Personalf ührung Mobbing - Einwirkungsmöglichkeiten der Personalführung
Christian Nicke Fachhochschule Heilbronn
Tobias Poss Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik
Gliederung
1. Einleitung 01
2. Definition des Begriffs “Mobbing 02
3. Erscheinungsformen des Mobbing 02
4. Auswirkungen und Folgen 03
4.1 auf die Personen 03
4.2 auf den Betrieb 04
5. Einwirkungsmöglichkeiten der Personalführung 05
5.1 Vorbeugen und frühes Eingreifen 05
5.2 Ermahnung und Abmahnung 07
5.3 Um- oder Versetzung 08
5.4 Kündigung 09
6. Rechtliche Bewertung 10
7. Schluß/Resümee 11
Literaturverzeichnis
III
Christian Nicke
Tobias Poss Einleitung
Am 13.April dieses Jahres fällte das Thüringer Landgericht eine bis dato einmalige Musterentscheidung. Einen 54-jährigen leitenden Bankangestellten wollte man aus wirtschaftlichen Gründen zur Aufgabe seiner Arbeit bringen und bediente sich dazu systematischen Mobbings. Das Urteil: Die Methoden der beteiligten Bankangestellten grenzte an strafbare Körperverletzung, für den Fall einer Wiederholung setzte das Gericht ein Ordnungsgeld von 50 000 DM fest. 1 Der Mann bekam seine ursprüngliche Position wieder, aus der er zuvor verdrängt wurde. Der Fall aus Thüringen war bestimmt kein Einzelfall, die Dunkelziffer schätzen Experten als sehr hoch ein. Immer häufiger beklagen sich Angestelle über die Tatsache, daß Kollegen und Vorgesetzte ihnen das Arbeitsleben sehr schwer machen. Die Opfer leiden deswegen u.a. an psychischen und physischen Krankheiten.
Was heißt “Mobbing” und wie kann dieser unangenehmen Verhaltensform vorgebeugt, vermieden und seitens der Personalführung entgegengewirkt werden? Die folgende Seminararbeit soll darüber Klarheit schaffen.
1 Vgl. N.N.: Gericht: Erstes Urteil zum Schutz vor Mobbing, in: FAZ, 13. April 2001
1
Christian Nicke
Tobias Poss 2. Definition des Begriffs “Mobbing”
Die Ursprünge des Begriffs “Mobbing” lassen sich auf das lateinische Wort “mobile vulgus” zurückführen. Darunter versteht man eine wankelmütige, triebenthemmte Volksmenge mit fehlendem Organisationsgrad. Das englische Verb “to mob” wird mit “über jemand lärmend herfallen, angreifen, attackieren, anpöbeln” übersetzt. 2 Die wohl umfassendste und bekannteste Definition lautet: “Mobbing = eine Reihe von negativen, kommunikativen Handlungen, die während einer längeren Zeit (mindestens jedoch während eines halben Jahres mindestens einmal in der Woche) von einer Einzelperson oder mehreren Personen gegen eine bestimmte Person gerichtet sind.” 3 Inzwischen gibt es auch eine juristische Definition des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahr 1997. Demnach ist Mobbing “das systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte, wobei Mobbing durch Streßsituationen am Arbeitsplatz, deren Ursachen unter anderem Über- oder Unterforderung einzelner Arbeitnehmer oder Arbeitnehmergruppen liegen können, begünstigt wird.” 4
3. Erscheinungsformen des Mobbing
Mobbing tritt in Erscheinung, wenn systematisch, gezielt, häufig und rechtswidrig in das Persönlichkeitsrecht eines anderen Mitarbeiters eingegriffen wird. Mobbing kann in drei verschiedenen Formen auftreten. Am häufigsten findet sich Mobbing auf der selben Hierarchieebene, indem sich Kollegen einer Organisationseinheit untereinander schikanieren. Die zweithäuftigste Form von Mobbing äußert sich im Verhalten des Vorgesetzten gegenüber seinen Mitarbeitern. Dies bezeichnet man auch als “Bossing” Abwärts-Mobbing oder “Mobbing von oben nach unten”. 5 Diese Art von Mobbing zielt ab auf die Einschränkung des Einflusses eines Angestellten, Unterwerfungen oder einfach nur Meinungsäußerungen zu
2 Vgl. .ROOPHU1RUEHUW: Mobbing im Arbeitsverhältnis, Heidelberg, Forkel Verlag, 1997, S. 16f.
3 .UDW]+DQV-UJHQ: Mobbing, 2. Auflage, Wien, Ueberreuter Verlag, 2000, S. 11
4 .ROOPHU1RUEHUW: Mobbing im Arbeitsverhältnis, S. 18
5 Vgl. .UDW]+DQV-UJHQ: Mobbing, S. 11
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Arbeit zitieren:
Tobias Poss, Christian Nicke, 2001, Mobbing - Einwirkungsmöglichkeiten der Personalführung, München, GRIN Verlag GmbH
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