Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Communications - Media and Politics, Politic Communications

Medien und Wahlkampf. Welche Rolle spielt das Fernsehen im Wahlkampf?

Title: Medien und Wahlkampf. Welche Rolle spielt das Fernsehen im Wahlkampf?

Term Paper , 1999 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Eva Dorothée Schmid (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Allerorten ist die Rede von einer Mediatisierung der Politik, von Fernsehwahlkämpfen à la Amerika und von Tendenzjournalismus. Es stellt sich die Frage, inwieweit sich die Wähler durch die Medien beeinflussen lassen - oder, inwieweit die Medien gar die Wahlen im Vorfeld entscheiden. Die Antwort auf diese Frage ist von großer Brisanz, denn falls es sich herausstellen sollte, daß die Medien große Macht und Einfluß haben und damit auch Wahlen beeinflussen können, dann stellt sich natürlich die Frage nach ihrer demokratischen Legitimation.
Der Bundestagswahlkampf des letzten Jahres erreichte eine neue Qualität was Amerikanisierung betrifft. Nicht die politischen Inhalte sondern viel mehr die Telegenität, das Image des Strahlemanns verhalf Schröder zum Sieg und schuf die historische Tatsache, daß zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik ein Kanzler abgewählt wurde.
All dies ist Anlaß, in dieser Arbeit einmal zu untersuchen, welche Rolle das Fernsehen im Wahlkampf spielt. Dies soll in zwei Richtungen gehend beantwortet werden. Einmal wird aufgezeigt, welchen Stellenwert das Fernsehen im Wahlkampf der Parteien hat, warum es diesen hohen Stellenwert hat und haben muß und welche Formen des Fernsehwahlkampfes es gibt. Zum anderen soll in einem zweiten Hauptteil untersucht werden, welche Rolle das Fernsehen für die Wahlentscheidung spielt. Dies wird anhand der Fernsehwirkungsforschung aufgezeigt. Dabei gehe ich von der These aus, daß vom Fernsehen Einflüsse auf die Willensbildung der Bürger ausgehen und es damit für die Wahlentscheidung eine wichtige Rolle spielt. Im letzten Kapitel folgt dann eine Problematisierung der aufgezeigten Einflüsse des Fernsehens und die Konsequenzen, die sich für die Politik daraus ergeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Fernsehen im Wahlkampf der Parteien

2.1 Stellenwert des Fernsehens

2.2 Formen des Wahlkampfes im Fernsehen

2.2.1 Voll-mediatisierte Wahlkampfkommunikation

2.2.2 Teil-mediatisierte Wahlkampfkommunikation

2.2.3 Nicht-mediatisierte Wahlkampfkommunikation

3. Bedeutung des Fernsehens für die Wahlentscheidung

3.1 Fernsehwirkungsforschung - ältere und neue Ansätze und Ergebnisse

3.1.1 Theorie der selektiven Wahrnehmung

3.1.2 Die Theorie der Schweigespirale

3.1.3 Der Agenda-Setting-Ansatz

3.1.4 Langfristige Fernsehwirkungen

3.2 Folgerungen für den Einfluß auf die Wahlentscheidung

3.3 Problematisierung der aufgezeigten Wirkungen

4. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Rolle des Fernsehens in modernen Wahlkämpfen und analysiert, inwiefern dieses Medium die politische Willensbildung sowie die konkrete Wahlentscheidung der Bürger beeinflusst. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche Mechanismen der Fernsehwirkung greifen und welche demokratischen Konsequenzen sich aus der Mediatisierung politischer Prozesse ergeben.

  • Stellenwert des Fernsehens als wichtigstes Informationsmedium im Wahlkampf.
  • Unterscheidung verschiedener Formen der Wahlkampfkommunikation (voll-, teil- und nicht-mediatisiert).
  • Analyse medienwissenschaftlicher Theorien wie Agenda-Setting, Schweigespirale und selektive Wahrnehmung.
  • Diskussion über die mediale Personalisierung von Politik und deren Einfluss auf die Wählergunst.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Die Theorie der Schweigespirale

Elisabeth Noelle-Neumanns Theorie der Schweigespirale liegen folgende Annahmen zugrunde: Erstens bedroht jede Gesellschaft abweichende Individuen mit Isolation und deshalb fürchten sich die meisten Menschen vor gesellschaftlicher Isolation und sozialer Ächtung. Deshalb beobachten die Menschen, welches Meinungsklima in ihrer Umwelt herrscht. Bei moralisch aufgeladenen Kontroversen in der Öffentlichkeit verschweigen sie ihre tatsächliche Meinung lieber, als gegen den dominierenden Tenor aufzutreten.

Dies verstärkt die Dominanz der herrschenden Meinung und bringt die Anhänger der unterlegenen Sichtweise aufgrund des negativen Meinungsklimas zusehends zum Schweigen. Die Schlüsselrolle der Medien liegt darin, daß ihre Berichterstattung die Basis für die Einschätzung der herrschenden Meinung ist. Wenn ihre Darstellung mit der tatsächlichen Mehrheitsmeinung übereinstimmt, dann verstärken sie den in der Gesellschaft tatsächlich vorhandenen Trend.

