Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Schule 3
3. Beobachtungsaufgabe 4
4. Stundenplan für den Zeitraum vom 22.08.-26.08.2005 7
5. Das Schulgebäude 8
6. Soziologisches Umfeld der Schule 8
7. Pädagogisches Profil und Hauptprobleme der Schule
7.1. Pädagogisches Profil 9
7.2. Hauptprobleme 9
8. Atmosphäre im Lehrerzimmer 10
9. Elternbeteiligung 10
10. Rolle des Religionslehrers im Kollegium/ in der Schule 11
11. Reflexion meiner didaktisch-schulpädagogischen Veranstaltungen 11
12. Krisensituationen im Unterricht 13
13. Stundenskizzen der Religionsstunden
13.1. Religionsstunden in Klasse 7 14
13.2. Religionsstunde in Klasse 5 15
14. Schlussbetrachtung 17
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1. Einleitung
Seit dem Wintersemester 2003/04 studiere ich evangelische Theologie, Niederländisch und Deutsch im Studiengang GHR/ HR an der WWU Münster.
In der Zeit vom 22. August bis zum 16. September habe ich mein Praktikum an einer Hauptschule absolviert.
Mein Mentor unterrichtet die Fächer ev. Religion, Deutsch, Geschichte und Kunst. Ich habe ihn in den Jahrgangsstufen 7 und 9 begleitet. Meine Mentorin unterrichtet die Fächer ev. Religion und Deutsch. Ich habe sie in den Jahrgangsstufen 5 und 8 begleitet.
Meistens hospitierte ich in den Stunden dieser Lehrer, aber desweiteren besuchte ich noch unterschiedliche Klassen in den Fächern Erdkunde, Englisch, Mathematik und katholische Religion.
Insgesamt habe ich vier Religions- und eine Deutschstunde selbständig unterrichtet.
2. Die Schule
Die Hauptschule liegt im Ortskern. Xxx ist eine kleinere Stadt mit ungefähr 6.500 Einwohnern. Die Umgebung ist landschaftlich geprägt und zwei größeres Städte sind jeweils circa 10 Kilometer entfernt.
Zu Beginn des Schuljahres 2005/06 besuchten 416 Schüler die Schule. Jede Jahrgangsstufe besteht aus drei Klassen (Ausnahme: Jahrgangsstufe 5 mit nur zwei Klassen), wobei durchschnittlich 25 Schüler eine Klasse besuchen. Der Ausländeranteil ist mit 24 Schülern sehr gering, was einem Prozentsatz von 5, 8 entspricht.
Das Lehrerkolle gium besteht aus 27 Lehrern, 3 Referendaren und einem Sozialarbeiter.
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3. Beobachtungsaufgabe
Ich habe während meines Praktikums die Schüler der Jahrgangsstufe 7 intensiv beobachtet. Dies bot sich an, weil ich in dieser Jahrgangsstufe sowohl im Klassen- als auch im Kursunterricht sehr viele Stunden hospitiert habe.
Die Schülerin I., die ich während dieser Zeit beobachtete, fiel mir am zweiten Tag meines Praktikums auf, da ich während der Hospitation im Religionsunterricht neben ihr saß. Sie stellte sich mir direkt vor und sagte mir, dass sie im letzten Jahr sitzengeblieben wäre, und sich dieses Jahr auf jeden Fall viel mehr Mühe geben wollen würde um schon einmal eine gute Basis für den möglichen Besuch der Klasse 10b (hier erlangen Schüler den Realschulabschluss) zu legen. I. war zu mir sehr freundlich und fragte mich, welche Aufgaben ich als Praktikantin hätte und wie es mir an der Hauptschule gefiele. I. versuchte dem Unterricht aufmerksam zu folgen, meldete sich aber nicht freiwillig. Als der Lehrer Herr Karus sie bat, auf einer Landkarte das Land Israel zu zeigen, weigerte sie sich nach vorne zu kommen und ging erst nach mehrmaliger Aufforderung an die Karte und sagte recht unfreundlich, dass sie hier nicht freiwillig wäre und auch überhaupt nicht wisse, wo Israel läge. Herr Karus stellte ihr dann einen Schüler als Hilfe zur Seite, aber I. starrte nur aus dem Fenster. Den Rest der Stunde war I. sehr trotzig und nahm nicht mehr am Unterrichtsgeschehen teil.
