Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wer war Kurt Tucholsky
2.1 Die gespaltene Kindheit
2.2 Erinnerungen an die Schul und Studienzeit
3 Kurt Tucholsky eins von vielen Pseudonymen
3.1 Pseudonyme sind wie kleine Menschen
4 Die Zeitschrift Weltbühne
5 Literarisches Werk
6 Kurt Tucholsky im Exil
7 Literaturverzeichnis
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1 Einleitung
Wenn man heute von den „Goldenen zwanziger Jahren“ fast wie von einem Mythos spricht, dann meint man eigentlich nur die Kunst dieser Zeit. Entscheidend waren nicht Politik und Wirtschaft, sondern das neue Lebens- und Kunstgefühl, das den Charakter dieser Zeit bestimmte.
Das zeigte damals nicht nur „... die gesteigerte Verbreitung von Massenliteratur, die in der Weimarer Republik eine neue Qualität annahm und somit eine zusätzliche B eeinträchtigung schriftstellerischer Arbeit darstellte,“ 1 sondern auch die rasche Expansion vieler literarischen Richtungen.
Mit der vorliegenden Arbeit versuche ich den Menschen und den Literaten Kurt Tucholsky so darzustellen, daß sein literarisches Werk im Vordergrund steht. Die Art und Weise seines kurzen aber vielseitigen Lebens beweisen die Größe und die Ungewöhnlichkeit seiner Persönlichkeit.
2 Wer war Kurt Tucholsky?
„Ein Schriftsteller von ungewöhnlicher Begabung, unerschöpflich
an Einfällen, ein kluger Humorist, ein Satiriker von Format und –
ein Kämpfer für die ewigen Menschenrechte...“ 2
Wenn man heute auf den Schriftsteller Kurt Tucholsky zurückblickt, erinnert man sich vielleicht: da war einer, der auf allen Ebenen für Wirbel sorgte, oder vielleicht: einer, der Deutschland über alles gleichzeitig lieben und hassen konnte. Man schreibt ihm Frechheit sowie Höflichkeit gleichermaßen zu, was ihn in seiner literarischen Tätigkeit noch mehr anspornte.
1 Deutsche Literaturgeschichte, Metzler Verlag, 1994, S. 347
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2.1 Die gespaltene Kindheit Kurt Tucholsky war das Kind einer gutbürgerlich-jüdischen Familie. Seine Eltern, Bankkaufmann Alex und seine ehemalige Cousine Doris Tucholsky gehörten bereits zur zweiten Generation assimilierter Juden, die durch Fleiß und Ausdauer den Aufstieg ins Bürgertum geschafft hatten.
Der Vater Alex Tucholsky arbeitete sich in der „Berliner Handels- Gesellschaft“ zum Direktor hoch, wurde 1892 nach Stettin in eine Filiale versetzt, und schließlich kehrte er als Bereichsleiter der Firma Lenz & Co. mit seiner Familie nach Berlin zurück. Er kümmerte sich sehr um seine Familie und wollte sie versorgt sehen, bevor er starb. Alex Tucholsky starb im November 1905 an Syphilis. Kurt Tucholsky hat diesen frühen Verlust des geliebten und verehrten Vaters nie überwunden, er blieb fast zeitlebens auf der Suche nach einem „Vaterersatz“. Noch kurz vor seinem Tod 1935 empfand er es als fast unerträglich, „... daß ein so wertvoller Mann wie Papa sterben mußte, als er an der Schwelle der Ernte seines Lebens war.“ 3
Nach Kurt wurde 1895 dessen Bruder Fritz geboren, mit dem er bis zu seinem Tod eng verbunden blieb; 1897 folgte die Schwester Ellen.
2.2 Erinnerungen an die Schul- und Studienzeit Als besonders fleißiger Schüler tat sich Tucholsky nicht hervor, zwar begabt, aber ohne Ehrgeiz. Seinen Mitschülern blieb er in Erinnerung als „... ein fröhlicher Kamerad und ein echter Rebell, den wir gerade dann am ernstesten nahmen, wenn er uns zum Lachen brachte...“. 4 Ähnlich negativ wie auf seine Mutter reagierte er auch auf seine Schulzeit. Damals galten noch Ehre,
2 Wilhelm Herzog, 1936. In: Hepp, S. 176
3 Kurt Tucholskys Brief an Bruder Fritz vom 3.6.1935, Gesamtausgabe 21, S.
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Arbeit zitieren:
Ivanka Steber, 2000, Kurt Tucholsky (1890 - 1935), München, GRIN Verlag GmbH
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