Nun ist es aber so, daß sich das Verhalten von Journalisten am Verhalten ihrer Kollegen orientiert und deshalb in kürzester Zeit auf deren Verhalten zurückwirkt, weil diese genauso verfahren. Die Folge davon ist, daß in Krisen und Konflikten sich die Sichtweisen von Journalisten oft weit von den tatsächlich vorherrschenden Meinungen entfernen, denn die Berichterstattung ist eher ein Echo auf vorangegangene Beiträge als eine Reaktion auf das aktuelle Geschehen. Zudem haben Journalisten selbst auch eine politische Haltung, die mehrheitlich linksliberal ist. Diese Haltung beeinflußt ihre Darstellung der Wirklichkeit. Weicht die Darstellung des Meinungsklimas von der tatsächlichen Meinungsverteilung ab, dann herrscht ein doppeltes Meinungsklima und der herrschende Meinungstrend wird erfahrungsgemäß umgedreht und dadurch wird die ehemalige Minderheitenmeinung zur Mehrheitsmeinung. Noelle-Neumann entwickelte ihre These anhand einer Interpretation von Daten über den Einfluß von Massenmedien, insbesondere des Fernsehens, auf die Wahlkämpfe im Vorfeld der Bundestagswahlen von 1972 und 1976.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Bedeutung der Mediatisierung der Politik dar und formuliert das Forschungsziel, die Rolle des Fernsehens im Wahlkampf und bei der Wahlentscheidung zu untersuchen.

2. Das Fernsehen im Wahlkampf der Parteien: Das Kapitel analysiert den hohen Stellenwert des Fernsehens als Reichweitenmedium und differenziert zwischen voll-, teil- und nicht-mediatisierten Kommunikationsformen im Wahlkampf.

3. Bedeutung des Fernsehens für die Wahlentscheidung: Hier werden theoretische Ansätze der Wirkungsforschung diskutiert und auf ihre Relevanz für den Einfluss auf die Wahlentscheidung sowie die daraus resultierende Problematik für die Demokratie geprüft.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel resümiert, dass das Fernsehen zwar wahlkampfdominierend ist, aber keine linear-kausalen Wirkungen erzeugt, und warnt vor einer Entfremdung zwischen Bürgern und Politik durch inszenierte Medienrealität.

Schlüsselwörter

Fernsehen, Wahlkampf, Mediatisierung, Wahlentscheidung, Fernsehwirkungsforschung, Agenda-Setting, Schweigespirale, selektive Wahrnehmung, politische Willensbildung, Medienrealität, Personalisierung, Demokratie, Wahlkampfkommunikation, politischer Wandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den wachsenden Einfluss des Fernsehens auf politische Prozesse und wie dieses Medium den modernen Wahlkampf in Deutschland maßgeblich prägt und verändert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt den Stellenwert des Fernsehens für Parteien, die verschiedenen Formen der medienvermittelten Wahlkampfkommunikation sowie theoretische Modelle der Wirkungsforschung im politischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu ergründen, welche Rolle das Fernsehen für die Wahlentscheidung spielt und ob von den Medien ein direkter Einfluss auf die Willensbildung der Bürger ausgeht.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch die Auswertung der Medienwirkungsforschung, ergänzt durch die Analyse von Daten zu Wahlverhalten und Medienrezeption.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Kampagnenformen (voll-, teil- und nicht-mediatisiert) sowie die detaillierte Vorstellung und kritische Diskussion von Theorien wie Agenda-Setting und der Schweigespirale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Mediatisierung, Wahlkampfkommunikation, Fernsehwirkungsforschung und der Einfluss der Medien auf die politische Willensbildung.

Wie beeinflussen Journalisten das Meinungsklima laut der Schweigespirale?

Da Journalisten sich oft am Verhalten ihrer Kollegen orientieren, kann eine einseitige linksliberale Tendenz entstehen, die das abgebildete Meinungsklima von der tatsächlichen Mehrheitsmeinung entkoppelt und so politische Trends beeinflusst.

Warum ist die Personalisierung von Politik für Parteien im Fernsehen wichtig?

Die Personalisierung ermöglicht es Parteien, über das Image von Spitzenkandidaten auch politisch uninteressierte oder ungebundene Wechselwähler emotional zu erreichen, da das Vertrauen in Personen oft wichtiger ist als das Parteiprogramm.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Medien und Wahlkampf. Welche Rolle spielt das Fernsehen im Wahlkampf?
College
University of Hamburg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Grundkurs Politische Willensbildung
Grade
1,3
Author
Eva Dorothée Schmid (Author)
Publication Year
1999
Pages
22
Catalog Number
V5163
ISBN (eBook)
9783638131421
Language
German
Tags
Wahlkampf; Fernsehen; Medienwirkungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Dorothée Schmid (Author), 1999, Medien und Wahlkampf. Welche Rolle spielt das Fernsehen im Wahlkampf?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5163
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint