Geschichte des jüdischen Friedhofs an der Königstraße gegeben.
Abschließend wird die Lebensgeschichte einer jüdischen Kauffrau der Frühen Neuzeit 2 , Glikl
von Hameln, angesprochen. In dem Buch „Die Hamburger Kauffrau Glikl - Jüdische Existenz in der Frühen Neuzeit“, herausgegeben von Monika Richartz, finden sich diverse Schriften über Glikl von Hameln sowie über weitere Schicksale deutscher Jüdinnen der Frühen Neuzeit.
II. Begriffserläuterungen
Joseph Carlebach beginnt seinen Essay 3 mit der Differenzierung sephardischer und
aschkenasischer Juden. Er verdeutlicht, dass zwischen Beiden große Unterschiede bestehen.
1 Ulla Hinnenberg: Die Kehille - Geschichte und Geschichten der Altonaer jüdischen Gemeinde, Hamburg-Altona, 1996, herausgegeben vom Stadtteilarchiv Ottensen e.V, vgl. S.7 ff.
2 Frühe Neuzeit oder auch „histoire moderne“ ist die „quellenmäßig gut dokumentierbare Vorlaufphase der Moderne, eine historische Übergangsphase“; Winfried Schulz; Neuere Geschichte - ein problematisches Fach in: Geschichte. Ein Grundkurs, herausgegeben von Hans-Jürgen Goertz, Reinbek bei Hamburg 1998 (2. Auflage
2001), Rowohlt Taschenbuch Verlag, S. 298
3 Joseph Carlebach ; Ausgewählte Schriften II , VI. Teil: Schriften zur Geschichte - Die Geschichte der Juden in Altona (Mauskript 1930) , S. 1299 ff., herausgegeben von Miriam Gillis-Carlebach, Hildesheim, 1982, Georg Olms Verlag
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Die folgenden Erläuterungen sollen verdeutlichen, weshalb beide Gruppen so unterschiedlich lebten und auch ein ungleiches Ansehen bei den Christen der Frühen Neuzeit genossen.
a) Die Sepharden
Sepharden, oder auch spanisch-portugiesische Juden, nennen sich jene Juden, welche nach dem Fall Jerusalems von den Römern in Jerusalem zurückgelassen wurden. Durch das Christentum wurden sie in die asiatischen Länder abgedrängt, gelangten hier unter islamische Herrschaft und kamen über Nordafrika nach Spanien. Unter der dortigen maurischen Herrschaft entwickelten die Sepharden eine eigenständige Kultur. Durch den Sieg bei Ceres de la Frontera endete die arabische Herrschaft und die Leidenszeit der Inquisition begann. Die sephardischen Juden flüchteten u.a. nach Deutschland und nahmen die spanische Sprache und Kultur mit. Trotzdem passten sie sich immer ihrer jeweiligen Umgebung an, waren häufig Gelehrte, Ärzte usw. Folglich brachten sie Geld mit in den Norden und waren anfangs gern gesehen. Sie sprachen Plattdeutsch, wie auch die Einheimischen. Anfänglich verbargen sie ihre Ursprünge. Da aber die Norddeutschen einen starken Antikatholizismus hegten und das Judentum weit weniger verpönt war, fingen sie bald an, sich nicht mehr zu verstellen und ihre ursprüngliche Religion auszuleben.
Die Hamburger Weltlichkeit zeigte sich positiv gesinnt gegenüber den Sepharden, da diese Geld und Wissen mitbrachten und so die Wirtschaft ankurbelten. 1612 bekamen sie den ersten offiziellen Niederlassungsvertrag in Hamburg.
Da die Hamburger Geistlichen schon eine judenfeindliche Haltung besaßen, wurde ihnen zwar das Privileg zugestanden, ihre Toten auf dem Friedhof an der Königstraße in Altona zu bestatten. Der Bau einer Synagoge, die öffentliche Ausübung ihrer Religion sowie die Beschneidung wurde ihnen allerdings untersagt. 4
b) Die Aschkenasen
Die Römer führten diese Juden nach dem Fall Jerusalems als Sklaven in die europäischen Herrschaftsgebiete. Ständige Austreibung und Verfolgung durch das Christentum aus Deutschland, England und Frankreich in Richtung Osten bestimmte ihr Leben. Immer auf der Flucht, kamen sie schließlich nach Osteuropa, behielten aber ihren hochdeutschen Dialekt bei und nannten sich fortan aschkenasische, d.h. hochdeutsche Juden.
Anders als die Sepharden, waren sie sehr tief mit ihrer Religion verwurzelt und passten sich
4 vgl. ebd. S. 1304
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Nicole Singler, 2005, Die Geschichte der Juden in Altona im 16. bis 18. Jahrhundert, Munich, GRIN Publishing GmbH
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