Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Pläne zur Rücksiedlung Deutscher aus
Lateinamerika bis zum deutschen Überfall auf Polen
2. 1. Überlegungen der Auslandsorganisation der NSDAP
2. 2. Überlegungen der deutschen Missionschefs und des Auswärtigen Amtes
3. Die Pläne zur Rücksiedlung Deutscher
aus Lateinamerika nach dem deutschen Überfall auf Polen.
3. 1. Überlegungen des Deutschen Auslands-Instituts
3. 2. Überlegungen nach dem Überfall
auf die Sowjetunion bis zum Ende des Krieges
4. Ergebnis
Literaturverzeichnis
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Die Überlegungen des „Dritten Reichs“ zur Rückholung deutscher Auswanderer aus Lateinamerika und die These von der „5. Kolonne“ 1 - ein Widerspruch?
1. Einleitung
Die vorliegende Seminararbeit macht sich zur Aufgabe, die unter anderem von Reiner Pommerin 2 und Arnold Ebel 3 vertretene Ansicht kritisch zu überprüfen, die Rücksiedlungsüberlegungen des Dritten Reichs widersprächen der These einer nationalsozialistischen „5. Kolonne“ in Lateinamerika.
Dem „intentionalistischen“ 4 Interpretationsmodell folgend, schreiben Pommerin und Ebel der ideologischen Komponente in der NS-Außenpolitik einen bestimmenden
1 Mit dem im Spanischen Bürgerkrieg 1936 entstandenden Begriff werden umstürzlerische Gruppen bezeichnet, die für eine fremde Macht arbeiten. In der zweiten Hälfte der 30er Jahre waren Gerüchte über politische und militärische Ambitionen des „Dritten Reichs“ in Lateinamerika aufgekommen. Journalisten wie Carleton Beals unterstellten u. a. dass, „[s]ince Hitler has come to power, German colonization of the Americas has become more determined. Efforts to plant Germans in strategic points are constantly made [...]“. Zitiert nach: Pommerin, Reiner, Überlegungen des Dritten Reiches zur Rückholung deutscher Auswanderer aus Lateinamerika, in JbLA 16 (1979) S. 365-377, S. 367. Im Folgenden: Pommerin Rückholung. Die These von der „5. Kolonne“ wurde insbes. von der marxistischen Geschichtsschreibung vertreten. Vgl. u. a.: Sanke, Heinz (Hrsg.), Der deutsche Faschismus in Lateinamerika 1933-1945, Berlin/DDR 1966. Im Folgenden: Sanke, Lateinamerika.
2 Pommerin, Rückholung; ders. , Das Dritte Reich und Lateinamerika. Die deutsche Politik gegenüber Süd-und Mittelamerika 1939-1942, Düsseldorf 1977, insbes. S.225-234. Im Folgenden: Pommerin, Lateinamerika.
3 Ebel, Arnold, Das Dritte Reich und Argentinien. Die diplomatischen Beziehungen unter besonderer Berücksichtigung der Handelspolitik 1933-1939, Köln/Wien 1971, insbes. S.349-359. Im Folgenden: Ebel, Argentinien.
4 Zu den einzelnen Interpretationsmöglichkeiten vgl. insbes.: Kershaw, Ian, Der NS-Staat. Geschichtsinterpretationen und Kontroversen im Überblick, Reinbeck bei Hamburg 1999. Im Folgenden: Kershaw, NS-Staat. An dieser Stelle kann nicht auf die Einzelheiten der unterschiedlichen Interpretationsmodelle eingegangen werden. Es geht hier lediglich darum, zu zeigen, dass ein im weitesten Sinne „strukturalistisch“ zu nennender Erklärungsansatz, wie er von Hans Mommsen, Martin Broszat und
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Charakter zu und können so davon sprechen, die These der „5. Kolonne“ sei schon deshalb nicht haltbar, weil das Konzept einer gezielten Besiedlung Lateinamerikas „im krassen gestanden“ 5 Gegensatz zur nationalsozialistischen Ideologie hätte, deren
„siedlungspolitische Stoßrichtung [...] in der Besiedlung des zu erobernden „Ostimperiums“ lag“ 6 .
Im Gegensatz hierzu soll an dieser Stelle versucht werden, die Rücksiedlungspläne in den Kontext allgemeiner Entwicklungen im Reich zu stellen. Wenn es zu zeigen gelingt, dass die Pläne keineswegs nur als die Umsetzung eines ideologiegebundenen Programms zu verstehen sind, sondern immer auch - wie von Vertretern des „strukturalistischen“ 7 Erklärungsansatzes gefordert - als Resultat zeitgebundener, z. T. pragmatischer und opportunistischer Motive betrachtet werden müssen, kann die von Pommerin und Ebel vertretene These nicht aufrecht erhalten werden. Hingegen muss dann davon ausgegangen werden, dass die Möglichkeit der Bildung einer „5. Kolonne“ in Lateinamerika immer grundsätzlich bestand.
2. Die Pläne zur Rücksiedlung Deutscher aus Lateinamerika bis zum deutschen Überfall auf Polen
anderen vertreten wird, die Möglichkeit bietenNDQQ, zu einer detaillierteren, von den Ergebnissen Pommerins und Ebels abweichenden Einschätzung der Rücksiedlungsüberlegungen und der These von der „5. Kolonne“ zu gelangen. Vgl. u. a.: Mommsen, Hans, Adolf Hitler als Führer der Nation, Tübingen 1984; ders. , Nationalsozialismus, in: Sowjetsystem und demokratische Gesellschaft. Bd. 4, Sp. 695-713; Broszat, Martin, Der Staat Hitlers. Grundlegung und Entwicklung seiner inneren Verfassung, München 1989; für den Themenkomplex der NS-Umsiedlungspolitk vgl.: Aly, Götz, „Endlösung“: Völkerverschiebung und der Mord an den europäischen Juden, Frankfurt/M. 1995. Im Folgenden: Aly, „Endlösung“. Zusammengefasst in: Ders. , „Judenumsiedlung“: Überlegungen zur politischen Vorgeschichte des Holocaust, in: Herbert, Ulrich (Hrsg.), Nationalsozialistische Vernichtungspolitik 1939-1945. Neue Forschungen und Kontroversen, Frankfurt/M. 1998, S.67-97. Im Folgenden: Aly, „Judenumsiedlung“.
5 Ebel, Argentinien, S. 352.
6 Pommerin, Rückholung, S. 370.
7 Vgl. Anm. 3.
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Arbeit zitieren:
Florian Beer, 2001, Die Überlegungen des Dritten Reichs zur Rückholung deutscher Auswanderer aus Lateinamerika und die These von der 5. Kolonne - ein Widerspruch?, München, GRIN Verlag GmbH
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