Inhaltsverzeichnis:
Inhalt: Seite
1. Dogma 95: Das Manifest 3
2. Einleitung 5
3. Inhalt Inhalt
3.1 Inhaltsangabe 6
3.2 Motive 8
4. Figuren
4.1 Helge 8
4.2 Elsa 10
4.3 Mikael 10
4.4 Helene 12
4.5 Pia 12
4.6 Mette 13
4.7 Christian 13
5. Schluss 15
6. Literaturverzeichnis 16
2
Dogma 95 – Das Manifest 1 1.
DOGMA 95 ist ein Kollektiv von Filmregisseuren, gegründet im Frühjahr 1995. DOGMA
95 hat das erklärte Ziel, „gewissen Tendenzen“ im zeitgenössischen Film
entgegenzuwirken.
DOGMA 95 ist eine Rettungsaktion!
1960 war das Maß voll. Der Film war tot und sollte zu neuem Leben erweckt werden. Das Ziel stimmte, aber nicht die Mittel! Die Nouvelle Vague entpuppte sich als kleine Welle, die an Land gespült wurde und versickerte.
Die Parolen von Individualismus und Freiheit brachten eine Zeitlang große Werke hervor, aber keine wirklichen Veränderungen. Die Welle wurde ebenso käuflich wie ihre Regisseure. Sie war niemals stärker als die Menschen, die hinter ihr standen. Der antibürgerliche Film wurde selbst bürgerlich, weil die Grundlagen seiner Theorien auf einem bürgerlichen Kunstverständnis beruhten. Der Begriff des auteur war von Anfang an bürgerliche Romantik und damit falsch!
Für DOGMA 95 ist Film nicht individuell!
Heute tobt ein Sturm der Technik, der die ultimative Demokratisierung des Mediums zur Folge haben wird. Zum ersten Mal hat wirklich jeder die Möglichkeit, Filme zu machen. Doch je zugänglicher das Medium wird, desto wichtiger ist die Avantgarde. Es ist kein Zufall, dass der Ausdruck „Avantgarde“ einen militärischen Beiklang hat: Disziplin ist die Antwort. Wir müssen unsere Filme in Uniformen stecken, weil der individuelle Film per definitionem dekadent ist! DOGMA 95 stellt dem Film ein unangreifbares Regelwerk entgegen, das so genannte Keuschheitsgelübde.
1960 war das Maß voll! Der Film sei unter all der Schminke erstickt, hieß es, aber seither hat der Gebrauch von Kosmetik explosionsartig zugenommen.
Die „ vornehmste“ Aufgabe des dekadenten Filmemachers besteht darin, das Publikum an der Nase herumzuführen. Und darauf sind wir so stolz? Ist dies das Ergebnis von hundert Jahren Film: Illusionen, über die Emotionen transportiert werden? Und der individuelle Künstler kann seine Täuschungsmethoden frei wählen?! 1 entnommen aus: Sudmann 2001, S. 194-196
3
Die Vorhersehbarkeit (Dramaturgie) ist zum Goldenen Kalb geworden, um das wir tanzen. Es gilt als zu kompliziert und nicht „fein“ genug, wenn die innere Entwicklung der Figuren die Handlung rechtfertigt. Wie nie zuvor werden oberflächliche Handlungen und oberflächliche Filme gepriesen.
Das Ergebnis ist dürftig: falsches Pathos und die Illusion von Liebe.
Für DOGMA 95 ist Film keine Illusion!
Heute tobt ein Sturm der Technik, der die Kosmetik zur Gottheit erklärt. Mit Hilfe der neuen Techniken kann jedermann zu jeder Zeit auch das letzte Fünkchen Wahrheit ersticken
- in der tödlichen Umarmung mit der Sensation. Die Illusionen sind all das, wohinter der Film sich verstecken kann.
DOGMA 95 stellt dem Kino der Illusionen ein unangreifbares Regelwerk entgegen, das so genannte Keuschheitsgelübde.
Das Keuschheitsgelübde
„Ich gelobe, mich den folgenden Regeln zu unterwerfen, die von DOGMA 95 ausgearbeitet und bestätigt wurden:
1. Die Dreharbeiten müssen an Originalschauplätzen stattfinden. Requisiten und Bauten
sind verboten. (Wenn ein bestimmtes Requisit für die Geschichte notwendig ist, muss ein Drehort gefunden werden, an dem dieses Requisit vorhanden ist.)
