Inhaltverzeichnis
1. Einleitung. 2
2. Allgemeine Soziolinguistik. 3
2.1. Definition der Soziolinguistik. 3
2.2. Soziolinguistische Aspekte. 3
3. Sprachgeschichte. 4
3.1. Historische Entwicklung des Sprachgebrauchs. 4
3.2. Entwicklung des Prestiges der Sprache. 6
3.3. Sprachplanung. 7
4. Die soziolinguistische Lage heute. 7
4.1. Das Galicische heute. 7
4.2. Sprachkompetenz. 8
4.3. Das Galicische als Muttersprache und als Alltagssprache. 9
4.4. Ausbau der Sprache. 10
5. Ausblick. 12
6. Anhang. 13
Abbildung 1: Niveles de conocimiento de la lengua gallega. 13
Tabelle 2: Distribución de la población según el hábitat de nacimiento. 13
Abbildung 3: Porcentajes de lengua inicial de la población de Galicia. 14
Abbildung 4: En que lengua hablan habitualmente los/las gallegos/as. 14
7. Literaturverzeichnis. 15
1
1. Einleitung
Spanien ist sprachlich gesehen ein heterogener Staat, in dem neben der National- und Mehrheitssprache, dem Kastilischen, drei anerkannte Minderheitensprachen - das Katalanische, das Baskische und das Galicische - existieren, die ihre Akzeptanz in mehreren Jahrhunderten erkämpft haben. Etwa ein Viertel der Gesamtvölkerung Spaniens spricht eine Minderheitensprache.
Was den Sprachkonflikt betrifft, ist eine Minderheitensprache mit Hilfe des Sprachgebrauchs, der Sprechereinstellung und Tendenzen des Ausbaus zu betrachten. Diese Merkmale möchte ich in dieser Arbeit im Hinblick auf die galicische Sprache vorstellen. Bevor die heutige Situation des Galicischen erläutert wird, ist es unerlässlich, den Begriff Soziolinguistik zu klären. Hirbei interessiert insbesondere die Frage, welche Disziplin im Sprachsystem und welche Funktion die soziologische/linguistische Untersuchung des Sprachgebrauchs hat. Es wird weiterhin besprochen, unter welchen Aspekten die soziolinguistische Lage untersucht werden muss, wobei Sprachkompetenz, Sprachkontakt und Sprachgebrauch eine wesentliche Rolle spielen.
Das dritte Kapitel ermöglicht einen Einblick in die Geschichte der soziolinguistischen Entwicklung des Galicischen, damit das Prestige dieser Sprache eingeschätzt und mit dem heutigen Status verglichen werden kann. Hierzu ist ein tieferer Einlick in die heutige soziolinguistische Lage in Galicien notwendig, der die Sprachfähigkeit der Galicier, den Bilinguismus und die Diglossie und das Galicische als Mutter- und Alltagssprache analysiert. Zu diesem Thema geben die Tabellen mit Prozentzahlen 1 einen besseren Überblick. Die Entwicklung einer Sprache hängt vor allem von der Sprachplanung und den Sprachausbau ab. Die Bereiche, in denen die Galegisierung erfolgt bzw. Konzeptionen für die Normalisation des Galicischen ausgearbeitet werden, werden im letzten Kapitel besprochen.
1 Zu den in dieser Arbeit repräsentierten Prozentzahlen - die aus den Untersuchungen gewonnen worden - muss
ich allerdings beifügen, dass sie mehr oder weniger genau der Wahrheit entsprechen, da die Angaben
immer eine ungefähre Selbsteinschätzung der Informanten sind und daher sind solche Umfragen generell
schwierig auszuwerten. Die Daten in den Büchern und aus dem Internet decken einander nur teilweise ,
deshalb schlage ich vor, man denkt sich, vor jede Zahl ein “ca.“ hinzu.
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2. Allgemeine Soziolinguistik
2.1. Definition der Soziolinguistik
Bevor die soziolinguistische Aspekte einer Sprache behandelt werden, soll der Begriff Soziolinguistik erklärt werden. Was ist überhaupt Soziolinguistik? Der Ursprung des Begriffes stammt von Haver C. Currie, der ihn im Jahre 1949 erstmal verwendete. Bei Bußmann handelt es sich bei der Soziolinguistik um einen " Wirssenschaftszweig, der die wechselseitige Abhängigkeit von Sprach- und Sozialstruktur untersucht ". 2 Der Sprachsoziologie können wir uns von zwei Seiten nähern. Einerseits kann sie aus soziologischer Sicht betrachtet werden. Diese beschäftigt sich mit Normen des Sprachgebrauchs und das soziale Image von Sprachen und Sprachvarietäten. Wenn andererseits die Sprachsoziologie aus linguistischer Perspektive betrachtet wird, untersucht man die soziale Bedeutung der Verwendung von sprachlichen und grammatikalischen Variationen.
