1
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Hauptteil 4
1. Definitionen 4
1.1 Intelligenz 4
1.2 Begabung 4
1.3 Hochbegabung 5
2. Was ist Hochbegabung? Konzepte 6
2.1 Modell von MÖNKS (1990 ) 8
2.2 Modell von Heller, Perleth und Hany (1994 ) , 9
3. Diagnostik 10
3.1 Merkmale potentiell Hochbegabter , 10
3.2 Die Identifikation von Hochbegabten 12
3.2.1 Probleme und Fehler bei der Identifikation Hochbegabter 13
3.2.2 Standardisierte Verfahren mit großer Objektivität 14
3.2.3 Nichtstandardisierte Verfahren mit geringerer Objektivität ,, 17
3.3 Ablauf des Identifikationsprozesses 20
4. Entwicklung von Hochbegabung 21
4.1 Familiensituation 21
4.2 Persönlichkeitsentwicklung Hochbegabter 22
5. Probleme von Hochbegabten 23
5.1 Isolation 23
5.2 Schulversagen 23
5.3 Schulische Unterforderung 23
5.4 Familiäre Konflikte 24
2
6. Förderung Hochbegabter 24
6.1. Argumente gegen eine Hochbegabtenförderung 24
6.2. Argumente für eine Hochbegabtenförderung 25
6.3. Ziele der Förderung Hochbegabter 25
6.4. Verschiedene Förderungsmöglichkeiten 25
6.4.1. Förderung in der Familie 26
6.4.2. Förderungsmöglichkeiten in der Schule 26
6.4.3. Außerschulische Förderungsmöglichkeiten 27
6.4.4. Vereine zur Förderung und Beratung 28
6.4.5 Planung von Fördermassnahmen 28
Schluss 31
Literaturverzeichnis 33
3
Einleitung
In Deutschland beschäftigt man sich erst seit Anfang der 80er Jahre mit dem Thema Hochbegabung. Davor sprach man nur von Spitzenbegabungen in Sport, Musik oder in einzelnen Gebieten wie z.B. Mathematik. Intelligenz und Hochbegabung hängen unweigerlich miteinander zusammen. 2% bis 3% aller Kinder sind weit überdurchschnittlich intellektuell befähigt und gelten somit als hochbegabt. Eine Normalverteilung der Intelligenz vorausgesetzt, entspricht dies einem Intelligenzquotienten von 130 oder mehr. Doch wann ist jemand normal intelligent und wann überdurchschnittlich intelligent und somit hochbegabt? Um festzustellen, was Hochbegabung ist, ist es zunächst nötig, sich über den Inhalt und die Struktur von Intelligenz klar zu werden. Ausserdem soll erläutert werden, was man unter Intelligenz, Begabung und Hochbegabung versteht. Um exemplarisch die verschiedenen Vorgehensweisen zur Festestellung von Intelligenz darzustellen und somit zu zeigen, wovon Hochbegabung abhängt, werden vier Modelle von Intelligenz kurz dargestellt und auf zwei näher eingegangen.
Hochbegabte Kinder zeichnen sich durch sehr früh entwickelte, weit überdurchschnittliche Fähigkeiten und Interessen aus, durch die sie Gleichaltrigen oft beträchtlich voraus sind. Besondere Beachtung bei der Arbeit mit Hochbegabten, wird der Frage der Identifikation geschenkt. Wie kann man Hochbegabung erkennen? Gibt es eine spezielle Möglichkeit oder ein sicheres Verfahren, welches alle Hochbegabten herausfiltern kann? Neben der eigentlichen Diagnostik von Hochbegabung sollte das Augenmerk aber auch auf die ausschlaggebenden Randbedingungen gelegt werden. Nur wenn die Rahmenbedingungen zu Hause und in der Schule dafür günstig sind, können Hochbegabte ihr Ziel erreichen und ihre Fähigkeiten für sich und andere in entsprechende Leistungen umsetzen. Der Frage, wie Hochbegabung entsteht und was die familiäre Umwelt zur Entwicklung beiträgt, wird als nächstes nachgegangen.
Hochbegabte Kinder können in der Schule und im sozialen Umgang Probleme entwickeln, wenn ihre intellektuellen Bedürfnisse lange Zeit nicht wahrgenommen oder akzeptiert wurden und die Kinder deshalb ihre Fähigkeiten nicht entfalten konnten. Es ist daher wichtig, Eltern und Lehrer hochbegabter Kinder über Unstimmigkeiten, die entstehen können, aufzuklären. Hilfe bekommen Hochbegabte seit der Eröffnung der ersten Beratungsstelle 1984 in Deutschland 1 . Doch wie sieht so eine Förderung überhaupt aus und ist sie wirklich nötig? Diese Frage ist auch heute noch sehr widersprüchlich.
1 Feger; Prado: Hochbegabung, S. 79
4
Hauptteil
1. Definitionen
1.1 Intelligenz
„(lat. intelligentia Einsicht, Erkenntnisvermögen, Verstand; engl. intelligence) Es gibt keine allgemein anerkannte wissenschaftliche Definition des Begriffs Intelligenz, wohl aber Gemeinsamkeiten, die in den meisten Definitionen wiederkehren. Im allgemeinen Sinne ist Intelligenz die Anpassungsleistung eines Organismus an seine Umwelt und deren Veränderungen durch Lernen; im engeren Sinne die Fähigkeit des Menschen zur gedanklichen Erfassung und Strukturierung einer neuen Aufgabenstellung und deren zielgerichteten Lösung durch Aktualisierung und Umstrukturierung bereits vorhandener Kenntnisse und Fähigkeiten (Transfer), jedoch nicht durch bloßes Ausprobieren und daraus resultierende Erfahrungen.
