Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Nationale Struktur Kroatiens als Folge seiner geopolitischen
Lage
2.1 Die nationale Struktur
2.2 Die geopolitische Lage
3 Auswanderungen der Kroaten und Ansiedlung anderer
nationalen Gemeinschaften und Minderheiten
3.1 Auswanderungen der Kroaten im allgemeinen
3.2 Ansiedlungen anderer Bevölkerung
3.2.1 Erste Einwanderungswelle
3.2.2 Zweite Einwanderungswelle
4 Auswanderungen aus der Republik Kroatien 1880 1991
4.1 Zeitraum 1880 1914
4.2 Zeitraum 1914 1921
4.3 Zeitraum 1921 1940
4.4 Zeitraum 1940 1948
4.4.1 Zwangsmigrationen
4.4.2 Freiwillige Migrationen
4.5 Zeitraum 1948 1991
4.6 Gesamte Migrationsbilanz
5 Auswanderungen der Kroaten nach Amerika
6 Binnenwanderungen in Kroatien
6.1 Landflucht
6.2 Unterschiede Dorf Stadt
7 Schlußfolgerung einige Auswirkungen der Emigrationen
Literaturverzeichnis
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1 Einleitung
„Migration 1 ist Wanderung von menschlichen Individuen oder Gruppen mit dem Ergebnis eines nicht nur kurzfristigen Wohnsitzwechsels.“ 2 Die Menschheit war seit uralten Zeiten zu Wanderungen bereit. So war es auch mit Kroaten.
Der Name Hrvat, nach ihm auch die Nation Hrvati 3 ist nicht slavisches Ursprungs. Die Wissenschaftler weisen auf iranischkaukasische 4 Wurzeln hin. Im 4. Jh. ziehen sie in Richtung Karpati und erst dort werden sie „slavisiert“, nehmen slavischen Namen, Sprache und Bräuche an, und als solche wandern sie im 7. Jh. in das heutige Gebiet, das im Süden von der Adria und im Norden von den Flüssen Mura, Donau, Drau und Drina abgegrenzt wird.
Die vorliegende Arbeit umfaßt die Beschreibung der heutigen nationalen Struktur Kroatiens bis zum Jahr 1991, Auswanderungen aus dem heutigen Staatsgebiet in den 5 bedeutendsten Perioden kroatischer Geschichte, Binnenwanderungen innerhalb des
Kroatiens, sowie Gründe und Folgen dieser Migrationen.
Uns interessieren vor allem Umfang und Dynamik dieser Migrationen. Es ist von Bedeutung auch zu erwähnen, daß es zu wenig verläßliche Daten gibt, die diese Arbeit untermauern würden, und daß einige Zahlen auf Schätzungen vorhandener statistischen Quellen beruhen. Ich habe mich zum großen Teil auf die zuverläßlichen Beiträge von Crkvencic 5 und Nejašmic 6 bezogen.
1 lat. migro, ziehen, ausziehen, zuziehen, umziehen.
2 Diercke-Wörterbuch der allgemeinen Geographie, Band 1, A-M, S. 399
3 ... wie heute in ethnischem und politischem Gebiet Kroatiens verwendet wird.
4 In heiligen persischen Büchern der Avesten wird die Benennung Harahvati in der Bedeutung von Freund verzeichnet.
5 Crkvencic, Ivan: Auswanderungen und demographische Prozesse in Kroatien
6 Nejašmic, Ivo: Hauptmerkmale der kroatischen Auswanderung 1880-1991
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2 Nationale Struktur Kroatiens als Folge seiner geopolitischen Lage
2.1 Die nationale Struktur
Die Republik Kroatien gehört zu den national homogenen Ländern Europas. Nach der letzten Volkszählung, die im Jahre 1991 durchgeführt wurde, lebten in Kroatien 4.784.256 Einwohner, davon:
15,88 % andere nat. Gemeinschaften u. Minderheiten, Der Anteil der Kroaten war 1991 allerdings größer als angegeben, weil ca. 82% der kroatischen Bevölkerung die kroatische Sprache als ihre Muttersprache angeführt hatte.
Um die gesamte Migrationspolitik zu erfassen, ist es wichtig darauf hinzuweisen, daß ca. 20% Kroaten auch in anderen Teilen der ehemaligen jugoslawischen Föderation leben, besonders in Bosnien-Herzegowina, wo sie neben Moslems und Serben eine der drei konstitutiven Völker dieses Staates repräsentieren.
Trotz erwähnter ethnischen Homogenität lebt in Kroatien auch ein relativ großer Anzahl anderer Nationalitäten. Von insgesamt 25 sind in der Tabelle 1 nur 11 Minderheiten angeführt, die im Jahre 1991 mehr als 5.000 Angehörige hatten. Von der Gesamtzahl entfallen ¾ auf Serben. Außer Moslems zählen die anderen Minderheiten jeweils weniger als 23.000 Angehörige.
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Tabelle 1: Bevölkerung der Republik Kroatien nach ethnischer Zusammensetzung
Es sei noch erwähnt, daß bis zum 2. Weltkrieg außer Serben die stärkste nationale Gemeinschaft die Italiener waren, aber unmittelbar danach zogen ungefähr 210.000 Italiener aus Istrien aus, darunter auch viele Kroaten, die nicht unter kommunistischem System leben wollten, genauso wie 85.000 Deutsche (in der Tabelle nicht mehr angeführt) vor allem aus Ostslawonien und Baranya.
Diese heutige ethnische Struktur Kroatiens ist die Folge der historischen Ereignisse, die das Territorium Kroatiens im Laufe der Geschichte zu einem Auswanderungs- und Aussiedlungsgebiet gemacht hatten.
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Quote paper:
Ivanka Steber, 1999, Auswanderungen und demographische Prozesse in Kroatien, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
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Politics - International Politics - Region: South East Europe, Balkans
Thesis (M.A.), 102 Pages
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