Zur nächsten Stunde erschien I. nicht und auch die nächsten drei Tage erschien sie nicht zum Unterricht. In einem Gespräch mit der neuen Klassenlehrerin von I. erfuhr ich, dass I. im letzten Jahr häufig den Unterricht geschwänzt habe und sie die Vermutung habe, dass dies nun auch im neuen Schuljahr, das erst 3 Tage alt ist, der Fall ist. Sie telefonierte mit der Mutter von I. und ihre Befürchtungen bestätigten sich. Sie vereinbarte mit der Mutter einen Termin um gemeinsam mit ihr eine Lösung zu finden. Die Direktorin Frau Frädrich erwog desweiteren das Jugendamt hinzuzuziehen, wenn I. nicht innerhalb der nächsten Tage wieder zum Unterricht erschei nen würde, da sie schon im letzten Jahr sehr viele unentschuldigte Fehlstunden gehabt habe und die seitens der ergriffenen Maßnahmen zu keiner Verbesserung geführt habe.
Kurz nach dem Gespräch mit der Mutter erschien I. wieder zum Unterricht und schien sich auch wieder zu bemühen. Sie zeigte bei einigen Fragen auf, allerdings erst nachdem sie mich um die Richtigkeit ihrer Antwort gefragt hatte. Ich saß in dieser Stunde wieder neben I.. Da ich ihr allerdings keine Antworten vorgeben wollte, beschränkte sie sich auf solche Fragen, die entweder mit „ja “ oder „nein“ zu beantworten waren. Zu erwähnen ist,
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dass I. während sie ihre Aufmerksamkeit nic ht dem Unterricht schenkte, nie die anderen Mitschüler störte. Sie saß meist ruhig auf ihrem Stuhl und schien in Gedanken versunken zu sein. Wenn sie sich aber meldete und nicht als erste um ihre Antwort gebeten wurde, gab sie sehr schnell auf und wurde auch aggressiv gegenüber Herrn Karus, da sie sich ja bemüht hatte und dies nicht zur Kenntnis genommen wurde. I. sollte aufgrund ihres Fehlens die Aufgaben nachholen, die sie verpasst hatte, damit sie nicht den Anschluss am Unterricht verliert. Dazu bekam sie von der Klassenlehrerin einen Zettel, auf dem alle Aufgaben aus den unterschiedlichen Fächern zusammengefasst waren. I. erledigte diese Aufgaben allerdings nicht, was zu einem Disput mit der Lehrerin führte, die nun jeden Morgen einen Teil der erledigten Aufgaben sehen möchte. In der dritten Woche war es mir möglich I. auch im Englischunterricht bei der Klassenlehrerin zu erleben und hier beteiligte sich I. gar nicht am Unterricht. Sie saß auf ihrem Stuhl und hatte ihren Kopf wieder auf ihre Arme gelegt und schien vom Unterricht gelangweilt. Während einer Einzelarbeitsphase erledigte I. ihre Aufgaben ohne großes Interesse und schien sich nicht aufmerksam mit den Aufgaben im „Workbook“ zu beschäftigen. Aufgefallen ist mir, dass I. am Ende der Stunde zu der Lehrerin nach vorne an das Lehrerpult ging uns versuchte ein Gespräch mit der Lehrerin anzufangen. Sie versuchte die Lehrerin zu überzeugen, dass sie die „netteste und freundlichste Lehrerin wäre, die sie je gehabt hätte und das ihr auch der Unterricht großen Spaß bereiten würde.“ Diese Aussage, die sich sehr von I. Verhalten im Unterricht unterschied beschäftigte mich sehr. Als ich die Lehrerin darauf ansprach, meinte sie, dass I. dies öfters zu ihr sage und sie auch nicht so wirklich wisse, wie damit umzugehen sei. Sie versuche meist eine freundliche Antwort zu geben und es dann dabei zu belassen. Sie habe die Vermutung, dass I. mit diesem Verhalten bei dem Lehrkörper einen guten Eindruck hinterlassen möchte, der dann von ihrem häufigen Fehlen und der geringen Unterrichtsbeteiligung ablenken möchte. In der folgenden Religionsstunde fiel mir dann auch auf, dass I. am Ende der Stunde , in der sie nur passiv teilnahm, zu meinem Mentor an das Lehrerpult ginge und ungefähr den gleichen Wortlaut wiederholte. Dies führte mich zu der Annahme, dass die Klassenlehrerin mit ihrer oben genannten Vermutung Recht habe. Auch fiel mir auf, dass I. Probleme hatte, sich in die neue Klasse zu integrieren. Meist stand sie auf dem Schulhof mit Schülern ihrer alten Klasse zusammen und hielt so den Kontakt mit ihnen Aufrecht. Zu den Schülern ihrer neuen Klasse suchte sie kaum Kontakt und zeigte ihnen auch, dass sie sich älter und erwachsener als sie fühlte.
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Arbeit zitieren:
Sarah Schepers, 2005, Praktikum an einer Hauptschule, München, GRIN Verlag GmbH
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