2.2. Soziolinguistische Aspekte
Die soziolinguistische Lage wird unter zwei Aspekten analysiert. Eine zu untersuchende Ebene ist die Sprachkompetenz, die einerseits von objektiven Faktoren, wie Geschlecht, Lebensalter, soziale und geografische Herkunft, Verkehrslage des Wohnortes und Sprachzugehörigkeit der Eltern abhängig ist und andererseits durch Bildungsniveau, Schichtzugehörigkeit, geografische Mobilität und Einstellung zu den Sprachen bestimmt wird. Letzteres sind die subjektiven Faktoren der soziolinguistischen Aspekte. Die zweite Analyseebene ist der Sprachkontakt und der Sprachgebrauch. Dazu gehören die Untersuchungen der Zweisprachigkeit von Personen, der sogenannte Bilinguismus und die Diglossie, die sich auf geografische Gebiete und die in bestimmten Situationen auftretende Zweisprachigkeit bezieht.
2 Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft, Stuttgart, 1990, S. 468
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3. Sprachgeschichte
3.1. Historische Entwicklung des Sprachgebrauchs
Bis zum 14. Jahrhundert kann man über das Phänomen des Bilinguismus in Galicien noch nicht sprechen. Es herrschte Einsprachigkeit auch in der schriftlichen Verkehrssprache des Galicischen.
Ab dem 14. Jahrhundert kann man die ersten Kontakte mit der kastilischen Sprache feststellen, als sich kastilische Adelige und Beamte in Galicien ansiedelten. Immer mehr Menschen kamen durch die Assimilierungspolitik der Reyes Católicos mit der neue Sprache in Berührung. Aristokraten und höhere städtische Schichten verzichteten aus Prestigegründen zunehmend auf den Gebrauch des Galisischen. So entwickelte sich eine sprachliche Trennung, die mit der Klassengrenze identisch war. 85% der Galicischsprechenden kamen aus den unteren Schichten der Bauer und Landarbeiter. Sie verwendeten die Sprache ausschließlich mündlich vor allem in der Familie und im Freundeskreis. 10% der Galicischsprechenden waren zweisprachig und kamen aus der Mittelschicht, wie Verwaltungsbeamte und Landbourgeoisie. Sie benutzten Galicisch mündlich im informellen, Kastilisch mündlich und auch schriftlich im formellen Bereich. Nur etwa 5% aus der Adels-und höheren Beamtenschicht sprach Kastilisch. Trotz des wachsenden Einflusses der angesiedelten Sprache in den Städten blieb die Mehrheit der Bevölkerung in den kleinen, schwer erreichbaren Ortschaften über Jahrhunderte weiterhin galicischsprachig. Wegen der schlechten Infrastruktur kamen sie kaum in Berührung mit dem Kastilischen. Die einzige kastilischsprachige Institution mit der die Landbevölkerung in Kontakt kam, war die Kirche. Die im 18./19. Jahrhundert beginnende Industrielle Revolution wirkte sich auch auf die sprachliche Situation aus. Immer mehr Menschen zogen in die Städte in der Hoffnung, eine Arbeit zu finden. Durch den Urbanisierungsprozess und das Wachstum der Bevölkerung in den größeren Städten, kamen immer mehr Personen mit unterschiedlicher Herkunft und Klassen miteinander in Kontakt, so dass es zu einer sprachlichen Assimilation kam. So entwickelte sich die Diglossie mit dem Bilinguismus zu einem allgemein verbreiteten Phänomen im 20. Jahrhundert. Dem Galicischen kam nur eine beschränkte Funktion zu. Es wurde - wie in den früheren Jahrhunderten - vor allem in der informellen, mündlichen Kommunikation benutzt, blieb also die Sprache mit geringerem Prestige. Das Kastilische
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Arbeit zitieren:
Livia Janos, 2001, Die soziolinguistische Aspekte des Galicischen, München, GRIN Verlag GmbH
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