Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Buchinterpretation 4
1.1 Über den Autor und sein Schaffen 4
1.2 Das Buch In einem tiefen dunklen Wald von Paul Maar als 6
Grundlage meines Projektes 6
2. Warum habe ich dieses Buch gewählt 10
3. Das Unterrichtsmodell 11
3.1 Didaktische Überlegungen 11
3.2 Lernziele 12
3.2 Methodische Überlegungen 13
Schlusswort 18
Literaturverzeichnis 19
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Einleitung
Diese Seminararbeit behandelt Paul Maars Kinderbuch „In einem tiefen dunklen Wald“ und basiert auf den vermittelten Grundkenntnissen des Literaturdidaktikkurses „Paul Maars Kinder- und Jugendliteratur“ von Herrn Günther Lange. Außerdem wurden viele Ideen und Methoden in einem gemeinsam vorgetragenen Referat von C.R.*, H.v.d.H.*, R.B.* und mir entwickelt und vorgestellt. Das ist auch er Grund meiner Formulierungen in dieser Arbeit, denn ich werde aus Fairness zu den Mitgestalterinnen statt „meine Ideen“ oder ähnlichen Formulierungen immer „unsere Ideen“ sagen...
Ich habe es mir nun zur Aufgabe gemacht, aus dem Grundmaterial ein umfassendes Unterrichtsprojekt zu gestalten. Es ist für eine 4.Klasse an einer Grundschule gedacht, was ich im Verlauf meiner Präsentation noch näher erläutern werde... Auch auf meine genauen Vorstellungen einzelner Unterrichtseinheiten und Materialien werde ich näher eingehen.. Beim Lesen wünsche ich Ihnen viel Freude!
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1. Buchinterpretation
1.1 Über den Autor und sein Schaffen
Paul Maar, geboren am 13.12.1937 in Schweinfurt, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern und Kinderbuchautoren Deutschlands. Er wuchs auf in der Nachkriegszeit und bescheidenen Verhältnissen, mit einem Vater, der sehr lesefeindlich eingestellt war, und ihm kein Verständnis für seine Leselust entgegenbrachte.. Auch seine Mutter unterstütze ihn nicht, und so war er gezwungen, sich eigene Wege zu schaffen, um seinen Hunger nach neuen Büchern und Abenteuern zu stillen.
So kam es, dass er immer häufiger heimlich in die Bibliothek ging und sich dort schon als 12jähriger Junge Bücher auslieh. Aus Ermangelung von Kinderliteratur, die zur damaligen Zeit noch als überflüssig galt, las er Bücher von amerikanischen Schriftstellern, wie Ernest Hemingway, Edgar Allan Poe, Dorothy Parker und anderen. Er deponierte die für ihn sehr wertvollen Bücher stets bei einem Freund, um sie vor seinen Eltern geheim zu halten. Er hätte sonst wieder mehr Arbeit verrichten müssen, weil sein Vater denken würde, er hätte Langeweile und lese nur deshalb..
Nachdem Paul Maar sein Abitur abgelegt hatte, begann er ein Kunststudium in Stuttgart, wurde Kunsterzieher und schrieb schon während seines Studiums verschiedene lyrische Texte. Sein erstes Werk war „Der Turm am See“, das sogar im Süddeutschen Rundfunk im Jahre 1966 ausgestrahlt wurde. Nun durfte er sich offiziell „Schriftsteller“ nennen und begann, für seine Kinder - er hatte in der Zwischenzeit geheiratet und Kinder bekommen - zu schreiben. Allerdings war sein Ziel hierbei weniger bis gar nicht das Ziel der damaligen Kinderbuchautoren. Er spricht in seiner Rede an der Frankfurter Uni am 8.Juli 1994 von Büchern und Intentionen der Autoren wie folgt: „Ein besserwissender Erwachsener verkündet den unwissenden Kindern vom hohen Gipfel seiner gegenwärtigen Überzeugung herab, was sie zu tun und zu meiden haben......“ (4, Seite 18). Zu seiner Einstellung sagt er, bezogen auf den implizierten Erzieherzwang der Bücher: „Seitdem zeige ich den Büchern, aus denen sich unübersehbar der erhobene Zeigefinger reckt, noch nachdrücklicher den nach unten gerichteten Daumen. Auch dann, wenn die Ziele unangreifbar sind und mit meinen persönlichen völlig übereinstimmen.“ (4, Seite 19) Paul Maar lag es daran, für Kinder zu schreiben und zwar so, dass phantasievolle Gedanken und Träume in ihnen erwachen, wachsen und sich ausbreiten können. Alle seine Bücher haben Anklänge früher gelesener Kinderbüchern, u.a. Alice im Wunderland, Huckleberry Finn, usw. in sich und drücken auch aus, wie Paul Maar seine eigene „verlorene Kindheit“
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(6) nachholt und „Kindheitstraumata verarbeitet“. (6, Seite 415) Er hat ein besonderes Augenmerk auf „Individualität und Originalität.. (als).. literarisch geformte(n) Anliegen“ (6) in seinen Büchern gelegt. Seine Literatur soll die Kinder ermutigen „starre Formen“ in Frage zu stellen, Sprachkompetenz zu entwickeln und Sprachstrukturen spontan erfassen zu können (6).
Paul Maar selber besaß als Kind nur wenige Bücher, eins davon war eine Märchensammlung der Gebrüder Grimm. Besonders die Geschichte des „Eisenhans“ nahm Paul Maar lange als Kind gefangen, sodass er sie jeden Tag wieder las, über Jahre hinweg... Der Eisenhans hat goldene Haare, sie und sein „wahrer Kern“, das Besondere in ihm, sind aber unter einer Eisenkappe versteckt. Durch einen Vatermord wird am Ende der Geschichte die Unterdrückung des Hans durch seinen Vater beendet.. Die Geschichte wurde ein Teil seiner kindlichen Wirklichkeit und er identifizierte sich nahezu mit dem Jungen, der so ungerecht behandelt wurde, und in dem doch so viel mehr steckte.. Gerade in Momenten der Angst oder des Fühlens der Ungerechtigkeit, die ihm gegenüber verübt wurde, flüchtete er sich in Träume und die Welt der Märchen.. Was das für ihn bedeutete, erfasste er aber erst Jahre später, als er ein junger Mann war..
Interessant ist auch, dass Paul Maar in seinen Büchern auch versuchte, die unterschiedlichsten Aspekte, Perspektiven und Gattungsformen einzubinden. So besteht z.B. die Sammlung „Der tätowierte Hund“ aus einem bunten Strauß verschiedenster Elemente. Er wollte Neues ausprobieren, Themen und literarische Prinzipien miteinander mischen und anderes. Er sagte selbst, am Anfang einer Geschichte stünde immer „ein Bild, eine optische Vision, die mich dazu drängt, um dieses vorgestellte Bild herum oder darauf aufbauend eine Handlung zu erfinden“ (4, Seite 14). Oft ist auch das „Prinzip der beiden Standpunkte, der zwei Wahrheiten“ (4, Seite 14) eine Inspiration und lebt in seinen Geschichten. So gibt es zwei Blickwinkel in einer Geschichte, z.B. die „Hänsel-und-Gretel-Geschichte“, in der eine aus der Sicht von zwei Subjekten, eine aus Sicht der Gebrüder Grimm, eine aus Sicht von Paul Maar, erzählte Handlung beschrieben wird. Es gibt auch Geschichten, in denen ein Subjekt auf zwei Objekte schaut („König in der Kiste“) und die Person sowohl die Gute als auch die Böse ist..
„Das Sams“ nun ist eine weitere phantastische Erfindung des Autors, die in Wortspielen und ungetrübt naiver Ehrlichkeit und wörtlichem Aufnehmen der Umwelt Maars Grundsätze wiederspiegelt..
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Wie ich bereits erwähnte, spielt das Märchenbuch für Paul Maar eine bedeutende Rolle und gemischt mit seinem Spaß am Neuen, Phantasievollen, entwickelte er im Jahr 1999 das Buch „In einem tiefen dunklen Wald“. Es ist sozusagen eine Märchenparodie, die viele phantastische und märchenhafte Gestalten und Begebenheiten in sich birgt.
1.2 Das Buch „In einem tiefen dunklen Wald“ von Paul Maar als Grundlage meines Projektes
Das Buch „In einem tiefen dunklen Wald“ ist ein eher untypisches Märchen. Einerseits passen die Eindimensionalität, das Nicht-Erschrecken vor sprechenden Tieren, die Fantasiegestalten (Untiere) zur Gattung Märchen, andererseits werden die typischen Rollenverteilungen und Abläufe umgekehrt und ironisiert. Es finden viele Dialoge statt, der auktoriale Erzähler fungiert als Bindeglied zwischen den Szenen.
Das Buch ist interessant aufgebaut, denn der Aufbau spiegelt einen Hauptteil der Geschichte wieder, er unterstützt die Handlung und macht sie plastischer.. Paul Maar liebt es, mit den Figuren, dem Rahmen und den Stilmitteln zu spielen und alles dadurch noch bunter und hintergründiger zu gestalten. Dass diese Stilmittel aber nicht immer für den Leser gleich sichtbar sind, ihm sogar in ihrer Tiefe manchmal verborgen bleiben, etwa durch Parallelen zu Büchern anderer Autoren, die Paul Maar extra gezogen hat.. Er nennt dies „Zitat und Montage“ (5, Seite 150) und sagt, es sei ein wichtiges Stilmittel der modernen Literatur, und somit zur Gleichberechtigung der Kinder- und Jugendliteratur auch für diese wichtig.. Es sei eine Verehrung des Autoren, wenn man seine Motive oder andere Aspekte übernähme und er sagt ganz deutlich, dass „meine (..) Geschichten und Kinderromane deutliche Anspielungen auf meine Lieblingslektüre enthalten..“ (5, Seite 145). Somit ist also der Märchengehalt des Buches erklärt, eine Anspielung auf Maars Lieblingsbuch, das ich mitsamt seiner Bedeutungsschwere für Paul Maar bereits oben erwähnt hatte.
In Paul Maars Buch „In einem tiefen dunklen Wald“ spiegelt also auch der Aufbau, zwei große Teile, die ich gleich näher erläutern werde, die Handlung wieder. Es handelt sich um zwei Prinzessinnen, die eine wird von einem Untier “entführt“, die andere befreit sie und ihre Königreiche und Familien später. Die erste Prinzessin, Henriette-Rosalinde-Audora, eine recht eingebildete, arrogante und überzogen typische Märchenprinzessin, lässt sich durch ein zahmes Untier entführen, um an einen Mann zu kommen, der sie retten soll.. Diese
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Sabine Boneschanscher, 2002, "In einem tiefen dunklen Wald" von Paul Maar - ein Unterrichtsprojekt für eine Grundschulklasse, Munich, GRIN Publishing GmbH
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