Welche und wie viele Faktoren zum intelligenten Verhalten gehören, hängt von den zugrunde liegenden Intelligenztheorien ab.“ 2
1.2 Begabung
„ Begabungen sind nach dem Wurzelsinn des Wortes Begabung ein „ Gegebenes“ und als solches ein im genetischen Potential der Person „Angelegtes“. Sie sind Gaben, soweit sie ein Individuum befähigen, sich in Belastungssituationen des Lebenskampfes, im weitesten Sinne des Wortes, zu behaupten und sich in geistiger Selbstbestimmung zu verwirklichen. Die Gesamtheit der Selbstbehauptung und Selbstverwirklichung angelegten ererbten und erworbenen körperlichen, seelischen und geistigen Fähigkeiten und Funktionen macht das Begabungspotential aus.“ 3
Sofern Begabung und Intelligenz begrifflich überhaupt unterschieden werden, kommt der Begabungsbegriff dem psychologischen Eignungsbegriff sehr nahe, „... z.B. Begabung für das Erlernen eines Musikinstrumentes, die Fähigkeit, Fremdsprachen (leicht) zu lernen, besondere Leistungen im musisch-künstlerischen vs. mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich ...“ 4
Es gibt demnach verschiedene Begabungsformen, denen jeweils bestimmte Verhaltens- und Leistungsbereiche zugeordnet werden können.
2 Schaub; Zenke: Wörterbuch Pädagogik, S. 276
3 Reinitzhuber: Integrative Begabtenförderung, S.17
4 Reinitzhuber: Integrative Begabtenförderung, S.20
5
1.3 Hochbegabung
Um die Frage: „Was ist Hochbegabung?“ zuerst mit einer Definition zu beantworten, wird nachfolgend die Definition von Geuß aus dem Jahre 1981 verwendet: „ Hochbegabt ist, wer in der Lage ist oder in die Lage versetzt werden kann, sich für ein Informationsangebot - auch aus seiner Sicht- hohen Niveaus zu interessieren, ihm zu folgen, es zu verarbeiten und zu nützen.“ 5
Bei der Definition der Hochbegabung muss beachtet werden, dass die Grenzen zwischen verschiedenen Begabungsebenen von Experten willkürlich gesetzt wurden. Es gibt also keine real existierende Grenze zwischen guter, überdurchschnittlicher Begabung und Hochbegabung. Im Medienbereich werden häufig die Begriffe „Wunderkind“, „Genie“ oder auch „hochtalentiert“ verwendet. Geeinigt haben sich die Experten allerdings darauf, dass ein Intelligenzquotient von 130 und mehr auf eine intellektuelle Hochbegabung hinweist. 6 Hochbegabung ist die Fähigkeit, sich für ein Informationsmaterial, das ein hohes Niveau darstellt, zu interessieren, es zu verarbeiten und auch zu nutzen. Hierbei werden diese Informationen also nicht nur reproduktiv, sondern auch produktiv kreativ verarbeitet. Damit es in diesem Bezug dann zu herausragenden Leistungen kommt, müssen die Umweltbedingungen stimmen und motivierend sein. Hochbegabung lässt sich im intellektuellen, kreativen, sozialen, musikalischen und/oder psychomotorischen Bereich feststellen.
5 Wieczerkowski, Wagner: Das hochbegabte Kind, S.52
6 www.karg-stiftung.de
6
2. Was ist Hochbegabung? - Konzepte
Abb.1: Klassifikationskonzept der Hochbegabung bzw. -leistung im Münchner Begabungsmodell 7
In der Abbildung 1 ist das Hochbegabung nach verschiedenen Merkmalen gefächert. Man erkennt, dass nicht nur ein Merkmal alleine für Hochbegabung ausreicht, sondern es sind fünf verschiedene notwendig, wie Intelligenz, Kreativität, Kompetenz, Musikalität und Psychomotorik. Durch Hochbegabung wird Leistungsexzellenz erreicht, die sich dann in verschiedenen Tätigkeitsbereichen wie Mathe, Naturwissenschaft, Sprachen usw. ausdrückt.
Nach Ellen Winner gibt es drei Merkmale für Hochbegabung:
1. "Frühreife": Betroffene Kinder zeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie früher als das "normale" Kind in bestimmten Bereichen Höchstleistungen vollbringen. Dies kann in den verschiedensten Disziplinen der Fall sein (Sport, Musik, Sprache, Mathematik usw.).
2. Sie halten sich konsequent an ihr eigenes Drehbuch. Hochbegabte benötigen kaum Hilfe von Erwachsenen. Sie lernen und forschen auf eigene Faust, sind also kreativ, wenn es um das Lösen von Problemen geht.
3. Eine wütende Wissbegierde: Hochbegabte Kinder haben den inneren Drang, ihren Spezialbereich zu beherrschen, wollen immer weiter dazulernen. Sie sind also von sich aus motiviert, müssen nicht von außen dazu angehalten werden.
7 Heller: Hochbegabung im Kindes und Jugendalter. S. 20
Quote paper:
Stephanie Rümmer, 2005, "Hochbegabung - Die Welt liegt dir zu Füßen?!", Munich, GRIN Publishing GmbH
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