2. Der Ton darf niemals unabhängig von Bild aufgenommen werden und umgekehrt. (Musik
darf nicht verwendet werden, es sei denn, sie kommt direkt am Drehort vor.)
3. Es darf nur mit Handkamera gedreht werden. Jede Bewegung und jede Stabilisierung, die
von Hand erzeugt werden kann, ist erlaubt. (Der Film darf nicht da stattfinden, wo die Kamera steht, sondern es muss da gedreht werden, wo der Film stattfindet.)
4. Der Film muss in Farbe gedreht werden. Künstliches Licht wird nicht akzeptiert. (Wenn
zu wenig Licht vorhanden ist, muss die Szene gestrichen oder eine einzelne Lampe an der Kamera angebracht werden.)
5. Optische Bearbeitung ist ebenso wie die Verwendung von Filtern verboten.
6. Der Film darf keine vordergründige Action enthalten. (Mord, Waffen etc. dürfen nicht
vorkommen)
7. Zeitliche und geographische Verfremdungen sind verboten. (Das heißt, der Film findet im
Hier und Jetzt statt.)
8. Genre-Filme werden nicht akzeptiert.
4
9. Das Filmformat muss 35mm-Academy sein.
10. Der Regisseur darf nicht genannt werden.
Ferner gelobe ich, als Regisseur von meinem persönlichen Geschmack Abstand zu nehmen! Ich höre auf, ein Künstler zu sein. Ich gelobe, nicht mehr auf ein „Werk“ hinzuarbeiten und stattdessen den Moment stärker zu gewichten als das Ganze. Mein höchstes Ziel ist es, meinen Figuren und Szenen die Wahrheit abzuringen. Ich gelobe, dies zu tun - mit allen Mitteln, auf Kosten jeglichen guten Geschmacks und jeglicher Ästhetik. Hiermit lege ich das KEUSCHHEITSGELÜBDE ab.“
Kopenhagen, Montag, den 13. März 1995
Im Namen von DOGMA 95 Lars von Trier, Thomas Vinterberg
2. Einleitung
Doch was ist DOGMA wirklich? Betrachten wir das hier vorangegangene Manifest, so scheint es klar zu sein: 4 dänische Regisseure 2 , die mittels ihres Keuschheitsgelübdes das Kino revolutionieren wollen, setzen ein Zeichen gegen die zunehmende Verarmung des Filmes und verlangen nach mehr Authentizität. Es scheint einem Experiment nahe zu kommen; Nachahmungen sind durchaus erwünscht.
Im Manifest selbst wird deutlich, dass DOGMA nicht wirklich etwas Neues ist. Eine explizite Bezugsnahme auf die Nouvelle Vague soll schon da gewesenes erneut aufleben lassen und revolutionieren, dieses Mal jedoch „richtig“. Doch wozu dient dieses Regelwerk, wenn die Regisseure selbst zugestehen, nicht immer alle Regeln eingehalten zu haben? Warum sollte das Publikum das Manifest dann Ernst nehmen? Die Antwort liegt auf der Hand: DOGMA zeichnet sich vor allem durch schonungslosen Realismus aus; die selbst auferlegten Einschränkungen ziehen eine Authentizität und Intimität nach sich, dass es nur menschlich ist, den Fehlern der Menschen Fehler im Regelwerk entgegen stellen zu wollen. Thomas Vinterbergs Film „Das Fest“ erweckt beim Betrachter den Eindruck, als ob ein geladener Gast das Geschehen vor Ort mitgefilmt hat. Es entsteht ein Eindruck von Präsenz und unausweichlicher Authentizität der Charaktere, so dass der Betrachter selbst im Laufe des Filmes in das Geschehen mehr und mehr „involviert“ zu sein scheint: 2 Das so genannte „Kino der Keuschheit“ wurde definiert von: Lars von Trier, Thomas Vinterberg, Soren Kragh-Jacobsen, Kristian Levring.
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Arbeit zitieren:
Natalie Webbeler, 2003, Das Fest, München, GRIN Verlag GmbH
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